Kirchen und seine Dörfer in alten Ansichten

Kirchen und seine Dörfer in alten Ansichten

Auteur
:   Thomas Leginger
Gemeente
:   Kirchen und seine Dörfer
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2881-0
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchen und seine Dörfer in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Meine lieben Freunde!

Bei aller guten Zuversicht konnte doch wohl keiner so recht daran glauben, daß es nun noch einmal einen Folgeband der 'alten Ansichten' geben würde - am wenigsten der Verfasser selbst, obgleich dies sein innigster Wunsch war. Dem Bestreben, dieses Buch zu konzipieren, lagen wieder mannigfache Kontakte zu den überwiegend älteren Mitbürgern unserer Verbandsgemeinde zugrunde, und so möchte ich es - in guter Tradition zu den vorangegangenen Publikationen auch diesmal nicht unterlassen, meine hervorragendsten Helfer hier namentlich aufzuführen,

Heimatfotograf Walter Semmelrogge, den ich ganz in der Tradition des viel gerühmten August Sander sehe, hat mir wieder die alten Zeitungsexemplare zur Verfügung gestellt, welche in ihren Meldungen wieder den Grundstock dieser Dokumentation bilden. Hildegard Flick (Schwelbel) und August Molzberger (Im Höfergarten) sind wieder manchen Weg für mich gegangen, ohne daß ich dies aus dem femen Berlin hätte koordinieren müssen,

Josef Stinner (Katzenbach), der vor mehr als zehn Jahren eine am 25. Februar 1571 ausgestellte und auf Katzenbach bezogene Kaufurkunde im Staatsarchiv zu Koblenz entdeckte, konnte mir ebenso weiteres Bildmaterial zutragen wie Josef Christ (Brachbach) und Otto Hellinghausen (Mudersbach), denen ich manche Mitteilung verdanke. Gustav Jung (Am Buschert) übersandte mir ein ganzes Päckchen alter Aufnahmen, denen auch noch wertvolle Anmerkungen beigegeben waren. Auch sei an dieser Stelle Karl Ernst Bender in der Freusburger Mühle nicht vergessen, den es von meinem neuen Vorhaben nicht sonderlich zu überzeugen galt. Weitere Kontakte vermochte ich auch in dem Flecken Freusburg anzuknüpfen, von wo der letzte altersgraue Wächter des Siegtales in beinah jeden Winkel des Kirchener Ortsgefüges herüber grüßt aus der Ferne.

Naturgemäß mußte ich dem Ort Kirchen selbst wieder den

Großteil der Aufnahmen zugestehen und mag in diesem Zusammenhang auch gar nicht verhehlen, daß ich ein Kind meiner näheren, enger gefaßten Heimat bin, welchen Umstand die Einsichtigen mir gewißlich gerne verzeihen werden. Es lag mir im Rahmen meiner Publikationen auch gar nicht daran, Heimatforschung im strengen Sinne zu betreiben, wenngleich ich bekenne, mich solchen Heimatkundlern wie dem längst verstorbenen Schönsteiner Studienrat Heinrich Holschbach ('Volkskunde des Kreises Altenkirchen') oder dem ebenfalls verstorbenen Kirchener Herbert Schneider besonders verbunden zu fühlen. Dem einen oder andern, der mir - mehr oder weniger unverblümt - vorgehalten hat, ich verklärte die Vergangenheit nur, möchte ich entgegenhalten, daß ich die Symbiose von Mensch und Natur dazumal für glücklicher einschätze denn in unserer von Umweltschäden beeinträchtigten Gegenwart. Das gleiche gilt für das Zusammenwirken der dörflichen Gemeinschaft als auch der Pflege des Brauchtums, welche im Laufe der letzten Dezennien sehr gelitten haben - eine Erscheinung des ailgemeinen Zeitgeistes. Wahrscheinlich steile ich mich auch dadurch vollends in das literarische Abseits, indem ich manche kulturpolitischen Aspekte der Vergangenheit für im künstlerischen Sinne wirksamer erachte als es die heute vielfach praktizierten Kunstformen in ihrer übermäßigen Betonung des Intellektuellen sind.

