Jügesheim in alten Ansichten

Jügesheim in alten Ansichten

Auteur
:   Adam Keller
Gemeente
:   Jügesheim
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3292-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Jügesheim in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Alt-Jügesheim ist uns überkommen als reines Bauerndorf. Von den ersten bekarmten Rodungen der Franken bis zu den Höfen der Grafen Eppstein-Hagenhusen und den Klosterhöfen von Seligenstadt und Patershausen, läßt sich die bäuerliche Vergangenheit belegen. Auch die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens 1261, haben wir den Gütern des Ritters von Auheim in Jügesheim zu verdanken.

Im Mittelalter verloren immer mehr Bauern ihre selbständigkeit. Im 16. Jahrhundert rollte der Bauernkrieg über das Land. Land und Leute wurden durch die Reformation gespalten. Jügesheim blieb aufgrund seiner Zugehörigkeit zu Kurmainz katholisch. Im Dreißigjährigen Krieg wurden dem Dorf schwere Wunden geschlagen. Nur wenige Einwohner überlebten diesen grausamen Krieg. Der Ausbruch der Pest reduzierte wiederum das Wachstum des Fleckens. 1813/14 trat eine neue Seuche auf, die sogenannte Russenkrankheit, und viele der Einwohner starben. Teile der verbündeten Armeen, die gegen Bonaparte kämpften, zogen durch den Ort und verbreiteten diese Seuche,

1754 grassierte eine schwere Viehseuche. Die Einwohner gelobten den Blutstag zur Abwendung dieser Seuche. Über Jügesheim im Rodgau schreibt der Chronist: Der Ort ist, was seine Hofreiten im einzelnen und seine Anlage im ganzen angeht, von der typischen Art alter Bauerndörfer. Seine Hofreiten, es ist hier nur von alten Bauernhöfen die Rede, sind alle so angelegt, daß das Wohnhaus mit dem Giebel nach der Straße steht, die Scheune in der Regel rechtwinklig dazu im hinteren Hof, die Stallungen grenzen meist das Gehöft nach der dritten Seite ab. Es ist alernannisch-fränkische Siedlungsart. Die Anlage des Wohnhauses selbst wäre interessant genug,

eingehender betrachtet zu werden und gleicht bei allen Häusern wie ein Ei dem anderen. Die einzelnen Hofreiten nun, sind so aneinander gereiht, daß sie dem Straßenzug felgen. Das ist durchaus nicht selbstverständlich und wird erst Brauch seit der karolingischen Zeit (800). Zuvor gab es nur unregelmäßige Haufendörfer. Alt-Jügesheirn bildete bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ein schön geschlossenes Ganzes, Die Scheunen stehen alle wie eine schützende Ringmauer ums Dorf, was gut zu sehen ist, wenn man sich von Westen dem Ort nähert. Hinter den Scheunen dehnen sich die Hausgärten. Dieses schöne Dorfbild hat sich geändert, die Geschlossenheit ist durchbrochen, das Dorf dehnt sich nach allen Richtungen aus. Das Aussehen von Neu-Jügesheim ist wie überall beeinflußt von der Stadt. Es hat seine ländliche Bauweise unter dem Einfluß der Stadt aufgegeben, zumal nun seine Bewohner zum Teil in der Industrie tätig sind.

Nach der Auflösung der Waldmarkgenossenschaft (Rödermark 1816/17) vergrößerte sich der Ort wesentlich und ein gewisser Wohlstand trat ein, Neben der Landwirtschaft, trat immer mehr das Handwerk in Erscheinung. Die Bauhandwerker waren weit über die engere Heimat hinaus bekannt und verdienten besonders in Offenbach und Frankfurt ihr Auskommen. 1896 wurde die Rodgaubahn eingeweiht. Dies brachte einen Grundlegenden Wandel in der Gemeinde. Die Zahl der Bauern, die im Ort in der Mehrzahl waren, nahm ab. Die nun günstigeren Verkehrsverbindungen zu den Industriestädten veranlaßte immer mehr Einwohner als Arbeiter in den Städten ihr Brot zu verdienen.

Auch die 1887 ausgebaute Straße durch die Dörfer des Rodgau, die alte Reichsstraße 45, hatte schon diesen Trend

gefördert. Zählte man bei der Eröffnung der Bahn etwas über 200 Industriearbeiter, so war die Zahl 1926 bereits auf 536 angewachsen. Trotz der goldenen Zeiten der Industrie, waren die Löhne gering. So mußten nach der Arbeit ven den Familien im Nebenberuf die Landwirtschaft gemacht werden, meist waren es Kartoffeln und Korn, die angebaut wurden, um die vielen hungrigen Münder zu stopfen. Wo heute an jedem Haus eine Autogarage steht, stand damals ein Stall für Kleinvieh. Ein Schwein wurde für den Winter gemästet, Hühner, Gänse und Enten bevölkerten den Hof und ohne Gaaße als Milchlieferant, kam keine Familie aus. Der Volksmund prägte für diesen landwirtschaftlichen Nebenerwerb, das Wort vom Gaaße(Ziegen)bauern.

Nach der Inflation begannen tüchtige Arbeiter und Kaufleute mit dem Aufbau von Betrieben im Ort. Aus Heimarbelterund Zwischenmeisterwerkstätten entstanden selbständige Lederwarenfabriken und in Folge Metallwaren und Zulieferbetriebe. So konnten im Jahre 1930 schon dreißig Betriebe gezählt werden. Der Berichtszeitraum dieses Buches soll unseres Erachtens nicht nur über Straßen und Häuser und öffentliche Gebäude im Bild berichten, sondern auch in Bildern das gesellschaftliche Leben und die Menschen des Ortes zeigen.

Im letzten Drittel des 19. Jahrhundert wurden die ersten Vereine gegründet, die das Leben im Ort stark beeinflußten. Gesangvereine entstanden ebenso wie Musikgruppen, Turnund Sportvereine. Gerade in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg wurden große Vereinsfeste gefeiert, die heute noch vielen älteren Bürgern im Gedächtnis sind. Einige der hier veröffentlichteten Bilder, die Anfang der dreißiger Jahre ge-

macht wurden, zeigen den Ortskern und seine Umgebung, der sich ohne architektonische Änderungen, bis nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten hat.

Abschließend ein skizzenhafter Überblick über die weltlichen Herren unserer Gemeinde.

Zur Zeit der Franken stand unsere Heimat oft im Mittelpunkt des geschichtlichen Geschehens. Dörfer und Güter wurden an Kirchen und Klöster verschenkt oder verkauft, sodaß die Einwohner immer anderen Herren zu dienen hatten. So schenkte Heinrich lIl. den Rodgau an Siegfried von Mainz. Dieser wiederum, im Jahre 1248 an Rudolf von Habsburg. Adolf von Nassau gab alle Güter wieder an den Kurfürst von Mainz zurück. Mit Ende der napolionischen Kriege, Anfang des 19. Jahrhunderts, wurden die Jügesheimer hessische Untertanen und Leibeigene. Auch in dieser Zeit war die steuerliche Belastung hoch. Die Ablösung der Grundrenten des Fiskus erfolgte zwischen 1835 und 1840. Die Leibeigenen mußten sich selbst freikaufen. Insgesamt mußten dafür 23 320 Gulden dafür aufgebracht werden. In der damaligen Zeit eine Riesensumme. Eine Reihe weiterer Zentrechte mußte auch noch abgelöst werden. Alle diese Gelder mußten aus den Ertragen von 1 400 Morgen erwirtschaftet werden. Anfang der vierziger Jahre im vorigen Jahrhundert, war das Finanzwesen geordnet, Lasten und Steuern von der Obrigkeit abgelöst. Die Bauern waren frei.

Leicht hatten es unsere Vorfahren nicht!!!

1. In einem Streifzug durch den Kreis Offenbach 192 7, schreibt ein Autor, daß in den Rodgaugemeinden noch schöne und wertvolle Fachwerkbauten in den Dorfstraßen erhalten sind. Diese Häuserzeile in der Jügesheimer Vordergasse bestätigt diese Aussage. Das älteste Haus, das vierte von links in der Reihe, wurde 1556 erbaut, während die anderen Häuser zwischen 1670 und 1720 entstanden.

2. Beschaulich mutet dieser Teil der Vordergasse an. Das Kopfsteinpflaster ist bedeekt mit Gras, und man sieht die schönsten Blumen vor dem Haus und im Fenster. Links vorne ist ein Altar hergerichtet 'in Erwartung der Fronleichnamsprozession. Es ist die letzte Station vor dem Einzug in die Kirche.

3. Häuserzeile in der Vordergasse. Das erste Haus wurde 1720 erbaut, auch die zwei folgenden Häuser wurden in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts erstellt. Dieses imposante Straßenbild besteht nicht mehr.

4. Giebelansicht eines typischen Bauernhauses aus der Vordergasse. Während in den beiden Stockwerken die Großfamilie wohnte, wurde das Dachgeschoß als Lagerraum für Erntevorräte verwendet. Zwei auffällige Merkmale sind einmal das reetgedeckte Dach, sowie die Hausnummer 174, die darauf hinweist, daß zur Zeit dieser Aufnahme, die Häuser im noch kleinen Ort, durchnummeriert waren.

5. Ende der Vordergasse, die hier in die Hügelstraße (Eisenbahnstraße) endet. Im Vordergrund eine der alten gemütlichen Gasthäuser des Ortes. Im 'Weißen Löwen' fühlte sich jeder Gast wie zur Familie gehörig. Im Hintergrund ist noch die Bäckerei und Café Karl zu erkennen.

Juge IJ irn

6. Ein Teil der nördlichen Vordergasse, die einzigen aus Steinen erbauten Häuser in diesem Straßenabschnitt, das hinter den Kastanienbäumen versteekte Pfarrhaus rechts, und das zweite Haus links, welches im Volksmund als Lehrerhaus bezeichnet wurde,

7. Das Lehrerhaus wurde auf den Fundamenten einer Schnapsbrennerei errichtet. Beim Bau der Kirche von den Steinmetzen noch als Lagerplatz verwendet. Nach der Einweihung der Kirche 1871, wurde dieses Haus von der Gemeinde gebaut. Neben den Lehrerwohnungen befand sich unter anderem auch eine Haushaltungsschule im Gebäude.

8. Mitten im Ersten Weltkrieg entstand diese Aufnahme in der Vordergasse. Die Kinder barfuß um Schuhe zu sparen, der Mann vorne mit Strohschuhen. Die Jügesheimer, auch Giesemer Struhp1atten genannt, waren Meister im Strohplatten und Schuheflechten, und konnten sich so manche Mark nebenher verdienen.

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