Hüls in alten Ansichten

Hüls in alten Ansichten

Auteur
:   Paul Wietzorek
Gemeente
:   Hüls
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5672-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hüls in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Geschichtlicher Überblick

Der Name des heutigen Krefelder Stadtteils Hüls weist auf eine mit Stechpalmen oder Hülsdorn bewachsene Flur hin. Nach dieser Pflanze hat sich offensichtlich ein kölnisches Ministerialengeschlecht genannt, das im Gebiet des späteren Hüls ansässig wurde und seit dem 12. Jahrhundert urkundlich bezeugt ist. Die Herrlichkeit Hüls entwickelte sich zu einer kölnischen Unterherrschaft.

Die erste Burg der Herren von Hüls, die mit einer Kapelle für das Jahr 1144 gesichert ist, lag südöstlich der noch heute bestehenden zweiten Burg, die 1455 erbaut wurde, aber seit 1689 nur noch als Ruine existiert.

Die Herren von Hüls besaßen das Patronatsrecht der Pfarrkirche St. Cyriakus, die ursprünglich eine Tochterkirche der Kempener Mutterpfarre war, seit dem 15. Jahrhundert jedoch bereits als eigenständige Pfarrgemeinde erscheint.

Eine erste Kirche ist für Hüls im Jahr 1337 belegbar. Im 15. Jahrhundert erfolgten eine Erweiterung oder ein Neubau, deren Konsekration 1434 gefeiert werden konnte. Im 19. Jahrhundert war diese Kirche nicht nur zu klein, sondern auch baufällig geworden. Sie mußte abgetragen und durch einen großen Neubau ersetzt werden. Die Pläne lieferte der Baumeister Heinrich Wiethase, die Einweihung wurde am 10. Juni 1875 festlich begangen. Seitdem bildet die Pfarrkirche mit ihrem mächtigen Turmbau das Wahrzeichen von Hüls. Das Kirchspiel umfaßte neben dem Flecken Hüls Teile der ehemaligen kurkölnischen Honschaften und späteren Gemeinden Benrad und Orbroich.

In engster Beziehung zur Hülser Pfarrgeschichte standen die beiden um 1400 gegründeten Frauenklöster , das Kloster von der Verkündigung Mariä (Klausur, gegründet 1398) und das

Kloster St. Cäcilia (Konvent, kurz nach 1400 gegründet). Damals erfolgten bedeutende Wandlungen in der abendländischen Kirche: Humanismus, Mystik und die Bewegung der devotio moderna suchten die Eigenverantwortlichkeit der Christen für die Erlangung ihres Seelenheils zu stärken. Viele Menschen fanden sich zusammen, um gemeinsam die 'Nachfolge Christi' (Thomas von Kempen) zu verwirklichen. Die Hülser Klöster standen dieser Bewegung nahe. Sie wurden als Beginenhäusergegründet, die sich jedoch im 15. Jahrhundert dem 3. Orden der Franziskaner anschlossen (Tertiarierinnen). Die Klöster bestanden bis 1802, als mit der Säkularisation ihre Aufhebung angeordnet wurde.

Die Herren von Hüls waren ständig um einen Ausbau ihrer Herrschaft und um eine Erweiterung ihrer Rechte bemüht. Bis zum 15. Jahrhundert erlangten sie die niedere und teilweise auch die hohe Gerichtsbarkeit, die zwischen 1498 und 1574 sogar völlig an die Herren von Hüls verpfändet war.

Als 1565 die letzte Herrin von Hüls, Katharina, und auch ihr Universalerbe, Valenus von Geldern, ohne weitere Erben starben, wurde die Herrschaft nach langem Rechtsstreit in neunzehn Anteile zersplittert und an die Verwandtschaft vergeben. Rentmeister übernahmen fortan die Verwaltung der Güter. Im Jahr 1583 war Hüls bereits befestigt worden. Wälle, Mauern und vier Tore folgten ab 1630, offenbareine unerläßliche Maßnahme in überaus kriegerischen Zeiten. Die Einwohner waren Handwerker und Ackerbürger, seit dem 17. Jahrhundert kamen Töpfer und Pannenbäcker hinzu, sowie Leinen-, Woll- und Seidenweber und außerdem noch zahlreiche Schnapsbrenner .

Eine großenteils eigenständige Geschichte erlebte der nördliche Hülser Ortsteil, bekannt als 'Moersische Straße', mit ei-

gener Befestigung und eigener Verwaltung. Matthias von Hüls (gestorben im Jahre 1412) hatte 1363 nach der Teilung der Herrschaft seinen Anteil dem Grafen von Moers übertragen. Ein 1491 vereinbartes Rückkaufrecht für die Herren von Hüls wurde nicht genutzt. Im Jahr 1600 fiel dieser Ortsteil mit Moers an die Oranier, 1702 an Preußen.

Im Bereich der Moersischen Straße lebten Katholiken, Juden, Täufer, Reformierte und Baptisten friedlich nebeneinander. Vielfach handelte es sich um G!aubensflüchtlinge, zum Beispiel aus Rheydt, Gladbach, Süchteln oder Kempen.

Nach dem Einfall der Franzosen 1794 wurden die Hülser Ortsteile und die Honschaft Benrad zur Bürgermeisterei Hüls im Kanton Kempen zusammengeschlossen. Sie wurde 1816 nach der Vertreibung der Franzosen dem Kreis Kempen (später Kreis Kempen-Krefeld) zugeteilt.

Um diese Zeit lebten etwa 1 500 Menschen in Hü!s. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts stieg die Bevölkerung auf annähernd 8000 Personen, die von Ackerbau, Handwerk und Gewerbe, vor allem aber von der Hausweberei lebten. Um 1880 fanden sich in 1 366 Haushaltungen noch rund 1 300 Samt- und 200 Seidenhandwebstühle. Die Einführung der mechanischen Webstühle wirkte sich verheerend aus, so daß zwanzig Jahre später nur noch etwa 450 Hausweber vorhanden waren, die Iediglich teilweise Beschäftigung fanden. Etwa 400 Weber konnten in mechanischen Webereien in Hüls unterkommen, die meisten ehemaligen Hausweber jedoch mußten ihren Lebensunterhalt in Krefelder Fabriken verdienen.

Die ehemalige Honschaft und spätere Gemeinde Benrad wurde 1929 zwischen Hüls und Krefeld aufgeteilt. Am 1. Januar 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hüls nach Kempen eingemeindet. Seit dem 1. Januar 1975 gehört

Hüls zu Krefeld.

Anmerkungen zur Bildauswahl

Die Auswahl der im vorliegenden Band zusammengestellten Aufnahmen, die zwischen fünfzig und einhundert Jahre alt sind, mußte sich natürlich nach dem zur Verfügung stehenden Material richten. Ihr Alter macht sie zu zeitgeschichtlichen Dokumenten, die einerseits Vergangenheit festhalten, aber auch Wandel und Vergehen im Verlauf nur weniger Jahrzehnte aufzeigen.

Fotografien sind unverzichtbare Quellen, die in den älteren Generationen unmittelbar und anschaulich Erinnerungen wecken und in besonderer Weise Geschichte an die nachfolgenden Generationen vermitteln. Fotografien leisten daher einen wesentlichen Beitrag, das Werden der Gegenwart als lebendigen Prozeß aus der Vergangenheit zu begreifen. Sie bringen den Menschen ihre Heimat nahe, verweisen auf bekannte Persönlichkeiten, auf Alltagsleben, Brauchtum, Mode und anderes mehr.

Bilder sind durchaus eigenständige Geschichtsquellen. Daher sprechen sie aus sich selbst, fordern zu eigenem Sehen und Verstehen auf. Gezielte Informationen unterstützen zusätzlich ihren Aussagewert. Bilder dienen als Illustration wie als Informationsträger und besitzen daher einen beträchtlichen Bildungswert.

