Klütz in alten Ansichten

Klütz in alten Ansichten

Auteur
:   Eckart Redersborg
Gemeente
:   Klütz
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5367-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Klütz in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Im Norden des seit 1994 bestehenden Landkreises Nerdwestmecklenburg befindet sich mit dem Klützer Winkel eine der fruchtbarsten Landschaften Mecklenburgs, die schon 1188 in der für Lübeck bedeutsamen, wenn auch umstrittenen 'Barbarossa-Urkunde' als 'silva Clîuz' (Wald Klütz) erwähnt wurde. Dieses durch Grund- und Endmoränen geprägte Gebiet läßt sich naturräumlich nicht begrenzen. Im Volksmund wird aber zu Recht festgestellt, der Klützer Winkel reiche 'so wiet, as'n den Klützer Kirchtorrn süht.' In der Tat: Inmitten dieser bewegten Glaziallandschaft liegt die Stadt Klütz, von der von weitem seit ihrer Gründlung die Kirche zu sehen ist, 1980 beging dieser Ort seine 750-Jahr-Feier, u.a. mit einem historischen Festzug. Den Anlaß bildete die im Ratzeburger Zehntenregister 1230 erstmalige Erwähnung des Dorfes Clutse. Als slawische Siedlung wird Klütz (altslawisch 'kljuëi' = Schlüssel) schon Jahrhunderte zuvor bestanden haben. Im 'Wald Klütz' und am Rande eines damals größeren Sees ('Paeserow') im Bereich des Schlosses Bothmer fanden die Slawen gute Lebensbedingungen. Der Ursprung des Ortes ist auf dem Kirchberg zu suchen, an dessen Westseite die Sackgasse 'Im Thurow' (altslawisch = Ort des Ur/Auerochs) liegt. Mit der um 1230 einsetzenden deutschen Besiedlung erfolgte der Ausbau von Klütz zum größten Kirchspiel und zum zentralen Ort des Klützer Winkels. An die Stelle des vor allem von Eichen geprägten Waldes rückten immer größer werdende Ackerflächen und Rodungsdörfer ('Hagendörfer'), u.a. Arpshagen, Darnshagen, Grundshagen und Stellshagen. Das Holz gelangte weitgehend nach Lübeck , womit sich die ersten Beziehungen zwischen dieser bedeutsamen Stadt und dem Klützer Winkel anbahnten. Sie entwiekelten sich in den folgenden 800 Jahren auf immer neuer Grundlage, wenn auch

mit häufigen, länger währenden Unterbrechungen. Neben das slawische Dorf ('Im Thurow') rückte auf der gegenüberliegenden Seite des Klützer Baches ein deutsches Straßendorf ('Im Kaiser'), dessen angerförmige Verbreiterung bis in die heutige Zeit erhalten blieb.

Bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts begarmen die deutschen Siedler mit dem Bau der St-Maricn-Kirche. Ihre als 'Bischofsrnütze' bezeichnete achteckige Turmabdeckung ist charakteristisch für Kirchen im Ostseeküstengebiet zwischen Lübeck und Rostock. Ihre Dimensionen künden von der wirtschaftlichen Aktivität ihrer Erbauer. Das Dorf Klütz profitierte vom damals einsetzenden Landhandel zwischen den beiden See- und Hansestädten Lübeck und Wis mar.

Ab ca. 1300 wirkte sich die zunehmende feudale Belastung nachteilig aus. Aus der Pflicht zunächst geringer Abgaben und Frondienste entwickelte sich eine Last unerfüllbarer Hofdienste. Im heutigen Stadtgebiet errichtete die Familie von PIessen 1319 ihre 'PIessenburg' in Arpshagen und baute sie zum Zentrum ihrer Macht aus. Die Überreste dieser Burg (Wälle und Gräben) stehen heute unter Schutz.

Raubritter gefährdeten den Landhandel. Allein am 12 km langen Landweg zwischen Klütz und Dassow befanden sich in Arpshagen, Goldbeck, Kühlenstein, Groß Voigtshagen ('Quitzowburg') und Dassow fünf Burganlagen. Lübeck zerstörte diese Burgen mehrfach, der Adel des Klützer Winkels verschuldete sich gegenüber Lübeck, Lübeck plünderte die Dörfer und Güter - wiederkehrende Ereignisse, die der Entwicklung dieser Region und damit dem Ort Klütz schadeten. Im 15. Jahrhundert erwarb die Adelsfamilie von PIessen die Hoheitsrechte über Klütz. Fortschrittlich war um 1530 ihr Eintreten für die Reformation im Klützer Winkel, freilich

nicht ohne jeden Eigennutz. Andererseits gingen Dörfer wie Bahlen und Bamburg unmittelbar in Klütz auf.

Mit der Entwicklung der gutsherrschaftlichen Landwirtschaft spielte die sogenannte 'bürgerliche Nahrung' (Handwerker, Händler, Krüger) für Klütz eine ständig zunehmende Rolle. Damit erhöhte sich die Bedeutung des Dorfes Iür seine Umgebung. So besaß Klütz zum Beispiel seit ca. 1660 die Marktgerechtigkeit, Fast dreihundert Jahre lang fand immer Anfang Oktober der 'Klützer Jahrmarkt' statt, er entwickelte sich für den Klützer Winkel zu dem herausragendsten jährlichen Ereignis.

Ein für Klütz entscheidender Besitzwechsel trat 1721-1723 ein, als die aus dem Königreich Hannover stammenden Reichsgrafen von Bothmer große Teile des Klützer Winkels erwarben und ab 1726 das barocke Schloß Bothmer errichten ließen. Ca. 70 qkm dieses fruchtbaren Landstrichs gehörten zur Grafschaft, das Land blieb als Majorat bis 1945 weitgehend ungeteilt im Besitz der Familie. Die gräflichen Besitzer traten wohlwollend und fördernd auf, so daß sich Klütz zum Zentrum der Grafschaft ('Schloßstadt Klütz') und zum Standort des Landhandwerks entwickelte. Entscheidend setzten sie sich für die Anerkennung von Klütz als 'Flecken' ein, in Mecklenburg eine Zwischenstellung zwischen Dorf und Stadt, die allerdings definitiverst 1863 erfolgte.

Ab 1830 profitierte Klütz mit seinen damals ca. 700 Einwohnern vom sich vom Fischerdorf zum Osteebad entwickelnden Boltenhagen. Handwerk und Handel gewannen eine immer größere Bedeutung. Chausseen von Wismar (1870) und Grevesmühlen (1873/74), die Nebenbahn Grevesmühlen - Klütz (6. Juni 1905) und weitere Landstraßen nach Boltenhagen und Dassow erschlossen den Klützer Winkel verkehrsmäßig. Langsam entwiekelten sich städtische Lebensformen.

Auf dem Wege zur Anerkennung als Stadt sollte für Klütz der 1. April bedeutsam werden. Am 1. April 1921 erhielt der ritterschaftliche Flecken von der Grafschaft Bothmer seine politische und wirtschaftliche Selbständigkeit. Am 1. April 1938 erfolgte die Verleihung der Stadtrechte. Stolz erfüllte die ca. 1 200 Einwohner von Klütz, die sich nun nicht mehr als 'Flcckner', sondern als Städter fühlen konnten.

Aber der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit stoppten die erhofften Veränderungen für diese kleinste Stadt Mecklenburgs. Die nach Lübeck und Hamburg.ausgerichtetcn familiären und wirtschaftlichen Bande wurden unterbrochen, doch die zentrale Bedeutung der Stadt für das Umland wuchs, Handel, Gewerbe und Dienstleistungseinrichtungen zogen die Einwohner aus den Dörfern an, in der Landwirtschaft und auf Verwaltungsebene stellte Klütz den Mittelpunkt dieser Region dar. Das Schloß Bothmer erfuhr als Typhusstation (1945-1948), als Kreisfeierabendheim 'Clara Zetkin' (1949-1990) bzw. als Alten- und Pflegeheim (bis 1994) eine überregionale Nutzung.

Seit 1962 galt Klütz als Fremdenverkehrsort und profitierte damit vom benachbarten Boltenhagen. Klütz gewann auch an Bedeutung als Siedlungszentrum. Neben vielen Einfarnilienhäusern entstanden unter anderem ein Wohnviertel 'An der Bamburg und eine neue Schule (Übergabe am 1. September 1962). Heimat- und kulturinteressierte Einwohner sorgten unter anderem für großartige Erlebnisse zur 750-Jahr-Feier im Jahre 1980, für den 1981-1985 erfolgten Ausbau der Niederklützer Mühle zum Mühlenrestaurant, für den Erhalt der sehenswerten Parkanlage des Schlosses Bothmer sowie für andere kulturelle Leistungen und Ereignisse.

Seit der Wende ergeben sich auch für Klütz viele neue Entwicklungsprobleme und -chancen, Die Klützer stellen sich

den Aufgaben der neuen Zeit. Wieder einmalorientiert man sich auf sich selbst, nutzt dabei die historischen Bindungen zum Umland und setzt zukünftig vor allem auf dem Fremdenverkehr.

Mit dem vorliegenden Buch 'Klütz in alten Ansichten' wird versucht, anhand der Abbildungen einen Eindruck vom Aussehen von Klütz zwischen 1890 und 1935 zu vermitteln, als Klütz noch ein 'Flecken', also ein großes Dorf war. Beiderseits des Klützer Baches gab es bis 1920 nur wenige Straßen. Sie wiesen um die Jahrhundertwende nur zum Teil Kopfsteinpflaster auf. An ihren Rändern floß das Schmutz- und Regenwasser in Rinnen ab. Bürgersteige fehlten fast ausschließlich. Für die durchgängige Pflasterung der Klützer Straßen sorgten erst nach 1921 die ersten Bürgermeister des Fleckens, Lehrer Friedrich Dührkop und seine Nachfolger.

