Königsberg in alten Ansichten

Königsberg in alten Ansichten

Auteur
:   Udo Schmoll
Gemeente
:   Königsberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3266-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Königsberg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Kommt man heute nach Königsberg, fühlt man sich leicht in vergangene Jahrhunderte versetzt. Die reizvolle Stadt am Fuß der Haßberge war schon immer ein Juwel im Osten von Unterfranken. Es sind nicht nur die bewaldeten Bergrücken, sondern es ist die Stadt selbst, die ihr den Charakter einer Gartenstadt gibt.

Unterhalb der Burg, die auf einen hervortretenden Bergkegel gebaut ist, liegt die Altstadt. Mit dem Schloßberg ist sie durch eine Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert verbunden, und bietet so dem Besucher noch heute ein abgerundetes Stadtbild. Wenn man heute die Stadt durch das Haßfurter Tor betritt, steht man vor einem anschaulichen Ensemble von Fachwerkhäusern, die vorwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen. Ist man dann auf dem Markt, so zeigt sich ein typisch fränkischer Marktplatz: um den Regiomontanusbrunnen mit seinen Kastanien gruppieren sich die Marienkirche, das Rathaus, ein Gasthof, bunte Bürgerhäuser und das Schneckentor. Hier liegen unter dem Pflaster die Reste einer Ursiedlung. Um 800 stand dort, wo die Marienkirche sich heute emporstreckt, eine Königspfalz, die der verdiente Coburger Architekt Prof. Leopold Oelenheinz um 1900 bei der Restaurierung der Marienkirche entdeckte. