Homberg in alten Ansichten

Homberg in alten Ansichten

Auteur
:   E. Kaiser
Gemeente
:   Homberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3265-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Homberg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Homberg (Efze) ist eine landgräfliche Gründung. Eine Gründungsurkunde liegt nicht vor, aber 1231 wird der Ort erstmalig als Stadt benannt. Die Siedlung selbst, am Hang des Burgberges, dürfte wesentlich älter sein. Die Burgherren von Hohenberg, die vermutlich die Gründer der Burg waren und nach denen die Stadt ihren Namen führt, waren zur Zeit der Stadtgründung bereits in den Niederadel abgesunken und standen in landgräflich-hessischen Diensten. Sicherlich hatte Landgraf Heinrich Raspe IV. die Burg in sein Eigentum überführt, um die Sicherheit der uralten Handelsstraße 'Durch die langen Hessen' zu gewährleisten, die vom Westen her über Alsfeld zu Füßen der Hornberger Burg vorbei ins Thüringische lief. Als das Geschlecht von Hohenberg 1427 erlosch, war die Landgrafenstadt Homberg bereits zu wirtschaftlicher Blüte emporgestiegen. Der Wollhandel war Hombergs größtes Kapital und stützte sich auf eine beträchtliche Schafhaltung im ganzen Amt. Dazu kam eine rege Handwerkstätigkeit der Wollenmacher und Wollkrernpler, die den Rohstoff weiter verarbeiteten. Eingewanderte Friesen und Flamen hatten die Hand-

fertigkeit der Wollweberei um 1400 aus ihrer Heimat mitgebracht und in Homberg heimisch gemacht.

Das äußere Bild der Stadt gewann durch zahlreiche großartige Bürgerbauten. Die spätgotische Kirche, deren Bau um 1340 begann, sollte im Jahre 1526 eine besondere Bedeutung gewinnen. Landgraf Philipp der Großmütige berief eine Synode in die Kirche Unserer lieben Frauen zu Homberg, an der die Vertreter der Kirche, der Klöster, der Ritterschaft und der Städte teilnahmen, um über die Dinge des Glaubens zu sprechen. Als Ergebnis der Synode schenkte der Landgraf seinem Lande die Luthersche Lehre. Jahrhundertelang konnte sich Homberg seiner wirtsohaftlichen Kraft und der Förderung durch die Landgrafen erfreuen. Dann bereitete der Dreißigjährige Krieg dem Wachstum ein Ende. Kaiserliche Heere brandschatzten die Stadt und zerstörten das Schloß. Vom alten Glanz des türmereichen Gemeinwesens ging vieles im Feuersturme unter. Aber eines hat die Bürgerschaft vermocht: In der zweiten Hälfte des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Stadt in einer zuchtvollen Baugesinnung nach den

Vorbildern der Vergangenheit wiederaufgebaut. Wenn heute die Stadt als das Fachwerkkleinod Kurhessens bezeichnet wird, so zollt dieser Ehrentitel den Ahnen vor zweihundertfünfzig Jahren Anerkennung. Freilich hat es eine Zeitspanne von der Mitte des 19. J ahrhunderts an gegeben, in der die Bürger das Fachwerk ihrer Häuser unter Brettern und Verputz drei Generationen hindurch versteckten, und erst in unserer Zeit sollte das Fachwerk seine Wiederauferstehung erleben. So stammen nun die Ansichten dieses Bandes alle mehr oder weniger aus jener Zeit, in der die Stadt noch im Aschenputtelkleid einherging. Insofern stellen alle diese Bilder einen Zustand dar, der der Vergangenheit angehört.

Inzwischen hatte sich in Homberg ein wirtschaftlicher Wandel vollzogen. Wollhandel und Wollverarbeitung waren endgültig dahingegangen. Handel und Handwerk gediehen und versorgten mit ihren Erzeugnissen das weite Hornberger Hinterland. Industrie ist der Stadt ferngeblieben. Nur ein Braunkohlenbergwerk und ortsnahe Basaltsteinbrüche sicherten Arbeitsplätze, ebenso wie ein ' Eisenwerk im benachbarten

Holzhausen, das heute ein Stadtteil Hombergs ist. Aber auch diese Betriebe haben nicht alle den Anschluß an unsere Zeit gefunden. Homberg ist durch die Jahrhunderte immer eine namhafte Schul- und Beamtenstadt gewesen. Sie verfügt auch heute noch über ein ausgebautes Schulwesen und ist Sitz vieler Behörden. Das alte landgräfliche Amt hatte immer seinen Amtssitz in Homberg, und in preußischer Zeit war Homberg Sitz eines Landrats. 1932 wurden die beiden Landkreise Fritzlar und Homberg zu einem neuen Landkreis Fritzlar-Homberg mit Sitz in Fritzlar vereinigt. Durch die Gebietsreform in jüngster Zeit wurde der Schwalm-Eder-Kreis gebildet, in dem die früheren Landkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain aufgingen. Der Amtssitz dieses neuen Großkreises ist wieder nach Homberg gelegt worden. Ebenso sind im Zuge der Verwaltungsreform der Stadt zwanzig bisher selbständige Ortschaften als Stadtteile zugewachsen. Die Stadt zählte Ende 1976 mit diesen Eingemeindungen 15 729 Einwohner.

1. Das Bild dieser Grußkarte aus Homberg wurde 1883 im Verlag Settnicks Nachfolger (W. Klüppel) in Homberg herausgebracht. Die Zeichnung stammte von dem Hornberger Präparandenlehrer Christian Mangold. Die Darstellung zeigt die Stadt vom Stellberg aus gesehen. Mitten vor der Kirche hinter blühenden Obstbäumen liegt das Lehrerseminar. Gewerbliche Geschäftigkeit in der Stadt ist durch drei Schornsteine angezeigt: rechts liegt die Molkerei (1891), links die Wiegandsche Maschinenfabrik und am Schloßberghang die Bierbrauerei Conrad UJrich(1875). Im Oval zur Linken grüßt die 'Germania' vor dem Rathaus. Die Karte wurde 1898 von dem durch seine Dichtungen weithin bekannt gewordenen Wilhelm EngeJhardt aus Mardorf geschrieben und enthält einen Vers des Dichters als Loblied auf seine Heimat.

2. Vom Talgrund der Efze aus geht der Bliek um 1900 auf das am Hang gelagerte Homberg. Von Nordosten kommend zieht sich die mittelalterliche Stadtmauer bis zum Holzhäuser Tor. Die heutige Bebauung hat die Befestigungsanlage zum Teil verdeckt. Im östlichen Teil ist die 'Windmühle', ein Teil der alten Torbefestigung, deutlich zu erkennen. Von dort verläuft die Stadtmauer westlich über den Pulverturm hinweg zum Westheirner Tor. Gleichzeitig setzt am Pulverturm die Stadtmauer der 'Freiheit' an und zieht sich bis zum unteren Freiheiter Tor, dessen Torhaus, das spätere Hirtenhaus, das letzte kleine Gebäude zur Linken ist. Vor uns mitten im Talgrund liegt 'Biermanns Mühle', deren Gebäude 1904 beim Bau der städtischen Gasanstalt von der Stadt als Wohnung des Gasmeisters erweitert wurden,

ûruß aus tfOMBERG (Bez. Cassel). fiomberg vom Bahnhofsweg aus gesehen

3. Um 1905 bot sich einem vom Bahnhofs- oder Eselsweg aus dieses Bild. Kurz hinter der Gaslaterne verließ man den Eselsweg und gelangte auf die Bahnhofstraße. Vor den Blieken lag Homberg ausgebreitet. Über die untere Linde hinweg läßt sich im Davidsweg die 1904 errichtete städtische Gasanstalt ausmachen. Der Mühlenberg vor der Freiheit, der hier noch häuserlose und landwirtschaftlich genutzte Ackerfläche ist, hat inzwischen durch die Bebauung sein Gesicht völlig gewandelt. Das Tannenwäldchen, das sich zur Höhe hinaufzog, war erst um die Jahrhundertwende angelegt worden. Wohnhaus Rothauge und die frühere Dachpappenfabrik waren noch lange nicht gebaut.

HOMBERG, Bez. Cassel, vom Eselsweg aus

4. Die Bezeichnung 'Eselsweg' besteht auch heute noch für den Weg zum Bahnhof und erinnert an jene Zeit, als die Bauern aus den Dörfern des Rinnetals ihre Getreide auf Eseln zur Bischofsmühle brachten. Aber den Bliek, den diese Ansicht um 1910 bot, gibt es heute nicht mehr. Die Tannen des Wäldchens waren damals inzwischen hoch aufgewachsen und warfen ihre Schatten auf den Fußweg. Von diesern Waldehen ist heute nichts mehr übrig geblieben, und auch die Wegführung hat sich geändert. In den Abendstunden verbreiteten ein paar Gaslaternen matte Helligkeit auf den Weg. Kam man von der Höhe herab, konnte man diesen reizvollen Bliek auf das am Berghang gelegene Städtchen genießen.

5. Ein Bliek vom Schloßberghang aus vermittelte um das Jahr 1919 diesen Eindruck. Rechts lugt aus dem Gewirr der Waldbäume das 'Dörnbergtempelchen' hervor, von wo die nördliche Stadtmauer nach Süden umspringt. Am rechten Bildrand liegt die Landestaubstummenanstalt, die 1911 gebaut wurde. Das größere weiße Gebäude links davon war die erste eigene Schule der Taubstummen in Homberg. Dort ist heute ein Landesjugendheim untergebracht. Dazwischen liegt ein kleineres Wirtschaftsgebäude. Das weite Erntefeld der 'Binde' und am 'Knipp', wo heute städtische Wohnbezirke liegen, war zu jener Zeit fast noch rein landwirtschaftlich genutzte Fläche,

Homoerg -1819

Westheimer Tor

Kur ess. Jäger-Bataillor

6. Im Jahre 1857 zeichnete der damalige Hauptmann August Friedrich Moritz von Oeynhausen im kurfürstlich-hessischen Jägerbataillon in Kassel dieses Bild vom Westheimer Tor, an dem hessische Jäger Wache hielten. Vor dem Ersten Weltkrieg griff der Photograph Carl Eigenbrod das Bild auf und verlegte es als Ansichtskarte. Von Oeynhausen, der 1809 im benachbarten Hesserode geboren wurde, dürfte in seiner Jugend das Hornberger Tor noch so gesehen haben, ehe es, wie die meisten der Hornberger Tore, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Erdboden verschwinden mußte. Es wurde später in bescheidenerer Form wieder errichtet. Dies wiedererstandene Tor hält das Bild fest. Vorher haben machtige flankierende Rundtürme seitlich dazugehört.

7. Nachdem die Hornberger Stadttore bereits Ende der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts abgebrochen waren, hatte die Stadt an den Stellen, wo ehedem das Holzhäuser und das Obertor gestanden hatten, jeweils zwei hohe sandsteinerne Torpfosten aufrichten lassen, die in einer steinernen Kugel endeten. So war der Erinnerung an die Vergangenheit Genüge getan. Die Aufnahme, die etwa um das Jahr 1910 von Settnicks Nachfolger herausgebracht wurde, zeigt eine Gruppe von Konfirmanden und Kindern vor dem Obertor. Linker Hand schaut hinter der Stadtmauer die backsteinerne Villa des früheren kurhessischen Finanzministers Carl Rohde heraus. Die Mauer zur Linken, die die Straße begleitet, ist ein Stück der städtischen Außenbefestigung.

Obertor und Amisgericht

8. Schaute man zu Ende der zwanziger Jahre vom Obertor In Richtung zum Marktplatz hinunter, so bot sich dieses Bild: Unmittelbar hinter der Stadtmauer stand linker Hand das Amtsgericht. Das Haus war im 18. Jahrhundert, nicht aus den besten Materialien, erbaut worden. Daher überdauerte es keine zwei Jahrhunderte. Wegen seiner baulichen Mangel wurde es vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges abgerissen. Ein Neubau konnte lange Zeit nicht errichtet werden, so daß hier am Ausgang der Obertorstraße hinter einer häßlichen Bretterwand eine Baustelle auf Fortgang der Arbeiten wartete. Das heutige Arntsgericht entstand schließlich im Jahre 1952.

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