Kennt Ihr sie noch... die Unnaer

Kennt Ihr sie noch... die Unnaer

Auteur
:   Willy Timm
Gemeente
:   Unnaer,
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2366-2
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die Unnaer'

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EINLEITUNG

Dieses 'Unnaer Familienalbum', wie der Bearbeiter den Band gern genannt hätte, ist ein Geschichtsbuch ganz besonderer Art. Es zeigt nicht wie sein Vorgänger Straßen und Gebäude der Stadt Unna in dokumentarischen alten Ansichtspostkarten, sondern stellt die Menschen, die schließlich Geschichte und Leben dieser Stadt geprägt haben, in den Vordergrund.

Alte Gruppenfotos, gelegentlich auch Einzelaufnahmen vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis um 1940, sind in diesem Buch zusammengetragen. Dabei hat der Bearbeiter versucht, in der vorgelegten Bildauswahl möglichst viele Lebensbereiche und alle Bevölkerungsschichten zu erfassen, sie historisch einzuordnen und auch, soweit das noch möglich war, in zahlreichen Gesprächen mit alten Unnaern die Namen der Dargestellten zu ermitteln. Trotz aller Mühen aber blieb manches Gesicht auf den Fotos unerkannt. Eine Sammlung anonymer nostalgischer Personenfotos lag jedenfalls nicht im Sinne des Bearbeiters. Vielmehr gelang es stets, Bezüge zur Stadt Unna und ihrer Geschichte aufzuzeigen, und gewiß wird der eine oder andere Betrachter auf diesen Gruppenfotos einer vergangenen Zeit sich selbst, vielleicht seine Eltern, Großeltern, Onkel, Tante oder doch gute Bekannte wiederentdecken, sich auch der dargestellten Ereignisse erinnern mögen. Aber auch Neubürger, die keine alten Beziehungen zur Stadt Unna besitzen, mögen Freude an dem Büchlein haben, bietet es sich ihnen doch als eine interessante volkskundliche Dokumentation an, wie es ihnen auch Einblick in das Leben und Treiben im Unna von gestern gewährt. Die Texte helfen ihnen, die Bilder und damit auch die Stadt Unna in der dargestellten Zeit besser zu verstehen.

Den zahlreichen Unnaer Bürgern, besonders Frau Cläre Pfeiffer und Herrn Eberhard Harnisch, die mit Bildern und Auskünften wie auch bei Befragungen am Entstehen dieses Buches so freudig mitgeholfen haben, gilt ein herzlicher Dank des Bearbeiters.

Verwaltung, öffentliches Leben

1. Adolf Eichholz (1832-1903) hat als Bürgermeister der Stadt Unna 24 Jahre lang, von 1872 bis 1896, die Geschicke der alten Hellwegstadt geleitet. Nach seinem Tode am 22. September 1903 schrieb die Stadt Unna in einem Nachruf: Eine große Zahl der der Stadt Unna zur Zierde gereichenden communalen Einrichtungen sind von ihm angeregt und unter seiner Leitung geschaffen worden; sie werden durch manche Geschlechter noch das schönste Denkmal fûr seine unvergeßlichen Verdienste bleiben.

Verdienste hatte er sich erworben um den Bau des städtischen Wasserwerks, das 1906 an 'Gelsenwasser' überging, um das Schwimmbad im Bornekamp oder die Errichtung der Realschule (des heutigen Pestalozzigymnasiums). Während seiner Dienstzeit wurde in Unna die Feuerwehr gegründet und Neubauten für die konfessionellen Krankenhäuser errichtet. In Anerkennung seiner Verdienste ernannte die Stadt Unna Bürgermeister Eichholz 1897 zu ihrem ersten Ehrenbürger, einem Titel, mit dem die Stadt sehr sparsam umging. Nach ihm wurde erst 1958 Bürgermeister Josef Ströthoff als zweiter mit dieser hohen Ehrung ausgezeichnet.

2. Mit Annahme der Revidierten preußischen Städteordnung von 1831 gelangte die Stadt Unna 1837 unter die preußische Magistratsverfassung. Nach diesem Gesetz trat neben die im Sinne eines Parlaments aus direkten Wahlen hervorgegangene Bürgervertretung, der Stadtverordnetenversammlung, als Stadtvorstand der aus Bürgermeister und Stadträten zusammengesetzte Magistrat. Die Mitglieder des Magistrats wurden von der Stadtverordnetenversammlung auf Zeit gewählt.

Unser Foto zeigt den Magistrat der Stadt Unna im Jahre 1913, dem damals (auf dem Bilde von links nach rechts) angehörten: Stadtrat Rentner Simon Steinweg, Stadtrat Rechtsanwalt und Notar Otto von Mayer, Bürgermeister Victor Pfeiffer, Beigeordneter (= Bürgermeistervertreter) Buchdruckereibesitzer Friedrich Wilhelm Rubens, Stadtrat Kaufmann Gottfried Beckmann und Stadtrat Geh. Sanitätsrat Dr. Theodor Schulze Höing.

3. Einst wie heute sorgt sich der Streifendienst der Polizei um Schutz und Sicherheit der Bürger. Schutzleute waren in früheren Jahrzehnten echte Respektspersonen, und arge Randalierer sollen um die Jahrhundertwende das durchaus zu spüren bekommen haben.

Hier nun haben sich die Streifenbeamten des Jahres 1905 zu einem Gruppenfoto zusammengefunden mit Pickelhaube und preußischblauem Uniformrock, den Säbel an der Seite. Streng ist der Bliek der Gesetzeswächter, was ihr 'Kaiser-Wilhelm-Bart' nur noch unterstreichen mag.

Da stehen sie nun (hinten von links nach rechts): die beiden Nachtschutzmänner der Stadt Unna Karl Strathoff und Leopo1d Stoff, sowie die Schutzmänner, die den Tagesdienst ausführten, Friedrich Meinecke, Rickert und Heinrich Dröge.

Vor ihnen sitzen Franz Lehmann, Karl Trippe und Kar1 Menze. Das Polizeibüro im Rathaus am Markt verwalteten zu jener Zeit Polizeikommissar Albert Rothbarth, Polizeiwachtmeister Hermann G1änzer und der 'Bureaugehülfe' Böndel.

4. Ein wahres Abbild von Friedrich Wilhelm Werbinsky, dem letzten Nachtwächter der Stadt Unna, hat sich nicht erhalten, doch ist er einer der ganz wenigen Bürger, denen man ein Denkmal gesetzt hat. Unter einem Erker der Gastwirtschaft Schürmann an der Schulstraße zeigt er sich seit 1904 lebensgroß den Vorübergehenden. Zwar sind Kleidung und Lanze einer früheren Zeit entliehen, doch sollen die Gesichtszüge eindeutig den 'ollen Werbinsky' verraten.

Im Jahre 1822 in Unna geboren, wurde er 1868 mit dem Nachtwächteramt betraut, das er bis 1892 treu versah. Daneben betätigte er sich noch als Magistratsbote und Ausrufer. Diese Ämter legte er erst im Alter von 83 Jahren nieder. Er starb wenig später am 18. Juni 1905.

Werbinsky galt als echtes Unnaer Original. Von ihm wird erzählt, daß er eines Tages atemlos in das Amtszimmer gestürzt sei und gerufen habe: 'Herr Bürgerrnester, Herr Bürgermester, Caspar Witt hät sik uphangen.' Werbinsky habe dann berichtet, wie er soeben durch den Bornekamp gekommen wäre und dort den stadtbekannten Trunkenbold an einem Baum habe hängen sehen. Der Bürgermeister, der im Grunde froh sein mochte, daß die Stadt von diesem Plagegeist befreit war, glaubte doch, einige Worte des Bedauerns äußern zu müssen. Dann fragte er seinen Nachtwächter: 'Haben Sie ihn abgeschnitten? ' - 'Ne, Herr Bürgerrnester, , antwortete dieser, 'hei was noch nich ganz daut.'

5. Diese Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Unna, die noch die Helme der früheren Freiwilligen Turner-Feuerwehr zu Unna tragen, wurden um 1900 für langjährige Treue mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet. Der Fotograf Wilhelm Gilles, selbst ein begeisterter Feuerwehrmann, fertigte damals dieses Erinnerungsfoto von den Geehrten.

Von links nach rechts: Anstreichermeister August S chrö er, Likörfabrikant Wilhelm Wiemer, Satt1ermeister August Bettermann, unbekannt, Oberbrandmeister Kaufmann Kar! Schelte, Kürschnermeister Ludwig Schluckebier, Bäckermeister Friederichs, Branddirektor und Stadtbaumeister Kar! Modersohn und Kaufmann Kar1 Schu1z.

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