So läßt sich feststellen: Aus den Bildern von Menschen und Ereignissen, aus den Aufnahmen von Straßenzügen und Gebäuden erwächst ein vielgestaltiges Beziehungsgeflecht, das Geschichte als persönliches Erleben von Wirken und Werken der Menschen anschaulich macht.

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1. Der Kartenausschnitt 'Hülserberg mit Umgebung' zeigt markante Einzelheiten zur Landschaftsund Siedlungsentwicklung im Gebiet um den Hülser Berg. Hinzuweisen ist beispielsweise auf das Wegenetz im Hülser Bruch; auf die Trasse der Krefelder Eisenbahn, die von Krefeld bis Moers führte; auf die Gebäude der Husarenkaserne mit Proviantamt, Lazarett und Offizierskasino. (Bild um 1910.)

2. Gustav Kother warb vor hundert Jahren (1897) mit dieser Karte für sein am Markt gelegenes Hotel, den heutigen Gasthof 'Zur Rose'. Auf Veranda und Marktplatz ging es offensichtlich noch beschaulich zu irn Zeitalter der Pferdefuhrwerke. Daß auch der 1887 erbaute Aussichtsturm auf dem Hülser Berg erscheint, deutet auf den Stolz über diese technische Errungenschaft hin. Die 'Rose' mit ihrer auffallenden Laubenarkade ist die älteste Hü!ser Gast-, Speise- und Schenkwirtschaft.

3. Der 'Gruss aus Hüls' (1897) bringt ein sehr phantasievoll gezeichnetes Panorama des Ortes. Beherrschend wirkt die katholische Pfarrkirche St. Cyriakus, vor der die Konventkirche mit ihrem barocken Türmchen zu entdecken ist.

4. Gesamtansicht von Hüls um 1930. Der Bliek schweift vom Gaswerk zur Pfarrkirche, die das Ortsbild bestimmt. Links vom Turm ist die Konventkirche zu erkennen.

5. Bemerkenswert an dieser frühen Postkarte (1898) ist die Ansicht der Krefelder Straße mit der Speisewirtschaft von Th. Beekers, weil die alte Dampfstraßenbahn zu sehen ist. Eine kleine Lokomotive zog damals zwei Personenwagen. Am 9. Dezember 1882 erteilte die Provinzialverwaltung die Genehmigung zum Bau einer Straßenbahn von Krefeld nach Hüls. Die polizeiliche Abnahme der Neubaustrecke erfolgte am 24. Juli 1883. Per Dampf gelangte man bis zum Oranierring in Krefeld, durch die Stadt selbst ging es weiter mit Pferdekraft.

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6. Der Bliek um 1910 in die Krefelder Straße zeigt die Endhaltestelle der Straßenbahn, die seit 1901 elektrisch betrieben wurde. Links ist der Gasthof Horsten zu sehen.

7. Die Hülser waren (und sind) ein feierfreudiges und trinkfestes Völkchen, jedenfalls gemessen an der Vielzahl von Wirtshäusern im Ort. Ein Beispiel unter vielen war die Restauration Zur Traube von Wilhelm Horsten an der Krefelder Straße, die hier mit Gaststube und Veranda 1919 zu sehen ist.

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8. Franz Gottfried Schoepp hatte am 28. Dezember 1820 in seinem Elternhaus in der damaligen Hochstraße 5 (heute Konventstraße) die Apotheke 'Zum Hirsche' eröffnet. Um 1839 erfolgte der Umzug zur Krefelder Straße 365 (später 43) in das um 1910 im Bild wiedergegebene Haus. 1904 übernahm Joharm Wilhelm Oediger die 'Löwenapotheke'; so hieB sie inzwischen. Er kaufte das benachbarte Haus Nr. 44 der jüdischen Geschwister Voß (im Foto vor dem Hauseingang), ließ beide Häuser abbrechen und einen Neubau erstellen. Die 'Löwenapotheke' besteht noch heute, inzwischen an der Krefelder Straße 53.

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