Kempen in alten Ansichten

Kempen in alten Ansichten

Auteur
:   Jakob Hermes
Gemeente
:   Kempen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3078-3
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kempen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wie sah meine Umwelt früher aus? Was ist anders? Was ist nicht mehr? Auf diese Fragen vermag eine Beschäftigung mit alten Ansichten von Städten, ihren Straßen und Plätzen eine klare Antwort zu geben. Dabei machen wir gleich die Feststellung, wie stark unsere Umwelt in einem steten Wandlungsprozeß Veränderungen unterworfen ist, die wir erst in bestimmten Zeitabständen wahrnehmen.

Die Photographie erweist sich bei dieser Untersuchung als ein wirksames Hilfsmittel. Das ist nicht nur im dokumentarischen Sinne gerneint, nein mehr noch im Sinne einer Vermittlung, welche uns das Einst der Gesichter, der Moden, der Häuserfassaden, des Straßenlebens, kurz des Lebensraumes unserer Altvordern konkret vor Augen führt, Die Stadt Kempen ist in der glücklichen Lage, über eine Vielzahl alter Ansichten zu verfügen, die uns die Veränderungen des Stadtbildes, vor allem von 1890 bis 1935 und in einzelnen Fällen bis an die Schwelle des letzten Jahrzehnts vor Augen führen. Mag auch der Stadtkern im Grundriß geblieben sein, die Bebauung hat aus vielerlei Ursachen periodenhaft das Bild gewechselt. Doch nicht nur die optischen Veränderungen der einzelnen Abbildungen fesseln unsere Aufmerksamkeit, nein auch die zeitgeschichtlich aussagestarken Hinweise auf den Wandel von Charakter und Struktur der Stadt im Verlauf von acht Jahrzehnten.

In 116 Aufnahmen wird versucht, das Bild von alten Häusern,

Straßen und Plätzen wieder lebendig werden zu lassen, Bilder, die nicht mehr wiederkehren oder stark verändert sind. Dem älteren Bürger, der sich noch an das frühere Bild aus eigenem Erleben erinnert, wird es eine Wiedergeburt vergangener Vorstellungen sein, dem jüngeren Zeitgenossen dagegen das Aussehen der Stadt aus frünerer Zeit vermitteln.

Die Bildschärfe läßt in vielen Fällen zu wünschen übrig, weil weder lichtstarke Objektive noch hochempfindliche Filme dem Photographen von damals zur Verfügung standen. Bedenken wir, die Photographie, wenn auch schon 1839 von dem Franzosen Daguerre erfunden, hatte erst in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts in Kempen ihren Einzug gehalten und steckte vor dem ersten Weltkrieg noch in den Kinderschuhen, was die verschiedentlich mangelhafte Bildqualität verständlich macht.

Die in die Bildfolge alter Ansichten eingestreuten Porträtaufnahmen berichten von Kempener Bürgern, die sich um die Stadt verdient gemacht haben. Lediglich die Berücksichtigung der beiden Polizeidiener aus der wilhelminischen Zeit hat ihre Ursache in der Volkstümlichkeit, die sie in Kempen zu ihrer Zeit gehabt haben.

Der Bildtext mußte aus teelmisehen Gründen knapp abgefasst werden, läßtaber im Bedarfsfall keinesfalls geschichtliche Erläuterungen vermissen.

Kempen im Dreieck der Großstädte Krefeld, Mönchengladbach und Venlo zählt zu den ältestcn Städten am Niederrhein, Ihren Ursprung führt sie auf eine Gründung des Kölner Erzbischofs zurück. Ausgangspunkt ist ein Salhof im Südwesten des historischen Stadtkerns, der urkundlich um die Jahrtausendwende bezeugt ist.

Bis 1188 entwiekelt sich das Dorf Kempeno, das um 1200 den Grundstein zur heutigen Pfarrkirche legt. Sie wird zum Mittelpunkt des Ortes, um den die Bürger wie um einen Irnrnunitätsbereich ihre Häuser im krcisförrnigen Straßenbild bauen, das von vier in Himmelsrichtung angelegten Hauptstrafsen durchschnitten wird, Um 1290 auf Wunsch des Erzbischefs befestigt, erhält der Ort am 3. November 1294 Stadtreehte. Als Sitz des Amtes Kempen bleibt er bis 1794 beim Kurfürstcntum Köln. Unter Napoleon wird Kempen bis 1814 französisch und kommt ein Jahr später an Preußen. Es wird Kreisstadt des neu gebildeten Kreises Kempen und bleibt es auch nach der Verwaltungsreform 1929 des neuen Krciscs Kernpcn-Krefcld bis zum 31. Dezernber 1974.

