Köngen in alten Ansichten

Köngen in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Sonn
Gemeente
:   Köngen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1740-1
Pagina's
:   88
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Köngen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Lieber Leser und Betrachter! Dieses Büchlein 'Köngen in alten Ansichten' entstand auf Anregung des Verlags 'Europäische Bibliothek' in ZaltbommelfNiederlande und ist eingebettet in die dort erscheinende Reihe ' ... in alten Ansichten', von der es in den Niederlanden, in Belgien, Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland schon sehr viele derselben Art und im selben Format gibt.

Die Bändchen sollen zeigen, wie es zu 'Großvaters Zeiten' in der betreffende Gemeinde ausgesehen hat, wie sie sich entwickelte und Erinnerungen wachrufen an Gebäude, die es nicht mehr gibt, Ansichten zeigen, die die Atmosphäre von damals ausstrahlen und an Personen erinnern, die seinerzeit bekannt waren und zu damals gehörten.

Es ist fast unmöglich, solches Erklären von Bildern flüssig zu gestalten. Zwangsläufig entsteht ein etwas trockener Text. Und doch ist dieser Text notwendig. Nicht für die Älteren, die die Einzelheiten noch kennen, sondern für die Generation, die mit den Idyllen von damals nichts mehr anzufangen weiß, sie nicht unterbringen kann. Für sie mußte ich bei den Bildern klärend bis in zum Teil kleinste Einzelheiten

gehen, um Verständnis für das Damals zu wecken. Ieh bitte, mir dies nachzusehen.

Die meisten Bilder stammen aus meiner persönlichen Sammlung, andere wurden mir freundlich zur Verfügung gestellt. Die angegebenen Jahreszahlen sind, wo sie nicht zu ermitteln waren, ungefähr. Die Reihenfolge ist nicht genau den Entstehungszeiten entsprechend, sie könnte genauso anders sein. Ich habe mich jedoch bemüht, eine einigermaßen sinnvolle Zusammenreihung zu erreichen.

Das Büchlein erhebt keinesfalls den Anspruch, vollständig zu sein. Es handelt sich lediglich um eine Zusammenstellung alter Bilder aus Köngen, ausgewählt aus denen, die mir zur Verfügung standen. Im Rahmen der Reihe 'in alten Ansichten' war mir vom Verlag der Zeitraum von um die Jahrhundertwende bis etwa 1930 vorgegeben. Innerhalb dieser Zeitspanne bewegt sich meine AuswahL

Es würde den Zweck dieses Bändchens verkennen, in ihm etwa eine Chronik von Köngen oder eine Ortsgeschichte zu erwarten. Diese zu erarbeiten und zu schreiben bleibt einem Berufeneren vorbehalten. Es wäre wünschenswert, daß dies bald geschieht.

1. Diese gezeichnete Ansichtskarte von kurz vor 1900 hat der damalige Akziser Andreas Flaig für sein Geschäft, auf dem Bildteil 'Rathaus', links, heute Kaufhaus Saur, fertigen lassen. Zwischen Rathaus und dem Geschaft sind im Hintergrund Bäume beim Schloß zu erkennen. Wie idyllisch der Neekar damals, von Wiesen umsäumt, an Köngen vorbeif1oß, kann man sich gar nicht mehr vorstellen. Rechts am Neekar ist die Köngener Mühle zu erkennen, links vom Ufer die Häuser an der Plochinger Straße, darunter die 'Ziegelhütte'. Damals war das Rudern auf dem Neekar noch eine Lust! Unter dem zweiten Brückenbogen hat der Zeichner sogar noch ein Floß angedeutet, aus vielen Stämmen bestehend, die so, den Neekar abwärts, an ihren Bestimmungsort befördert wurden. Das Schloß wurde vom Zeichner inmitten eines schönen Parkes dargestellt.

Gruss aus f{öngcm

2. Diese Postkarte wurde etwa um 1912 als Ansichtskarte von Köngen verkauft. Der Zeichner hat viel künstlerische Freiheit walten lassen. Das Haus Sonn, noch ohne Anbau zur Talseite, etwas links vom alten Schulhaus, wurde 1910 erbaut. Das Gelände zwischen der Plochinger Straße und den sich an die Kirche nach links anschließenden Gebäuden ist noch, ohne den Einschnitt der Kirchheimer Straße, an einem Stück gezeichnet. Sie müßte sich von der Ziegelhütte zu den anderen Gebäuden weiter oben hindurchziehen. Rechts der Kirche sind die Gebäude an der Spitalgartenstraße und Golterstraße zu erkennen, an deren Ende die Pappeln beim Schafstall, einst weithin sichtbares Kennzeichen für Köngen von der Alb her, zu erkennen sind. Rechts unten, über dem Mühlehof, sieht man die Häuschenreihe der Stein bruchstraße (Bärengasse ).

3. Dies ist wohl die interessanteste Ansichtskarte vom alten Köngen. Sie stammt etwa von der Jahrhundertwende. Am Rathaus ist der Scheunenanbau gut erkennbar. Die Felder südlich des Kieswegs bis herunter zur Ziegelhütte an der Plochinger Straße sind noch unüberbaut. Der Bliek auf Kirche, Schulhaus und Pfarrhaus ist von den Mühlwiesen aus noch ungetrübt und links vor dem Schloß ist der umzäunte Ziergarten sichtbar. Wohl einmalig ist der Bildausschnitt mit dem Gasthaus 'zur Linde' und der in der 'Oberen Neuen Gasse' gegenüberliegenden Bierbrauerei von Theodor Gunzenhauser, heute die Gebäude der Firma Getränke Weis. Bei der Brücke handelt es sich noch um die alte, ven Schickardt erbaute, noch nicht erweiterte Herzog-Ulrichs-Brücke mit ihren steilen Auffahrten, unter deren Bögen damals noch die großen Flöße hindurchgelenkt werden mußten. Die Neckarflößerei wurde 1899 eingestellt,

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4. Dieses Bild von 1900, entstanden nach einem Aquarell von Professor Ramsperger aus Nürtingen, zeigt einen Bliek vom Römerkastell her auf das darnalige Köngen. Die Mauern im Vordergrund sind auf den Originalmauern aus römischer Zeit bis auf Fußbodenhöhe aufgesetzt (Anfang des Kastel1turmaufbaus 1887). Darauf wurde 1911, nachdem das Grundstück in den Besitz des Schwäbischen Albvereins übergegangen war, der Eekturm des ehemaligen Römerkastells 'Grinario' aufgebaut. Bei der Kirche ist auf dem Bild das alte Schulhaus zu erkennen. Das letzte Gebäude links im Hintergrund ist die damalige Brauerei Gunzenhauser, weiter links die Dorflinde, die am Ortsausgang nach Denkendorf stand und mit ihrer späteren Rundbank zu einem Feierabendschwätzle einlud. Die Baumreihe zwischen den Feldern umsäumte den Kehlenbach, heute unterer Teil der Adolf-Ehmann-Straße.

5. Teilansicht von Köngen, nach einem Aquarell von Professor Ramsperger aus Nürtingen um etwa 1900. Der Fußweg ganz im Vordergrund führte über die 'Mühlwiesen' zur Mühle. Die zahlreichen Bäume verdecken den Bliek auf die mit Kalkbelag versehene Straße nach Plochingen. Die beiden Gebäude hinter der Pappel waren die Ziegelhütte, in der Backsteine und Ziegel gebrannt wurden. Um die Kirche gruppiert, Pfarrhaus und Schule. Nach Süden schlossen sich noch unüberbaute Baumgrundstücke und Felder an. Nach Erzählung meiner Mutter hatten sich an der Ziegelhütte, Anziehungspunkt für Kinder, Jungen ungelöschte Kalkstücke eingesteckt und eilten damit zum Flaigen-Brünnele, wo sie Stück für Stück aus der Tasche holten und im Wasser abzischen ließen. Da sie sich dabei gegenseitig naß spritzten, fing es auch in den Hosentaschen an zu zischen, wobei sie an den Oberschenkeln starke Verätzungsverletzungen erlitten.

6. Diese seltene Ansichtskarte stammt etwa aus der Jahrhundertwende. Obwohl für Unterboihingen gedacht, sind die Hauptmotive doch Köngen betreffend. Da ist einmal die alte, noch vier-bogige Herzog-Ulrichs-Brücke. Dahinter der Bliek auf das damalige Köngen. Die beiden Gebäude links des Brücken-Spitzens sind die Ziegelhütte, die den Lehm zum Brennen ihrer Ziegel aus der 'Loimengrube', die links der beiden nächsten Gebäude in den Hang (die Böschung) am 'Ziegelberg', der heutigen Kirchheimer Straße, gegraben war, holte. Das Bild in der Mitte der Karte soll den im Roman 'Lichtenstein' von Wilhelm Hauff beschriebenen sagenhaften Kampf auf der Köngener Brücke darstellen, bei dem Herzog Ulrich, von den Bündischen auf der Brücke eingekeilt, durch einen Sprung auf dem Pferd in den Neekar entkommen sein soll. Links unten das leider verschwundene Unterboihinger Gasthaus 'zum Schwanen',

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7. Da viele Köngener in ihrem Arbeitsleben eng mit der Firma Heinrich Otto und Söhne verbunden waren, gehört auch dieses Bild hierher. Es ist eine Postkarte von 1905. Da stand weder ein Kesselhaus mit hohem Schornstein, noch ein Verwaltungsgebäude oder Pförtnerhaus. Der Blick vom Neekar aus ging noch über freies Gelände mit im Hintergrund den werkseigenen Wohngebäuden vor den Bahngeleisen, dern 'Schwanen' und dem Bahnhof Unterboihingen (rechts davon). Auf dem mittleren Bildabschnitt ist die gesamte damalige Fabrik zu sehen. Unten das Gasthaus 'zum Schwanen' mit seinem schönen Wirtshausschild. Vor ihm eines der pferdebespannten Fuhrwerke, nach der Brückenüberquerung von Köngen her. Die Rast im 'Schwanen', nach der geschafften Neckarüberfahrt mit den steilen Brückenrampen, war fast obligatorisch.

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8. Die meisten alten Ansichtskarten von Köngen haben als dominierendes Bild den Bliek vom Neekar auf den damaligen Ort, mit der Ulrichsbrücke im Vordergrund. So auch diese Karte von etwa 1905, bei der der stolze Standort der Peter- und Paulskirche auf der Anhöhe über dem Tal besonders zum Ausdruck gebracht ist. Rechts und links davon stehen das Pfarrhaus und das alte Schulhaus. Was auf dieser Karte jedoch besonders interessiert, ist das 'Schneider-Flaigs-Haus' links unten. Es stand an der Ecke Kiesweg/Untere Neue Gasse, da wo heute der Vorplatz vor der Köngener Bank und dem H + G-Markt, teils als Parkplatz, teils bepflanzt, angelegt ist. In diesem Haus hatte der Schneidermeister Johannes Flaig sein Geschaft. Er verkaufte Anzugstoffe und fertigte in seiner Schneiderwerkstatt Maßanzüge. In den fünfziger Jahren hatte nach einem Umbau die Post dort ihr Domizil, dann residierte darin die Köngener Bank bis 1969 und bis 1971 hatte dort Frau Luise Bächtle ihr Textilgeschäft. Dann wurde das Haus abgebrochen.

Gruss aus }öngen a. J leekar

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9. Ich habe lange gesucht, bis ich ein Bild fand, auf dem das alte Gasthaus 'zur Krone' zu finden war. Mit dieser Postkarte vorn Jahre 1906, mit natürlich wieder oben der obligatorischen 'Totalansicht' von Köngen, habe ich es gefunden. Die 'Krone' (heute das Gästehaus Roth) auf dem Kiesweg, bei der Einmündung der Wilhelrnstraße, gehörte dem Kronenwirt Kar! Roth, der eine große Familie hatte. An der linken Seite des Gebäudes war der Eingang zur Metzgerei, von der auch die beiden Schaufenster zeugen. Der Eingang in die Wirtschaft war auf der Kieswegseite, hier umsäumt von Mitgliedern der Familie und Gasten. Als spater der Sohn Otto das Geschäft übernahm und heiratete, wurde die Metzgerei modernisiert und erlebte, nicht zuletzt durch die kräftig mittätige Ehefrau, einen großen Aufschwung. Heute ist die 'Krone' nur noch Gästehaus. Anstelle einer alten Scheune oberhalb wurde eine neue Metzgerei gebaut, die Richard Wißt betreibt.

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