Hochheim am Main in alten Ansichten

Hochheim am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Michael Hartmann
Gemeente
:   Hochheim am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1695-4
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hochheim am Main in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Weinstadt Hochheim hat eine große Vergangenheit. Ihre Lage auf der Linie alter West-Ost-Verbindungen, die man gerade auch im Altertum als gegeben sehen muss, hat trotz allem wenig Spuren hinterlassen, sieht man von den Funden ab, die in der Gemarkung ans Tageslicht kamen und die, dank der rastlosen und durch tiefgründige Sachkenntnis untermauerten Tätigkeit eines Amateurarchäologen der Nachwelt erhalten und im Otto Schwabe-Museum ihren vorläufigen Platz erhalten haben. Die Funde aus der Steinzeit: Schuhleistenkeile, Steinbeile, Pfeil- und Speerspitzen, Netzflicker aus Hirschhorn sind sichergestellt und aus der Keltenzeit brilliert der sogenannte Keltenspiegel, ein Fund aus einem Fürstengrab, das - leider - schon früh gestört, vielleicht auch von Grabräubern geschändet wurde und erst 1932 durch die Aufmerksamkeit eines Winzers unter den anspornenden Empfehlungen von Arntsgerichtsrat Schwabe gerettet werden konnte. Dieses Glanzstück unseres Museums wurde letzhin durch die umfassenden Untersuchungen eines Fachgelehrten des Wiesbadener Museums ins rechte Licht gerückt. Ansonsten lebten Hochheim und seine Bürger in der Vergangenheit - vom Wein! Wie könnte es anders sein? In dieser, von der Natur bevorzugten Gegend unseres Vaterlandes wächst von je her ein guter Tropfen des edlen Rebensaftes. Nicht umsonst hat Hochheim den Ruf, das 'Tor zum Rheingau' zu sein. Innerhalb des berühmten Rheingaues hat es seinen besonderen Platz. Im Mittelalter hatte es mit seiner Gabelung eine dominierende Stellung bei der Preisgestaltung jedes Jahr, und bei den damaligen Ver-

kehrsverhältnissen konnte, da der Verkehr sich viel mehr als heute vorwiegend auf dem Wasser abspielte, keine Weinsendung nach Ost oder West, also auf Main und Rhein passieren, wenn sie nicht von der WeinKommission in Hochheim im Herbst abgesegnet war. Einen weiteren Beweis für die Bedeutung Hochheims gibt die englische Bezeichnung mit dem Wort 'Hock' für den deutschen Rheinwein überhaupt.

Hochheim hat auf seinem weinumrankten Hügel am rechten Ufer des Mains, etwa 35 m über diesem und 123,75 über dem Meeresspiegel eine Lage, wie sie sich schöner kaum denken läßt. Der Ausblick vor allem von einem Punkt hinter der katholischen Kirche ist, klare Witterung vorausgesetzt, großartig. Im Norden ist Hochheim vom Taunus begrenzt, nach Ost und Südost reicht der Bliek bis nach Darmstadt. Weiter südöstlich reiht sich die Bergstraße an, im Hintergrund vom 'Melibokus' überragt. Im Süden erblickt man Oppenheim mit Katharinenkirche und Landskrone. Nicht weit südwestwärts schlängelt sich der Rhein gleich einem Silberband und eilt nach der Aufnahme des Maines unweit Hochheims dem Rheingau zu, den man westwärts bis zu den Ausläufern des Taunus unbeschränkt übersieht.

Erstmals wird der Ort in Verbindung mit der heiligen Bilhildis erwähnt, der Tochter eines in Hochheim ansässigen Adeligen, die, als Christin, sich mit dem heidnischen Herzog der Ostfranken - Hetan - vermählte, aber, nachdem Hetan in einer Schlacht in Frankreich gefallen war, wieder in das Elternhaus zurückkehrte und 635 in Mainz das Kloster Altmünster gründete. Diese Legende, ist nicht unbestrit-

ten und die Meinung hierüber, daß Veitshöchheim bei Würzburg als Geburtsort Bilhildis zu gelten habe, hat einiges für sich. Aber in den 'Beiträgen zur Mainzer Geschichte' hält deren Autor Schunk dem entgegen, daß es der später heiliggesprochenen unmöglich gewesen wäre, den vierundzwanzig Meilen langen Weg von Veitshöchheim nach Mainz in einer Nacht zurückzulegen, wie es eben diese Legende berichtet. Probleme also, die oft nicht geklärt werden können.

Aber sicher und durch Urkunden belegt ist, daß im Juli des Jahres 755 der feierliche Zug mit den Überresten des am 5. Juni bei Dokkum erschlagenen, am 4. Juli in Mainz eingebrachten Erzbischofs Bonifatius (oder auch Winfried, des Apostels der Deutschen) auf dem Weg zu seiner letzten Ruhestätte, dem von ihm im Jahre 744 gegründeten Kloster Fulda, in Hochheim den ersten Halt machte.

Nun fehlen für ein halbes Jahrtausend alle Nachrichten über den Ort Hochheim. Erst im 13. Jahrhundert geschieht seiner als im Besitz des Cölner Domkapitels wieder Erwähnung, Im Jahre 1239 verpachtete Cöln seinen Hochheimer Hof und Zehnten an den Domcanonikus Hartmann von Liebesberg, 1273 veräußerte es dann den Hof mit Consens des Erzbischofs Engelbert von Cöln für 1 150 aachener Mark an das Domkapitel in Mainz und 1276 quittierte es für den Empfang des Kaufschillings 'für Dorf mit Hof', samt Leuten, Rechten und so weiter.

Hochheim gehörte also seit dieser Zeit nach Mainz und bildete mit dem bereits 1270 von der Grafschaft Eppstein für 1 050 Mark erworbenen Dorf Flörsheim, zu denen noch das 1579 von Hessen akquirirte

Astheim kam, das domkapitelische Amt Hochheim. Die zum Teil verwiekelten Besitzansprüche- und Rechte aus diesen Zeiten anzuführen im Einzelnen, verbieten hier Platz und Zweck der Abhandlung. Nachzutragen wäre aber, daß in der Reformationszeit und mit ihr das Jahr 1525, in welchem der Bauernstand die ihn bedrückenden Zustände gewaltsam zu ändern versuchte, man auch in Hochheim die Zeit gekommen glaubte, die günstige Gelegenheit zur Erstrebung von Erleichterungen und eine gewaltsame Änderung herbeiführen zu können. Gefordert wurden damals von den Petenten, wie alte Dokumente bezeugen: Verminderung der Wein- und Fruchtzehnten, vollständige Abschaffung des sogenannten kleinen Zehnten (Ablieferung von Lämrnern, Schweinen, Hühnern, Gänsen), eine gleichrnäßigere Besteuerungs (Bed)-Auflage und anderer Bürden. Wie die Antwort auf diese Eingabe ausfiel, wissen wir leider nicht. Aber das wissen wir, daß darnach die Abgaben erhöht, die zinspflichtigen Güter verfielen, wenn die Zinsen nicht nach vier Wochen bezahlt wurden und erst der dreißigjährige Krieg machte diesen neuen Bedrückungen ein Ende.

Man kann vieles verstehen, wenn man weiß, daß im ganzen Mittelalter die 'Forensen' und die Klöster, das waren die damals Begüterten, und zu denen gehörte kein kleiner Bauer, die besten Felder, die besten Weinberge und die besten Güter in Besitz hatten. Der kleine Mann hatte keine Rechte. Zustände die man heute kaum begreifen kann. Es hat sich vieles geändert. Mit unseren Ausführungen sollen nur ruhig und sachgemäß die Zustände von damals geschildert

werden, ohne den heutigen 'Umstürzlern', die wieder gleich alles in Grund und Boden verdammen wollen, das Wort zu reden. Alles zu seiner Zeit. Auch heute stimmt vieles nicht und auch hier werden wieder spätere Kritikaster, die 'Haare in der Suppe finden'. Hochheim ist heute eine wohlgeordnete kleine Stadt. Neben viel hervorragenden Leistungen der einzelnen seit dem Zweiten Weltkrieg herrschenden Stadtverwaltungen und deren Männern, ist auch manches geschehen was man bedauern muss. Daß das alte Rathaus umgelegt wurde, weil es dem einen oder anderen im Wege war, gehört zu diesen Fehlleistungen. Daß der alte Stadtkern an einigen (nicht an vielen) Stellen mit Bauten aus Glas und Beton 'verziert' wurde, muss auch erwähnt werden. Ob die Betontürme, die Hochhäuser an den Ost- und Westenden der Ansicht Hochheims eine glückliche Lösung darstellen, darüber läßt sich streiten. Und wenn 'die Alten' da wütend werden, dann kann man sie natürlich als konservativ und rückständig deklarieren. Ändern tut das nichts mehr.

Aber auch die neuen Reformer sollten bedenken, daß auch oder gerade heute, jedermann das Recht hat, in irgendeinem Winkel seines durch Erfahrungen eines langen Lebens, mit Kriegs- und Revolutionserlebnissen angereicherten Herzens, einen Hang zu der manchesmal auch wenig heilen Vergangenheit zu reservieren. Wer will da gleich schmähen und - wer soll sich da schämen?

