Kennt Ihr sie noch... die von Garmisch-Partenkirchen

Kennt Ihr sie noch... die von Garmisch-Partenkirchen

Auteur
:   Martin Schöll
Gemeente
:   Garmisch-Partenkirchen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3121-6
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kennt Ihr sie noch... die von Garmisch-Partenkirchen'

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EINLEITUNG

Die Häuser hatten früher eine fortlaufende Nummerierung, in Garmisch um 1829 von Nummer 1 bis Nummer 246. In Partenkirchen von Nummer 1 bis 230, einschließlich der Gemeinde Wamberg. Die Nummern sollen 1800 von den hier im Krieg gegen Tirol einquartierten Franzosen eingeführt worden sein, um ihre Quartiere leichter zu finden. In Partenkirchen wurden die Nummern nach dem letzten großen Brand von 1865 geändert, da einige Häuser nicht mehr oder an andere Stelle wieder aufgebaut wurden. Das Forstamt verwendet die Nummern heute noch für das Holzrecht, das noch auf einer Reihe von ursprünglichen Häusern liegt. Das Holzrecht haben nur Häuser die bis 1803 gebaut wurden, von da ab wurde kein Holzrecht mehr vergeben. Die später meist in Grundstücklücken gebauten Häuser erhielten Bruchzahlen oder Nummern mit Buchstaben. In Garmisch zum Beispiel von"11/2 bis 11/20. In Partenkirchen zum Beispiel von 53a bis 53q. Als dieser Dureheinander kaum noch überschaubar war, führte man 1927 die Straßen Nummerierung ein, Häuser mit mehreren Besitzern, zum Beispiel durch Erbteilung oder Teilverkauf, erhielten nach der Nummer einen Buchstaben, zum Beispiel 71a und 71b, seltener noch gar c oder d. Das Holzrecht wurde in diesem Fall anteilsmäßig aufgeteilt. Fast alle Häuser hatten Hausnamen der von früheren Besitzer oder Familiennamen stammten, auch aus Vornamen, Berufsnamen, Ort's und Gelände Bezeichnungen entstanden Hausnamen sowie Spitz- und Spottnamen, zum Beispiel bei Körperbehinderten oder häßlichen Leuten hat es gegeben. Die Hausnamen wurden bei Verkauf mitgenommen, oder blieben auch auf dem Haus. Eine einheiratende Frau konnte ihren Hausnamen auf das Haus übertragen wenn sie dominierend war. Ein Knecht konnte seinen Familiennamen auf dem Haus hinterlassen wenn er bekannt genug war. Ohne diese Hausnamen wäre es nicht möglich gewesen die Ortsbewohner zu unterscheiden, hat es doch in Garmisch 1829 nicht weniger als 63 Ostler als Haus- und/oder Grundbesitzer gegeben, nebst ihren Angehörigen; man hatte nicht selten zehn bis fünfzehn Kinder. Auch beliebte Vornamen gab es sehr häufig was die Unterscheidung ohne Hausnamen noch unmöglicher machte; da konnte es leicht zehn Josef Bader geben. Nur mit ihrem Hausnamen und dem dahintergehängten Vornamen wußte man sofort wer gemeint war. Die Vornamen wurden abgekürzt oder dialektmäßig verändert. Aus Johann wurde Hans, Hannas oder Hanne, aus Josef wurde Sepp, Seppe, Peppi, aus Mathias wurde Hias, Hiasl, Huis, Heiß, Motheiß und so weiter. Die Hausnamen sind übrigens heute noch zum Teil unter den Einheimischen in Benützung und zur Unterscheidung unentbehrlich.

Abkürzungen:

(Hansale) bedeutet: Hausnamen Hansale von Hans beziehungsweise Johann.

(Klosn Schorsch) bedeutet: 1. Hausname Klosn von Nikolaus, 2. Vorname Schorsch = Georg. Nr. 44 oder Hs.Nr. 44 bedeutet: Hausnummer 44.

Die Hausnamen sind in (Klammern) gesetzt!

GARMISCH

1. Das Festzelt Werdenfelser Michl am Münchner Oktoberfest von 1892. Inhaber Michael Klarwein, der am 1889 zwischen Garmisch und Partenkirchen erbauten alten Bahnhof, das Gasthaus und Hotel Werdenfe1ser Michl und Nebenhaus im Besitz hatte. Auf den Schildern am Zelt steht:

Pschorr Bräu Bier, Hochfein Piekfein, Sänger, Schuhplattler. Im Vordergrund die Werden felser Sängergesellschaft Geschwister Aigner vom Gasthaus 'Zur Schmölz' bei Grainau.

Von links: Aigner Kilian (Küli) (1859-1910), Aigner Andreas (Andrel) (1866-1917), Aigner Anna (Nanni) (1873-1917), Bader Georg (Klosn Schorseh) (1865-1951), Elternhaus Gasthof 'Zur Traube', Garmisch Nr. 95, jetzt Posthotel, Bruder von Bader Johann, Aigner Genoveva (Vevi) (1864-1910), Bader Johann (Klosn oder Spediteur Hansl genannt), geboren 1869, Elternhaus Garmisch Nr. 95, später Nr. 44, Baader Josef (Fischer Seppe) (1854-1898), Garmisch Nr. 218b, K1arwein Michael (Sima oder Werden felser Michl genannt), Münchner Schenkkellner am Bierbanzn, Brauereibesitzer Pschorr von München, der Bierbrauer und Lieferant des Festbieres, und eine Münchner Kellnerin.

Hinter Aigner Andrel steht der Bierführer der Brauerei Pschorr mit der Goaßl in der linken Hand. Alle im Hintergrund sind Gäste und Festzelt Personal. Die Werdenfelser spielten auf und sangen und zeigten mit zwei Paaren Schuhplattlertänze.

2. Oberbayerische Sänger- und Schuhplattler-Gesellschaft 'Die Garmisch-Partenkirchner'. Leitung Simon Klotz und Sepp Schaftner.

Von links nach rechts, hintere Reihe stehend: Felber Christl, ein Österreicher aus Graz; Liesl, die Schweizerin; Uhl Kathl, geboren 1888, Schwester von Uhl Jakob; Klotz Simon (Fraßl oder Wind Sima), Schlechter Mirzl aus München und Uhl Jakob.

Sitzend von links nach rechts: Perreiter Josef, Musiklehrer und Agent der Gruppe; Frau Perreiter und Schaftner Josef, der Dicke Sepperl.

Bei der Gruppe waren nur drei Garmischer dabei und zwar Uhl Kathl, Klotz Simon und Uhl Jakob. Sängergruppen gab es damals eine ganze Reihe, meist waren Auswärtige dabei. Die Werdenfelser konnten wohl den Bedarf der Sommerfrischler (Gäste) nach Gesang, Musik und Schuhplattler Tänze nicht decken. (Foto von Karl Schwarz, Stuttgart, 1912.)

3. Mitglieder des Garmischer Volkstrachtenvereins vor dem Gasthaus 'Drei Mohren' in Garmisch, im Jahr 1909.

1. Ostler (Gschneireich Naze), geboren 1890, Hs.Nr. 71; 2. Joeher (Augl Seppe), geboren 1890, Hs.Nr. 59; 3. Ostler (Glaser Willi), geboren 1890, Hs. Nr. 42, Bruder von 9.; 4. Kassierin (Bedienung), Fremde; 5. Maurer Georg (Schneggale Beek), geboren 1890, Hs. Nr. 52, 1914 in Farchant Hs. Nr. 14 1/3, verheiratet, Bäckereibesitzer; 6. Neuner (Veitl Hanne), geboren 1890, Hs.Nr. 671/2; 7. Baader Eduard (Fischemaze), geboren 1863, Hs.Nr. 219a; 8. Lindauer (Brousl Toni), geboren 1889, Hs.Nr, 192; 9. Ostler (Glaser Seppe), geboren 1889, Hs. Nr. 42; 10. Ostler (Boarle Martl), geboren 1888, Hs.Nr. 216; 11. Buchwieser (Brandle-Oacha Seppe), geboren 1889, Hs.Nr. 180b; 12. Reiser (Hochfein Diktl), geboren 1867, Wirt, Hs.Nr. 106-107; 13. Gig1berger (Grasser Jaggl), geboren 1890, Hs.Nr. 207b; 14. Neff Mari, geboren 1891, HS.Nr. 185 1/2, Schwester von 15. und 16.; 15. Neff Kar1 (Bader), geboren 1890, Hs.Nr. 1851/2; 16. Neff Fanny, geboren 1893, Hs.Nr, 185 1/2, später Frau vom 13.; 17. Hutter (Säckler Thoma), geboren 1881, Hs.Nr. 118; 18. Schmid (B1as1 Miche), auch (Spiez Hursch) genannt, geboren 1886, Hs.Nr. 204, Am Boden; 19. Betz Therese, geboren 1871, Wirtin, verheiratet 1916 mit Reiser Benedikt (12.), (Hochfein Diktl), der Mohrenwirt; 20. Ostler (Stein Jörgl), geboren 1886, Hs. Nr. 217a, später 208b, Am Boden; 21. Maurer Mathias (Lexn Feri), geboren 1883, Hs.Nr, 154, mit Zither; 22. Uhl Schoschl, Sänger, Konditor, Hs.Nr. 186; 23. Maurer (Hautara Jörgl), geboren 1884, Hs. Nr. 14, mit Gitarre; 24. Glatz (Hoare Otto), geboren 1891, Hs.Nr. 142a, auf den Faß.

Der Fremde mit Strohhut ist ein Berliner Sommerfrischler, Dauergast in Garmisch, der von den Trachtlern begeistert war, die Tanz, Musik und Gesang boten. Er stiftete jedesmal Freibier für die Mitwirkenden.

über der Tür ist eine Notenzeile gemalt, darunter steht: 'Grüass Enk Gott alle mitanander.' In der Tür steht: 'hochfein DreiMohren pikfein.' Das hochfein wurde dem Wîrt als Spitzname gegeben, (Foto Karl Reiser, Garmisch.)

4. Gebirgssänger und Schuhplattler Gesellschaft (Hölli Nazi).

Von links nach rechts: Helmes Karl; Eham Maria; Helmes Anna, Frau von Helmes Karl; Eham Georg, Musiklehrer, Mann von Eham Maria; Glatz Ignatz (Hölli Nazi), Garmisch, Burgstraße 12; Ostler Josef (Bratti Seppe) oder (Bratti Spitzl) genannt, Schmiedstraße 1, liegend; Schneider Mirzl und Glatz Ursula (Hölli Ulla), geborene Sebald, Frau von Glatz Ignatz.

Der (Hölli Nazi) trat mit seiner Gruppe in Gasthäuser von Garmisch-Partenkirchen auf. Im Jahre 1882 ging er das erste mal auf Tournee, er war in Berlin und nach Petersburg zum Zaren eingeladen. Seine Freunde und Bewunderer waren Bismarck, Herzog Ludwig von Bayern, Baron von Reuß und andere die zur Sommerfrische nach Garmisch kamen.

Der Hausname (Hölli) stammt vom Familienname Höllensteiner, den es einst in Garmisch gegeben hat. Dieser dürfte widerum von der Schwaige Höllenstein bei Eschenlohe gekommen sein.

Das Foto wurde 1905 aufgenommen.

5. Festzugsteilnehmer von Garmisch die durch den Ort zum Festplatz im Wittelsbacher Park zogen, wo vor der Hütte des Trachtenvereins Garmisch auf einer Bühne getanzt und geplattelt wurde. Um die Hütte standen zwischen den Bäumen Tische und Bänke, Bier wurde ausgeschenkt in Maßkrügen und grad lustig und romantisch war es.

Von links nach rechts: Maurer Max (Diktl MaxI), Bruder von Martin; Maurer Martin (Diktl Martl), Buchwieser Anton (Brandle Toni), Schwaiger Kaspar (Tomale Kaschpa), Lechner Johann (Schnaggale Hanne) und Buchwieser Heinrich (Brandle Heinzle),

Der erste und der letzte tragen Buckelkraxn, obenauf einen Steinzeug Schmalzhafen, den man auf der Alm brauchte, und einen Bergsteeken in der Hand. Die anderen vier haben Dreschflegel in der Hand, bekleidet mit der Wurchanen (Grobleinernen) Wiesmahthose, wurchenes Pfoad (Hemmad). Rote Hosenträger und die schwarze Zipfelkapp auf dem Kopf, dazu die Altwerdenfelser Knournschuach (Knöchelhohe Halbschuhe, meist Barfuß im Schuh). Der Eine hat Wadlstrfunpf, der andere Pfosen, von Fremden manchmal als Wadlschoner oder Pulswärmer bezeichnet, die machen es jedenfalls möglich auch abends und an kühlen Sommertagen barfuß im Schuh zu gehen, mit der kurzen Lederhose, ohne zu frieren. (Foto von Carl Zwickl, Garmisch, 1927.)

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