Kamen in alten Ansichten Band 1

Kamen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Fred Kaspar
Gemeente
:   Kamen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2880-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Kamen in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Um es vorweg zu nehmen: dieses Buch soll weder ein Geschichtsbuch, noch eine Art Reiseführer sein. Es soll uns vielmehr eine Zeit nahebringen, die zwar schon einige Jahrzehnte zurückliegt, aber dennoch im heutigen Leben greifbar ist.

Da sind zum Beispiel manche alte Bauwerke, die noch heute, wenn auch teils umgebaut, das Stadtbild mitbestimmen. Denken Sie nur an die alten Fachwerkbauten um den Marktplatz oder an die beiden weithin sichtbaren Kirchen!Andere Häuser, die inzwischen im Zuge der Stadterneuerung verschwunden sind, wie der Schützenhof an der Weststraße oder der Reck-zuReek-Hof an der Stelle des Karstadt-Kaufhauses, leben nur noch auf alten Fotografien weiter.

Doch die Bauwerke allein geben uns noch kein vollständiges Bild vom Leben, denn sie sind ja nur der Rahmen für alle die grossen und kleinen Ereignisse in unserer alten Stadt. Deshalb werden Sie in diesem Buch auch Aufnahmen vom Alltäglichen und scheinbar Belanglosen finden, denn damals wie heute machen diese Begebenheiten einen grossen Teil unseres Lebens aus. Sicherlich wird heute auch, ebenso wie damals, Wäsche gewaschen, aber bestimmt nicht mehr in der Seseke; und gewiß käme heute niemand mehr auf den Gedanken, dort eine Kahnpartie zu machen oder sogar zu baden!

Dem gegenüber stehen die bedeutenden Ereignisse wie Schützenfest oder Sedansfeier, die die gesamte Bürgerschaft nach den damaligen gesellschaftlichen Regeln gemeinsam beging, denn man lebte noch viel mehr als heute mit seiner Stadt. Wer Unterhaltung

suchte, nutzte jede Gelegenheit aus, ein Fest zu feiern, denn Radio und Fernsehen mußten noch erfunden werden.

Darüber hinaus zeugen die Fotos von einer Zeit des Umbruchs, der das heutige Kamen weitgehend geprägt hat. Durch den Bau der Eisenbahn vor etwa hundertfünfundzwanzig Jahren siedelten sich in Kamen viele, zum Teil noch heute bestehende Fabriken an. So wandelte sich Kamen langsam von einem landwirtschaftlich orientierten Städtchen (Ackerbürgerstadt) zu einer aufstrebenden Industriestadt. Besonders bedeutend war in diesem Zusammenhang die Gründung der Zeche vor etwa hundert Jahren.

Beide Gesichter der sich gerade verändernden Stadt sind in diesem Buch vereint. Auf der einen Seite noch romantische Sesekewinkel, verträumte Gassen und hochbeladene Erntewagen, auf der anderen Seite bereits die ersten Zechenhalden, die elektrische Strassenbahn und neue, grosse Geschäftshäuser.

Es ist oft besonders amüsant beim Betrachten von alten Postkarten und Fotos, sich genauer mit den Details zu beschäftigen. Da ist zum Beispiel die nach heutigen Begriffen recht umständliche Art sich zu bekleiden, besonders beim Baden. Da sind die herrlichen Schnurrbärte und Zylinder; da sieht man neben Pferdefuhrwerken die ersten 'Schnauferl'; da entdeckt man alte Geräte, die man heute beim Trödler wiederfindet, Und wenn Sie genau die Gesichter betrachten, kann es durchaus passieren, daß Sie von einem alten Bekannten angelächelt werden!

1. Unseren Bliek ins alte Kamen wollen wir mit einer Luftaufnahme aus dem Jahre 1918 beginnen. Sie zeigt fast die ganze Stadt, die damals noch kaum über die ehemaligen Wälle und Gräben hinausgewachsen war. Quer durch das Bild verläuft der Strassenzug der Westund Oststraße. Unten rechts ist der alte Markt zu erkennen. Die Gärten und Wiesen im oberen Teil der Aufnahme sind heute längst durch die Siedlungen zwischen der Nordenmauer und dem Westring bebaut.