Stolz waren die Klützer auf ihre Gaslaternen an den Straßen, die seit der Übergabe des Gaswerkes 1907 für Licht sorgten. Städtisch fühlten sich die Klützer bereits seit der Einweihung der Bahnlinie Grevesmühlen - Klütz am 6. Juni 1905. Liebevoll nannte man den damals per Dampf fahrenden Zug 'Klützer Kaffeebrenner', wobei heute keiner mehr diesen Namen richtig deuten kann. Gemütlichkeit war bei dieser Bahn angesagt: Vor der Abfahrt in Klütz schaute der Bahnhofsvorsteher schnell noch einmal um die Ecke, ob sich jemand verspätet habe. Fuhr der Zug, so hatte der schnellaufende Zuspätkommende immer noch eine Chance, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Als Klützer hatte man natürlich in 'seinem' Abteil einen 'angestammten Platz'. Das sprichwörtliche 'Blumenpflücken während der Fahrt' wäre höchstens am Stellshäger Berg möglich gewesen, immerhin bewältigte der 'Klützer Kaffeebrenner' die ca 16 km lange Strecke nach Grevesmühlen in ca. vierzig Minuten. Am 27. Mai 1995 wurde

der Betrieb auf dieser Strecke eingestellt.

In jedem Jahr stellte der Klützer Jahrmarkt das wichtigste Volksfest für den Klützer Winkel dar. Am ersten Donnerstag und Freitag nach dem 1. Oktober zog es Händler und Schausteller sowie Käufer und Schaulustige gleichermaßen in den Flecken, wo auf dem Markt und in den benachbarten Straßen die Buden und Knieffs Karussell standen. Musiker spielten zum Tanz auf. Die Landbevölkerung deckte sich während dieses Jahrmarkt mit den Warren für den kommenden Winter ein. Zu einem weiteren Höhepunkt gestaltete sich alljährlich im Juni das Schützenfest.

Ein Ereignis, das allerdings erst 1943 stattfand, muß unbedingt erwähnt werden. Als damals die UF A den Film 'Der Majoratsherr' mit Willy Birgel und Anneliese Uhlig drehte, wählte sie das 'Majorat Bothmer' zu einem der Drehorte aus. Schloß Bothmer, die prächtige Lindenallee nach HofzurnIelde, der 'Klützer Kaffeebrenner' und so mancher Einwohner wirkten seinerzeit als Kulisse beziehungsweise als Statist mit. Die Stadt Klütz als Drehort für einen Film, das war doch etwas!

Dem Leser und Betrachter dieses Buches wünsche ich viel Freude. Ein geruhsamer Spaziergang durch Klütz wird unerläßlich sein. Frau Luise Jürs (Klütz) herzlichen Dank für ihre hilfreiche Unterstützung.

Eekart Redersborg

1. Die Lithographie 'Gruß aus dem Klützer Winkel' ist eine der ältesten Karten aus dieser Region. Hergestellt wurde sie vor 1900. Sie zeigt Ansichten aus Damshagen und Klütz, vom Schloß Bothmer und vom Herrenhaus Rolofshagen.

2. Auch diese Reichspostkarte stammt aus den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Am 31. Dezember 1897 erhielt Martha Jacobs in Hamburg aus ihrer Heimatstadt Klütz Grüße und Wünsche zum neuen Jahr. Die Karte zeigt je eine Ansicht vom Markt, vom Posthaus und vom Schloß Bothmer. Die vierte Abbildung verdeutlicht das damalige Aussehen des 'Waaren-Etablissement Rudolf Steinbeck' und des 'Gasthof Zoll'.

3. Typisch für die Wälder des Klützer Winkels waren vor 800 Jahren mächtige Eichen, von denen heute nur noch wenige stehen. Dazu zählt dieser schöne Baum am früheren Sportplatz an der Straße nach Boltenhagen.

4. Vor vielen Jahrhunderten entstanden im Klützer Winkel Ritterburgen des Adels. Seit 1319 nutzte die Familie von Pies sen die sogenannte 'Plessenburg Arpshagen' . Auf den Resten dieser Burganlage stand das abgebildete Haus. Um 1880 wurde es abgetragen. Mehrere Häuser an der Lübschen Straße (heute: Rudolf-Breitscheid-Straße) sind aus den Abbruchsteinen erbaut worden.

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5. Buchdrucker Ludwig Schmidt druckte offenbar am Ende des vergangenen Jahrhunderts eine Serie von Klützer Ansichtskarten gleicher Art, die aber von den damaligen Reichtspostkarten erheblich abwiehen. Neben einem kleinen Bild boten sie mehr Raum für persönliche Mitteilungen. Vom Mühlenberg her weist Klütz einen dörflichen Charakter auf.

6. Bliek durch die Schloßstraße in Richtung zum südlichen Ortsausgang. Um die Jahrhundertwende waren die Straßen in unmittelbarer Marktnähe mit Kopfsteinen gepflastert, ebenso die Gehwege. Regenwasser und Schmutzwasser aus den Häusern liefen oberflächlich beidseitig in Rinnen ab.

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7. Bliek auf den mittleren Teil der Wismarschen Straße. Neben dem Wohnhaus auf der rechten Seite befand sich das Gebäude für die Feuerlöschgeräte.

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