Seit jeher ist Kempen Verwaltungszentrum und Schulstadt und damit Sitz einer Vielzahl von Behörden und Schulen. Die Industrie findot erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stärkeren Einlaß in die Stadt. Bis dahin bestimmen Landwirtschaft, Handwerk und Handel das Wirtschaftslcbcn. Die Industrie sctzt sich aber immer stärker durch und wird vor allern nach dcm le tzten Krieg durch ihre Vielschichtigkeit zum bestimmenden Wirtschaftsfaktor.

Das Bild der Altstadt ist in seiner ursprünglichen Forrn er· halten geblieben, An Stelle von Graben, Wall und Mauergürtel umschlicßt heute cine schattige Promenade mit geschmackvoll angelegtem Grüngürtel die Stadt. Unversehrt stehen heute noch das Kuhtor (1370), der Mühlenturm (1487), der Peterturm (1522) und das Wahrzeichen der alten Residenz, die ehcmaligc k urkölnische Burg (1396-1400), ein zweiflügeliger Monumentalbau mit drei wuchtigen Rundtürmen. Die im Verlauf von 250 Jahren von ciner kleinen romanischen Basilika zu ciner gotischen Hallenkirche erweiterte Pfarrkirche, 1935 zur Propstci erhoben, enthält wertvolle Kunstsehätze

aus dem 14.-16. Jahrhundert. Das Franziskanerkloster (18. Jahrhundert) mit angrenzender Paterskirche (17. Jahrhundert) und die Heiliggeistkapelle (15. Jahrhundert) runden das Bild der Sakralbauten ab. Patrizier-, Bauern-, Fachwerkund Kaufmannshäuser vom 16.-18. Jahrhundert vermitteln einen Querschnitt durch die ständische Zusammensetzung der ehernaligen Bevölkerung.

Seit 100 Jahren ist die Stadt über ihren historischen Kern hinausgewachsen, was das Ansteigen der Bevölkerung von 7.000 auf 20.000 Einwohner deutlich macht. Ein Kranz moderner Wohnsiedlungen hat sich um die alte Stadt gelegt. Vor allem der neue Stadttcil im Norden. die angrenzende Industriestadt und das Fernheizwcrk sind Willcnsausdruck einer für die Neuzeit aufgeschlossenen Stadt, nicht minder im Nordwesten ein neues Schulzentrum, moderne Sport- und Erholungsstätten in gept1egten Grünanlagen und neuzeitlich ausgestattete Häuser für eine vorbildliche Krankenpflege und Altenhilfe. Seit 1967 verfügt Kempen über ein modemes repräsentatives Rathaus.

Der Tradition verbunden, unterhält die Stadt in den Kreuzgangen und Kapitelsälen des ehemaligen Franziskanerklosters das wertvolle Städtische Kramer-Museum und in den Räumen des Kuhtors das reichhaltige Stadtarchiv. Beide Stätten vermitteln einen Spiegel der Heimat.

Seit dem 1. Januar 1970 ist die ehemalige Stadt Kempen im Rahmen der kornmunalcn Gebietsreform mit den bis dahin selbständigen Gemeinden St. Hubert, Tönisberg und Schrnalbroich sowie den beiden Bauernschaften St. Peter und Unterweiden zur neuen Stadt Kempen zusammengeschlossen und zählt knapp 30.000 Einwohner. Diesc größere neuzeitliche Verwaltungseinheit sieht in ihrern Auftrag, Entwicklungsschwerpunkt 11. Ordnung zu sein, eine zukunftsbetonte AufgabensteIlung.

Aus der Vergangenheit schöpfend und lernend, für die Zukunft planend und schaffend, ist Kempen dem Bürger Heimstatt und Helfer im Strom pulsierenden Lebens in beschaulicher Landschaft und bietet dem Gast die offene Tür herzlichen Willkommens.

1. Kempens Stadtrechtsurkunde vom 3. November 1294 ist seit drei Jahrzehnten wieder auf Wanderschaft. Wurde sie 1942 nach langem Schlummerdasein in einem Privatarchiv der Stadt zurückgegeben, so ist sie nach Eroberung der Stadt 1945 wieder unterwegs. Vermutlich ziert sie die Andenkensammlung eines amerikanischen Offiziers. Alle Versuche der Stadt zur Rückgewinnung ihres wertvollen Taufscheins blieben bislang ohne Erfolg. Vielleicht bringt auch hier wieder ein glücklicher Zufall das kostbare Dokument an den Ort ihres rechtmäßigen Besitzers zurück.