2. Auch unser nächstes Bild zeigt eine Luftaufnahme, diesmal etwa aus dem Jahre 1922. Das Flugzeug kommt von der Zeche Monopol her, so daß wir nun die Weststraße entlangsehen. Die große freie Fläche am linken Bildrand ist das Gebiet des ehemaligen Edelkirchenhofs, der damals noch nicht in eine Parkanlage verwandelt war. Der Stadtpark am Ostentor, den man im oberen Teil der Aufnahme erkennt, lag noch am Stadtrand, und das Gymnasium - links davon - stand noch auf freier Wiese.

3. Diese Aufnahme zeigt den Bliek vom Gebiet der heutigen Post zur Stadt. Links sieht man die beiden Schornsteine der Zeche. Vor dem linken erhebt sich die inzwischen abgerissene Synagoge an der Bahnhofstraße. Etwa in der Mitte des Bildes, auch an der Bahnhofstraße, liegt die alte Stadtmühle an der Seseke. Damals noch nicht reguliert und kanalisiert, trat der Fluß mehrmals im Jahr über die Ufer und überschwemmte weite Gebiete, oft sogar die Stadt.

4. Eine solche Sesekeüberschwemmung sieht man auf diesem Bild, das 1921 aus einem Haus an der Bahnhofstraße aufgenommen wurde. Es zeigt das Gebiet der heutigen Post mit der dahinter verlaufenden Eisenbahnlinie. Wenn die Seseke im Winter das Mersch die grossen Wiesen entlang des Flußlaufs - überschwemmte, entstand oft eine Eisfläche, die von Heeren bis Kamen reichte. Dann lief ganz Kamen Schlittschuh, manchmal sogar bei Orchestermusik.

5. Ja, so idyllisch war es früher an der Seseke!In großen Bögen schlängelte sie sich durch die Wiesen, gesäumt von alten Bäurnen, In Kamen speiste sie die Stadtgräben, die einen doppelten, teilweise einen dreifachen Ring um die Stadt bildeten. Im kamener Gebiet trieb sie drei Wassermühlen an: die Pröbstingmühle bei Heeren, die kamener Stadtmühle an der Bahnhofstraße und die Hilsingmühle vor Methler,

6. Sogar Boot fahren konnte man auf der Seseke, wie diese Aufnahme aus dem Jahre 1910 beweist! Aufgenommen wurde das Bild wohl etwas flußabwärts von Kamen, dort, wo sie nahe an den Zechenhalden vorbeifloß.

7. Doch kehren wir zurück zur Stadtmühle. Unterhalb des Wehres befand sich ein kleiner Teich, der sogenannte Mühlenkolk. Von den Bauern wurde er als Pferdeschwemme benutzt. An Sommerabenden ritten die jungen Männer auf ihren Pferden ins Wasser, um sich mit ihren Tieren abzukühlen. Der Kolk war in der Mitte so tief, daß sogar die Pferde schwimmen mußten. Außerdem wuschen die Frauen hier an einem Steg ihre Wäsche, die anschließend auf der benachbarten Wiese zum Bleichen ausgelegt wurde, wie auf dem Bild zu sehen ist.

8. Dieses Bild zeigt zwei Frauen, die ihre Wäsche am Mühlenkolk waschen. Wie sauber muß die Seseke noch 1895, als die Aufnahme gemacht wurde, gewesen sein! Es war aber doch recht umständlich, auf einem solchen Steg zu arbeiten, besonders, wenn man so einen langen Rock trägt, wie die Frau rechts im Bilde. Durch die Anlage der Zeche Heeren wurde dann aber um 1900 die Seseke so verschmutzt, daß niemand mehr zum Wasehen kam, und der Steg verfiel.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek