Hünfelden in alten Ansichten

Hünfelden in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt Nigratschka
Gemeente
:   Hünfelden
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2280-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hünfelden in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das Gebiet zwischen dern Mensfeldener- und Nauheimerkopf im Norden und dem Schanzenkopf im Süden, zwischen der Autobahn Frankfurt-Köln im Osten und dem Höhenzug östlich der Aar im Westen, also dem heutigen Hünfelden mit den Ortsteilen Kirberg, Dauborn, Heringen, Neesbach, Mensfelden, Nauheim und Ohren, ist uraltes Siedlungs- und Kulturland. Die ältesten Spuren menschlichen Daseins sind Stein- und Knochenwerkzeuge aus der Altsteinzeit, die am Fuße des Nauheimer Kopfes gefunden wurden. Ansiedlungen des Volkes der Bandkeramiker aus der jüngeren Steinzeit sind in Dauborn, Heringen, Mensfelden, Neesbach und Kirberg nachgewiesen und ein Friedhof der Urnenfelderkultur in Dauborn zeugt von der Besiedelung in der Bronzezeit. Die zahlreichen Hügelgräber in den Wäldern bei Kirberg und Ohren stammen aus der Zeit um 800 vor Christus, dem Beginn der Eisenzeit.

Kelten, Germanen und Römer durchstreiften dieses Gebiet und hinterließen ringsum Belege ihrer Anwesenheit. Nach der Völkerwanderung, etwa im 7. Jahrhundert nach Christus, nahmen die Franken das Land in Besitz und gründeten zum Teil noch heute bestehende Ansiedlungen. Friedhöfe bei Neesbach und Dauborn lassen vermuten, daß diese Orte bereits in jener Zeit bestanden. Auch eine Anzahl von Sied-

lungen mit der Namensendung 'heim' entstand damals, so Bechtheim, Nauheim und Bubenheim. Meist ist es Zufall, wenn der Name einer längst bestehenden Siedlung zum ersten Mal in einer Urkunde genannt wird. So auch die Namen der Ortsteile von Hünfelden. Fast ausnahmslos erscheinen sie in der Zeit von 775 bis 790 bei den großzügigen Schenkungen Karl des Großen an die damaligen Klöster. So Mensfelden und Bubenheim, welches später in Kirberg aufging, in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Hersfeld, Heringen und Dauborn in einer Urkunde der Abtei Prüm, Nauheim in Aufzeichnungen des Klosters Lorch und Neesbach bei Fulda. Allein der Ort Kirchdorf wird erstmals 1217 und Ohren 1301 genannt. Zu einem erstmaligen verwaltungsmäßigen Zusammenschluß in diesem Gebiet kam es, als 1355 Graf Gerhard von Diez die Hälfte seiner Landeshoheit an Graf Johann von Nassau-Merenberg abtreten mußte. In der Vereinbarung hierüber heißt es wörtlich: ... daz er uns und unß erbn umb liebe fruntschaff und mageschaff gegebin hait Kirchdorf, Bubinheim, Syndirsbach, aren, nuheym, nestebach und die zwey Heringen glichhalb und waz dar zu gehöret als her nach geschrobin steit Ewerliche zu behalden und zu besizzen ...

Damit war für die künftige territoriale Gestaltung der

Gemeinschaft und des Amtes Kirberg der Grund gelegt. Der Zusammenschluß in dieser Form bestand ununterbrochen bis zur Auflösung des Amtes im Herzogturn Nassau. Wenn auch Dauborn und Mensfelden nicht unmittelbar der Verwaltung dieser Gemeinschaft unterstanden, waren doch immer nachbarschaftliche Beziehungen vorhanden. Mensfelden hatte zu einem Sechstel die gleiche Herrschaft wie halb Kirberg: Nassau-Oranien. Darüber hinaus gehörte zu dieser Pfarrgemeinde der Ort Heringen aus dem Amt Kirberg und Sifrid von Rheinberg ließ seine Besitzungen in Mensfelden 1368 in den Burgfrieden von Kirberg aufnehmen. Auch Dauborn unterstand Nassau-Oranien .. Seine Einwohner und denen von Enfingen gaben im Dreißigjährigen Krieg die Mauern des Fleckens Kirberg Schutz vor Übergriffen durchziehender und plündernder Truppen. Bei der Neuordnung des Herzogtums Nassau von 1808 bis 1816 kamen die Orte Dauborn und Mensfelden mit zum Oberamt Kirberg. Es bestand also schon damals für kurze Zeit eine annähernd ähnliche Gemeinschaft wie heute. Durch den freiwilligen Zusammenschluß der Orte Dauborn, Heringen, Kirberg, Mensfelden, Nauheim, Neesbach und Ohren am 1. Oktober 1971 zur Gemeinde Hünfelden wurde diese Gemeinschaft wieder erneuert, nicht durch behördlichen Erlaß, sondern aus histori-

schen, geographischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten, wie sie zum Teil schon Jahrhunderte vorher bestanden.

Doch die Zeit bleibt nicht stehen. Durch die Ansiedlung von Heimatvertriebener und Neubürger sind die Dörfer gewachsen. Ein Strukturwandel hat stattgefunden. Während früher die Mehrzahl der Bewohner ihren Lebensunterhalt in der heimisehen Landwirtschaft und im Handwerk gefunden hatten, müssen heute immer mehr Berufstätige als Pendler im nahen Rhein-Main-Gebiet und anderswo ihren Broterwerb nachgehen. Das Dorf ist nicht mehr Arbeits- und Wohnort sondern für viele nur noch Schlaf- und Freizeitstätte.

Dieses Büchlein soll daher Erinnerungen an längst vergangene, unwiederbringliche Zeiten wachhalten. Es soll Straßen, Häuser, Anlagen zeigen, die der Neuzeit weichen mußten und es soll aufzeigen, wie es in den einzelnen Ortsteilen zu 'Großvaters Zeiten' aussah und wie man damals lebte. Bei der Lösung dieser Aufgabe haben mit Bilder und Textanregungen mitgearbeitet Herr Klaus Dönges, Frau Elfriede Götz, Herr Werner Großmann, Herr Wilhelm Lieber, Frau Ilse Moldenhauer und Herr Rudolf Wagner. Ihnen sei an dieser Stelle für ihre Hilfe recht herzlich gedankt.

1. Man schrieb das Jahr 1900. Ein neues Jahrhundert hatte seinen Einzug gehalten als die Familie Koch diesen Gruß aus Kirberg in die Welt sandte. Den Empfänger kennen wir nicht mehr, die Karte aber, die von der Druckerei Rud. Bechtold & Co. aus Wiesbaden hergestellt wurde, zeigt uns interessante Einzelheiten von dem damaligen Kirberg. Neben der Gesamtansicht und der evangelischen Kirche mit Steins Hof sehen wir die Apotheke neben Kirchplatz und Langgasse, die damalige Post in der Langgasse und das Gasthaus 'Zur Burg' 'an der Brücke', wie man damals die Straßenkreuzung nannte.

2. Die älteste fotografische Ansicht von Kirberg stammt aus den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Sie zeigt noch den Kirchturm bevor sein Helm am 18. März 1897 durch einen Wirbelsturm in die Tiefe gerissen wurde. Hierbei kamen das Dach der Kirche sowie viele Häuser zu Schaden. Der Orkan war so stark, daß, wie ein Augenzeuge in seinen Aufzeichnungen berichtet, der 'Wagner Lieber mit Pferd und Karren von der Schosse in die Bach geworfen' wurde, Der Schaden, den das Unwetter anrichtete, wurde auf 50 000 Mark geschätzt und die Gemeinde sah sich gezwungen einen Aufruf zum Spenden für die Minderbemittelten an die Öffentlichkeit zu richten.

