Kennt Ihr sie noch... die Leichlinger

Kennt Ihr sie noch... die Leichlinger

Auteur
:   Josef Herweg
Gemeente
:   Leichlinger,
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2790-5
Pagina's
:   155
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Leichlinger'

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VORWORT

1976 bis 1983 erschien in vier Auflagen 'Leichlingen in alten Ansichten' von unserem Heimatkenner Josef Herweg. Nicht nur die gebürtigen Leichlinger, auch viele Neubürger griffen zu diesem Bändchen, um leichter in ihre Stadt hineinzuwachsen.

Nun stellen der gleiche Verfasser und Verlag in einem neuen Band in Bild und Wort Persönlichkeiten, Originale und Vereine der mehr als 1000jährigen Gemeinde mit heute zirka 25000 Einwohner vor. Alle diese alten, zum Teil vergilbten Fotografien von Männern und Frauen, die kurz vor und nach der Jahrhundertwende in Leichlingen geboren oder ihre Hauptlebenszeit verbrachten, machen ein Stück der Geschichte dieser Stadt aus. Darüber hinaus spiegeln sie einen Ausschnitt der Zeitgeschichte, in die wir gestellt sind, wieder.

Wir schauen die alten Fotos an. Aber schauen diese nicht auch uns an? Sie lassen beim einen oder anderen eine Situation der Vergangenheit aufleuchten, die zum Teil an die sogenannte gute alte Zeit erinnert, aber auch an Kriege und hartes Dasein.

Josef Herweg versteht es, in seinem begleitenden Text einen Schimmer Hoffnung aufleuchten zu lassen, wie er auch sonst verschmitzt lächelnd Bemerkungen einfließen läßt, die von Wohlwollen und Verständnis künden. In den Fotos und Berichten zu den Vereinen und vielfach lockeren Vereinigungen zeigt er, wie die Menschen in Leichlingen in großer Geborgenheit lebten. Mögen beim Lesen und Betrachten der Texte und Fotos die Alten sagen: 'Su woer dat!' und die jüngeren Leichlinger sich angeregt fühlen, ihre Stadt mitzugestalten und trotz Hektik der Zeit am Ausgang des Jahrhunderts bemüht sein, unserer Stadt die gewisse Atmosphäre zu bewahren!

Dr. Anneliese Wefelscheid

1. Ein Kämpe der deutschen Technik war Julius Pohlig. Am 17. November 1842 wurde er in Oberschmitte geboren und besuchte als Schüler die zweiklassige Schule Bennert. Der Hang zum Technischen kam nach dem Besuch von Fachschulen und der Arbeit im Bergbau und in der Hüttenindustrie voll zur Geltung. Kaum 30 Jahre alt, widmete er sich dem Bau von Drahtseilbahnen. Die erste Seilbahn errichtete Pohlig im Siegerland. Aber schon bald dehnte sich sein Baugebiet auf den Rheinischen und Luxemburger Raum aus. Mit seinen Transportanlagen eroberte er die ganze Welt. Einmal soll er in allen fünf Erdteilen zugleich 50 Anlagen montiert haben. Nicht nur die kleine 1,2 Kilometer lange Seilbahn von Roderbirken nach Pattscheid, sondern auch die weltbekannte 'Zuckerhutbahn' in Rio war sein Werk. Er starb 1916 und wurde auf eigenen Wunsch in seiner Heimatstadt Leichlingen auf dem Friedhof an der Uferstraße beerdigt.

Der 'Bergische-Geschichts-Verein' befestigte zur 1 25-Jahrfeier der Stadtwerdung 1981 eine kleine Gedenktafel an seinem Geburtshaus. Seine Grabstätte wird heute vom Leichlinger Heimatverein in Ordnung gehalten.

2. Haben wir in Julius Pohlig einen Leichlinger von hoher technischer Begabung kennengelernt, so finden wir in Friedrich Ueberweg einen Mann mit überaus hohen philosophischen Fähigkeiten, die international anerkannt sind.

Ueberweg wurde am 22. Januar 1826 im evangelischen Pfarrhaus geboren, als Sohn des Pfarrers Johannes Gottlieb Friedrich Ueberweg und seiner Frau Helene geborene Böddinghaus. Er besuchte die Gymnasien in Elberfeld und Düsseldorf. Mit 19 Jahren legte er die Reifeprüfung ab, studierte in Göttingen und Berlin, beschäftigte sich bald nur mit der Philosophie. 1850 erlangte er den Doktorhut. 1862 zog er als außerordentlicher Professor in die Universität Königsberg ein. Fünf Jahre später ernannte ihn der Senat der Stadt zum ordentlichen Professor der Philosophie. Als Krönung seines Lebenswerkes muß sein umfangreicher, vier Bände umfassender 'Grundriß der Geschichte der Philosophie' genannt werden, der auch in andere Sprachen übersetzt wurde und Ueberwegs Namen mit der deutschen Philosophie unlösbar verbindet. Der 'Grundriß' gilt bis zum heutigen Tage in der Welt als Standardwerk.

Mit seiner Frau Luise Panzenhagen hatte er vier Kinder. An einer tückischen Krankheit starb er mit nur 46 Jahren am 9. Juni 1873. Von da an haben sich die Spuren der Familie verloren.

3. Dr. Ernst Beyer wurde am 13. April 1869 in Essen geboren. Nach seinem medizinischen Studium wandte er sich einem Spezialgebiet, der Nervenheilkunde, zu. So wählte ihn das zuständige Gremium zum leitenden Arzt von Roderbirken. Am 1. November 1905 trat er seinen Dienst an. Am inneren Ausbau der neu errichteten Heilstätte war er maßgeblich beteiligt.

Dr. Beyer war weit über den rheinischen Raum hinaus eine Kapazität seines Faches. 32 wissenschaftliche Veröffentlichungen entstammen zwischen 1906 und 1931 seiner Feder. Er trat bei Erreichen der Altersgrenze am 1. Oktober 1934 in den Ruhestand und starb im hohen Alter von fast 87 Jahren am 17. November 1955.

4. Die Heilstätte Roderbirken steht nun mit 300 Betten, drei Ärzten und zehn Schwestern zur Aufnahme der Verwundeten als Lazarett zur Verfügung, so schrieb eine Zeitung mit Datum vom 14. August 1914.

Ein Bild aus jenen Tagen zeigt am Tisch in der Mitte Chefarzt Sanitätsrat Dr. Beyer. Links, die Hand im Kittel, Dr. Schlotmann, neben ihm sitzend in Rot-Kreuz-Uniform Johannes Linnarts aus der Schlosserei und Herr Kern als Masseur im Hause. Am Bildrand rechts sitzt Otto Wengenroth. Hier ist zu erwähnen, daß eine große Zahl Leichlinger Frauen und Mädchen diesem Lazarett ihre Kraft zur Verfügung stellten, um zu helfen.

Von ihnen sind bekannt: Lisa Jäger, Adele Schürmann, Lina Wietscher, Selma Thönes, Amanda Balkhaus, Adele Puseh, Ella Hüschelrath, Grete Niemeier, Erna Schmitz, Thea Klein, Frau Prüfer, Alma Dahlhaus, JuIchen Flender, Anna Peseh, Ella Steinberg, Grete Götz und Emma Stöcker.

5. Paul Buse war Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde von 1896 bis 1922. Die Chronik berichtet, daß in dieser Zeit das Orgel werk, von seinem Vorgänger in Auftrag gegeben, in der Kirche Einzug hielt. Das Kirchendach sei neu verschiefert worden, und das Kircheninnere habe eine neue Bemalung erhalten. Ferner ist zu lesen, daß der Kirchenchor Pfarrer Buse seine Gründung verdankt. Ganz besonders wird seine Mildtätigkeit gegenüber Armen und Notleidenden erwähnt, deren Freund er immer gewesen sei. 'Seine Schäfchen' in den Außenbezirken, so wird erzählt, habe er immer mit Pferd und Wagen aufgesucht.

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