Hünfeld in alten Ansichten

Hünfeld in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Helmer und Matthias Drinnenberg
Gemeente
:   Hünfeld
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2092-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hünfeld in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der Zweite Weltkrieg mit seinen verheerenden Zetstörungen und die Aufbaujahre danach sind heute schon der Geschichte zuzurechnen. Wohl kaum eine geschichtliche Periode hat die deutschen Städte und Gemeinden so verändert, wie dieser Krieg.

Dabei ist heute kritisch zu fragen, was wohl das Bild unserer Städte mehr verändert hat, der Krieg oder der Wiederaufbau, bei dem vieles von dem noch Erhaltenen zerstört wurde.

Hünfeld wurde während des letzten großen Krieges nur wenig in Mitleidenschaft gezogen. Somit waren die Aufbaujahre anders geprägt, als in Städten, die der Zerstörung anheimfielen. Durch starken Zuzug, vor allem von Flüchtlingen aus den ehemaligen Ostgebieten, wuchs die Kernstadt Hünfeld auf über das Dreifache gegenüber der Einwohnerzahl von vor dem Krieg an. Die Aufbauleistung lag daher in erster Linie

im Schaffen von Neubaugebieten mit Wohn-, Gewerbe- und Industrieraum.

Ein anderes Ereignis hat die Kernstadt von Hünfeld und ihr Gesicht wesentlicher verändert: der große Brand im Jahre 1888 vernichtete zwei Drittel der damals bestehenden Bausubstanz. Dieses singuläre Ereignis, welches noch heute im Bewußtsein vieler Bürger vorhanden ist, auch jener, die ihn bewußt nicht mehr erlebt haben, aber durch Erzählungen von seinen Folgen Kermtnis haben, hat das Bild der Stadt, so wie es sich heute darstellt, wesentlich geprägt. Über das Ausmaß dieser Katastrophe gibt dieser Bildband auch eindrucksvoll Zeugnis. Der Wiederaufbau nach dem Brande vollzog sich auf der Grundlage einer neuen Stadtplanung. Dabei wurden für die damalige Zeit bemerkenswert moderne Grundsätze verfolgt. Wer heute die Innenstadt von Hünfeld, von Hersfeld kommend,

betritt, dem fällt zunächst auf, daß der gesamte Bereich der Kernstadt einer sehr klaren Gliederung folgt. Viel Fachwerk sieht der Besucher von Hünfeld nicht. Das Straßenbild wird weitgehend bestimmt durch Häuser im Stile der Gründerzeit mit gelegentlichen Elementen des Jugendstils.

Vielfach sind gerade in den letzten Jahren diese Fassaden erneuert und liebevoll restauriert worden. Vielleicht kann dieser Bildband ein wenig Hilfestellung leisten, wenn im Zuge der Neugestaltung der Innenstadt Lösungen gesucht werden. Manch früheres, heute nicht mehr vorhandenes Bild eines Straßenzuges oder Platzes war, wie alte Aufnahmen zeigen. großzügiger und anheimelnder, als wir es heute kennen.

Neben Fotos solcher Straßenzüge, Plätze und Häuser wurde besonderer Wert auf Aufnahmen von Personen-

gruppen gelegt, seien es Vereins- oder Familienfotos. Gerade die Vereinsbilder zeigen, wie groß in vielen Fällen doch die Kontinuität von damals bis heute ist. Und gelegentlich wird jetzt wieder an ein Brauchtum angeknüpft, welches über Jahre oder gar Jahrzehnte fast vergessen schien.

So mag dieser Bildband nicht nur die Erinnerung bemühen, zweifellos eines seiner Hauptanliegen. Vielleicht ist er aber auch Hilfe für manchen, der sich um die Fortführung gewachsenen Brauchtums und seiner Pflege sorgt.

Ohne die Hilfe all' jener, die zu Hause in Kisten, Kasten und Alben gesucht haben, um das Bildmaterial zur Verfügung stellen zu können, wäre die Herausgabe dieses Bildbandes nicht möglich gewesen. Dafür sei herzlichst Dank gesagt.

1. Aus der Geschichte der Hünfelder Rathäuser: An der alten Hauptstraße, die früher Teil der FrankfurtLeipziger-Straße (Heerstraße) gewesen ist, befand sich der Marktplatz, auch 'Rörner' genannt. Hier stand von 1503 bis 1825 das alte Rathaus mit dem Rathansbrunnen. Dieses alte Rathaus wurde 1825 baufällig abgebrochen. Nach dem Abbruch war die Stadt infolge der großen Nachkriegsarmut nicht in der Lage, ein neues Rathaus zu bauen. Sie erwarb deshalb 1826 das freigewordene Haus des Kanonikers Baymer in der Lindenstraße und baute elf Jahre später (1837) an dessen Stelle ein neues, einfaches Haus, das bis zum Brand von 1888 die Stadtzentrale bildete.

2. Nach dem großen Brand von 1888 wurde an der Mündung der Mittel- und Hauptstraße das neue Rathaus errichtet, das zu seiner Zeit aus den schnell und teilweise stillos errichteten nüchternen Wohn- und Geschäftshäusern bemerkenswert hervorragte (siehe Buchumschlagfoto).Die .vorliegende Aufnahme zeigt das alte Rathaus nach Verputz des Backsteinfachwerkbaues. Nachdem das heutige Rathaus gebaut worden war, nahm dieses Gebäude die Lateinschule bis zum Zweiten Weltkrieg auf. Spater diente es als Unterkunft für gewerbliche Unternehmen, als Volksbücherei und für Abteilungen der städtischen Verwaltung. 1m Zuge des Neubaus des Landratsamtes wurde Parkraum benötigt. Das alte Rathaus in der ehemaligen Lindenstraße, heute Robert-Schuman-Straße, fiel dem zum Opfer.

3. Auf einem der ältesten bekarmten Foto Hunfelder Bürger sind namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus dem Jahre 1867 abgebildet. Es handelt sich hierbei um den Forstinspektor Groseh, den Gastwirt Franz Huneek, Konrad Huneek, einen Steuerrevisor Werschke aus Kassel, Forstamtsrat Genseh, Ingenieur Dietmar, Landmesser Siebert, Bürgermeister Comitti, Franz-Carl Aha und, als einziges weibliches Wesen, Anna Malkmus. Viele dieser Persönlichkeiten sind der Hünfelder Bevölkerung durch das Jubiläumsspiel von Josef Magnus Wehner, 'Revolutionär aus Liebe' (das Leben Joharm Adam Försters), noch plastisch in Erinnerung.

4. Die evangelische Kirche in ihrem ursprünglichen Zustand im Jahre 1857. Im April desselben Jahres wurde das Chorhaus der Gemeinde zu Kirchen- und Schulzwecken überlassen. Am 4. Advent 1857 wurde die Kirche geweiht. Von der ehemaligen Stiftskirche, die erstmals im Jahre 1250 erwähnt wurde, standen bei Gründung der evangelischen Gemeinde nur noch Chor und südlicher Kreuzarm. In den Kriegszeiten seit 1803 war die Stiftskirche in ein Magazin verwandelt worden. 1816 wurde sie von der Landkrankenhauskommission öffentlich versteigert. Nach mehrfachem Eigentumswechselließ der Kontrolleur Rühl die schadhaften Teile, das ganze Langhaus und den nördlichen Kreuzarm abbrechen und verkaufte die Steine als Baumaterial. Rühl richtete den stehengebliebenen südlichen Kreuzarm zu einer Wohnung ein und benutzte das Chor als Stallung und Scheuer. 1850 wurde das Anwesen an den Staat verkauft, Links neben der Kirche das ehemalige alte Pfarrhaus, rechts daneben das Gasthaus 'Zurn grünen Baurn', im Zustande vor dem grofsen Brand.

5. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1869. Im Vordergrund einer der zahlreichen Brunnen, die in der Innenstadt die damalige Wasserversorgung der Bevölkerung sicherstellten. Das Giebelhaus in der Mitte des Bildes beherbergt heute das Uhrmachergeschäft Drinnenberg. Links daneben der Zugang zum Kirchplatz. Die Spitze des Kirchturms ist in der linken oberen Bildhä1fte deutlich zu erkennen. Noch heute weisen sogenannte Spitznamen auf den Zustand hin, der durch dieses Bild deutlich vor Augen geführt wird, nämlich das Lagern von Brennholz vor der Tür. Der Platz, aufwelchem sich der Brunnen befand, existiert nicht mehr. Ehemals war dies der sogenannte 'Römer', Das Haus im Hintergrund des Brunnens ist das heutige Haus Lehmer am Beginn der Töpferstraße.

6. In der Mitte des Bildes befindet sich das auch heute noch an gleicher Stelle stehende Geschäftshaus Siebert, das ehedem dem Schlosser Adalbert Siebert gehörte, der schon damals eine Eisenwarenhandlung führte. Es bestanden in diesem Haus zwei Mietwohnungen. Insgesamt waren 13 Hausbewohner registriert. Das am rechten Bildrand erkennbare Eckhaus Nr. lOl gehörte dem Handelsmann Julius Katz. Es wurde im Zuge der Neufestlegung der Fluchtlinie nach dem großen Brand beseitigt, An dieser Stelle befindet sich heute der Rathausvorplatz. Die 'Hintergasse' ist im wesentlichen die heutige Mittelstraße, indessen deutlich verbreitert.

7. Das Haus des Kaufmanns August Vogt befand sich vor dem Brand von 1888 an der Einmündung Frankfurt-Leipziger-Straße-Hauptstraße-Hintergasse. Im Zuge des Grundstücktausches nach dem Brand von 1888 erwarb der Kaufmann Vogt ein neues Grundstück. An der heutigen Stelle, am Konrad-Adenauer-Platz, wird das Ladengeschäft von der Familie Vogt bis in unsere Zeit weitergeführt.

8. Die Aufnahme zeigt von links die Wirtschaft Eduard Malkmus, daneben die Apotheke Comitti. An der rechten Bildseite das Gasthaus 'Zum goldenen Adler', Inhaber Emil Hodes. Der 'Goldene Adler' wurde nach dem Brand von 1888 vor das Fuldaer Tor verlegt. Hünfeld war reich an Gasthäusern, dank der Lage an der Hauptverkehrsstraße des Reichs,

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