Kandern in alten Ansichten

Kandern in alten Ansichten

Auteur
:   Volker F. Scheer
Gemeente
:   Kandern
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2783-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kandern in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Unser Buch 'Kandern in alten Ansichten' bringt eine Zusammenstellung von alten Fotos, Postkarten und Ansichten sowie einen ergänzenden Text. Sie wollen Einiges von der Atmosphäre des alten Kanderns vermitteln und Erinnerungen wachrufen. Es soll ein Buch für jedermann sein, ein unterhaltsames Buch, das nach mehrmaligem Anschauen und Lesen auch aus einem 'Hergelaufenen' oder 'Hergefahrenen' einen echten Kanderner, einen Einheimischen werden läßt. Machen Sie mit uns einen Spaziergang durch die Straßen unseres Städtchens. Unser Weg beginnt auf dem Böscherzen und endet an der Hundstallbrücke. Vieles wird Ihnen dabei auch heute noch bekannt vorkommen, bei manchem Bild werden Sie erst lange suchen müssen, bis Sie wissen, was es darstellt und was im Laufe der Zeit an Liebenswertem verlorengegangen ist.

Aus der Geschichte Kanderns.

Kandern wird 776 erstmals urkundlich erwähnt, Der Name ist wohl keltischen Ursprungs und bedeutet soviel wie Klares Wasser. Das Kloster Lorsch erhielt hier Grundstücke, und in diesem Zusammenhang wird davon berichtet, daß man schon damals Eisenerz grub und verarbeitete. Bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts war das für Kandern wohl der wichtigste Erwerbszweig. Etwa um 1850 beschäftigte die Hüttenverwaltung in 43 Gruben 218 Bergleute. Zu ihnen gehörten auch Holzhauer, Köhler und Fuhrleute, denn verhüttet wurde mit Holzkohle. Mit Herstellung und Beifuhr war der ganze 'Wald', also das hintere

Kandertal, beschäftigt. Das Erz kam aus den Gruben in Hammerstein, Tannenkirch, Hertingen, Liel, sogar aus den Gemarkungen Auggen und Kleinkerns. So war Kandern früh Mittelpunkt der Umgebung. Allerlei Bedürfnisse mußten befriedigt werden. Schmiede, Schlosser, Schuhmacher, Sattler und Wagner hatten Arbeit. Vierzehn Zünfte hatten hier ihren Sitz, und außer Akten geben Zunftladen und Zunftschilder einiger von ihnen Kunde. Der Schmelzofen, das Eisenwerk, war ein Ortsteil für sich, während sich das eigentliche Dorf um die Kirche ausbreitete.

Das 1083 gegründete Kloster St. Alban in Basel bekam die Kirche zu Kandern, so daß aus diesem Jahr die erste zuverlässige Kunde von der Kanderner Kirche stammt. Am 1. Juni 1556 wurde in Kandern die Reformation eingeführt. 1625 wurde an der Stelle der früheren Kirche des heiligen Clemens eine neue errichtet; 1720 erhielt sie einen Anbau, der auf dem Friedhof als Kapelle wiedererrichtet wurde. Die jetzige evangelische Stadtkirche wurde 1825-1827 erbaut. 1861 wurde in Kandern wieder eine katholische Kirche erbaut, und 1904 wurde Kandern zur selbständigen katholischen Pfarrei erhoben.

Am Südende der Gemarkung befand sich die Papiermühle. Wahrscheinlich bestand sie seit dem Basler Konzil (1431-1448). Sie blieb im Besitz bekarmter Basler Papiererfamilien. Einern Papiermeister wurde 1803 ein Sohn geboren, der als Pionier Kaliforniens bekannt wurde: Joharm August Sutter, der 'Kaiser van Kalifornien'.

Zwischen dem Dorf und dem Eisenwerk kauften der

Landvogt und seine Räte 1589 'am Ende des Dorfes' einen Platz, um dem Forstmeister ein Haus zu bauen. Es wurde ein stattlicher Bau, zeitweise auch als Schloß bezeichnet.

Der Dreißigjährige Krieg brachte besonders im Jahre 1633 viel Schaden. Am 15. April wurden 20 Gebäude ein Raub der Flammen und 21 Einwohner kamen ums Leben.

1756 verlieh Markgraf Karl Friedrich dem Marktflecken Kandern das Recht auf einen weiteren J ahrmarkt, verbunden mit einem Viehmarkt. Wann der ältere Markt genehmigt worden war, ist nicht bekannt, doch 1572 wird der Markgraf 'rechter und einiger Herr und Inhaber eines Marktes in Kandern' genannt, der im Spätjahr um den Katharinentag abgehalten wird. Er ist ein beliebter Treffpunkt von 'Wäldern' und 'Rebländern'. Der Wochenmarkt ist noch älter. Große Bedeutung hat der 'Kanderner Nationalfeiertag', der traditionelle 'Roßmärt', heute verbunden mit Reitturnier und Budenfest am zweiten Wochenende im September.

1796 mußte Kandern noch einmal die Schrecken des Krieges erleben. Beim 'Moreauschen Rückzug' befand sich das französische Hauptquartier am 22. und 23. Oktober im Kanderner Forsthaus. Am 24. Oktober griff die kaiserliche Armee unter Erzherzog Karl an und eroberte am gleichen Abend den Ort. Neben der Beschießung hatte Kandern durch Plünderung viel zu leiden.

Die Markgrafschaft wurde ein Teil des neugebildeten Großherzogtums Baden, und mit der Verleihung eines

Bezirksamtes, dessen Grenzen etwa 50 Ortschaften urnfaßte, wurde Kandern 1810 zur Stadt erhoben, verlor aber 1820 bei einer Neuregelung das Amt wieder.

1821 wurde der jetzige Friedhof eingerichtet. Unweit der Kapelle steht ein Stein für die im Krieg 1870/71 gebliebenen Männer.

Am 1. April 1840 wurde die Poststrecke LörrachKandern eröffnet, am 1. Mai 1895 die Nebenbahn Haltingen-Kandern dem Verkehr übergeben. Das brachte eine wesentliche Verbesserung in vielen Bereichen.

Am 20. April 1848 kämpften badische und hessische Truppen gegen die heckerschen Freischaren. Beim Gefecht auf der Scheideck fiel Generalleutnant von Gagern. Ein Gedenkstein erinnert an ihn, eine Tafel an den gefallenen Soldaten und die zehn Freischärler. An die in den beiden Weltkriegen Gefallenen erinnert das Ehrenmal auf dem Böscherzen. Von dort aus hat man den schönsten Bliek über die Stadt. Zahlreiche Flüchtlinge fanden in Kandern eine neue Heimat, und in den letzten Jahren haben sich viele Menschen Kandern als neuen Wohnort gewählt.

Das Heirnat- und Keramikmuseum wurde im Anschluß an das Stadtjubiläum von 1910 begründet und ist in seinem jetzigen Domizil seit der l200-Jahrfeier 1976. Es bewahrt Erinnerungsstücke an das alte Kanderner Handwerk - vor allem das Töpferhandwerk und zeigt das Wirken der heute in Kandern und den Stadtteilen Feuerbach und Holzen arbeitenden Kunsthandwerkern und Künstlern, die Kanderns Namen in alle Welt tragen.

Xandern

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1. Kandern um die Jahrhundertwende. Der Bau der Bahn nach Kandern bringt eine Ausweitung des Städtchens nach Westen mit sich. Noch sind die Südhänge von Geißhalde und Häßler voller Reben. Ernst Herzog schreibt 1901: Das Städtchen liegt in einem Becken zwischen den sûdlichen und westlichen Ausläufern des Schwarzwaldes am Fuße des Blauen und am Zusammenfluß der zwei Arme der Kander, welche beide am Blauen entspringen. die Minderkander oder Lippisbach sûdliclt und die eigentliche Kander ostlich. Die Stadt hat rund 2000 Einwohner, eine evangelische und eine katholische Kirche, erweiterte Volksschule und Gewerbeschule, zwei Ärzte, Apotheke, Sparkasse, Gewerbebank, ein Postamt mit Telegraphenbetrieb und ist an das allgemeine Fernsprechnetz angeschlossen. An Behörden sind das Großherzogliche Forstamt und das Großherzogliche Notariat vorhanden. Kandern ist elektrisch beleuchtet und mit Wasserleitung versehen. Jeden Samstag ist Wochenmarkt, und im Laufe des Jahres werden zwölf Viehmärkte abgehalten.

2. Das Zentrum des Städtchens im Luftbild 1929. Die Hammersteiner Straße führt über die Storchenbrücke zu dem Gebäude, wo sich das alte Rathaus befindet. In der rechten Bildhälfte dominiert der Blumenplatz als großzügige Platzanlage für die Viehmärkte geschaffen. Am oberen Bildrand sind die Fabrikgebäude der Tonwarenfabrik Kammüller - Hintere Mühle - und der Tonwerke zu sehen, Noch sind die Gebiete um Flühweg und Hebelstraße nicht bebaut. Evangelische Kirche und Schule bilden mit dem Marktplatz den Mittelpunkt. Der Kern Kanderns ist also wohl um die Kirche entstanden. Man muß sich vor Augen halten, daß die Storchenbrücke jahrhundertelang die einzige Brücke ist, über die der Verkehr von Basel kommend in die Stadt hinein und am damaligen Rathaus vorbei auf der Hauptstraße wieder hinaus nach Schliengen beziehungsweise stadtaufwärts zum Eisenwerk und ins Wiesental geleitet wird.

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3. Das Gasthaus 'Zur Krone'. Die 'Krone' liegt ursprünglich mitten in der Stadt, und zwar neben der 'Sonne", 1839 kauft der übereggener Johann Giss die Realschildgerechtigkeit und verlegt das Gasthaus in sein Anwesen. Als er am 23. April 1840 das neuerbaute Gasthaus bezieht, gibt es bis hinauf zum Käppelebuck noch keine Häuser, 1866 wird der rechte Anbau errichtet, der lange Jahre die Volksbank beherbergt. Das Hauptgebäude wird um die Jahrhundertwende neu erstellt, der wenige Zeit später erbaute Saal in der Bahnhofstraße am 9. Mai 1905 als 'Schiller-Saal' eingeweiht. Die Frau von Karl Giss, dem Sohn des alten Giss, ist August Mackes älteste Schwester. Als Kronenwirtin nimmt sie ihre alte Mutter auf und bietet auch ihrem Bruder August bei seinen Besuchen ein Zuhause. Karl Giss stirbt 1917, und zwei Jahre später heiratet seine Witwe den Sägewerksbesitzer Gustav Hagin. Seit 1919 ist die 'Krone' im Besitz der Familie Schauer.

4. Der Fuhrhalter Kammüller. Die meisten Pferde besitzt wohl der Fuhrhalter Karnmüller, der 'Bössi'. Mit dem Pferdefuhrwerk führt der Ertel, einer seiner Knechte, täglich die Milch nach Friedrichsheim, und sogar die Post hat ihr Rößlein, mit dem die Briefe und Pakete nach Tannenkirch und Holzen befördert werden. In der 'Krone' ist der Boch von Tannenkirch langjähriger Rosser, wie man die Pferdeknechte nennt. Er fährt die Hochzeitskutsche, hat einen wiegenden Gang wie ein Seemann und schon in jungen Jahren kein einziges Härlein mehr auf dem Kopf. Ein uralter Kandemer Rosser ist auch "s Kammüllers August'. Er führt für den 'Bössi' die Postkutsche nach Marzell. Bis zum Abbruch des rechten Anbaues und des zurückgesetzten alten Hauses auf unserem Bild wohnt hier der letzte Kanderner Handweber, der in die Zielstraße verzieht. Die Sparkasse kauft das Gelande, errichtet aber erst zwölf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg dort ihren Neubau, Das Hauptgebäude geht an Familie Schock, die Sägerei, Küferei und Spirituosengeschäft einrichtet,

5. Der Friseur Bodenweber. 1812 eröffnet Johann Friedrich Bodenweber in der Hauptstraße nach seiner Lehr- und Gesellenzeit als 'Wundarzneidiener und Barbier' ein Friseurgeschäft mit Zahnpraxis. Er ist also ein Spezialist in Doppelfunktion: bei ihm kann man nicht nur die Haare schneiden oder ondulieren lassen, er behandelt auch schmerzhafte Zähne, die meist der Zange zum Opfer fallen. Bodenweber handelt auch mit Halbedelsteinen wie Achat und Jaspis und verlegt 1902 sein Geschäft in die Bahnhofstraße. Als Herrensalon und Fußpflegepraxis führt es sein Schwiegersohn August Wagner 1919 weiter, und zeitweise sind im Geschäft auch Spazierstöcke und Raucherwaren zu bekommen. Vier Generationen sind dem Handwerk treu, bis die letzte aufgibt.

Bahriljofrestaurant Kandern, Bad. Schwarzwald Bes. C. Fritz

6. Das Gasthaus 'Zum Bahnhof". August Lorenz Fritz aus Grißheim heiratet 1861 die Sophie Köbel von Kandern und zieht auf das Stadthans in die Wirtschaft 'Roter Löwe'. Er betreibt sie bis 1866. Bei der Geburt seines Sohnes Robert 1867 ist er im Besitz des 'Storchen'. 1877 erwirbt er auch den 'Anker', das heutige Haus Metzgerei Sprich, verpachtet ihn aber. Als 1895 die Kandertalbahn erbaut wird, baut der Sohn Robert die Bahnhofswirtschaft mit Metzgerei im Apothekergarten. Der Enkel Carl betreibt sie bis 1949 selbst, nachdem er 1921 den elterlichen Betrieb übernommen hat. Eines der ersten Autos in Kandern gehört ihm, dem 'Fritze-Scherri'. Er ist ein Original und ein verdienter Sänger. Verschiedene Pächter sind nach ihm auf dem 'Bahnhof", bis das Anwesen in den Besitz der Badischen Staatsbrauerei Rothaus übergeht, die es jetzt auch wieder verpachtet hat,

7. "s Chanderli' - die Bahnlinie Haltingen-Kandern. Seit 1847 bemüht sich die Stadt Kandern um eine Bahnlinie. Am 1. August 1894 wird mit den Bauarbeiten in Haltingen begonnen, und bereits Mitte Dezember ist das Gleis bis zum Endbahnhof Kandern gelegt. Nach der behördlichen Abnahme am 24. April 1895 und den Einweihungsfeierlichkeiten am 29. und 30. April wird der öffentliche Betrieb mit zwei Dampflokomotiven, sieben Personenwagen, zwei Postpackwagen, drei offenen und zwei gedeckten Güterwagen am 1. Mai 1895 aufgenommen. Schon vier Jahre später werden die Erwartungen von der Bahnlinie bei weitem übertroffen, deshalb wird 1907 eine dritte Dampflokomotive angeschafft. Um 1918 ist die Blütezeit der Bahn erreicht. Der neue Verkehrsweg treibt die industrielle Entwicklung ganz beachtlich voran. Bereits im Jahre 1900 haben Interessenten eine Verlangerung der Strecke nach Malsburg-Marzell erstrebt, ja sogar vor einer Blauen-Bahn ist die Rede. Stattdessen ist die Steinbruch-Bahn mit Umladerampe auf dem Bahnhof Kandern entstanden.

8. Die 'Sommerhalle ' am Bahnhof. Gegen Ende der Bauarbeiten zur Errichtung der Bahnhof-An1age entsteht wohl dieses Bild. Die Bauherren halten es den Zeitverhältnissen entsprechend für geboten,die baulichen Anlagen auf einfache Weise zu erstellen. Zwischen 1899 und 1906 werden durch die Belebung der Industrie und aufgrund zunehmender Verfrachtungen Erweiterungen nötig. So werden die Nebengeleise in Kandern um 204 Meter erweitert, der Haltepunkt 'Wolfsschlucht' eingerichtet, die Ladestraße in Kandern um 550 Quadratmeter vergrößert und die Verladerampe verlängert. Das Stationsgebäude Kandern erhält elektrische Beleuchtung. Vering & Wächter in Berlin haben 1898 die DEBG gegründet, die bald die Kandertalbahn übernimmt und den Betrieb ausfJihrt. Die Bahn geht am 30. April 1963 an die SWEG über, die das Land ins Leben gerufen hat, um die Kleinbahnen in Baden-Württernberg zu erhalten. Heute steht an der Stelle dieser Wartehalle die 'Gambrinus-Stube' mit dem Kiosk.

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