Kennt Ihr sie noch... die von Buchen

Kennt Ihr sie noch... die von Buchen

Auteur
:   Prof. G. Helmut Brosch
Gemeente
:   Buchen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3074-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Buchen'

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EINLEITUNG

Im Zuge der Besinnung auf Dauerhaftes aus der Gegenwart und Vergangenheit angesichts einer mehr und mehr als ungewiß betrachteten Zukunft, verniedlicht 'Nostalgiewelle' genannt, gewann auch die alte Fotografie wieder an Interesse. Allerorten werden Fotoausstellungen veranstaltet und Bücher mit alten Fotos finden ihre Käufer.

Neben dem Fluidum des Alten ist es aber gerade das kritische Verlangen nach objektiv Wahrem, Unverfälschtem, was der Fotografie neue Freunde gewinnt. So erscheint nun nach dem Erfolg von 'Buchen in alten Ansichten' (zwei Auflagen) auch in der neuen Reihe des Verlages ein Bändchen mit Buchenern,

Erst spät, 1894, bekam Buchen seinen eigenen Fotografen. Vorher mußte man warten, bis einer der Wanderfotografen hierher kam. Für das Jahr 1865 ist ein solcher erstmals für Buchen belegt. Vorgänger von Karl Weiß als erstem seßhaften Fotografen waren im Stadtteil Hainstadt Heinrich Trunk (seit 1867), in Buchen-Bödigheim begann 1868 Martin Hofert. Es war ein Wochenendgeschäft, Da hatte man Zeit, zum Fotografen zu gehen. Und es brauchte auch seine Zeit. Die damals noch längere Belichtungsdauer für die Aufnahme war dabei das Wenigste. Paare, Familien, Gruppen mußten sorgfältig postiert werden. Weiß entließ seine Kunden erst, wenn die Platte entwiekelt und fixiert war, wenn die Aufnahme 'gut' war. Er achtete auf Ausdruck und Haltung und benutzte vielerlei (zum Teil noch erhaltene) Requisiten und Hintergründe. Pflanzen, Baumwurzeln, sogar auf den Atelierboden gestreutes Heu sollte gegebenenfalls Natur vortäuschen.

Das gesamte Plattenarchiv von Weiß hat sich erhalten. Es wurde neben allen noch vorhandenen Apparaten und Requisiten von seiner Tochter, Frau Mina Steinbach, dem Bezirksmuseum Buchen teils gestiftet, teils als Dauerleihgabe überlassen. Im Jahre 1982 veranstaltete das Bezirksmuseum Buchen damit eine vielbeachtete Ausstellung.

Nicht alle auf den Gruppenbildern dargestellten Personen konnten, trotz aller aufgewandten Mühe, identifiziert werden. Für weitere Hinweise sind die Herausgeber jederzeit dankbar. Mithelfern und Leihgebern sprechen wir unseren Dank aus. Mögen die Betrachter etwas davon spüren, wie es früher beim Fotografen war.

Helmut Brosch Norbert Weckbach

Karl Weiß (1876-1956), Buchens erster Fotograf

I. Karl Weiß wurde am 4. Februar 1876 als ältester Sohn eines Schreinermeisters in Buchen geboren. Als Geschäftserbe vorgesehen, erlernte er beim Vater das Schreinerhandwerk. In Karlsruhe bildete er sich beim Hoffotografen Schuhmann zum Fotografen aus und besuchte dort auch Kurse an der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule. Als der Bödigheimer Fotograf Martin Hofert 1893 starb, übernahm er Teile von dessen Atelier und begründete zusammen mit seinem Vater ein eigenes in Buchen im Jahre 1894. Es reichte allein zum Lebensunterhalt nicht aus. Die Haupteinnahmen brachte weiterhin die Schreinerei. Karl Weiß legte deshalb 1907 in diesem Gewerbe auch noch seine Meisterprüfung ab. Seine Ehefrau betrieb außerdem in der Buchener Vorstadtstraße ein Kolonialwarengeschäft. Erst nach dem Tode des Vaters wurde die Fotografie allmählich zum Haupterwerbszweig. 1938 mußte er wegen eines Augenleidens seinen Betrieb verpachten, begann wieder mehr zu zeichnen und zu malen und widmete sich seiner Lieblingsbeschäftigung, der Imkerei. Am 6. Mai 1956 verstarb er in Buchen im Alter von 80 Jahren.

Katholischer Kindergarten in Buchen

2. Auch Martin Hofert aus Bödigheim, der Vorgänger des Fotografen Karl Weiß in Buchen, war von Beruf Schreiner und betrieb sein 1868 begründetes Fotoatelier als Nebenbeschäftigung. Ahnlich wie Weiß betätigte er sich auch als Zeichner. Nach seinen Ansichten schuf Julius Fehr aus Großeicholzheim, der selbst auch fotografierte, einige Lithographien, die heute recht selten geworden sind. Der 1831 geborene Hofert hatte wie Weiß das Fotografieren in Karlsruhe erlernt und ist als langjähriger Bürgermeister von Bödigheim 1893 gestorben.

Unser Bild nach einer Aufnahme von 'M. Hofert & Sohn Photographen Bödigheim', wie der hinten aufgedruckte Firmenstempel dokumentiert, zeigt eine Kindergartengruppe mit den zwei betreuenden Schwestern. 'Lieber einen Sack Flöhe hüten', mag Hofert bei der Aufnahme gedacht haben. Das recht lebendige Bild sieht trotz seiner Gestelltheit fast wie eine Momentaufnahme aus. Im hintersten Gliede befanden sich aber einige so unruhige Gesellen, daß nur noch 'Geister' zu sehen sind. Zwei von ihnen hat Hofert durch Retousche kurzerhand ausgelöscht.

Nur wenige von den 101 Kindern und nur eine Kindergartenschwester konnte Frau Anna Eschwig, geborene Flum nennen, die selbst auf dem Bilde zu sehen ist. Die Schwester links hieß Josefine Kreukler. Frau Eschwig selbst ist die Siebte von links in der vierten Reihe. Rechts neben ihr (irn gleichen Kleide) ihre Schwester Josefine Kaufmann, geborene Flum. Die nächste rechts ist Frau Farrenkopf, geborene Pflüger. Links von Frau Eschwig steht Mathilde Schwander, geborene Fertig. Direkt unter ihr Lina Bauer, rechts daneben (untere Gesichtshälfte verdeckt) Marie Hilbert, geborene Flum. Dritte von links in der vierten Reihe: Frau Keil (? ). Erster in der fünften Reihe: Leonhard Berberich. üben in der vorletzten Reihe ganz links sehen wir Frau Gretel Walzenbach, geborene Stetter. Der Krauskopf unter ihr gehört dem späteren Spengler Hemberger. Das Bild muß kurz vor Hoferts Tod (1893) entstanden sein.

Schulklasse IV a im Jahre 1911

3. Das Bild läßt stutzig werden: Mädchen und Jungen in einer Klasse? Koedukation im Jahre 1911? Dann: eine Lehrerin, auch für Jungen? Aus den Akten ist doch bekannt, daß es in der Stadt Buchen schon früh getrennte Schulen für Jungen und Mädchen gab. Der Rektor unterrichtete die Jungen, der Kantor die Mädchen. So war es herkömmlich, Probleme gab es da nie. Auch als Buchen einmal einen schlechten Rektor hatte und die meisten Eltern auch ihre Jungen zum Kantor schickten, gab es nur Raumprobleme. Auf eine kurfürstliche Verordnung, 'die Jugend, wo es tunlich, zu separieren', antwortete man: mit der Separierung habe es keine Not, 'da die Mägdlein, wann sie zehn bis zwölf Jahr alt, aus der Schul getan und zu anderer Arbeit angehalten würden, auch sei noch niemalen in denen Schulen ein Ärgernis vorgegangen.' Das war 1767. Nun, auch 1911 wird es in der vierten Klasse kein 'Argernis' gegeben haben. Aufunserem nächsten Bild (wohl aus derselben Zeit) zeigen wir eine höhere Klasse: eine reine Mädchenklasse. Im Gymnasium konnten die Mädchen sowieso nicht 'separiert' werden, weil sie zuwenig waren.

Auf unserem Bilde sind namentlich bekannt: Erste Reihe, von links nach rechts: Maria Fertig, Josef Pflüger, Erich Schwander, unbekannt, Anna Schwing, Ackermann, Hettinger und Katharina Schneider.

Zweite Reihe: Hettinger, unbekannt, Diehm, vier Unbekannte, Josefine Banschbach und Leo Krüger.

Dritte Reihe: zwei Unbekannte, Richard Link, Nimis, Ludwine Banschbach, Ackermann, Pfeiffer, zwei Unbekannte und Meidel.

Eine Schulklasse mit Lehrer Curtax

4. So schwierig auch Gruppenaufnahmen zu machen waren, einen Vorteil hatten sie: der Absatz war berechenbar, und der Preis für ein Bild konnte gesenkt werden. Dies mag für manche 'Gruppen', insbesondere Stammtischrunden, entlassene Rekruten, Kegelbrüder und so weiter ein Anreiz gewesen sein, zum Fotografen zu gehen. Die Fotografen haben sich dazu geradezu angeboten, reisten auf die Dörfer und verlangten nicht einmal Reisegeld.

Bei Vereinen ist meist ein besonderer Anlaß sichtbar: ein Jubiläum oder sonst ein Fest, eine Theateraufführung, ein Kostümball und anderes, das man im Bilde festhalten möchte. Bei Schulklassen finden wir oft Abschlußklassen, zum Andenken aufgenommen, bevor man auseinandergeht.

Unser Bild stellt sicher einen solchen Entlaßjahrgang einer Mädchenklasse dar. Die Mädchen tragen hochgeschlossene Festtagskleider in beachtenswerter Vielfalt, viele tragen auch Schmuck. Bekannt sind: rechts vom Tisch: Maria Häfner.

Zweite Reihe, von links nach rechts: Emma Egenberger, Schmitt, Schneider, Lehrer Curtax, Hedwig Schmitt, Rosa Schwab und Emma Fertig.

Hinten: unbekannt, Hefner, zwei Unbekannte, Therese Busselmaier, Franziska Wittemann, Frank, Käthchen Mackert, Luise Eiermann und Rosel Hofmann.

Schulklasse 1928

5. Nicht schwierig war es, die auf diesem Bilde abgebildeten Schüler und Schülerinnen zu benennen, denn die meisten von ihnen leben noch. Sie haben jedenfalls das Schulgebäude, vor dem sie Karl Weiß im Jahre 1928 fotografierte, überlebt. Ihre Kinder besuchten schon den Nachfolgebau und die Enkel sind schon wieder umgezogen in ein inzwischen fertiggestelltes Schul- und Sportzentrum außerhalb des Stadtkerns.

Der Klassenlehrer auf unserem Foto war EmU Baader (1891-1967), weit über unsere Grenzen hinaus bekannt als Volkskundler. Sein Hauptwerk war die Einrichtung von 'Heimatstuben'. Über zweihundert schuf er im ganzen badischen Raume. Die meisten sind einer mit dem Ort, oft sogar mit dem Gebäude verbundenen Persönlichkeit gewidmet und enthalten originale Andenken an sie. In Buchen richtete er im 'Café Riesen' eine Stube für den in diesem Gebäude geborenen Maler Wilhelm Emelé (1830-1905) ein sowie für den Diplomaten, Historiker und Abt Gottfried von Bessel (1672-1749), der im Nachbarhause (heute mit dem 'Riesen' vereinigt) auf die Welt kam.

Unser Foto zeigt: Erste Reihe, von links nach rechts: Alice Kreuter, Gisela Link, Marga Hemberger, Elisabeth Bäuerlein, Irmgard Müller, Hedwig Müller, Anna Arnold, Frieda Nohe, Therese Berberich, Maria Grasberger, Waltraud Eßbauer und Anna Hofmann.

Zweite Reihe: Hermann Schachner, Karl Wittemann, Walter Wörner, Walt er Bader, Walter Grasberger, Fritz Nohe, Josef Götz, Gottfried von Hofmeister, Helmut Bauer, Helmut Wörner und Wunibald Schmitt.

Dritte Reihe: Liesel Bäuerlein, Josef Herket, Robert Kirchgeßner, Josef Löffler, Josef Busselmaier, Hermann Wiedemer, Heinrich Engelhardt, Erich Grimm, Karl Bleifuß, Stefan Wörner, Leo Geier, Adolf Häfner, Maria W örner. Außerdem den Klassenlehrer EmU Baader (1891-1967).

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