Hille in alten Ansichten

Hille in alten Ansichten

Auteur
:   Heinrich Wesemann
Gemeente
:   Hille
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2997-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hille in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Es ist ein langer Zeitraum von der Datierung frühere Urnenfunde in eine um 2 000 Jahre vor Christi Geburt zurückliegende Zeit bis hin zur bisher bekarmten ersten urkundlichen Erwähnung des Ortsnamens Hille im Jahre 1170. Dazwischen liegt noch viel in heimatgeschichtlicher Beziehung 'unerforschte' und in heimatpflegerischer Arbeit weiter aufzuhellende Zeit. Als in den Jahren von 1911 bis 1915 hier im Landschaftsbereich der Mittellandkanal gebaut wurde, kamen bei den Baggerarbeiten auch ein vollständiges Damhirschgeweih, Gliedmaßen vorzeitlicher Tiere und faustgroße Backenzähne aus dem Boden zutage, die in eine frühe Zeit unseres Heimatraurnes wiesen.

Das 'alte' Hille ist mit 41,87 Quadratkilometern die flächenmäßig größte Gemeinde des Altkreises Minden. Ihr südlicher Bereich ist Moor, zu dem der Mittellandkanal eine teilweise Begrenzung zwischen Ackerflächen und stellenweise auch übergreifendem Moor ist. In früheren Karten ist das Moor noch als 'Großes - oder auch Hiller - Torfmoor' bezeichnet, dessen westlicher Teil Naturschutzgebiet und als solches ein vielbesuchtes Wandergebiet ist, durch das der Heimatpfleger schon Tausende von Natur- und

Wanderfreunden führte und ihnen dabei von Geschichte, Entwicklung und Bedeutung dieses Moores und von anderem dazu erzählte.

Der hier früher gestochene Torf war damals das Heizmaterial in Hille und weitgehend auch in der Urngebung. Heute wird kein Torf mehr gestochen, aber Badetorf für eine Reihe von Badeorten, die auch Moorbäder verabreichen, wird hier laufend aus diesem Moor geholt. Die große Bedeutung des Moores spiegelte auch das (Alt-) Hiller Gemeindewappen, in dem drei Moorkolben das bestimmende Syrnbol waren. Das große Flächengebiet der Gemeinde, 16 756 Morgen (l 400 Morgen davon sind Wald), führte ganz von selbst zur Entwicklung einer intensiv betriebenen Landwirtschaft. Im Urbar, dem Verzeichnis der damals hier bestehenden Stätten, werden derer 203 angeführt. Das Gemeindelexikon von 1905 gibt die damalige Zahl der Wohnhäuser mit 457 an. Bei Kriegsbeginn 1914 war gerade die Hausnummer 500 vergeben. Ihre Zahl war 1966 bei Einführung der Straßennamen auf über 800 gestiegen.

In diesem Zusammenhang auch einige Zahlen zur Einwohnerentwicklung. 1809 werden 1 982 genannt, 1818 dann 2 100 und 1843 sind es 2 982. Am Stich-

tag der Gebietsreform, dem 1. Januar 1973, brachte das 'alte' Hille 3 787 Einwohner in den neuen Gemeinde-Großverband ein.

Daß Hille schon bald nach 800 eine Kirche, zumindest eine Kapelle gehabt habe, ist eine - nicht beweisbare - Annahme. 1221 aber stand an der Stelle der heutigen eine Kirche. Der älteste Bauteil der jetzigen stammt von 1523, ein Erweiterungsbau von 1750-1752 und der anstelle des baufällig gewordenen alten dann errichtete neue Turm von 1801. 1954 erfolgte eine umfassende Renovierung der Kirche. 1550 setzte sich die Reformation hier durch. Im schon erwähnten Gemeindelexikon von 1905 werden von 2 675 Einwohnern 2 660 als evangelisch und 15 als katholisch angegeben, davon vier polnischsprachige. In der 1955 genarmten Zahl von 190 Katholiken sind vor allem hier gebliebene Evakuierte sowie Vertriebene und Flüchtlinge aus dem deutschen Osten enthalten.

