Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2

Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Willi Engelschalk
Gemeente
:   Kaufbeuren
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6605-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kaufbeuren in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Der erste Band 'Kaufbeuren in alten Ansichten' ist überaus freundlich aufgenommen worden und har bereits drei Auflagen erreicht. Deshalb komme ich dem Wunsch des Verlages und Anregungen aus der Leserschaft gerne nach, einen zweiten Band zusammenzustellen. Inzwischen ist auch der Bildbestand des Stadtarchivs angewachsen, und viele Fotos aus Privatbesitz sind mir zugänglich gemacht worden. Die daraus getroffene Auswahl umfaßt die Zeitspanne zwischen 1895 und 1960. Die Motive sind so gewählt, daß sie Schlaglichter auf die in den Objekten dokumentierte Geschichte werfen und Einblicke in das Wirtschaftsleben und in die gesellschaftlichen Verhältnisse der damallgen Zeit ermöglichen. Die Bilder sind so angeordnet, daß sich der Leser von außen aus mehreren Richtungen dem Stadtkern nähern kann und sich zuletzt in der Kaiser-Max-Straße, dem alten Markt, befmdet. In den erläuternden Texten habe ich mich bemüht, das Bildverständnis mit historischen Fakten zu unterstützen. Hauptquellen bei den Reeherehen waren die Unterlagen des Stadtarchivs Kaufbeuren und die Kaufbeurer Geschichtsblätter, die der Heimatverein Kaufbeuren e. V. seit 1952 herausgibt. Aber auch viele Gespräche mit Zeitzeugen haben geholfen, den Inhalt der Bilder zu erschließen.

Das zu Ende gehende [ahrhundert hat so rasche und so tiefgreifende Veränderungen gebracht wie keines vor ihm. In seiner ersten Hälfte, von der das Buch vorwiegend handelt, sind sie katastrophenartig über die Menschen hereingebrochen. Zwei Weltkriege, zwei Inflationen, der Holocaust und Vertreibungen haben unsägliches Leid verursacht. Bei der Betrachtung der Bilder ist zu bedenken, daß sie meist in den Atempausen dazwischen entstanden sind, in den Zeiten des Aufbaus, der Hoffnung und des Versuchs, sich erfolgreich im Leben zu behaupten. Die Fotos zeigen auch, wie die Grundlagen von Wachstum und Aufschwung in das Iahrhundert davor zurück reichen. Ein daraus entstandener bescheidener Wohlstand ist aber im Ersten Weltkrieg dem Elend gewichen. Die Notzeiten reichten weit über das Kriegsende hinaus. Mit Rationierungen und Lebensmittelmarken mußte der Mangel verwaltet werden. Den Höhepunkt erreichte die Not hier 1917/18, ein jahr nach dem berüchtigten 'Steckrübenwinter'. Tragischerweise haben sich die Verhältnisse im Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach wiederholt. Die allzu kurze Periode zwischen den Kriegen reichte nicht für eine wirtschaftliche Gesundung, sondern war von extremen politischen Auseinandersetzungen, Inflation und krisenhaften Erscheinungen gekennzeichnet. Die Aufbau-

jahre nach dem Zusammenbruch erscheinen nur noch in wenigen Bildern. Wir dürfen uns glücklich schätzen, den Bliek zurück von einer sicheren Plattform aus Freiheit und Wohlstand in die Vergangenheit werfen zu können.

Für die Hilfe, die ich von allen Seiten beim Sammeln der Bilder und der Informationen erhalten habe, sei herzlich gedankt. Besonders bedanke ich mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs Kaufbeuren und seinem Leiter Dr. Stefan Fischer; beimArchivar des Heimatvereins Kaufbeuren, Egon Guggemos, und stellvertretend für die vielen Prrvatpersonen beim Senior der Bildchronisten, Peter Mayrhuber. Alle Leser, die auf den Bildern Personen identifizieren können oder unbekannte Details erkennen, bitte ich um freundliche Hinweise und hilfreiche Kritik.

Kaufbeuren, im September 1999 Dr. Willi Engelschalk

1 Gezeichnete Postkarten waren bis in die dreißiger Iahre unseres Iahrhunderts sehr beliebt. Konnte man doch manches Unvorteilhafte hintanstellen, Bedeutsames aber stolz hervorheben und das Objekt im schönsten Licht erscheinen lassen. Die Stadt Kaufbeuren hat der Zeichner nahe an das imposante Hochgebirge gerückt, Oberbeuren (rechts) gar an einen See verlegt, den Wertachlauf gestreckt und die Straßen kräftig verbreitert. Als Symbole des Fortschritts rauchen die Schlote der Brauereien und der Vereinigten Kunstanstalten. Detailreich ausgeführt sind die Mechanische Baumwollspinnerei

und -weberei (vorne) und die Heil- und Pflegeanstalt (rechts), aber auch die Türme der historischen Altstadt.

Postkarte um 1 91 o.

2 Der Unbekannte, der sich unter einer alten Eiche bei Petersruh nach Süden wendet, har einen unverstellten Bliek auf die Silhouette der Stadt Kaufbeu-

ren und die verschneiten Alpen dahinter. Weite Wiesen reichen bis zum dunk1en Saum des Auwaldes, der den Lauf der Wertach markiert. Auf dem vom

Fluß in einer großen Schleife umfaßten Areal hat sich die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Stadtteil 'Im Haken' ungehindert ausbreiten können.

Zum Aufnahmezeitpunkt lebten in Kaufbeuren nicht ganz 9 000 Menschen, das ist gut ein Fünftel der heutigen Einwohnerzahl.

Foto Stadtarchiv um 1905.

3 Um die Kaufbeurer Altstadt vor das Wettersteingebirge und die Ammergauer Alpen rücken zu können, haben Fotografen damals wie heute ihre Apparate gerne bei Föhn an der Hangkante am Anstaltsberg aufgebaut. Vergleichsbilder aus späterer Zeit zu finden. ist deshalb nicht schwer. Zur Orientierung können die Türme dienen: Rechts derFünflcnopfturm.dann der Wehrturm bei St. Blasius, die kleine spitzeTurmhaube der Klosterkirche, derTurm der Dreifaltigkeitskirche, daneben der von St. Martin und links der Gerberturm. Vor dem Langhaus von St. Martin ragt der Kamin des 1863

errichteten Gaswerks auf. Er symbolisiert die gewerbliche Umwandlung eines ehemals landwirtschaftlich geprägten Vorstadtgeländes, wie es noch vom Gutshof Moosmang

(ganz rechts) gekennzeichnetwird.

Foto Carl Goldmann vor 1925.

4 Vom Turm der St.-Martins-Kirche läßt uns der Fotograf nach Nordwesten auf den Gerberturm (Bild 57) und in die Neue Gasse (Bild 61) blieken, Die Enge der Altstadt kontrastiert mit den unbebauten Vorstadt-

flächen, auf die die neue Zeit gerade zuzugreifen beginnt. Links oben (siehe Kamin) ist 1872-1876 die Heil- und Pflegeanstalt entstanden, auf der Hangstufe in der Mitte steht das zur Klinik gehörende Frauen-

Landhaus, erbaut

1909/10. Rechts, hinter der Flur 'Auf der Schnelle', wo jetzt das Espachstift steht, sieht man das im Volksmund wegen seines zweiflügeligen Grundrisses Hufeisenhaus genannte

Gebäude, das die Mechanische Baumwollspinnerei und -weberei 1908/09 mit 66 Wohnungen für die Familien ihrer Mitarbeiter hat erbauen lassen. Postkarte urn 1 91 2.

5 In der frühen Nachkriegszeit war die Bebauung im Osten der Stadt noch nicht bis zum Rand des Wertachtales, erkennbar an der markanten Geländestufe, fortgeschritten.

Sie endete, von Ausnahmen abgesehen, an der Bahnlinie nach Buchloe, deren Bogen die Straße Am Hang (Mitte) nachzeichnet. Der Bahndamm der Strecke nach Schongau, stillgelegt

1 972, verläuft durch die Wiesen zu den Siedlungshäuschen am Fuß der Weinhalde (links). Der Grundstein für den späteren Mittelpunkt des Neubauviertels, die Kirche St.

Ulrich, ist noch nicht gelegt. Im Vordergrund sieht man die Augsburger Straße mit St. Dominikus (rechts). Cekade Luftbild vor 1955.

6 Nachhaltigen Einfluß auf Bevölkerung und Wirtschaft Kaufbeurens hatte es, als 1935/36 ein alter Wunsch der Stadt nach einer Garnison mit der Er-

richtung des Fliegerhorstes in Erfüllung ging. Das Bild, von der Oberbeurer Skihütte nach Osten aufgenommen, zeigt die Neubauten an der Apfeltranger

Straße zwischen dem Brauereiberg (links) und der Wallfahrtskirche

St. Cosmas. Entlang der Kemptener Straße, die im Mittelgrund durch offene

Wiesen führt, regt sich am Lachenbühl erste zaghafte Bautätigkeit.

Foto Fidelius Kustermann um 1940.

7 Als Kaufbeuren 1935/36 einen Militärflugplatz erhalten hatte, wurde an seinem Westrand nahe der Kirche St. Cosrnas ein Offizierskasino errich-

tet. Das Bild zeigt den turmartigen Anbau an der Sûdwestecke mit Bliek auf Oberbeuren, damals noch eine selbständige ländliche Gemeinde im Landkreis

Kaufbeuren. Für den Fliegerhorst haben die Oberbeurer Bauern viel Grund abtreten müssen, Über dem verschneiten Mösle sieht man die pfarrkirche

St. Dionys und rechts daneben die alte Volksschule. Foto Fidelius Kustermarm um 1940.

8 Bis in die Nachkriegszeit hatte man vom Kesselberg einen unverbauten Blick auf St. Blasius und die Stadtmauer. Von den Häusern an der Kemptener Straße sind nur Dächer und

Kamine sichtbar. Die Felder der kleinen Landwirtschaft, die Maria Schmerbach bis in die fünfziger [ahre am Kesselberg (Haus Nr. 9) betrieb, wurden gelegentlich von den Schaf-

herden aufgesucht, die auf dem Weg zum nahen Fliegerhorst waren. Die Tiere mußten das Gras auf dem ausgedehnten Mi1itärgelände kurz halten. Der doppelte Nutzen für Wehrmacht

und Schäferei war durchaus im Sinne der damallgen Kriegswirtschaft. Foto privat März 1943.

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