2. Die ehemalige Festung Kempen im 17. Jahrhundert. Umgeben von Wassergräben und Wällen und umfriedet von einer hohen mit Türmen und Toren bewehrten Mauer liegt die Stadt wohlgeborgen im Schutz eines starken Verteidigungsgürtels. Rund um die Stadt liegen die eingezäunten Gärten der Bürger. Dann verliert sich der Bliek in der Weite der Feldflur. Der Eisenbahnbau 1863 sprengte den Festungsring durch Erweiterung des bebauten Areals über den Stadtkern hinaus und drängte das Bild einer stillen Feld- und Wiesenlandschaft immer stärker zurück.

3. Ansicht von Kempen um 1912. Im Vordergrund die schattige Promenade des Möhlenrings mit anschliessendern Kloster St. Anna. Das Gebäude aus dem 15. Jahrhundert zeigt rechts die Ökonomie und links den Schwesternkonvent. Das Kloster, 1802 von den Franzosen aufgehoben, ging in Privatbesitz über und diente verschiedenen Nutzungszwecken. Nach Abtrennung des Ostteils zur Einrichtung eines Landwirtschaftsbetriebes um 1845 fand der Rest Verwendung für Wohnungen. Inzwischen wurde die Klosteranlage abgebrochen, um einer neuen Straße Platz zu machen.

B'ick au: Kempen

4. Ein Bliek auf Stadtgarten und Franziskanerstraße im Jahre 1906. Hoch erhebt sich das auf angeschüttetem Erdhügel aufgebaute und mit Blumenbeeten geschmückte von-LoeDenkmal im Bering eines schmiedeeisernen Gitters und verschlungener Spazierwege. 1m Hintergrund die hübsche Baumreihe der Franz.iskanerstraße mit dem Kampendonkschen Haus und der nördlich anschließenden Hofanlage des Bauers Peters, ein Idyll niederrheinischer Kleinstadt-Romantik.

Kempen. - Königl. Lehrerseminar.

5. Das 1910 erbaute ehemalige königliche Lehrerserninar, heute Gymnasium Thornaeum, nach einer Ansicht aus dem Jahre 1912. Die mittlerweile zu stattlichen Bäumen und Sträuchern emporgewachsenen Schößlinge sind über die Umfriedungsmauer noch nicht hinausgekommen. Auch ist der Bliek auf den Wohntrakt des Dienstgebäudes noch ungestört. Seit einigen Jahren hat dieser Baukörper einem Schulerweiterungsbau Platz machen müssen.

Gru ss aus lèl11pèll (IXh1d.)

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6. Auf der Ellenstraße zeigt um die Jahrhundertwende noch manches Haus sein ursprünglich bescheidenes Aussehen, ehe es durch Umwandlung des Erdgeschosses ein modernes Geschäftshaus geworden ist. Die Straße ist noch frei für den Fußgänger. Einzeln und in Gruppen haben die Passanten Aufstellung genommen, urn für die Aufnahme des Photographen eine gute Figur abzugeben. Der Briefträger zeigt dabei die beste Haltung, als hätte er schon mehrmals in einer solchen Situation gestanden.

KEMPEN (Rh.)

EIlenstraße

7. Vor dem ersten Weltkrieg war es noch ungefährlich, die Straße als Spazierweg zu benutzen, wie ein Bliek vor sechs Jahrzehnten in die Ellenstraße beweist. Nur einzelne Häuser erfreuen sich eines plattierten Bürgersteigs, die Mehrzahl hat vor der Hausfront einen Keienbelag. Rechts im Vordergrund die hohe Umfriedung eines Grabengartens.

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8. Eine jüngere Aufnahme der Ellenstraße aus der Mitte der zwanziger Jahre. Vorne links das im letzten Krieg zerstörte Heiligenhäuschen, vorne rechts das zur Anlage umgestaltete Gartengelände. Im Hintergrund behaupten sich mit erfolgreichem Bemühen Pferd und Wagen gegen die aufkommende Konkurrenz des Automobils, das allerdings als Einzelerscheinung der Vorherrschaft des Vierbeiners noch nicht den Rang 'abfahren' kann.

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