Unser Band soll aber in erster Linie der Jugend und den Zugewanderten etwas sagen. Was nützen alle Erzählungen der Alten, wenn sie nicht dokumentiert,

anschaulich gemacht werden können? Hier soll das Büchlein einhaken. Sachlich und echt die vergangenen Zeiten schildern. Ohne Ressentiments. Aber auch ohne den Versuch, etwas zu verherrlichen, was es nicht wert ist. Alles fließt, man kann es nicht festhalten. Man kann nicht alles ins Museum schleppen, aber was gut ist, muss als solches gekennzeichnet sein und die Zeiten überdauern. Als eine Rückblende in die Vergangenheit soll es verstanden werden, ohne die auch ein Gemeinwesen wie die Weinstadt Hochheim nicht sein kann. Hochheim hat in den Kriegen gelitten. Weniger an Zerstörungen, mehr an dem Verlust so vieler junger, gesunder Menschen. Im Ersten Weltkrieg fielen viele junge Vaterlandsverteitiger und viele der Besten waren dabei, die als einfache Arbeiter oder Handwerker, auch bestimmt als vielversprechende Künstler im Leben ihren Mann gestanden hätten. Vom Leid der Angehörigen ganz abgesehen. Auch hier plagen Erinnerungen, die teilweise der Band enthält. Auch hier wäre es gut wenn die neue Jugend Einblick bekäme in Zeiten, die sich wahrscheinlich wiederholen werden, wenn man aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt hat.

Alles kann aber auch wieder nur ein Ausschnitt sein. Das Leben geht weiter. Hochheim, im Kernpunkt eines der gesegnetsten Gaue Deutschlands, könnte einer Zukunft beruhigt entgegensehen, wenn die 'Friedenserhalter' von heute sich auch danach richten.

M.H.

1. Alte Ansicht Hochheims.

Alte Stiche von Hochheim gibt es in sehr guten Ausführungen, Das vorstehende Bild scheint eines der ältesten zu sein, das leider nicht signiert ist. Es ist deshalb bemerkenswert, weil es noch die Stadtmauer in ihrer ganzen Ausdehnung von Süden her zeigt.

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2. Das Wappen der Weinstadt,

Das Wappen der Weinstadt existiert in dieser Form seit 1740. Vorher ein einfaches, viergeteiltes Schild, dem später die vier Symbole eingesetzt wurden. Eine poetisch-rornantische Erläuterung besagt: Wer fest im Glauben steht; Wer fest verankert durchs Leben geht; Wer fest auf seinen Stern vertraut; Wer mit dem Karst den Boden bebaut, der hat auf keinen Sand gebaut.

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3. Die katholische Kirche.

Die Kirche beherrscht weithin die Südansicht von Hochheim und wird jederzeit von vielen Fremden, die mit der Bahn oder auf der linken Mainseite mit dem Auto oder anderen Verkehrsmitteln den Anblick genießen, bewundert, als schönste Ansicht des Mainufers. Auch hier gibt es Änderungen zu verzeichnen. Der frühere Feldweg durch die Weinberge ist heute befestigt. Der Turm ist wegen der Beschießung im Zweiten Weltkrieg etwa niedriger geworden und die Pfähle in den Weinbergen sind heute durch Drahtanlagen ersetzt, die mehr Luft an die Früchte lassen und die Arbeit mit Traktoren und Motorpflügen erst möglich machen. Der Turm trägt in großen Zahlen aus Schmiedeeisen das Datum 1731, als Jahr des Neubaus der Kirche, Von der alten Kirche, die schon um das 12. Jahrhundert erwähnt wird, gibt es keine Nachrichten. Nur das Taufbecken und ein Opferstein stammen noch aus dieser Zeit.

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4. Die alte Kaplanei an der Kirche.

Wohl eines der ältesten Häuser Hochheims, mit steiler Außentreppe und im Innem einen offenem Kamin. Hier hauste die 'Gret' mit Mann und Sohn. Beide sind tot und der Sohn Paul fiel im Ersten Weltkrieg als Soldat. Als 'Verkehrshindernis' wurde das Häuschen nach dem schrecklichen Krieg von 1914-1918 abgerissen und seither können auch die Autos bis vor die Kirchentür fahren, Das große Tor unter dem Küsterhaus ist der Eingang nach Hochheim von Süden her.

Hochheim

Partie a. d. Kirchstrasse

5. Das Kirchtor.

Der Eingang von Süden her, wahrscheinlich seit Bestehen der Ansiedlung. Auch der eiserne Lichtmast, von denen ein halbes Dutzend bis vor einigen Jahren die Stadt 'verschönerten', ist nicht mehr da. Die auf der linken Seite fließende offene Bache ist schon längst überdeckt. Als Schulbuben war es ein kleines Wagnis hier unter dern Küsterhaus durch zu wandern. Es war etwas gruselig. Heute ist der ganze Bachlauf abgedeckt bis zum Main. Vom hygienischen Standpunkt her zu begrüßen,

Abschi~d der Petrus-Glocka in Hochheim 1918

6. Die Petrus-Glocke der katholischen Kirche.

Die Petrus-Glocke, die größte der katholischen Kirche, mußte 1918, kurz vor Kriegsende abgeliefert werden. Der Krieg ging zu Ende, bevor die Glocke zu Kanonenfutter umgeschmolzen werden konnte. Sie wurde nach dem Krieg der Pfarrei wieder zur Verfügung gestellt und konnte an ihren angestammten Platz im Turm zurückgebracht werden.

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