Hilzingen in alten Ansichten

Hilzingen in alten Ansichten

Auteur
:   Förderkreis Kunst und Kultur Hilzingen
Gemeente
:   Hilzingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4779-8
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hilzingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Funde zeigen, daß die Gemarkung Hilzingen seit der Steinzeit immer wieder besiedelt wurde. Reste fanden sich aus der Rössener-Kultur, außerdem Relikte der Jungsteinzeit, der Urnenfelder-Kultut und der Latènezeit. Urkundlich ist der Ort erstmals 1005 erwähnt und geht in seinem Ursprung auf eine alemannische Siedlung zurück. Im Städtekrieg 1441, im Schweizerkrieg und im Bauernkrieg hatte der Ort schwere Schädcn erlitten. Im Vertrag von HiJzingen unterwarfen sich die Bauern am 25. Juli 1525. Um 1600 zählte der Ort ca. 89 Häuser, die größtenteils im Dreißigjährigen Krieg abbrannten.

Durch die wachsende Bedeutung Hilzingens als Markt-, Zollort und Posthaltestelle wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine neue wichtige Entwicklung eingeleitet: 1820 gab es 147, im Jahre 1864 bereits 219 Häuser. Im Staatsvertrag kam der Ort 1808 an das Großherzogtum Baden, das hier bis 1813 ein Justizamt unterhielt.

Über Jahrhunderte hinweg bezog die Einwohnerschaft den Lebensunterhalt aus der Landwirtschaft. Der Anteil der landwirtschaftlich Tätigen betrug noch im 19. Jahrhundert über 80 Prozent. Von 1145 Einwohnern arbeiteten im Jahre 1895: 803 in Land- und Forstwirtschaft, 283 in Industrie und Gewerbe und 98 in Handel und Verkehr. Der Weinbau der Gemeinde Hilzingen, der sich seit 1344 nachweisen läßt, genoß noch um 1835 einen vorzüglichen Ruf.

Bevor die gemeindeeigene Mosterei in der Trotte eröffnet wurde, gab es vier Privatmostereien in Hilzingen. Drei Dreschereien, davon eine Dreschgemeinschaft (Riede & Brachat) dreschten nicht nur in Hilzingen, sondern fuhren mit ihren 'Dampflokomobilen' auch in die umliegenden Ortschaften.

Zwei stattliche Mühlen mit ansehnlichen landwirtschaftlichen Betrieben sorgten für das Mahlen des geernteten Getreides. Die Untere Mühle wird schon 1277 genannt und im Jahre 1747 wieder neu erbaut. Sie war bis 1962 in Betrieb und

wurde 1971 abgebrochen. Die Mittlere und Obere Mühle waren 1340 Lehen der Herrschaft Homburg.

Wichtig für die Ansiedlung der Handwerker waren die allmonatlich abgehaltenen Märkte. Drei Vieh- und Krämermärkte wurden 1817 abgehalten, 1840 gab es einen Fruchtmarkt, 1856 fanden drei Jahrmärkte statt, dazu monatlich ein Vieh- und Schweinemarkt und wöchentlich ein Fruchtund Schweinemarkt.

Der Anteil der Handwerker war schon im Mittelalter bedeutend, bedingt durch die Anwesenheit der Ortsherrschaft Hilzingen. Ein Mittelpunkt der Handwerker und Gewerbetreibenden wurde HiJzingen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. So wurde schon 1871 die FiJzfabrik Ritzi, 1924 die oberbadische Filzfabrik Riedle & Schulz und 1923 die Raiffeisen-Zentralgenossenschaft gegründet.

Im Laufe der Zeit waren alle wichtigen Handwerkerberufe vertreten. Der ehemalige Bürgermeister Sauter (19011919) betrieb mit seinem Sohn Kar! nebenberuflich das Drechslerhandwerk. Sie stellten u.a. auch Barometer her; in der damaligen Zeit einziges Hilfsmittel für die Wettervorhersage. Weiter gab es Schneider, Modistinnen, Näherinnen, Schuster, Sattler, Polsterer, Wagner, Schmiede, Zimmerleute, Schlosser, ein Kunstschlosser, Seiler, Steinhauer, Küfer und ein Flaschner. In Hilzingen waren zwei Gerbereien, eine Färberei und fünf Schreinereien angesiedelt. Drei Schreiner (Dominik Schmid, Hahn und Josef Homburger) waren zusätzlich als Leichenbeschauer tätig. Auch der Handel florierte: die beiden Kaufhäuser Noppel und Riedle, mehrere 'Tante-Emma-Läden', zwei Bäckereien, sowie zwei Gemüsehandlungen boten alles an, was man zum täglichen Leben brauchte. Außerdem sorgten mehrere Hausmetzger , fünf Gasthäuser mit Brauereien und zwei Gasthäuser mit Metzgereien für das leibliche Wohl der Bürger.

Um 1873 wurden die ersten Artzpraxen (Dr. Schäfer, Oth-

mar Busshart und Benedikt Baumann) in Hilzingen eröffnet. Dr. Felix Lochmann übernahm 1904 die Praxis von Dr. Schäfer. Der erste Tierarzt (Dr. Hönig) harte sich bereits 1870 im Dorf niedergelassen.

Bereits 1822 gab es eine Schule im Dort, die 1830/33 durch einen Neubau ersetzt wurde. 1907/08 wurde das Schulhaus grundlegend umgebaut und 1956/57 sowie 1972 beträchtlich erweitert. Das 1856 erbaute Rathaus diente den Gemeindebehörden bis 1974 als Verwaltungssitz, ehe sie in das sogenannte Schloß, das ehemalige Rentarnt, übersiedelten, das 1865 vom Markgrafen Max von Baden erworben worden war.

Diese Einleitung zu 'Hilzingen in alten Ansichten' war nur möglich, weil uns Altbürgerrneister Kar! Riede, dem wir für seine Mitarbeit besonders danken möchten, seine hervorragenden Kenntnisse der örtlichen Zusammenhänge vermittelt hat.

Förderkreis Kunst und Kultur Hitzingen e. V.

Bei seiner Gründung im Jahre 1985 hat sich der 'Förderkreis Kunst und Kultur Hilzingen e.V.' zwei Ziele gesetzt:

- die heutige Kultur mit ihren mannigfaltigen Erscheinungsformen zu fördern und Anreize zur Auseinandersetzung mit ihr zu geben. Die im weiten Umkreis viel beachteten Kunstausstellungen an Kirchweih dienen dieser Intension;

- das vorhandene Kulturgut zu bewahren und es künftigen Generationen zu erhalten.

Diesern zweiten Ziel entspricht dieses Buch. Frau Elisabeth Schnaudigel, Herr Michael Greuter und Herr Erhard Stecker haben in dankenswerter Weise alte Bilder aus Ge-

meindearchiven und Privatleben ausgewählt, die die Jahrzehnte vor und nach der Jahrhundertwende dokumentieren. In Gesamt- und Einzelansichten wird der Wandel deutlich, der sich beim Ortsbild, bei einzelnen Gebäuden, aber auch bei alten Handwerksberufen und in der bäuerlichen Arbeitsweise zeigt, Auch Aufnahmen von früheren Ereignissen und Veranstaltungen wecken Erinnerungen und widerspiegeln den Charakter jener Zeit,

Die Zusammenstellung dieses 'Bilderbuches' verdanken wir vielen Mitbürgern, die ihre zur Verfügung gestellten Bilder oft mit Anekdoten ausschmückten. Unser besonderer Dank gilt Altbürgermeister Kar! Riede für seine sachkundige Mithilfe. Besonders unterstützt haben uns die Familien Dr. Basrai und Werner Gönner aus Hilzingen und die Familie Lorenz Maier aus Riedheim. Außerdem erhielten wir besondere Hilfe von den Familien Johanna Graf, Alfred Kaiser, Ferdinand Riede, alle aus Hilzingen; der Familie Kuno Graf aus Duchtlingen, den Familien Hugo Maier, Robert Kellmayer und Alfred Schwarz aus Weiterdingen, den Familien Adolf Sailer, Adolf Müller und August Zimmermann aus Binningen. In dankenswerter Weise stand uns auch das Stadtarchiv Singen und das Gemeindearchiv Rilzingen zur Verfügung.

Möge Ihnen dieser kleine geschichtlichte Rückblick in Bildern Freude bereiten und Sie zu weiterem Sammeln und Bewahren ermuntern!

Hans Zimmermann 1. Vorsitzender

Hilzingen

1. Eine der ältesten Ansichten vom Dorf Hilzingen: Von links ausgehend sieht man Gasthaus und Metzgerei 'Zum Kreuz', die heutige Hauptstraße mit ehemaligem Schloß bzw. Kloster (heute Rathaus), die Kirche und das 'Gasthaus und Brauerei zum Ochsen'. Hier wurde nach einem Großbrand um 1907, der mehrere Häuser zerstörte, im Jahr 1911 das Gasthaus 'Zum Scheffelhof' gebaut. Heute steht dort die Zweigstelle der Bezirkssparkasse Gottmadingen. Im Vordergrund sieht man den Dorfbrunnen, den heutigen Zwinghofplatz.

2. Sammelkarte von Hilzingen, hergestellt um die Jahrhundertwende. Das kleine Bild links zeigt das ehemalige Schloß mit dem Ehrenmal für die Soldaten des Krieges 1870/71, darunter die älteste bekannte Poststelle in Hilzingen. Im Medaillon ist die Handlung von August Metzger dargestellt - heute die Oberbadische Fitzfabrik in der Hauptstraße. Daneben sieht man das alte Rathaus und rechts außen die Hauptstraße mit dem Schloß und der Kirche.

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'" ,. 3. Diese Panoramakarte stammt aus der Zeit um 1910, als am Homboll noch Reben wuchsen. Sie zeigt Hilzingen mit der Alpenkette und wurde vom Homboll aus in Richtung Süden aufgenommen.

4. Postkarte von Hilzingen um 1908 - nach einem Gemälde von Maximilian Gönner (Hilzingen) mit der Burg Staufen, dem Hohentwiel, dem Bodensee und dem Plören. Das kleine Bild links zeigt die Handlung L. Metzger, die heutige Drogerie Osann in der Hauptstraße. Das rechte Bild zeigt das Gasthaus 'Zur Sonne', das heute noch nahezu unverändert steht.

Panorama von Hilzingen

ägdeberg

Hohenkrähen

Stauîen

Dietieshof

Hohentwiel

5. Eine Panoramakarte von Hilzingen mit Dietlishof und den Hegaubergen, nach einer Zeichnung von M. Gönner im Jahre 1911. Wie man sieht, war der Staufen damals noch unbewaldet, er wurde erst später aufgeforstet.

6. Dieses Luftbild zeigt Hilzingen im Jahre 1927.

7. Der Zeppelin über Hilzingen im Jahre 1927. Rechts am Fuß des Hohentwiel erkennt man das 1912 gegründete Hartsteinwerk und die Sandgrube.

8. Der Bahnhof von Hilzingen: Die Reisenden warten auf den ersten Zug am 21. November 1913.

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