3. Ein unübersehbares Wahrzeichen von Kirberg ist der aus fast ebenem Wiesengrund schroff aufragende Schalsteinfelsen mit den Resten einer Burganlage. Bereits 1790 wurde diese Burg wegen Baufälligkeit und wegen Unbewohnbarkeit zum Abbruch freigegeben. Ende letzten Jahrhunderts fiel der Felsen selbst dem Haus- und Straßenbau als billiges Baumaterial zum Opfer. Auf dem Bild des Abbaues aus jener Zeit sieht man noch deutlich die den südlichen Teil des Burgplatzes abschließende Mauer, von der heute nur noch der Ansatz am Burgtor zu erkennen ist,

4. Eine auffallende Besonderheit im Ortsbild von Kirberg sind die großen Adelshöfe, welche Sitze der Burgmannen der beiden Landesherren waren. Im Laufe der Geschichte wurden einige von ihnen infolge Erbteilung in zwei Anwesen getrennt. So das Haus des Amtmannes Kayser (oberes Bild). Oder der darunter abgebildete Riedtsche Hof, der berelts Ende des 16. Jahrhunderts zwei Besitzer bekam. Interessant für den heutigen Betrachter ist wie sich die Umgebung dieser Adelshöfe mit den Jahren geändert hat. Scheunen, Ställe und Schuppen wurden abgerissen um Platz für Wohn- und Geschäftshäuser zu schaffen.

5. Der wohl augenfälligste Adelshof in Kirberg ist der 'Steinsche Hof'. Der älteste Teil seiner Bausubstanz stammt aus dem Jahre 1481 als er von dem Adelsgeschlecht derer von Reifenberg erbaut wurde. Durch Erbfolge gelangte er in Steinschen Besitz. Hier entstanden dann in den Jahren seit 1786 die ersten Ideen des Reichsfreiherren vom und zum Stein zur Abschaffung der Fronarbeit und der Leibeigenschaft. 1895 wechselte er in den Besitz von Karl Wilhelm Hofmann. Das Bild zeigt das Haus wie es war, bevor sein jetziger Besitzer es vom Verputz befreite und mit vier Ecktürmen versah.

6. Der in Kirberg unter dem Hausnamen 'Bornrnenges' bekannte Hof kann zurückverfolgt werden bis auf das heimische Adelsgeschlecht der Spechte von Bubenheim. Diese Familie blieb nach der Reformation weiterhin bei ihrem katholischen Glauben und bekam deshalb später die Erlaubnis für sich und ihre katholischen Hofleute in einem Zimmer des Hauses Privatgottesdienst abzuhalten. In den Jahren der Säkularisation spielte der damalige Verwalter dieses Hofgutes, Lotharius Seebold, den inzwischen stark verschuldeten Komplex unter Preis der nassauisohen Domänenverwaltung zu. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts gelangte das Anwesen in den Besitz der Familie Crecelius,

7. Eine bewegte Geschichte hat das hier abgebildete Haus. 1711 erbaut, gelangte es nacheinander in den Besitz derer von Weifel, von Rat Rühle von Lilienstem und der von Harling bis es 1799 der Diezer Kaufmann Heek erwarb. In jener Zeit bekam es den Namen 'Hecken-Haus', Die Erben wiederum verkauften es für 3000 Gulden an Christian Wilhelm Großmann. In Erbfolge wurde es dann geteilt, was zu dem Kuriosum führte, daß zwei nebeneinander liegende Haustüren in einunddenselben Hausflur führten. Heute, bekannt als 'altes Rathaus', ist es im Besitz der Gemeinde, die sein schönes Fachwerk freilegen ließ und es den Ortsvereinen zur Nutzung übergab,

8. Daß in Kirberg nicht nur große Adels- und Bauernhöfe standen, zeigt dieses Bild. Solche kleinen Häuser hatten oftmals nur eine Wohnküche im Untergeschoß und darüber einen Schlafraum mit einer Kammer. Hier lebten nicht selten drei Generationen gleichzeitig. Ein Hofraum fehlte manchmal gänzlich oder er mußte mit anderen Anrainern geteilt werden. Da sie den heutigen Wohnansp!Üchen nicht mehr gerecht wurden, sind sie inzwischen aus dem Ortsbild verschwunden. Dieses Haus stand in der Bubenheimer Straße unterhalb der heutigen Druckerei Pauli.

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