Kirchlengern in alten Ansichten

Kirchlengern in alten Ansichten

Auteur
:   Helmut Trippler
Gemeente
:   Kirchlengern
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1812-5
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Kirchlengern in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Im Herzen der Ravensberger Mulde in der Mitte zwischen Teutoburger Wald im Süden und Wiehengebirge im Norden, etwa neun Kilometer nördlich der Kreisstadt Herford und vier Kilometer östlich von Bünde liegt die Gemeinde Kirchlengern. Das Gemeindegebiet erstreckt sich heute von den südlichen Ausläufern des Wiehengebirges im Norden bis zur Else und darüber hinweg bis zum Kahlen Berg - auch Reesberg genannt - im Süden. Auf den Ausläufern des Hül1ers entstand der Dorfkern Kirchlengern. Das Land beiderseits der Else wurde schon früh besiedelt. Vor dem Einbruch der Franken um 800 hat es bereits sächsische Dorfansätze gegeben. Das gilt auch für Linigern, das mit zu den ältesten Siedlungen der Ravensberger Mulde zählt. Im Jahre 966 wurde 'Linigerori' erstmals erwähnt. 1147 hat vermutlich der Bischof von Osnabrück das Stift Quernheirn mit dem Sitz einer Vogtei und den Kirchspielen Quernheim und Linigern gegründet. Bis um das Jahr 1450 siedelten sich an den Altsied1ungen die 'Erbkötter' an. Zwischen 1450 und 1618 gingen die 'Markkötter' hinaus in die Mark.

Es entstanden Einzelhöfe oder auch neue Gehöftgruppen. 'Kirclinniger', vormals bis zur Else zum Fürstbisturn Minden gehörig, kam 1648 im Westfä1ischen Frieden an Brandenburg. Südlich der Else lag die

Grafschaft Ravensberg, die 1719 ebenfalls mit Preußen vereint wurde. Spätestens seit dieser Zeit , wahrscheinlich aber schon früher, unterschied man zwischen Südlengern und Kirchlengern. Um 1780 begannen die Bauern mit der Markeinteilung unter der Bezeichnung 'Gemarkung'. Westfalen wurde Königreich unter Jérome und nach französischern Vorbild in Departements eingeteilt. Kirchlengern gehörte nun zum Departement Unterweser mit dem Hauptort Osnabrück. Die Unterpräfektur (Bezirk) befand sich in Minden mit einer Mairie (Bürgermeisterarnt) in Lübbecke. Nach einer weiteren Teilung durch Napoleon wurde Kirchlengern dem Departement Oberems zugeordnet und bildete mit dem Werrefluß die südliche Grenze.

Neuer Administrator (Verwalter) im Kreise Bünde mit dem Unterverwaltungsbezirk in Stift Quernheim wurde der leutselige und später so beliebte Maire Philipp von Borries auf Gut Steinlacke, der alles tat, um das durch hohe Kontributiorien verursachte schwere Los der Landbevölkerung zu mildern. Diese Notlage wurde auch nur wenig durch den Ausbau der Chaussee von Herford über Kirchlengern nach Lübbecke gemildert. Erst durch den Bau der Eisenbahnstrecke Löhne-Osnabrück im Jahre 1855 wurde

der verarmten Bevölkerung neue Hoffnung auf bessere Arbeitsrnöglichkeiten geboten. 1843 kam Kirchlengern zum Amt Gohfeld-Mennighüffen. Im Jahre 1900 führten die Bauern zu 96 vom 100 ihrer Fläche eine Umlegung durch. Die ursprünglich landwirtschaftlich ausgerichtete Gemeinde hatte sich gewandelt.

Die Zigarrenindustrie konnte um etwa 1870 Fuß fassen und erblühte zu einem bedeutenden Gewerbezweig. Dank der Tatkraft des Kreistagsabgeordneten und Zigarrenfabrikanten Gustav Heinecke gelang es, den Kreistag davon zu überzeugen, daß als Standort für das neu zu gründende Kraftwerk die Gemeinde Kirchlengern bestimmt wurde. Das 1909 gegründete Werk ist seither ständig gewachsen und versorgt als Elektrizitätswerk-Minden-Ravensberg GmbH heute ein Gebiet, das die Kreise Herford, Minden und Schaurnburg-Lippe umfaßt und im Verbund der INTERARGEM Spitzenlasten für das Gemeinschaftskraftwerk VeltheimjWeser fährt. In der Folge nahmen auch die Dienstleistungen unverkennbar zu. Im Jahre 1919 wurde das eigenständige Amt Kirchlengern gegründet.

1929 wurden die bis dahin selbständigen Gutsbezirke Oberbehme und Steinlacke aufgelöst und dem Arnts-

bezirk Kirchlengern zugeteilt, Mit der strukturellen Neuordnung der am 1. Januar 1969 gebildeten GroßGemeinde kam auch ein Teil der bis dahin zum Amt Ennigloh gehörenden Gemeinde Südlengern wieder zu Kirchlengern.

Möge der hier vorliegende Bildband allen älteren Mitbürgern eine liebe und vielleicht auch wehmütige Erinnerung sein an eine Zeit, in der man sich nach Feierabend noch geruhsam zur 'Schnuiderfuier', einem kleinen Schnack zur Dämmerstunde, zusammenfand. Den Neubürgern aber und der jüngeren Generation möge er eine, wenn auch nicht umfassende Antwort geben auf ihre berechtigte Frage: 'Wie war denn das eigentlich früher in Kirchlengern? ' Er möchte ihnen dabei helfen, sich ein Bild zu machen von Kirchlengern um die Jahrhundertwende bis in die Zeit vor etwa 50 Jahren.

Mein Dank gilt allen Mitbürgern, die mir mit Bildbeiträgen geholfen haben, diese kleine Chronik zu erstellen. Mein besonderer Dank aber gilt Herrn Günther Kaase für die Überlassung seines reichhaltigen Archivs, ebenso wie Herrn Heinrich Oepkemeier für die tätige Mithilfe bei der Findung historischer Daten, ohne die dieser Beitrag nur ein Fragment geblieben wäre.

1. Ein Bliek auf den Ausschnitt einer alten Flurkarte aus dem Jahre 1826 erlaubt uns, den Grundriß der unteren Bauerschaft mit den sie umgebenden Liegenschaften zu analysieren. Die Lübbecker Straße, von links kommend mit der Elsebrücke zu Beginn, ist leicht zu erkennen. Das Zentrum mit der Straße 'von Bünde' weist alle im nachfolgenden Bildbericht beschriebenen Höfe rnit ihren Köttern aus. Im Verlauf der Lübbecker Straße erkennt man im Mittelpunkt der Karte Stille-Holzrneier NI. 5 und weiter die Kirche mit Schule, Küsterhaus, die Pfarrei und Vorwerk NI. 9. Eingeschlossen von der Mindener Straße, der Meierhofstraße und Hagedorner Kirchweg lag der damals größte Hof mit seinen Köttern, der Meierhof Nr. 10, und darüber Bökemeier NI. 26 ganz rechts im Bild.

2. Diese Ansicht von Kirchlengern entstand etwa um das Jahr 1905. Man erkennt links das Wehr der Brausemühle mit dem alten Mühlrad. Weiter rechts das Postamt und links höher das alte Pfarrhaus. Im Blickpunkt steht die Kirche, um die sich die Gemeinde schart wie die Küchlein um ihre Henne. Dominierend auf der Anhöhe, dem Fienberge, steht die Mühle Lindemann. Darunter erstreckt sich das Bahnhofsviertel. Links im Kreis eingeblendet sieht man das Gasthaus Kleimann an der Rüterbrücke, auf dem auch gut der Anbau für den Ausspann der Pferde zu erkennen ist. Hier war einst die Grenze mit dem Zollhaus, das links der Straße stand. Rechts eingeblendet sieht man den Staatsbahnhof, Gasthof Kollmeier und darunter das Gelände der Wallückebahn mit Lokschuppen und Rampe.

qestc.urc.tlon, 'J.fÀLLUCKE-BAH N Ion jugusl KOllmeyer

3. Auf diesem 'Gruss aus Kirchlengern', etwa um 1907 ist noch einmal recht deutlich das Gelände der ehemaligen WaIIückebahn zu sehen. Im Vordergrund steht das Verwaltungs- und Wohngebäude und rechts daneben der Lokschuppen mit der Auffahrtrampe zum Abkippen der Erzladungen in die Spezialwaggons der 'Staatsbahn'. Darüber erkennt man die etwa um 1898 erbaute Gastwirtschaft 'Zur WaIIückebahn' August KoIImeier mit ihrer Scheune zur Lagerung von Lacken und Farben (heute der angebaute Saal). Die alte Schule (rechts daneben) mit dem Kantorhaus diente bis 1976 der Kirchengemeinde als Gerneindehaus, und die alte Windmühle ebenso wie der 'Staatsbahnhof" bestehen heute nicht mehr, beziehungsweise haben bei letzterem für den Ort nicht mehr die Bedeutung wie ehedem.

KIRCH LEN GERN

4. Eine der ältesten Ansichtspostkarten von Kirchlengern mit Poststempel vom 23. Juni 1908 zeigt einen Bliek in den südlichen Zugang der alten Bauerschaft von der Lübbecker Straße gesehen und den schönen, mit Eichen umstandenen Hofvon Colon Busse Nr. 7, heute Tankstelle Peppmeier. Im Hintergrund steht auf einst Rüterschem Grundstück das Wohnhaus der 'Mutter Meier' mit ihrem Kramlädchen, das erst in den dreißiger Jahren einem Neubau weichen mußte. Die Lübbecker Straße trug zu jener Zeit noch eine Schotterdecke. Links im Bild erkennt man noch 'Papa Müllers' Friseursalon, heute Müller-Schlabeck, und rechts hatte Klempnermeister Hanze sein Wohn- und Geschäftshaus; erbaut 1902.

5. Kirchlengern im Jahre 1914 von Süden her gesehen, etwa von der Elsebrücke aus. Die Wiesen im Vordergrund tragen die Flurbezeichnung 'Auf der Worth'. Als 'Holzrneier's Wiesen' waren sie aber jedem geläufiger. Das Gelände ist heute bebaut und verwehrt uns leider diese Ansicht. Ganz links erkennt man das Pfarrhaus und rechts neben der Kirche die frühere Bäckerei Steffen. Im Vordergrund in der Mitte des Bildes steht das alte Wohnhaus vorn Schmied Johanning und auf der linken Seite daneben Bussen Kotten. Auf der rechten Bildseite erkennt man das Wohn- und Geschäftshaus von Klempnermeister Banze, später Beinke, und den Friseursalon von 'Papa Müller ', Eingeblendet in der unteren Hälfte erscheint das Wehr der 'Brausemühle '.

y IiU(jU,JT BITTER

6. Einen weiteren 'Cruss aus Kirchlengern' entbieten dem Betrachter dieser Ansichtspostkarte zunächst der in der Mitte der Gemeinde an der Lübbecker Straße gelegene Gasthof 'Zur Linde' August Bitter, heute Hotel Pöhl, mit dem ehedem als Ausspann dienenden Gebäude der späteren Schmiede. Darunter sieht man noch einmal den Gasthof 'Zur Linde' mit seinem gepflegten Garten und dem kleinen Pavillon für regnerische Tage oder besondere Anlässe. Auf der rechten Seite der Abbildung erscheint eine Ansicht der 'Überland-Centrale' EMR von Nordosten gesehen mit dem Wohn- und Bürogebäude für den Betriebsleiter davor. Darüber erkennt man das neue Fabrikgebäude der Firma Theodor Heinecke, erbaut 1906, mit dem Altbau und dem rechts daneben liegenden Bürogebäude.

KIR0HLESGERY

Babnhofstrasse

7. Am südlichen Dorfausgang Kirchlengerns kreuzt die Bahn die Lübbecker Straße, von der die Bahnhofstraße kurz hinter der Elsebrücke nach Osten hin abzweigt. Ursprünglich noch Feldweg wurde sie nach dem Bau der 'Überlandzentrale' verbreitert und mit einer Schotterdecke und einem Bürgersteig versehen. Unser Bild stammt aus dem Jahre 1910. Auf der rechten Seite ist der Bahnhof mit dem Güterschuppen zu sehen. Ihm gegenüber auf der linken Seite erkennt man das Gebäude der Zigarrenfabrik Heinrich Steffen, gegründet 1870 (heute Pharmazie Preßl). Im Hintergrund erscheint nur wenig sichtbar der Gasthof 'Zum Bahnhof Heinrich Rabe'. Der Plankenzaun im Vordergrund ist heute einer lebenden Hecke gewichen,

8. Als am 21. Dezernber 1855 die Bahnlinie Löhne-Osnabrück eingeweiht wurde, hatte man auch in Kirchlengern eine Haltestelle eingerichtet; zunächst in Form eines kleinen Schalters, wie glaubwürdig berichtet wird. Um 1870 etwa - das Haus trägt die Nummer 142 entstand das hier abgebildete Gebäude mit einem kleinen Anbau für den Umschlag der Bahngüter. Dieser erhöhte sich aber sehr bald durch die Versandkisten und Pakete der Zigarrenfabriken um ein Vielfaches, so daß man sich gezwungen sah, den Güterschuppen nach Osten hin zu erweitern. Heute hat der Bahnhof für den Ort nicht mehr die alte Bedeutung; die meisten Sendungen wurden vorn Kraftverkehr übernommen. Rechts im Bild: Einer der ersten Linienbusse der Firma Brunshus.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek