Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1

Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Helga Walter
Gemeente
:   Kitzingen am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2416-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Dern Thema wird dieser Band gerecht, wenn der Betrachter bereits dem Titelbild einen zweiten oder auch zweifelnden Bliek widmen muß und sich fragt:

Ist das Kitzingen? Ja, es war Kitzingen - und das vor garnicht allzu langer Zeit. Der Wandel der Zeiten, dem auch unsere Stadt unterworfen ist, hat seine Spuren hinterlassen. So sieht heute manches anders aus als früher.

Was wäre ein solches Buch über Kitzingen, wenn nicht der Main als Ausgangspunkt der Siedlungsgeschichte überhaupt angesprochen würde? Kitzingens langjähriger Namenszusatz 'arn Main' spricht das unveränderte und unveränderliche Charakteristikum der Stadt aus, nämlich seine ideale Lage, beidseitig an den Ufern eines Flusses gelegen. Die Wasser des Mains fließen noch immer, nur das Flußbett wurde reguliert und die Ufer befestigt. Die gute 'Alte Mainbrücke', jahrhundertealtes Sinnbild Kitzingens, - im Hintergrund unserer Fotografie - mußte dem modernen Schiffsverkehr angepaßt werden und zeigt heute ein anderes Bild. Die Hafenanlagen stehen hier nicht mehr und auch der Fischerkahn - im Vordergrund - ist fast eine Seltenheit geworden. An manchen Häuserfassaden hat der Zahn der Zeit genagt und den Verputz abbröckeln lassen, andere werden in unseren Tagen im Trend der Nostalgiewelle liebevoll restauriert. Einige Zeugen der Vergangenheit blieben in ihrer ursprünglichen Form bestehen, so wie die im Stadtbild vertrauten Türme der Kirchen, die sich über den Dächern der Innenstadt erheben.

Auf die gleiche Art und Weise, wie wir es am Beispiel

unseres Titelbildes in Worten darlegen und für den Leser bildlich nachvollziehen, geben auch die folgenden 76 Fotografien und Ansichten Aufschluß über die Entwicklung der letzten hundert Jahre. Die Bilder sollen in anschaulicher Weise vom Leben und Wirken unserer Vorfahren erzählen. Vieles ist unwiederbringlich zur Vergangenheit. zur Geschichte geworden. Manches ist nur noch in der Erinnerung unserer älteren Mitbürger vorhanden. Die jüngere Generation wird vielleicht mit Interesse verfolgen, wie Kitzingen zu Zeiten ihrer Großväter ausgesehen hat. Dabei wurden zum besseren Verständnis zuweilen historische Hintergründe und wichtige Daten in Kitzingens Stadtgeschichte in die Textzeilen eingearbeitet.

Kitzingen am Main erlebte zwei markante Brüche in seiner baulichen Substanz, die zu einer wesentlichen Veränderung des mittelalterlichen Stadtbildes führten. Zum einen waren es die resolut durchgeführten Modernisierungsmaßnahmen, die in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts eingesetzt hatten. Ihnen ist eine stattliche Anzahl von alten Häusern, Toren und Türmen zum Opfer gefallen. Zum anderen war es der Luftangriff der Alliierten vom 23. Februar 1945, der Kitzingen unbarmherzig in weiten Bereichen in Trümmer legte.

'Kitzingen am Main in alten Ansichten' - eine Dokumentation nur mit Bauwerken und seien sie noch so charakteristisch für unsere Gemeinde, ist ohne die Einwohner der damaligen Zeit nicht denkbar. Es sind die Menschen, die den Gebäuden, den Straßen und Plätzen Leben verleihen. Die vielgestaltigen Aktivitä-

ten der Kitzinger durch alle Zeiten hindurch sind mannigfach in Dokumenten bewiesen und in Chroniken belegt.

Kitzinger Bürger huldigten seit je - vielleicht bedingt durch den Wein aus eigenen 'Wengerten' und dem selbst gebrauten Bier - einem geselligen Leben, Dabei wurde stets auch die Gastfreundschaft gepflegt. Fremde wurden beherbergt und verköstigt, wenn auch zuweilen unfreiwillig; nämlich dann, wenn es sich um ungebetene Gäste handelte, wie zwangsweise einquartiertes Kriegsvolk. Das traditionsreiche Kitzinger Vereinsleben, das gerade in der Zeitspanne, die diesem Band als Rahmen gesetzt wurde, seinen größten Aufschwung erlebte, würde eine eigene umfangreiche Aufzeichnung rechtfertigen. Die mannigfachen Zusammenschlüsse der Bürger dienten nicht nur der Pflege eines geselligen Gemeinlebens, sondern in großem Maße auch dem Gemeinwohl der Bewohner und dem Schutze der Stadt und nicht zuletzt der körperlichen - und wie in manchen alten Satzungen nachzulesen 'moralischen und sittlichen' - Ertüchtigung der Mitglieder.

Bilder dieses Bandes erzählen auch einiges von unwiderruflich vergangenen Gewerbezweigen und Zünften, beispielsweise den Flößern oder auçh von dem Niedergang der einst blühenden Fischerei. Glücklicherweise ist das Verlorene und das zur Geschichte gewordene Geschehen - nicht zuletzt dank der im vorigen Jahrhundert aufgekommenen Technik der Fotografie - festgehalten und der Nachwelt zumindest in bildlicher Darstellung überliefert.

Mit 77 Ansichten und wenigen Zeilen Text kann eine Vollständigkeit über das Kitzingen, wie es früher war, nicht im entferntesten angestrebt oder erreicht werden. Darüber hinaus wollten wir unsere Materialauswahl nicht nur auf Kitzingen selbst beschränken, sondern bezogen auch die Vorstadt Etwashausen ein, sowie die eingemeindeten Ortsteile. Zu den alten Ansichten Kitzingens gehören ebenso die vielen Mühlen, welche die Bäche, die zum Main führten, säumten. In manchen Fällen wurden an deren Stelle bedeutende Bauprojekte realisiert, wie beispielsweise der Fliegerhorst am Bimbach.

Der Verlag wünschte sich eine Dokumentation von Kitzingens alten Ansichten in der Zeit zwischen 1880 und 1925. Eine exakte oder auch nur annähernde Datierung des vorliegenden Materials gestaltete sich äußerst schwierig, wenn nicht unmöglich, denn Zeitangaben oder Erläuterungen auf der Rückseite der Fotos waren ebenso selten wie spärlich. Informatienen für die begleitenden Textzeilen mußten somit von der Verfasserin aus eigenem Erleben, aus den Literaturbeständen des Stadtarchivs oder auch in Gesprächen mit alteingesessenen Mitbürgern gewonnen werden.

Dem Oberbürgermeister der Stadt Kitzingen, Herrn Rudolf Schardt, der die Herausgabe des Bandes anregte, die Bestände des Stadtarchivs zur Verfügung stellte und bei der Zusammenstellung des Materials seine Unterstützung gewährte, sei an dieser Stelle aufrichtig gedankt.

Dr. Helga Walter

1. 'Gruß aus Kitzingen arn Main' - so lauten die Worte auf zahlreichen schwarz-weißen und farbigen Postkarten aus unserer Stadt. Die Motive wechseln sich ab, doch oftmals zeigen sie den Main mit der Alten Mainbrücke. Sie, die einst 'auf drei von gehauenen Quadersteinen errichteten Pfeilern' den Main überspannte, ist seit Jahrhunderten das Stadtwappen. Unser Bild zeigt die Brücke in einer späteren Form. Rechts vor der Petrinikirche ist das längst abgebrochene Schwanentor zu sehen. Von Blumengirlanden umrahmt, kündet das Deuster-Schloß von einstiger Pracht. Es ziert heute nicht mehr das Stadtbild.

2. Dies ist ebenfalls ein Bliek von Etwashausen auf die Stadt mit dem Main. Im Vordergrund liegen auf Etwashäuser Seite die feuchten Uferanlagen. Rechts erhebt sieh das Deuster-Sehloß, daran anschließend erstreeken sich die Parkanlagen bis zum Deuster-Turm, der heute noch steht, Auf der Kitzinger Seite des Flusses befand sich einst die Pferdeschwemme - der schräge Weg in den Uferanlagen führte zum Wasser. Gleich daneben - selbstverständlich flußaufwärts - war das Waschschiff verankert. Hier konnten die Kitzinger Frauen an den Fluten des einst noch sauberen Mains ihren Waschtag halten. Von dieser Einrichtung wurde reger Gebrauch gemacht, wie sich alteingesessene Bürger erinnern.

3. Unverwechselbares Wahrzeichen der Stadt ist neben der Alten Mainbriicke der Falterturm. Der 'Falltor-Turm' mit seiner schiefen Haube wurde in den Jahren 1469-1496 als Teil der Äußeren Stadtmauer errichtet. Er erhebt sich 52 Meter, sein Fundament geht wegen des Stadtgrabens 18 Meter in die Tiefe. Der Volksmund berichtet, der Dachstuhl sei schief geraten, weil die Bauleute in einem guten Weinjahr oder wegen Wassermangels den Mörtel mit Rebensaft anstelle von Wasser angeriihrt hätten, Das Falltor, das neben dem üblichen Torflügel noch ein Gitter besaß, das herabgelassen werden konnte, wurde im Jahre 1864 abgebrochen; zugleich wurde mit dem Einfüllen des Grabens begonnen. Heute beherbergt der Turm das Deutsche Fastnachtsmuseum. Die Falterstraße, zwischen Innerem und Äußerem Faltertor gelegen, hatte eine Reihe schöner Fachwerkhäuser, die dem Luftangriff von 1945 zurn Opfer fiel - darunter auch das Geburtshaus des evangelischen Theologen Paul Eber (1511-1569).

FaIterstt.". mit scl'lle1em Falterturm

KITZINGEN a. M.

..» ;Y~ï '!JJ1'

JA,..t,- }oo,-jJ I~ .-p-r,rt.-<-- .J,

4. Die Spaziergänger auf dieser Postkarte promenieren auf der kastanienbestandenen Allee zum Bahnhof. Rechts im Bild steht in den Glacis-Anlagen das Kriegerdenkmal von 1871, welches das Gedächtnis von fünf im Krieg von 1870/71 gefallenen Söhnen der Stadt ehrte. Das Denkmal, gekrönt von einem vergoldeten Adler auf einer hohen Säule, wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschadigt und später vollends abgetragen.

5. Der Bahnhofsplatz mit dem Stationsgebäude und dem Postamt präsentiert sich im Schmuck der jungen Kastanienbäume. Der Wartesaal 1. Klasse, auf unserem Bild links an das Hauptgebäude des Bahnhofs anschließend, besaß einen eigenen Eingang. Die Bahnanlagen waren vorrangiges Zielobjekt des Luftangriffs vorn 23. Februar 1945, die Hauptgebäude der Bahnstation und des Postamts wurden relativ wenig beschadigt, so daß der Wiederaufbau die ursprüngliche Form wahren konnte. Der Giebelaufsatz des Postgebäudes fiel bereits vor dem Kriege Renovierungsmaßnahmen zum Opfer.

6. Vom Bahnhofsplatz zog sich stadteinwärts die Bahnliofstraße entlang. Eine Idylle, die 1945 schwer gezeichnet worden ist. Die Häuser, die diese Postkarte aus dem Jahre 1928 zeigt - zum Beispiellinks auf dem Bild das ehemalige 'Kitzinger Brauhaus Henning-Bräu' - wurden fast ausnahmslos zerstört, Lediglich die Kastanienbäume zieren noch heute das Straßenbild. Sie erinnern an die einstige Pracht dieser Allee, in der sich Weinhändler und andere begüterte Familien ihre Villen errichtet hatten.

Kitzingen a. M.

Solbad "Prinz Luitpcld' Solbäder Kohlensäurebäder Trinkkuren ven Sole sämtl, Mineralwasser Deutschlands elektr. Licht- U.

Wasserbäder Vierzellenbäder Massage, insbes. Vibrationsmassage Inhalatorium römisch-irisches Bad (Darnpfbad, Heißluftbad, Duschen).

Brausebäder, Warmwasserbäder Sonnenbäder Frisiersalons für Herren u. Damen Ruheräume

Lesezimmer

Winter- U. Sommer· betneb.

7. Im Glacis, vom Falterturm aus südwärts, wurde das Städtische Volks-, Sole- und Kohlensäurebad 'Prinzregent Luitpold-Bad Kitzingen am Main' errichtet, Nach der Entdeckung einer starken SoleQuelle sollte Kitzingen eine Badestadt werden. Das Bad wurde prachtvoll ausgestattet: ein hellblau gekacheltes Badezimmer wurde für 'Nervöse und Wasserscheue als besenders geeignet und empfehlenswert' angepriesen, Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges machte die für den 1. Juli 1914 geplante glanzvolle Einweihungsfeier unter Teilnahrne König Ludwigs lIL zunichte, Der Plan eines 'Bad Kitzingen am Main' wurde niemals verwirklicht; heute wird der vertraute Gebäudekomplex als Stadtbibliethek und Volkshochschule genutzt.

8. Ganze 182000 Mark kostete das neue Kitzinger Krankenhaus im Jahre 1902. Dabei wurden die veranschlagten Kosten von 200 000 Mark noch unterschritten. Gemäß der langen Stadtgeschichte hat das Sanitätswesen in Kitzingen eine weit zurückreichende Tradition. Von einem aus dem Ende des 12. Jahrhunderts belegten kleinen Klosterhospital bis zu diesem 'modernen' Bau war es ein langer Weg. Dem damaligen Chefarzt Dr. Schuster gelang es, den Magistrat für einen Neubau in herrlicher Lage zu gewinnen. Im Hintergrund des Fotos ist ein Turm der Äußeren Stadtmauer zu sehen, der, wie weite Teile des südlichen Glacis, dem Bau der neuen Reichsstraße und der Neuen Mainbrücke zum Opfer fielen. Heute rüstet sich das Krankenhaus wiederum zum Umzug in ein neues Gebäude an der Peripherie der Stadt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek