Horb a. N. in alten Ansichten

Horb a. N. in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Schmid
Gemeente
:   Horb a. N.
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5278-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Horb a. N. in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Nach dem derzeitigen Stand der Heimatforschung wird Horb erstmals urkundlich in einem Güterverzeichnis des Klosters Alpirsbach aus dern Jahre 1101 erwähnt. Der Name Horb ist auf das lateinische Wort 'horwa' = 'Sumpf' zurückzuführen. In der Schweiz am Vierwaldstätter See bei Luzern gibt es eine Ortschaft namens Horw. Das Kloster Reichenbach im Murgtal erwirbt im Jahre 1133 in Horb einen Hof. Das Kloster erhält in späterer Zeit sehr viele Schenkungen im Gebiet zwischen Horb-Sulz-Salzstetten. So kommt es zu einem umfangreichen Streubesitz. Zur Verwaltung dieses Eigenturns und der Erträge richtet das Kloster in Horb eine Schaffnerei (heutiger Platz des 'Fruchtkastens'), eine Zehntscheuer (heutiges 'Steinhaus'] und das Gasthaus 'Zum Hirsch' ein. Mit einer Reichenbach'schen Kapelle nimmt die Liebfrauenkirche ihren Ursprung.

Ab dem Jahre 1224 gehört Horb den Pfalzgrafen von Tübingen. Rudolf IL herrscht von 1224 bis 1247 und gilt als Gründer der Stadt Horb a.N. Ein Nachweis dafür liegt allerdings nicht vor. In dieser Zeit wurde auch erstmals ein Schultheiß von Horb und das 'Horber Meß' zur Sicherung des Marktgeschehens erwähnt. Horb ist politischer und wirtschaftlicher Mittelpunkt. Nachfolger wird Pfalzgraf Hugo IV. von Tübingen (Regierungszeit 1247 bis 1267). Er erwählt Horb zu seiner Residenz (Schloß Herrenberg. jetzt Krankenhaus). Seine drei Söhne (Hugo 1277, Otto 1284 und Ludwig 1292) verstarben ohne Nachwuchs. So erlosch das Geschlecht der Herren von Tübingen rnännlicherseits. Die Tochter Luitgart heiratete Graf Burkhardt IV. von Hohenberg und es vollzog sich damit der Übergang der Horber Herrschaft auf die Herren von Hohenberg. Pfalzgraf Hugo IV. von Tübingen verstarb im Jahre 1267 und ist im Kloster Kirchberg begraben. Die drei Brüder Hugo, Otto und Ludwig stellten im Jahre 1270 der Stadt Horb das erste Stadtrechtsprivileg aus. In das Jahr 1282 fiel die Gründung eines Dominikanerinnen-Klosters (sogenannte Weiße Samrnlung) neben der Stiftskirche Heilig-Kreuz. Im gleichen Jahr

wurde auch erstmals die Lateinschule erwähnt. In der Folgezeit blieb diese Schuleinrichtung erhalten und fand große Unterstützung durch die Kaiserin Maria-Theresia (Lehrerfortbildung) .

Nach dem Tod Ludwigs (1292) fiel die Herrschaft Horbs vorübergehend an die Base Elisabeth von Tübingen und ging dann im Jahre 1302 auf Graf Burkhardt IV. von Hohenberg über. Sein Bruder Graf Albrecht IL von Hohenberg war Minnesänger und ist in der Schlacht bei Leinstetten im Jahre 1298 gestorben. Der Sohn Burkhardts, Graf Rudolf L von Hohenberg, vermählt sich mit Luitgart von Tübingcn und wird im Jahre 1320 Herr von Horb. Er führt 1330 ein eigenes 'Horber Meß' (Gewichts- und Längenmaß) ein. Sornit wird das Marktrecht von Horb bestätigt und gefestigt.

Im Jahre 1331 wird die Horber Stadtmauer (Befestigungsund Verteidigungsanlage) gebaut. Graf Rudolf L von Hohenberg hatte drei Söhne: Albrecht, Hugo und Rudolf. Er stirbt im Jahre 1336. Die Herrschaft geht über an den Sohn Albrecht, der Theologie studiert hat und später Bischof von Freising wird. Er unterstützt das Dominikanerinnen-Kloster in Horb. Seine beiden Brüder sind zwar verheiratet, haben aber keine Nachkommen.