Denn - wer nach den letzten Geheimnissen forsehen will, der muß sich der Grenzen bewußt sein von dem bloßen verstandesmäßigen Studium und jener aus der Eingebung erwachsenen Erkenntnis, welche alle wahrhaft Weisen erfüllt hat.

Unser Titelbild zeigt die Gerbereien Otto Kraemer in Kircherhütte um das Jahr 1890. Unweit davon, am Rußlochbach, befand sich bis zum Jahre 1768 der Betrieb des Rotgerbers Johann Peter Latsch.

1. Ein Schmetterling landet auf meiner Wange, der Frûhlingsdûfte den Windes Lippen entreißt, und die Tage verrinnen wie meine Regenschlange, im Schoß der Erde, wohin niemand weiß ...

Unser Bild zeigt die drei Freunde Edmund Heubel, Paul Sommer und Paul Pitthan auf einem Sonntagsspaziergang 1924 im Imhäusertälchen zwischen Herkersdorf und A1sdorf. Was kann die Einsamkeit dem Wanderer nicht alles erzählen von dem geheimnisvollen Leben, das diese Stille rundum umweht? Jeder Fels und eine jede Steinbildung, jeder Mooswald und jede Blume wissen ihm etwas zu berichten aus den heiligen Stätten der Natur.

Der Voyageur August Horn, welcher gewohnt war 'seit einer Reihe von Jahren den Einzug des Frühlings an den trauten Ufern der Sieg zu feiern', kam in seinem im Mai des Jahres 1853 fertiggestellten, prosaischen Reisebericht, der im folgenden Jahre bei T. Habicht in Bonn veröffentlich wurde, immer wieder auf die Naturschönheiten des von ihm durchstreiften Siegtalgebietes zu sprechen: ... wie selig läßt sich auf den Höhen träumen, wo uns der herrlichste Hochwald umrauscht und frischer Niederwald den Verzauberten umduftet! Und während von den Bergeshalden der Herden Glocken zu uns herüber klingen, dringt aus den Talgründen das Pochen der Hammerwerke und ein feiner Dunst verbreitet sich von den rauchenden Meilern der Köhler. Staunend schweift das Auge zu den Höhen des nach allen Richtungen sich dehnenden tiefgründigen Berglandes, in welchem idyllische Anmut mit der wildesten Romantik wechselt, wo uns gar liebliche Täler in ihrer Wiesenpracht und majestätische Forsten mit bizarren Felsformationen iiberraschen. Voller Bewunderung sehen wir die Wirkungen dieser geheimen Kräfte, doch vermögen wir es nicht, deren Ursachen zu ergründen. ..

Die Betzdorfer Zeitung meldet in ihrer Ausgabe vom 26. März 1932 über Extrazilge an den beiden Ostertagen. .. Da an diesen Tagen von alien Reichsbahnstationen Sonntagsfahrkarten nach Junkernthai ausgegeben werden, ist wohl mit Bestimmtheit anzunehmen, daß recht viele Ausflûgler aus Nah und Fern die romantisch gelegene Tûschebachsmiihle an dem herrlichen Alpensee besuchen werden, um hier in der gattesfreien Natur Stärkung der Nerven und Gemûter für die wieder folgenden Tage harter Arbeit zu suchen. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn recht viele diese Sonderzûge benutzen wiirden, damit uns dieselben dauernd erhalten bleiben.

2. So wie ich in meiner letzten Publikation, 'Kirchen in alten Ansichten Band 3', auf den Seiten 56/57, den zeitgenössischen Berichterstatter der Betzdorfer Zeitung mit dem großen Brand auf dem Struthof erneut zu Wort kommen ließ, so möchte ich das noch einmal tun mit der Meldung vom 14. März 1932: 'Der große Saal der Bürgergesellschaft (Betzdorf) niedergebrannt.' Ich glaube, damit auf die beste Weise die Erinnerung an die Wehrhaftigkeit der Löschmannschaften wachzuhalten. Unsere Aufnahme entstand um das Jahr 1910 in Freusburg. Wir sehen rechts sitzend Friedrich Textor (Kirchen), rechts neben ihm stehend August Schweitzer und Christian Reiffenrath.

Am Samstagabend 3/4 9 Uhr rief die Sirene des Rathauses Feuerlärm iiber unseren Ort. Man schenkte ihm aber noch wenig Beachtung, da ein Feuer namentlich von den höhergelegenen Häusern nicht zu bemerken war. Dann erhellte plötzlich weithin sichtbarer Feuerschein ganz Betzdorf bis in seine entfernteren Straßen. Der große Saal der etwa in gleicher Höhe wie die katholische Kirche liegenden Bürgergesellschaft stand in hellen Flammen. Und nun gab die Sirene noch einmallanggezogenen Feuerruf und der ganze Ort geriet in Aufruhr und Bewegung.

Die in der sogenannten Eisernen Front zusammengeschlossenen Verbände tagten am Abend im großen Saal der Bürgergesellschaft. Während der Ausführungen des Redners bemerkte man im Balkenwerk der Decke in der Nähe des Kamins bei dem Ofen der im Saal aufgestellten neuen Warmwasserheizung leise glimmendes Feuer. Man nahm einen leichten Kaminbrand an. Die Ruhe tm iiberfiillten Saal wurde voll gewahrt. Man untersuchte sofort die Stelle und öffnete eine Luke, die in den Hohlraum zwischen Deckenlage zum Saal und eigentlichem Dach fiihrt. Der dadurch entstandene Luftzug entfachte das Feuer zu heller Flamme. Man erkannte sofort, daß es mehr als ein Kaminbrand war und räumte sofort den Saal. Jeder Versammlungsteilnehmer nahm nun noch seinen Stuhl mit; Polizei, Oberbrandmeister und der Besitzer der Bürgergesellschaft, der in Alsdorf die Gesangstunde abhielt, wurden benachrichtigt.

Alle drei Löschzüge unserer Wehr - darunter der Brucher Zug als erster - rockten an. Man konnte dem Feuer aber nur mit dem schwachen Wasserstrahl aus den Hydranten in der Nähe des Hauses zu Leibe gehen. Und auch die Motorspritze faßte zunächst nicht genug Wasser, bis die Wasserleitung für ganz Hohenbetzdorf abgesperrt war. Mit 8 Atmosphären Druck driickte die tadellos arbeitende Motorspritze, die vor dem Bayrischen Hof Aufstellung genommen hatte, das Wasser in 4 Schläuche ...

(Fortsetzung nächste Seite.)

3. Unsere Aufnahme entstand um das Jahr 1921 und zeigt die viel gerühmte Feuerwehr der Arnold Jung Lokomotivfabrik im Jungenthal bei Kirchen. Daß selbige immer auf dem neuesten technischen Stand war, dafür sorgte schon der Chef, Paul Hintze. Alljährlich im Herbst fand die Schlußübung statt, die dann nach gutem Verlauf anschließend von den Wehrleitern und -leuten nebst ihren Familien in der nahegelegenen Gastwirtschaft Lang oder bei Heikaus gefeiert wurde. Wer dann noch genügend Biermarken übrig behielt, konnte sich am nächsten Tag noch einen Frühschoppen genehmigen. Oberbrandmeister war Fritz Hölzemann (links) und Brandmeister August Stock (rechts).

Die Familie von Betriebsdirektor Schmidt hatte um das Jahr 1920 in dem Gebäude oben eine Wohnung bezogen, der Anbau (rechts) erfolgte 1921.

Wir fahren fort mit der Berichterstattung von dem großen Brand in der Bürgergesellschaft Betzdorf.

Aber das Feuer hatte unterdessen eine riesige Ausdehnung angenommen. Das ganze lange, mit mehrfacher Pappschicht gedeckte Dach stand in haushohen Flammen. Man konnte an dem Saal nichts mehr retten und beschränkte sicn mit aller Kraft auf die Rettung des eigenttichen Wirtschafts- und Wohnhauses. Von Steigleitern warf man den starken Wasserstrahl auf die Flammen, die gegen 10 Uhr bereits das Dach dieses Hauses ergriffen hatten und an dem hochstehenden sechseckigen Tûrmchen nagten. Bei diesen Manövern leistete so mancher Angehörige unserer Feuerwehr ganz hervorragendes an Umsicht und Tapferkeit.: Vorher hatte man die nach der Kirchenseite zu stehende Längsmauer eingerissen und damit die Gefahr, die durch starken Funkenflug für alle Gebäude der Nachbarschaft bestand, abgewendet. Die Brandstelle war auf allen Seiten von großen Menschenmassen umlagert ... Gegen 12 Uhr war das Feuer gelöscht. Der große Saal ist vollkommen ausgebrannt ... Vom Wohnhaus wurde ein kleiner Teil des Dachstuhls um das Tiirmchen herum von den Flammen vemichtet, während die oberen Räume, insbesondere das kleine Sälchen, durch Wasser stark gelitten haben. Man kehrte es noch in der Nacht mit Besen iiber die Veranda in den zerstörten Saal und konnte dem Wirt dadurch die unteren Wirtschaftsräume erhalten. .. Als Brandursache nimmt man Selbstentzündung bei einem schadhaften Kamin an, welcher Ansicht auch die Polizei zuneigt. ...

Herkersdorf. 15. Dez. 1933. Hier wurde gestern von Leuten des Arbeitsdienstes, die beim Roden im Imhäuser Tal beschäftigt sind, in der Erde vergraben eine Kiste gefunden, die mehrere Päckchen Dynamit enthielt. Obwohl der Sprengstoff allem Anschein nach schon seit Jahren an der Stelle gelegen hatte, befand er sich noch in einem verwendungsfähigen Zustand. Der Leiter der Arbeitsstelle machte sofort der Polizei Meldung von dem Funde.

4. Unsere Aufnahme links entstand in den späten zwanziger Jahren in Herkersdorf. Die Jäger haben einen Rehbock erlegt. Ob wohl Pfarrer Lellmann (Bildmitte) der erfolgreiche Nimrod war? Der Fotograf ist Ernst Rohde.

Die Aufnahme rechts entstand am 16. August 1943 (Semmelrogge) und zeigt uns Franz Langenbach auf der Pirsch. Er befindet sich in dem Eichenniederwald oberhalb des Kirmesfeldes (Kirchen),

Die Betzdorfer Zeitung vermeldet: Eicherhof. 25. März. Glück im Ungliick: Beim Abfahren von Wurzelstöcken aus der Genossenschafts- Viehweide oberhalb unseres Ortes ereignete sich gestern nachmittag ein Unglücksfall, der zum Glück einen guten Ausgang nahm. Der Bergmann Jas. O. von hier hatte einen Karren schwer beladen und konnte auf dem stark abschüssigen Weg ihn nicht halten. Die Karre überschlug sich, wobei sich ein Strick als Schlinge um den Hals des 0. zog. Von hinzukommenden Leuten wurde 0. durch Durchschneiden des Stricks vor Erdrosselung gerettet.

In der Ausgabe vom 23. April 1932 wird unter anderem berichtet: Diebstahl. Ein Bettler, der am Mittwoch mittags in den Laden der Butter-, Eier- und Käsehandlung von Ippach-Bismarckstraße (Betzdorf) gekommen und unbemerkt geblieben war, weil die abgestellte Klingel versehentlich nicht wieder angestellt worden war, hat aus der Ladenkasse 20 Mark und etwas Käse gestohlen. Er ward nicht mehr gesehen ...

Kirchen, 23. April. Vom Zug überfahren. Heute morgen kurz nach 8 Uhr wurde auf der Station Brachbach der friihere Eisenbahnwerkstättenarbeiter Peter Hein aus Mudersbach von der Maschine eines von Betzdorf nach Siegen fahrenden Güterzuges erfaßt und schwer verletzt. Der Verunglûckte war auf dem Weg zur Feldarbeit. Es wurde ihm der linke Arm und das linke Bein abgefahren. Er wurde nach Anlegung von Notverbänden mit dem Sanitätsauto ins Krankenhaus gebracht. Ob der arme Mann, der noch bei vollem Bewußtsein war, als er aufgefunden wurde, mit dem Leben davonkommt, ist sehr zweifelhaft.

