Kitzscher in alten Ansichten

Kitzscher in alten Ansichten

Auteur
:   Christine und Harry Czaja
Gemeente
:   Kitzscher
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5458-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kitzscher in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Kitzscher , etwa 7 km nordöstlich der Kreisstadt Borna gelegen, befindet sich am Südostrand der Leipziger Tieflandbucht und am Ostrand des Bornaer Braunkohlenreviers. Es umfaßt die Ortsteile Dittmannsdorf, Braußwig (auch Brausswig) und Thierbach. Im Jahr 1974 erhielt Kitzscher das Stadtrecht und zählte am 14. August 1991 8 036 Einwohner. Urn 1915 lag die Einwohnerzahl in Kitzscher bei 290, in Dittmannsdorf bei 254, in Braußwig bei 168 und in Thierbach bei 268 Einwohnern ( total980 Einwohner).

Auf Grund der jahrzehntelangen Braunkohlenindustrie , die die gesamte Region prägte, entwickelte sich allmählich aus dem einstigen Dorf eine Arbeiterwohnstadt für die umliegenden Großkraftwerke bzw. Chemiebetriebe Espenhain, Thierbach und Lippendorf, die in der heutigen Zeit wegen ihrer umweltschädigenden Wirkung die Struktur verändern.

Kitzscher kann man über die B 176 und B 95 erreichen. Die nächstliegende Bahnstation befindet sich im 6 km entfernten Ort Otterwisch bzw. in der Kreisstadt Borna. Zahlreiche Buslinien sorgen für Verbindung in andere Städte und Gemeinden der Umgebung.

Im Städtenamenbuch des Bibliographischen Instituts Leipzig von 1988 erfahren wir , daß sich das 1251 ersterwähnte altsorbische Dorf Kiczscher,

1318 Kizeher, 1350 Kiezer und 1878 Kiezsehern schreibt und daß eine Namensbildung zum alt sorbischen kyëera (Erhebung) vcrliegt. Ältere Ouellen sagen aus, daß es seinen Namen nach dem Obmann der Sorbensippe kyëera (der Stolze) erhielt. Da sich das Altdorf Kitzscher im Bereich des ehemaligen Schlosses in einer Niederung, umgeben von Teichen und den Flußläufen von Eula und Jordan, befindet und den Ursprung der Besiedlung bildet, ist wohl die neuere Namensgebung einleuchtender,

Eine urkundliche Ersterwähnung finden wir in der Stifterurkunde des Klosters Grimma, wo wir auch erfahren, daß Kitzscher im Zuge der Besiedelung und Belehnung der Stammsitz der Familie von Kitzscher wurde. Dieses Geschlecht erlosch 1676 mit dem Tod eines Christoph von Kitzscher. Danach wechselte das Rittergut oft seinen Besitzer und gewann durch Urn- und Ausbau nach und nach den Charakter eines Schlosses. Sein letzter Besitzer , Curt von Arnim, wurde durch das Bodenreformgesetz 1945 entschädigungslos enteignet. Er mußte am 19. Dezember 1945 sein Schloß verlassen und fliehen. Von 1948 bis 1950 erfolgte der unsinnige Abriß seines Besitzes. Unzählige Kulturgüter wurden zerstört und große Teile der urnfangreichen Bibliethek verschwanden.

Auf eine frühe Besiedelung des Gebietes weisen

unter anderem auch geschützte Bodendenkmale und Bodenfunde auf dem Territorium der Ortsteile Kitzschers hin. So finden wir am südöstlichen Ortsrand Braußwigs in der Eula-Niederung im Bereich des ehemaligen Gutes, Nachweise einer Wasserburg aus dem Mittelalter, die seit 1975 unter Denkmalschutz steht. Im Ortsteil Thierbach weist ein vier Meter hoher Turmhügel mit steilen Böschungen auf eine mittelalterliche Wehranlage hin. Sie wird in der Chronik 'Spitzberg' , im Volksmund 'Schneckenberg' genannt und steht seit 1960 unter Schutz.