Zur kurz anzusprechenden gewerblichen Seite im Leben des Dorfes muß wohl mit dem 26. August 1564 begonnen werden, an dem der damaligen Gemeinde die Genehmigung zur Durchführung von Märkten erteilt wurde, die heute alljährlich am letzten

April- und am zweiten September-Weehenende stattfinden. Vom Jahre 1721 stammt ein in seinem Ursprung mit der Landwirtschaft zusammenhängendes Unternehmen: die landwirtschaftliche Brennerei von Christian Meyer ('Hiller Bastkorn' - 'Hiller Moorbrand').

Das Aufkommen der Zigarrenindustrie ab 1886 bedeutete neue Arbeitsmöglichkeiten, bei denen auch der Begriff 'Heimarbeit' eine wesentliche Rolle spielte. Von nicht geringer Bedeutung war nach 1945 die hier eingerichtete Fertigungsstätte der Lippischen Celluloidwarenfabrik, die rund hundert Beschäftigten, darunter zahlreichen Frauen, eine Arbeitsstätte am Ort bot.

Neue gewerbliche Betriebe sind inzwischen dazu gekommen. Gerade jetzt legte die Gemeinde für ihren nördlichen Ortskernbereich einen weiteren Bebauungsplan mit 32 neuen Bauplätzen vor. Die Gemeindeentwicklung ist also keineswegs abgeschlossen. Daß sie weiterhin für alle ihre Einwohner eine recht gute sein möge, das bliebe abschließend nur noch zu wünschen!

1. 'Hille in alten Ansichten.' Hier haben wir auf einer Ansichtskarte gleich mehrere solcher Ansichten aus der Zeit um 1900. Links oben im Bild ist die Gastwirtschaft 'Goldener Stern', die seitüber 225 Jahren hier besteht und ebenso lange im Besitz der Hartmanns ist. Rechts daneben ist das Wohngebäude des einstigen von Oeynhausenschen Hofes, auf den an anderer Stelle noch einzugehen sein wird. Das wird auch bei der Hiller Kirche der Fall sein, die inzwischen mehrfach umgebaut und verändert worden ist, Mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg abgebrochenen Schornstein der Molkerei verschwand ein Merkmal aus dem Bereich des Dorfeinganges, Auch der Bau als solcher hat Urngestaltungen erfahren.

2. Die Ansichtskarte hat es hier, wenn auch nur mit wenigen Motiven, um die lahrhundertwende auch schon gegeben. Hier haben wir noch einmal einen 'Gruß aus (Alt-) Hille'. Das Haus Gast - oben links - hatten wir auf einem der ersten dieser Bilder schon. Das weitere Haus hier rechts ist die Bäckerei und 'Colonialwarenhandlung' von Aping/Langewisch. Zwischen beiden das 'Spritzenhaus' der Gemeinde und links unten das 'Doctorhaus', das Wohnhaus des Hiller Arztes. Das Spritzenhaus steht nicht mehr, die anderen drei Bauten noch, teilweise baulich mehr oder weniger verändert. Bäckerei und Laden sind aufgegeben.

3. Auch dies ist eine Ansicht aus dem alten Hille, allerdings aus dessen nördlichen Bereich, aus Hille-Mindenerwald. Um die Jahrhundertwende war die Häuserzahl in diesem Ortsteil noch an den Fingern abzuzählen, heute ist dies ein eigener und nicht kleiner Wahlbezirk. Oben links steht die baulich erheblich umgestaltete Gastwirtschaft Schröder (einst Danowsky). Die beiden Gebäude rechts sind die Ziegelei und deren Maschinenhaus, die beide nach der Stillegung des Betriebes abgebrochen wurden. Das Wohnhaus (im Kreis) ist das Haus von Brüggemann, der 1884/85 Provinziallandtagsabgeordneter war. Zwischen dem vor dem Zweiten Weltkrieg aufgeteilten Gut Neuenhof und dem Haus Brüggemann ist das Brüggernann gewidmete Denkmal zu sehen.

4. Auch ohne Ansichtskarte präsentiert sich hier ein echtes Stück Alt-Hille. 'Spilks Hüsken' hieß der alte Bau im Volksmund. Es war das Heuerlingshaus des Hofes Tiemann, in dessen Hofgarten es stand. Wann es erbaut war, ist unbekannt. Eine Pumpe gab es nicht, dies allerdings damalsja allgemein nicht. Das Wasser wurde aus dem Ziehbrunnen herausgeholt. Der Ziehstrang, der in den Brunnen gelassen wurde, ist auf dem Bild über dem viereckigen Steintrog zu erkennen. An einem auf und ab beweglichen Schwebebaum konnte der Ziehstrang herunter gelassen oder auch aus dem Brunnen wieder heraufgeholt werden. 1925 zog in das Haus noch ein Mieter ein, allerdings war das dann der letzte. Wenige Jahre später wurde das Haus abgerissen.

5. So war das einst: Gewunden durchzog die alte Straße in Süd-Nord-Richtung das Dorf. Das Gesamtbild des Straßenzuges bestimmten die alten Fachwerkbauten an beiden Straßenseiten, die Jahre nach dem Zweiten Weltkriege noch alle standen und von denen heute keines mehr steht. Nur das massive zweigeschossige Uphoffsche Haus, von dessen Straßengiebelfront ein Teilstück am rechten Bi1drand zu sehen ist, ist geblieben. Als es um die Jahrhundertwende erbaut wurde, war es damals zwischen lauter Fachwerkbauten so etwas wie ein Symbol nahenden Umbruchs im Baubild des Dorfes. Das schöne alte Fachwerkhaus von Trampe (Mieken) im Vordergrund fiel einem Brand zum Opfer, die übrigen den Umbaumaßnahrnen der letzten Jahre, Telefon- und Stromleitungen an hohen Masten gibt es hier auch nicht mehr.

6. Es stand inmitten des Dorfes bis an den Straßenrand, störte aber im Dorf- und Straßenbild jener Zeit nicht. Das Fachwerkgefüge des Baues krönte das tief herunter gehende Strohdach, dem die Spuren des Alters deutlich anzusehen waren, ohne daß die damalige 'Schönheit des Dorfes' irgendwie darunter gelitten hätte. Den First des Daches krönten an beiden Enden die für unseren Raum charakteristischen Pferdeköpfe, breit gefächertes Dachsymbol im hiesigen Landschaftsbereich. Den Mindestgrenzabstand, auch den zur öffentlichen Straße hin, hat es früher kaum gegeben. Die Straße ging hier hart an der Hauswand vorbei, in der es allerdings kein nach außen zu öffnendes Fenster gab, eine Tür schon lange nicht. Das Haus hatte so etwas wie Symbolcharakter im Dorf von damals.

7. Das war einst auch ein Stück Alt-Hille. Im Volksmund war es 'dei Timpen'. Aus der Richtung Bahnhof kam hier die Straße, die im Bild mit einem Kurventeilstück zu sehen ist. Das Rasenstück im Vordergrund konnte erst angelegt werden, als das hier früher stehende Hartmannsche Einfamilien-Mietshaus abgebrochen und im Zuge der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt das Gelände dafür beansprucht wurde, Bis dahin standen auf dem Platz eine Ruhebank und die Orientierungskarte zum Ortsbild, Der Volksmund nannte den Platz 'Dreiecksplatz'. Das Fachwerkhaus rechts, hart an den Straßenrand gebaut, ist der gleichen Straßenneugestaltung zum Opfer gefallen. Als Mindener Straße geht heute die neue Ortsdurchfahrt von Ost nach West durch den gesamten Dorfbereich.

8. Von einem 'Wahrzeichen' könnte man bei diesem Haus in der alten scharfen Kurve beim 'Timpen' nicht gerade sprechen, wenn man diesen Fachwerkbau inmitten des Dorfes sieht. Es gehörte dem Kaufmann Hartmann und war von diesem, da er es selbst sonst nicht nutzte, als Wohnung vermietet. Als Überlegungen zur Neugestaltung des Straßenlaufes im Ortskern aufkamen, erwarb die Straßenbauverwaltung das Haus, das dann noch lange Zeit hier gestanden hat. Als es abgebrochen war, hatte es mit dem Straßenbau dann auch noch gute Weile und erst bei der tatsächlichen Neugestaltung der Ortsdurchfahrt mußte es dann wirklich verschwinden. An diesem Haus beziehungseise in dieser Kurve wurden bei den früher alljährlich üblichen Verkehrssicherheitswochen die möglichen Folgen von Unübersichtlichkeit in Straßenzügen wirklichkeitsnahe demonstriert.

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