Bei einem am 22. Oktober 1933 vom Kleinkaliber-Schützenverein durchgeführten 'nationalen Ehrenschiessen' auf dem neu eingerichteten Schießplatz im Höferwald bei Kirchen, gab es folgendes Ergebnis: 34 Ringe: Fritz Krah, 1. Preis; 30 Ringe: EmU Auer, 2. Preis; 29 Ringe: Hans Grimmig, 3. Preis; 29 Ringe: Karl Textor, 4. Preis. Der erste Preis bestand aus einer goldenen Taschenuhr, .. Wissen, 13. Nov. Ein Fuchs, den ein Bewohner in Slegenthal gefangen und in eine Hundehütte eingesperrt hatte, war wieder ausgebrochen und verschwand im nahen Wald. Es begann einerichtige Hatz auf den Flüchtling, der öfters zwischen den Verfolgern wechselte und nach diesen biß. Ein Jagdhund erfaßte den Fuchs und biß ihn tot.

5. Unsere Aufnahme zeigt wie beschaulich schön es noch vor einem halben Jahrhundert an der Siegbrücke in Betzdorf war. Ein Kuriosum: der Verfasser entdeckte diese als auch noch etliche weitere alte Postkarten auf einem Streifzug über den sogenannten Krempelmarkt im Berliner Bezirk Tiergarten zu Anfang dieses Jahres.

Die Aufnahme soll uns einstimmen für den Berichterstatter der Betzdorfer Zeitung, der am 1. August 1932 über den Verlauf eines sportlichen Groß-Ereignisses zu Worte kommt: Tv. Kirchen gewann die Siegstaffell Sicherer Sieg des Verteidigers - Struthiitten und Herdorf durch Sturz der Radfahrer ausgeschieden - Unerquickliche Begleiterscheinungen. Der Verlauf der Staffel. Ein Schauspiel (mit dramatischem Einschlag]. Ort und Zeit:

Strecke Freusburg-Betzdorf, Sonntagnachm., gegen 15 Uhr.

1. Akt: Auf die Plätze! Fertig! Los! Sechs sehnige schlanke Turnergestalten setzen sich am Fuß der Freusburg in Bewegung. Taktisch richtig langsam, zögernd, im Rudel: Betzdorf, Struthütten, Kirchen, Wehbach, Hamm und Herdorf. Erst im Endspurt der ersten 1 000 Meter langen Strecke trennte man sich um wenige Meter: Struthüttens energieerfiillter Läufer, verbissen kämpfend, kam ganz knapp vor Betzdorf und den iibrigen ein. Mit raumgreifenden Schritten zogen dann die Kurzstreckler davon, die Sekunden später schon ihre Kameraden mit der Pedale in Tätigkeit setzten. Ein harmloser Auftakt, der noch nichts von den Verwicklungen ahnen ließ.

2. Akt und Höhepunkt! Auf der Radfahrstrecke fiel die Entscheidung. Kirchens Straßenfahrspezialist im leuchtend roten Trikot enteilte sofort, zog unbehelligt davon, trat auf dem letzten schwierigen Teil der Strecke noch kraftig an und ließ die weiteren Läufer und Schwimmer seiner Mannschaft mit unerreichbarem Vorsprung davonziehen. Hinter ihm blieb das Rudel bis auf den ein wenig zurückgleitenden Wehbacher zusammen. In einer Linkskurve ereilte Struthüttens Fahrer, den zwei andere Staffelfahrer in die Enge drängten, so daß er zum Sturz kam, das Geschick. Ein Versuch, trotz Schûrfungen und Radbeschädigung weiterzufahren, mißlang. Und gleien darauf das zweite Verhdngnis: Herdorfs tapferer Fahrer, von einem mitfahrenden Privatfahrer rücksichtslos behindert, stiirzte ebenfalls, so daß ein weiterer Favorit ausschied. Zwei sehr betriibliche Ausfälle! Betzdorf und Hamm kämpften im Mittelfeld weiter, Wehbach lag zuriick ...

(Fortsetzung nächste Seite.)

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