Isny im Allgäu in alten Ansichten

Isny im Allgäu in alten Ansichten

Auteur
:   Karl-Friedrich Eisele
Gemeente
:   Isny im Allgäu
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3444-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Isny im Allgäu in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Isny verstand es immer, sich ins Bild zu setzen, angefangen mit der ältesten bekarmten Stadtansicht von 1609 über den Kupferstich von Mathäus Merian und das Ölbild auf Pergament von Joharm Morell und Daniel Beich aus Ravensburg (1664). Teilansichten in größerer Zahl sind aber erst aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Von den Lithographien seien nur die Blätter von Joseph Anton Weissenbach genannt, ein Bäcker und Lithograph, der von 1835 bis 1848 in Isny lebte. Als früheste zu datierende fotografische Aufnahme einer Isnyer Ansicht muss bis jetzt die Fotografie des Bergtors gelten (vergleiche Bild 24), das 1859 abgebrochen wurde. Das Bild muß also vorher entstanden sein.

Der erste Fotograf in Isny war Gustav Friedrich Fleischer, von Beruf war er eigentlich Maler und Sattlermeister. Er hat das Bild des Brandplatzes in der 'Neuen Stadt' (Viertel zwischen Berg- und Wassertorstraße) aufgenommen (1864, vergleiche Bild 32). Im Jahr 1866 ließ er sich auf seinem Haus (vergleiche Bild 27) 'einen zum Photographieren geeigneten Aufbau (Atelier) anbringen'. Die Nachfolge Fleischers trat Hieronimus Mader an, der 1873 der Kundschaft sein fotografisches Atelier empfahl und 1895 eine

eigene Lichtdruckanstalt (siehe Bild 19) eröffnete. Hier entstanden wohl auch die ersten Ansichtspostkarten von Isny. Es ist hier nicht der Ort, auf alle die folgenden Fotografen und Postkartenverlage in Isny einzugehen. Erwähnt sei aber noch der Kunstmaler Eugen Felle, von dem in den Jahren 1904-1934 zahlreiche Zeichnungen, nicht nur von Isny , als Postkarten vervielfältigt wurden. Von ihm stammen einige Isnyer Ansichten in diesem Bändchen (die Bilder 1, 7, 18,49,50,54,55 und 56).

Das vorliegende Buch zeigt sechsundsiebzig Bilder aus der Zeit von etwa 1850 bis 1930. Es war nicht so sehr die Absicht das Gleichgebliebene zu zeigen, vielmehr sollten die Veränderungen ins Bild gebracht werden. Die Stadt hat in den achtzig Jahren, die hier bildlich dokumentiert werden, manche bauliche Veränderung erfahren. Nicht zuletzt bedingt durch Brände (1864, 1866, 1898 und 1905). Durch sie erhielt vor allem das Viertel zwischen Wassertor- und Bergtorstraße ein neues Gesicht.

Öffentliche Gebäude verloren in d ieser Zeit ihre Bestimmung und wurden abgebrochen (Kornhaus) oder erhielten eine neue Verwendung (Hallgebäude), neue Gebäude (Post, Schlachthaus) kamen hinzu. Der zu-

nehmende Verkehr ließ in den Hauptstraßen das Pflaster unter einer Asphaltdecke verschwinden und an den Straßenrändern wurden Bürgersteige notwendig. Telegrafenstangen begleiteten jahrelang die Obertor- und die Wassertorstraße und verschwanden wieder. Die Dokumentation der Veränderungen konnte im Rahmen dieses Bändchens nicht lückenlos gelingen. Mancher wird vielleicht eine wichtige Ansicht vermissen. Aber Ansichtspostkarten zeigen nun einmal nur die Schokoladenseiten der Stadt. Manch stiller Winkel blieb also unbeachtet. Zum anderen war die Zahl der Bilder, die aufgenommen werden konnte, begrenzt.

Neben den Ansichten von Straßenzügen und Gebäuden zeigen die Bilder 65 bis 76 Bürger von Isny der damaligen Zeit, ihr geselliges Leben in den Vereinen, bei der Arbeit, bei Festen und Feiern. Gerade diese Bilder vermögen viel besser als Worte einen Eindruck der Zeit zu geben.

Der Großteil der Aufnahmen stammt aus der Bildersammlung des Stadtarchivs. Den privaten Leihgebern von fünf Bildern sei hier 'danke schön' gesagt.

Für die Bilderklärungen wurden, wenn das möglich war, zeitgenössische Äusserungen aus dem 'Stadt- und

Landboten' , der damaligen Zeitung, aber auch aus Archivalien des Stadtarchivs (unter anderem aus den Ratsprotokollen) verarbeitet. Bild und Sprache der Zeit ergänzen sich auf diese Weise.

Frau Stadtarchivarin Margarete Stützle danke ich ganz herzlich für ihre Mitarbeit, besonders bei der Bildauswahl, bei der Suche nach Material für die Bildbeschreibungen und für ihre Mithilfe bei der Bestimmung von abgebildeten Personen.

Vielleicht erinnert sich mancher alteingesessene Isnyer: 'Hier bin ich doch zum Turnen hingegangen', oder: 'Hier hat doch der und der gewohnt', oder: 'Stimmt, so hat das damals ausgesehen.' Fremde wie Einheimische werden manchen Vergleich anstellen können. Er wird einmal zugunsten der Vergangenheit, ein anderes Mal zugunsten der Gegenwart ausfallen. Manches Bild wird trotz der Erklärung noch Rätsel aufgeben und zum Nachdenken anregen, wie das Heutige aus dem Gestrigen hervorgegangen ist. Wenn das dem Bändchen gelingt, dann hat es seinen Zweck erreicht.

1. Mit dieser Karte warb Isny zu Anfang dieses Jahrhunderts um Besucher. Die eindrucksvolle Bergkette sollte den Bergfreund einladen, in der Stadt, die allerdings von der Bergpracht beinahe erdrückt wird, sein Quartier aufzuschlagen. Die Verkleinerung des Merianstichs aus dem 17. Jahrhundert (darunter in der Mitte) will wohl auf ein in geschichtlicher Vergangenheit gewachsenes Stadtbild aufrnerksam machen. Welche ehemalige Reichsstadt kann auch ein fürstliches Schloß vorweisen. Für die Erschließung der Riedholzer Wasserfalle (Eistobel) hatte sich die Sektion Schwarzer Grat des deutsch-österreichischen Alpenvereins in Isny ab 1884 eingesetzt. Schützenhaus und Marienkirche waren Neubauten (1903), auf die man stolz war.

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2. Der Bliek von der Menelzhofer Höhe ist zusammen mit dem von der Felderhalde (vergleiche Bild 70) die beliebteste Gesamtansicht der Stadt. Bei der vorliegenden Postkarte diente die von Eberhard Emminger geschaffene Lithographie als Vorbild, die aber durch Einzeichnung von Veränderungen (Turm der 1903 eingeweihten Marienkirche) auf den neuesten Stand gebracht worden war. Im Vordergrund Neutrauchburg, das auch zu Anfang dieses Jahrhunderts in der Hauptsache nur aus dem fürstlichen Schloß und seinen Nebengebauden bestand. Von 1890 bis 1907 hatte die fürstlich Zeil'sche Familie hier ihren Wohnsitz, ehe sie nach Schloß Zeil urnzog.

3. Von Wangen herkommend führt die übertorstraße geradewegs zum Marktplatz. Die drei Schuierbuben markieren etwa den Platz, auf dem bis 1830 das übertor stand. Der mit hoher Mauer eingefriedete Garten bot früher noch drei Häusern Platz, Sie wurden nach dem Brand im Jahr 1800 nicht wieder aufgebaut. Die übertorlinde soll nach dem Brand von 1631 gepflanzt worden sein. Sie mußte 1954, trotz heftiger Proteste aus der Bevölkerung, dem Verkehr weichen. Die Postkarte stammt aus dem Jahre 1924.

4. Zustand der übertorstraße zwischen 1886 (Kar! Rapp erwirbt das Haus im Vordergrund links) und 1894 (der Bürgersteig wird angelegt). Die untere Hälfte des Hauses mit dem hohen Mansardendach erwarb e.U. Springer 1812 und baute es zu seinem Geschäftshaus aus. 1837 kaufte er von dem Fadenfabrikanten Fehr das obere Nachbarhaus dazu und ließ es abbrechen. An dessen Stelle entstand dann 1839 der obere Teil des heutigen Geschäftshauses. Das große Gebäude beansprucht vier Hausplätze der ursprünglichen Stadtanlage. Die Häuser, beziehungsweise Brandstätten (vom Brand im Jahre 1800), zwischen dem Haus des Steinhauers Rapp und dem Geschäftshaus Springer erwarb die Familie Springer zwischen 1821 und 1868. Das heute hier stehende Haus entstand um 1898.

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5. Etwas weiter gegen den Marktplatz zu bot die Obertorstraße um 1905 dieses Bild. Der Fotograf stand etwa auf der Höhe des Geschäftshauses Springer (vergleiche Bild 4). Auf der linken Straßenseite gibt es schon ein Trottoir (1894 angelegt) und die elektrische Straßenbeleuchtung erhellt Isny seit 1896. Nur Kugelakazien auf dem Marktplatz gab es erst ab 1904. Im Hause links im Bild betrieb bis 1910 Christian Bühler eine Kolonial-, Material- und Farbwarenhandlung. Dort gab es aber auch Totenbouquette, Kränze und Grabschleifen zu kaufen: das um die Hausecke gebogene Schild beweist es.

:lsn!:! - Lindauerstr.

6. Diese Postkarte zeigt noch einmal die Obertorstraße (hier Lindauerstraße genannt). Diesmal steht der Betrachter am Marktplatz und schaut stadtauswärts, In der Bildmitte markiert die Obertorlinde den Platz des ehemaligen Obertores. Noch ist der Bürgersteig auf der linken Straßenseite nicht ganz vollendet. Also Platz genug, um Pferde und Wagen direkt vor dem Bären zu 'parken' um noch ein Bier zu trinken. Links vorne halten Carl August Grosselfinger und seine Frau Frida nach Käufern Ausschau für ihre Sonn- und Regenschirme, ihre Wollwaren und ihre Spezereien, Oder schauen sie dem Fotografen zu, wie die beiden Herren mitten auf der Straße?

7. Das Haus auf dem Markt (Bildmitte) wurde im 18. Jahrhundert an der Stelle des 1631 abgebrannten Rathauses erbaut, es diente ab 1789 als Zollhaus, wurde aber 1856 'zu Erlangung eines schönen freien Marktplatzes' abgebrochen. Das rechts an den Blaserturm angebaute heutige Hallgebäude beherbergte die Gret (Einstellplatz fremder Güter gegen Entgelt), die Stadtwaage und die Metzge. Im Geschoß darüber durften die fremden Händler an Jahrmärkten ihr Tuch verkaufen. Die übrige Zeit diente der Raum als Theater- und FestsaaL Außerdem war im Haus die Leinwandschau (Raif) untergebracht. Als 1828 die württembergische Regierung in Isny ein Hallamt einrichtete (Hauptzollamt mit öffentlicher Güteraufbewahrung), vermietete die Stadt das Gebäude an den Staat. Der Name Hallgebäude ist dem Bau auch nach der Aufhebung des Hallamtos geblieben.

Marktplatz in Jsny

1850-1860.

8. Am Marktplatz, gegenüber dem Hallgebäude (siehe Bild 7), zeigt das Spital noch das Aussehen vor dem Umbau (ab 1870). Das 'Zollhäusle' wurde 1856 abgebrochen (Bild 7). Der links vom Zollhäusle stehende Baum wuchs im 'Stadtgärtle' (vergleiche Bildbeschreibung 9). Die Mauer im Vordergrund links umschloß einen 'Gemüsegarten in der Stadt', der zu dem angrenzenden Haus rnit den Arkaden gehörte (siehe Bild 6). Die heute auf dern Platz stehenden zwei Häuser wurden erst 1862 erbaut. Die Postkarte wurde einer Lithographie von Josef Anton Weissenbach (in Isny von 1835 bis 1848) nachgezeichnet.

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