Kennt Ihr sie noch... die Bockhorner

Kennt Ihr sie noch... die Bockhorner

Auteur
:   Dieter Horstmann
Gemeente
:   Bockhorner,
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1948-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Bockhorner'

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EINLEITUNG

In zwei Bänden stellten Verlag und Verfasser 'Bockhorn in alten Ansichten' vor. Die Bändchen fanden ihren Leserkreis, schon bald konnte sich der Verlag zu Neuauflagen entschließen.

Viele Erinnerungen wurden wach, die alten Bockhorner sahen sich in ihre Jugendzeit versetzt. Aber auch die junge Generation fand viel Freude an der Zeit ihrer Großeltern. Das Wort 'damals' ging um in Bockhorn und dieses 'damals' ist es, was auch Fremde und neue Bürger so fasziniert. Der Verfasser hatte versucht auch Personenbilder mit aufzunehmen, und gerade diese waren es, die in der Bevölkerung den Wunsch wachrief, mehr von den Menschen von damals zu hören und ihre Bilder zu sehen. Das erste Material traf beim Verfasser ein, die ersten Reeherehen über Namen, Daten und Hintergründe waren abgeschlossen, da ergab es sich, daß der Verlag der Europäischen Bibliothek, der die ersten beiden Bände herausgegeben hatte, eine in den Niederlande sehr erfolgreiche Buchreihe auch im deutschsprachigen Raum starten wollte: 'Kent u ze nog ... '. Und so kann nun das dritte Bockhorn-Bändchen vorgestellt werden: 'Kennt Ihr sie noch ... die Bockhorner'.

Es war gar nicht so einfach wichtige Daten über die Abgebildeten zu erhalten, ja manchmal muß sogar der eine oder der andere Namen - auf Gruppenbildern - unerwähnt bleiben. Der Verfasser fand keinen, der sich zu erinnern vermochte. Natürlich wurden die angegebenen Namen und Fakten doppelt und dreifach überprüft; wenn sich trotzdem vielleicht ein Fehler einschlich, dann sei schon jetzt für jede Berichtigung gedankt.

Und da wir gerade beim Danken sind: der gesamten Bevölkerung und den Bockhornern die weit von der Heimat entfernt leben, sei Dank gesagt! Sie öffneten bereitwillig Ihre Familienalben und -archive und gaben eine Fülle von Informationen, Tips und Hinweisen, die die Arbeit für den Verfasser leichter machte.

Besonderer Dank sei Magda Cordes, der Familie Meyer und den Herren Hans Bochum, Oskar Berg, Hans Haase, Georg Helmers, Manfred J anßen, Eckard Müller, Diedrich Ohmstede sen., Diedrich Ohmstede jun., Bernhard Wagner, Fritz Warnken und Erich und Hermann Wölbern gesagt. Heinrich Carstens half Irrtümer zu vermeiden und Heinz Pinther war hilfreich bei der fotografischen Aufarbeitung alter Fotos.

1. 1890, Volksfest auf der Weide beim Gasthof Junker am Prophetenhörn. Zur Begeisterung der Massen spielt die 'Schulzenkapelle' auf. In großer Besetzung!

August Schulze in der Mitte mit der Tuba, sein Bruder Joharm mit der kleinen Tuba. Die Klarinette spielt dessen Sohn Hinrich, an der Pauke der 'lange Jan', der auch Schulz hieß, aber nicht verwandt war. Der jugendliche Musiker ist August's Enkel Gerd. Im Hintergrund stehen unter anderen ganz links Edo Oeltjensiefken und seine Frau Anna-Luise aus Moorwinkelsdamm. Der Schnurbartträger könnte Onno Wiljen aus Zetel sein. Der Uniformierte ist der Ortsdragoner - also der Gendarm - OHo Tjardes, in Ausgehuniform!

2. Astede gehört zu Neuenburg. Aber Astede gehörte einmal zu Bockhorn. Eigentlich haben die Asteder nie aufgehört sich als Bockhorner zu fühlen. Es ist nicht lange her, da mußte man noch nach Bockhorn zur Kirche, dort wurden die Asteder getauft, auf dem Bockhorner Friedhof wurden sie begraben. Heute ist das natürlich anders, um 1890 sagte man: 'Wir wohnen zwar in Astede, sind aber Bockhorner, nur postalisch sind wir Neuenburger.' Darum wären die Asteder auch um liebsten - wenn man sie gelassen hätte - mit Collstede zusammen ein eigener Ort geworden (wenn sie schon nicht Bockhorner sein durften). Man ließ sie nicht.

In Astede gab es einen Gesangverein. Und dieser Gesangverein hieß 'Tutonia'! Das ist kein Druckfehler! Natürlich wußte man, es hätte 'Teutonia' heißen müssen, aber irgendwie hatte jemand das 'e' vergessen. Und so blieb es bei der eigenwilligen neuen Wortschöpfung 'Tutonia' .

Und es war 1890 als man beschloß, den kommenden Generationen 'Tutonia' in der Besetzung des Jahres zu überliefern. Man zog den Sonntagsanzug an, bestellte einen Könner seines Faches und ließ die Prozedur des Fotografiertwerdens über sich ergehen. Singen macht durstig, das ist bekannt, also erhob man sein Glas, stellte das Bierfaß in Reichweite, verteilte die wenigen Gesangbücher, deponierte eine Geige und drückte dem Dirigenten den Stab in die Hand.

Es war zwar schwer, aber 14 Sänger konnten noch identifiziert werden. In der oberen Reihe: Gerd Ohmstede, ein Mann namens Eilers, Renke Ohmstede und ein Warnken.

In der zweiten Reihe: zwei Brüder Eilers, der Kaufmann Albrecht und der Sohn von Diedrich Ohmstede.

Der Malermeister Bunjes und Friedrich Rüdebusch konnten in der mittleren Reihe ausgemacht und erkannt werden. Der stehende Herr ist 'Hermann mit dem Bart', der Böttcher des Ortes, Hermann Zimmermann.

Mit dem Taktstock in der Hand: das ist der Dirigent, der Lehrer Müller. Sein übernachbar ist sein Kollege, der Lehrer Thierpape.

Stehend mit der Serviette - erkennen wir den Vereinswirt: Herr Ohmstede in voller Größe.

3. Bei Hermann Wölbern gab es eigentlich alles, was man so zum täglichen Bedarf brauchte. Natürlich wußte das jeder, aber - man muß ja auch zeigen was man hat und was man anbieten möchte. So hängte Herr Wölbern Plakate ins Fenster und stellte seine Waren aus.

Sich und seine Familie stellte er vor das Haus um der Nachwelt - und so auch uns - das Unternehmen, die Belegschaft und die Familie in Erinnerung zu halten.

Neben Gesine Gerdes, geborene Wölbern, das Ehepaar Elise (genannt 'Lissy') Wölbern, geborene Pieper und Hermann Wölbern.

Das Mädchen in der Mitte ist Marthe Hibbeler, die Jungen sind Georg Wölbern, Martin Wölbern und Hermann Wölbern, der Junior.

Als dieses Bild entstand - Ende des vergangenen Jahrhunderts - hatte Hermann Wölbern schon die Pläne fix und fertig in der Tasche, die er bald in die Wirklichkeit umsetzte: er schloß eine Weißzeugnäherei an, eröffnete seine eigene Textilmanufaktur und baute sich sein Geschäftshaus. Er spezialisierte sich und bot neben Stoffen und Kleidern auch Miederwaren und Hüte an, 'Textilfachgeschäft' konnte er sich bald nennen, nahm auch Inletts und Bettfedern auf und verkaufte als erster in der Friesischen Wehde Schuhe aus den Fabriken und Anzüge und Arbeitskleidung von der Stange.

An dieser Stelle sei Erich Wölbern für die freundschaftliche Unterstützung und Hilfe gedankt, die er dem Verfasser zuteil werden ließ, Ihm und seinem Erinnerungsvermögen und seinen Reeherehen ist es zu verdanken, daß so mancher auf den Bildern dieses Bändchens richtig erkannt werden konnte.

4. Der Restaurationsbetrieb 'Grüner Wald' wurde von einem Mann zu dem Ausflugslokal der Wilhe1mshavener gemacht. Eigentlich war er Stellmacher, und fertigte Schubkarren für die Werft und Hoeker, Stühle und Spinde für die Kasernen in Wilhe1mshaven. Da er Wirt und Inhaber vom 'Grünen Wald' war und viel Geld verdiente, machte er aus der kleinen Gastwirtschaft mit der Zeit ein bedeutendes Ausflugslokal. Er liebte es, sich als 'Grüner Gerd' anreden zu lassen.

Ende 1889 wurde diese Aufnahme dreier mit dunklem Bier anstoßenden Herren gemacht. Rechts ist Gerd Janssen, der 'Grüne Gerd'. Der Herr mit dem 'Eierkocher' - der Melone -, ja den erkennt kaum einer wieder. Später trug er einen wunderschönen schwarzen Bart und wurde Bürgermeister von Bockhorn: Fritz Huchting.

Der junge Mann links ist der erste Geselle der Stellmacherei, Diederich Ohmen, der 1899 nach Amerika auswanderte, dort eine Sägemühle gründete, nie ein Wort englisch lernte und doch Millionär wurde.

Neubau der Chaussee nach Neuerburg: Friedrich Gerdes, Jan Küper, Heinz Wü11ens, Carl von Minden und ... ein Vorarbeiter. Seinen Namen kennt keiner mehr - kein Wunder, das Ganze war um die Jahrhundertwende. Im Hintergrund Bockhorner Klinker - so weit das Auge blickt.

Auf dem Bild mit dem Gesangverein 'Tutonia' sahen wir schon einmal in voller Aktion (mit Bierglas und Bierfaß, mit Zapfhahn und Serviette malerisch über dem linken Arm) den Gastwirt Ohmstede aus Astede. Er war noch als Bockhorner geboren, hatte für sich den Anschluß Astedes an Neuenburg nicht mitgemacht, sondern blieb was er war: ein Bockhorner. Daß er - aus naheliegende Gründen - der Gemeinde Bockhom seine Steuern nicht zahlen konnte, wurmte ihn sein Leben lang. Als Absender schrieb er immer: Ohmstede aus Bockhom-Astede. Als die Post sich weigerte ihm unter dieser Adresse Post zuzustellen schrieb er: Ohmstede in Astede.

Es wird berichtet Ohmstede sei kein gewöhnlicher Gastwirt gewesen, er habe drei Fremdsprachen gesprochen. Seine Kinder schickte er zum Studium. Da er allen Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossen war, schaffte er für sich und seine Gastwirtschaft eine Laterne an, die vor dem Hause bis zur Polizeistunde brennen mußte. Diese Laterne war so etwas wie sein Markenzeichen in der ganzen Friesischen Wehde. 'Wenn bei Ohmstede das Licht aus geht, dann ist es in der Wehde duster', war ein geflügeltes Wort.

5. Diese fünf wackeren Handwerker haben einen recht stieren Bliek. Das liegt daran, daß jemand mit einem spitzen Bleistift die Augen markierte. Rechts und links, mit Schablone und Pinsel, stehen zwei Gesellen.

Der Jüngling mit Quaste und Eimer ist der noch sehr junge Kar! Hurling, der später selbst ein tüchtiger Malermeister wurde. Ganz in Chefpose hat sich Hermann Haase auf die Leiter gesetzt, Das Ganze war so um 1886.

Das Malerunternehmen Haase! Nun bliebe noch der Mann in der Mitte, der das Ende der Aufnahme nicht abwarten kann um endlich das Glas auszutrinken, das er zu Beginn der Prozedur bis an den Rand einschenkte. Und dieser Mann, das ist... das war ... ein Künstler seines Fachs: Maler - also Anstreicher, aber auch Maler und Zeichner künstlerisch hochstehender Bilder, Ausgestalter der Kirche, ein gefragter Dekorationsmaler: Jan Hanns Haase. Der Senior der 'Haasenfamilien'. Jan Harms, Jahrgang 1816, war ein echter Ostfriese und starnmte aus Jerngum. 1862 gründete er in Bockhorn sein Unternehmen, das noch heute von Hans Haase im Sinne seines Urgroßvaters geführt wird.

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