Braußwig wurde 1935 der Gemeinde Dittmannsdorf zugeordnet. Alle Ort steile gehören, wie bereits erwähnt, verwaltungsmäßig seit 1974 zu Kitzscher. Zum Kirchspiel Kitzseher zählen wir jedoch nur Dittmannsdorf', Braußwig und Thierbach zum Kirchspiel Eula. In der Flur von Kitzscher finden wir heute noch Reste des ehemaligen Vorwerkes Lindhardt, das früher politisch Kitzscher angehörte. Zur Kirche und Schule ging man jedoch in den naheliegenden Ort Steinbach.

Von 1787 bis 1797 wirkte in Kitzscher der über die Landesgrenzen hinaus bekannte Pädagoge Gustav Friedrich Dinter. Er wurde 1760 in Borna geboren und übernahm nach umfangreichen Studien als erste Wirkungsstätte das Pfarramt in Kitzscher, wobei er sich mit viel Fleiß der Erziehung der

Kinder widmete und auf eigene Kosten junge Männer zu Schullehrern ausbildete. Dies geschah vorrangig im Pfarrhaus. Zuletzt arbeitete er in Königsberg als Schulrat und starb dort im Jahre 1831. Vergeblich suchen wir in Kitzscher das historische Gebäude eines Rathauses und einen typischen Marktplatz, da die Erweiterung vom Dorf zur Stadt erst Ende der dreißiger Jahre mit dem Bau einer Arbeiterwohnsiedlung begann. Anfang der siebziger Jahre erfolgte der Aufbau des Neubaugebietes Kitzscher-Nord in Großblockbauweise.

Regionale mundartliche Ausdrücke oder Begriffe sind im Text durch An- und Ausführungsstriche gekennzeichnet. Das Bildmaterial ist entsprechend nach Ortsteilen in loser Folge gegliedert.

Die Erklärung der Bilder geschieht von links nach rechts und von unten nach oben, wenn im Text nicht anders angegeben. Für die den Autoren unbekannte Personen steht im Text N.N. bzw. für unbekannte Vornamen ein Fragezeichen.

All denen, die Bildmaterial zur Verfügung stellten, bei der Erklärung der Irthalt oder auf andere Weise an der Entstehung des Buches geholfen haben, sei auf diesem Weg nochmals herzlich gedankt.

L Auf der Lithographiekarte, die am 29. August 1900 verschickt wurde , sehen wir die bekarmtesten Gebäude Kitzschers. Links oben ist die Kirche mit Pfarre und Schule , in denen um jene Zeit Pfarrer Ludwig Hüttner und der Lehrer Max Friedemann wirkten. Rechts ist der Gasthof, der sich damals irn Besitz von Karl Doberenz befand. Die Straße links neben dem Gasthof wurde in den nachfolgenden Jahren vom Verkehr stark frequentiert, so daß ein Teil des Gartens der Wirtschaft der Straße weichen mußte. Links unten das Schloß derer von Arnim. Irn Mittelpunkt der Karte sehen wir das zum Schloß gehörige Vorwerk Lindhardt, in dem Jungvieh aufgezogen wurde. (Carl Junghändel, Zwickau/Sa.)

2. Wir sehen das Schloß zu Kitzscher um 1920. Seit 1870 gehörte es den Amims, einem der ältesten und verbreitetsten uradligen Geschlechter. Aus ihren Reihen gingen neben den bedeutenden Dichtern Achim und Bettina von Arnim (eine Freundin Goethes) auch Feldherren und Staatsmänner hervor. Der letzte Besitzer des Schlosses zu Kitzscher, Curt von Arnim, war eine Kapazität auf dem Gebiet der Landwirtschaft in Forschung und Praxis. Er war als junger Mann Offizier des Bornaer Karabinier-Regimerits und nahm als solcher am Ersten Weltkriegteil. (Kullat & Bauer. Berlin N 58.)

Kirche

3. Die spatgotische Kirche in Kitzscher findet ihren Ursprung in der Mitte des 12. Jahrhunderts, Während der Hussitischen Kriege wurde sie sehr in Mitleidenschaft gezogen. Ihr heutiges Aussehen beruht auf einem Umbau im Jahre 1685. Ihr Baustil ähnelt dem der Dittmannsdorfer Kirche. Sie steht im ehernaligen Altdorf Kitzscher aufeiner Anhebung inmitten des Kirchhofes.

4. Der Urn- und Erweiterungsbau der Dorfkirche zu Kitzscher von 1685 hat vor allem das Innere verändert. Ihre Anlage erinnert an frühe protestantische Schloßkapellen. Nach dem Einbau des Kanzelaltars Anfang des 18. Jahrhunderts und der Stiftung der Kreutzbach-Orgel im Hintergrund hat sich ihr Aussehen bis heute kaum verändert. Die Orgel war eine um 1856 gebaute Stiftung des ehemaligen Mühlenbesitzers Kar! Friedrich Kasten und seiner Ehefrau Johanne Rosine geborene Herrmann. Vom einstigen romanischen Ursprung der Kirche ist der Taufstein original erhalten. Wir sehen ihn auf dem Foto rechts im Mittelgrund.

5. IHREN HELDEN die dankbare Gemeinde Kitzscher - so steht es auf dem Denkmal aus Porphyr , das sich auf dem Kirchberg befindet. Zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkrieges sind ihre Namen eingerneißelt: P. Hanschmann, W. Stolze, E. Mälzer, O. Münze, O. Etzold, O. Schlichter, B. Lau, A. Schlenzig, R. Heinze und R. Heil. Auf der Rückseite des Kriegerdenkmals sind die Worte eingehauen: lIJ der Heimat gibts ein Wiedersehn.

6. Dieser Stich wurde anläßlich der 80ü-lahr-Feier des Hauses Wettin angefertigt, die am 19. Juni 1889 festlich begangen wurde. Unter anderem wurde zu diesem Höhepunkt durch die ansässigen Adligen der Turnierzug des 14. Jahrhunderts nachvollzogen. Wir sehen links das Schloß Otterwisch mit seinem Besitzer Arno von Arnim als Ritter , mit Erich von Arnim als Knappen. Rechts sitzt Arndt von Arnim als Ritter auf seinem Roß, mit Werner von Arnim als Knappen. Arndt von Arnim war langjähriger Besitzer des Schlosses Kitzscher, das im Hintergrund abgebildet ist. Aus Anlaß der 800-1ahr-Feier wurde im nahegelegenen Flößberger Wald ein Wettin-Platz eingeweiht, von dem heute noch ein Gedenkstein zeugt. (G. Hohneck pinx., 1889.)

7. Am Pfarrhaus in Kitzscher wurde 1904 diese gußeiserne Tafel mil folgender gedenkender Inschrift angebracht: Dinters I erste Wirkungsstätte I 22.X.1787 - 22.X.1797. Die Tafel wurde von Arndt von Arnim gestiftet. Damit erfolgte die Ehrung des hurnanistischen Vermächtnisses Dinters und seiner pädagogischen Leisrungen in Kitzscher. Hier bildete er unter anderem die ersten Lehrer für die Schulen in Kitzscher und Dittmannsdorf als Übungsschulen auf eigene Kosten aus.

Gruß aus Gasthof Kitzseher bei Borna.

8. Seit 1847 besitzt der Gasthof zu Kitzseher das Schankrecht. Die historische Karte zeigt ihn um 1920. Links im Erdgeschoß befanden sich Gaststube mit Ausschank und Küche. Im Gebäude rechts war der Saal. Zwischen den beiden linken Saalfenstern hebt sich eine dunkle Holztafel hervor, auf die ein 'wilder Mann' (Buschmann) gemalt war. Die verschwundene Tafel trug die Inschrift: Der Gasthof steht in Gottes Hand. Zum wilden Mann wird er genannt. Der Wegweiser links neben der Linde zeigt die Richtung nach Borna, Thierbach und Steinbach an. In den dreißiger Jahren übernahm Herbert Quellmalz von R. W. Kröber den 'Wilden Mann'. Danach wurde er von seiner Tochter Christa Glöckner und später von seiner Enkelin (heute in dritter Gcncration) weitergeführt.

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