Im Jahre 1350 wütet in Horb die Pest. Danach gibt es Judenverfolgungen und Hexenverbrennungen. Der Horber Bürger Dietrich Gutermann macht 1352 eine Stiftung an das Spital, die von Graf Albrecht V. von Hohenberg bcstätigt wird. Damit ist das Horher Spital gegründet. Die Nachfolge und das Erbe übernimmt der Neffe von Albrecht V.: 'Graf Rudolf In. von Hohenberg.' Dieser heiratet Ha von Toggenburg, die aus der heutigen Schweiz stammt. Sie brachte eine große Mitgift ein, die sie auch gut anzulegen wußte und wird auch Mitherrin von Horb. Im Jahre 1360 stiftet Graf Rudolf lIL von Hohenberg das Chorherrenstift Heilig-Kreuz mit zwölf Kanonikern. Mit der Zeit war er so verschulder. daß er im Jahre 1381 die Grafschaft Hohenberg an die Herzöge von Österreich um 6000 ft verkaufen mußte. Da die Käufer das

Geld nicht sogleich aufbringen konnten, erhielt er die Nutzung auf Lebenszeit. Graf Rudolf lIL von Hohenberg erhebt im Jahre 1387 die Kirche Heilig-Kreuz zum Chorherrenstift. Damit die zwölf Chorherren leben konnten, scheukte er ihnen die kirchlichen Pfründe von Bildechingen und Eutingen. Sie mußten dafür die Schule betreuen und die kirchlichen Pflichten dort erledigen. Im gleichen Jahr schenkt Ita von Toggenburg, die Gattin Rudolf Hl., das Dorf Altheim und die Hölfte von Salzstetten an das Horber Spital. Sie zeigt sich als große Wohltäterin und errnöglicht es so, daß der Horber Spital bis zum heutigen Tag ein Krankenhaus, ein Altersheim und einen Hof unterhalten kann.

Im Jahre 1389 stirbt Graf Rudolf lIL von Hohenberg und wird in Ehingen bei Rottenburg begraben. Horb gehört zu Vorderösterreich und wird zwischendurch an die Reichsstädte verpfändet (1410-1454). Durch den Baucrnkricg im Jahre 1525 nimrnt Horb keinen Schaden. Die Belagerer ziehen ohne Erfolg ab. Die Reformation kann irn vorderöstereichischen Gebiet nicht Einzug halten (Ausnahme: Mühlen am Neckar). Verursacht durch ein schweres Gewitter gibt es in Horb 1556 einen großen Stadtbrand (213 der Häuser brennen ab). Im Jahre 1639 wird in Horb ein FranziskanerinnenKloster gegründet (heutiges Krankenhaus).

Nach dern Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wütet in Horb nochmals die Pest. Im Jahre 1725 gab es in Horb nochmals einen großen Stadtbrand. Das Feuer verbreitete sich durch einen mächtigen Sturmwind sehr schnell und es wurden ca. 200 Häuser vernichtet.

Nach diesern zweiten großen Stadtbrand wird Geßler von Braunegg von Kaiser Kar! VI. zum Obervogt ernannt (1726). Sein Haus steht heute noch am oberen Marktplatz in Horb a.N. Der Türeingang ist mit einem großen Familienwappen aus Buntsandstein gestaltet. Im Jahre 1786 wird das eingerichtete Franziskanerinnen-Kloster bei der Liebfrauenkirche (heutiges Krankenhaus) aufgelöst und an den Spital verkauft. Im Wege der Säkularisation des geistlichen Be-

sitzes durch den Preßburger Frieden von 1806 wird Horb württembergisch. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts wandern viele Horber nach Amerika aus. Zwischen 1866 und 1879 wird Horb in drei Richtungen an die Eisenbahn angeschlossen. Im 19. Jahrhundert verlor Horb viel Bausubstanz durch Abbruch von Stadttoren, Mauern und Gebäuden. Das 20. Jahrhundert brachte der Stadt neue Straßen und Brücken und eine Ausdehnung auf der rechten Neckarseite bis zum Bahnhof. In der Inflationszeit nach dem Ersten Weltkrieg gab Horb ein eigenes Notgeld heraus. Während des Zweiten Weltkriegs war der Eisenbahnknotenpunkt immer wieder Ziel von Bombenangriffen, die einigen Schaden anrichteten und auch Menschenleben forderten. Am 17. April 1945 marschierten französische Truppen in Horb ein und besetzten die Stadt. In den ersten Nachkriegsjahren wurden die Kriegsschäden beseitigt und die Stadt dehnte sich durch Industrieansiedlungen und Schulbauten in westlicher Richtung irn Neekartal aus. Es erfolgte eine Neckarkorrektion und eine neue Straße als Teilumgehung der Stadt wurde gebaut. Da irn Neekartal zu wenig Platz zur Ausdehnung vorhanden war, begann zwangsläufig eine weitere Bebauung auf der Höhe bei der Kaserne aus den dreißiger Jahren. Es entstand dort der Ortsteil Hohenberg (früher 'Galgenfeld').

Zu Beginn der siebziger Jahre wurde der Neekar auch unterhalb von Horb begradigt. Dadurch wurde weiteres hochwasserfreies Bauland gewonnen. Die größte Veränderung kam im Jahre 1973 mit der Verwaltungsreform. Der seitherige Kreis Horb wurde in vier Richtungen aufgeteilt. Diese Maßnahme des Landes Baden- Württemberg führte in Horb zu einer Eingemeindungswelle. Es entstand die heutige Große Kreisstadt Horb a.N. rnit 18 Ortsteilen.

Das größte Problem für die Stadt Horb a.N. ist heute die Bewältigung des Verkehrs in der sehr engen Kernstadt. Geplant ist eine stadtnahe Umgehung, der wiederum sehr viel Bausubstanz zum Opfer fallen wird.

1. Eine Postkarte (Gruß aus Horb a.N.) vom 1. Juli 1896 an Herrn Pfarrer Gittinger in Mitteithai, Oberamr Freudenstadt, mit folgendem Text: 'Zu Horb im Kaiser quartiert' ich mich ein, da sitz ich nun und trinke allein und rauche und sinne in guter Ruh und fange ein bischen Grillen dazu. Adio mein liebliches Mittelthal, ich grüße dich noch viel tausendmal! Herzlichen Gruß G.V.' Die Postkarte zeigt Horb am Neckar, an einern Bergsporn im Neekartal liegend. mit der Stiftskirche Heiligkreuz (oben) und der Liebfrauenkirche (rechts). Der Weg nach Nordstetten führt mit einer einfachen Zwei-Pfeiler-Brücke über den Neckar. Im Hintergrund sind der Schütteturm und die Ringmauerzu sehen.

2. Bliek vom Schütteberg auf die Stadt Horb a.N. mit Nordstetten um die Jahrhundertwende. Der Weg von Horb nach Nordstetten führt über die alte Neckarbrücke und überquert die Eisenbahngeleise ebenerdig. Rechts des Neckars standen damals nur wenige Gebäude: das Bahnhofsgebäude mit der Bahnhofrestauration und einem Wohnhaus für Bahnbedienstete, das Postamt und ein Hotel. Zwei Brauereien hatten damals am Berghang Gebäude und Keller errichtet. An der Nerdstetter Steige waren bergseitig über zwei Dutzend gewölbte Keller zur Lagerung von Bier, Most und Ernteerträgen angelegt. Diese Postkarte wurde am 24. August 1902 mit der königlichen württernbergischen Bahnpost befördert und ging an Herrn und Frau Oberprezäptor Murrthum in der Mozartstraße in Stuttgart.

3. Das Bahnhof-Hotel Gessier in Horb a.N. mit schönem schattigen Garten zunächst beim Bahnhof. Von hier hatte man einen schönen Bliek auf die Horber Stadtsilhouette: Schütteturm mit OttilienkapelIe, Stiftskirche Heiligkreuz, Liebfrauenkirche (von links nach rechts) und im Hintergrund der 'Kugler' . Dieses Lokal war auch unter dem Namen 'Land-Hotel' bekannt. Das Gebäude wurde mit dem Eisenbahnbau im Jahre 1866 erstellt mit einer Restaurationserweiterung und dem Bau einer Kegelbahn im Jahre 1878. Das Bahnhof-Hotel bestand bis nach dem Zweiten Weltkrieg, als es schließlich dem Bau eines neuen Postamts weichen mußte.

4. Postkarte vom 27. Juni 1900 an Fräulein Pauline Raible in Schönau bei Lindau am Bodensee in der Weinhandlung Steuer mit folgendem Text: 'Soeben gehen wir vom Adler-Keller heim, es ist jetzt 9 Uhr. Fany und Lina so ganz allein. Die Herren Lehrer sind heute hausen gewesen beim Kegeln. Soeben sind noch zwei Herren dazu gekommen, die schickten wir fort, weil wir kein Bier mehr hatten. Es ist dieses Jahr gamichts rnit dem Bier gegen voriges Jahr, gute Nacht, schlaf wohl, Gruß Fany, Lina und Ludwig.' Der Schwarz-Adler-Keller (Bierbrauerei) entstand im Jahre 1899 mit Kegelbahn. Mit dem schwarzen Band ist der Weg entlang des Bahnkörpers angedeutet. Der Pavillon (links) mit herrlichem Bliek auf Horb war bestimmt einladend zum Feiern von Festen (auch für Bahnarbeiter).

5. Rechter Teil einer Panoramakarte von Horb a.N. (Doppelpostkarte). Bliek von der rechten Talseite auf den beschrankten Bahnübergang der Straße von Horb nach Nordstetten. Im Hintergrund der untere Stadtteil von Horb mit der Liebfrauenkirche und dem Kreuzkapellenberg (Kreuzer). Links vom Bahnübergang steht das Postamt und ist das Bahnhof-Hotel zu sehen. Rechts vom Bahnübergang die Brauerei Ziegelburg von Anton Maier. Dahinter ist die Eisenbahnbrücke mit den sechs Brückenbogen in Richtung Eutingen-Stuttgart bzw. Eutingen-Pforzheim zu sehen.

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6. Das erste Postamt in Horb a.N. befand sich in der Horber Vorstadt (Ihlinger Straße 17 - heutige Schmiedewerkstatt Thumm). Im vergangenen Jahrhundert war das Gebäude zugleich das Gasthaus 'Zum Engel'. Das Wappen am Türsturz mit der Jahreszahl 1803 und den Initialen des Posthalters und Engeiwirts C.W. (= Carl Wetzel) zeugt noch heute davon. Das war die Zeit der Postkutschen und nachdem jetzt die Zeit der Eisenbahn angebrochen war, mußte die Post einfach in der Nähe der Schiene angesiedelt werden. So wurde das königliche Postamt im Jahre 1890/91 beim Bahnhof in Horb a.N. erbaut.

7. Bereits zwanzig Jahre später , nachdem das 'königliche' beim Postamt weggefallen war, erfolgte ein Umbau. Die schönen Giebeltürmchen wurden abgetragen und die treppenartigen Giebelfassaden wurden zugemauert und begradigt. Auch die Dachausbauten erfuhren eine Veränderung und wurden so gestaltet, daß sie eigentlich nicht mehr zum Gesamtbild des Postamts paßten. Wahrscheinlich bedingt durch größeres Postaufkommen wurde ein Anbau an das Postamt in nordöstlicher Richtung notwendig. Während des Zweiten Weltkriegs bekam auch das Postamt einiges durch Bombenangriffe ab. Auf dem Bild ist das durch Kriegseinwirkung beschädigte Gebäude zu sehen. Bis zum Bau eines neuen Postamts waren Notbehelfe im Betriebsablauf notwendig.

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8. Postkarte , am 17. Juni 1899 geschrieben an Fräulein Lala Schweizer per Adresse Herrn Ludwig Schweizer , Kanzleistraße 1 in Stuttgart. Text: 'Liebe Lolo! Bis hierher bin ich endlich gekommen. Ich sende dir rneine herzlichen Grüße mit dieser Ansichtskarte von Horb a.N., die in Deiner Sammlung noch fehlen wird. Grüße auch Deine lieben Eltern und Geschwister von Deinern Onkel Heinrich.' Die Postkarte zeigt einen Bliek auf die alte Neckarbrücke rnit der Stadtsilhouette von Horb: Schûtteturm, Schurkenturm und Stiftskirche Heilig-Kreuz. Da es sich um eine Verbindungsstraße von Horb nach Nordstetten handelte, unterlag die Unterhaltung der Brücke dem Staat (Königreich Württemberg).

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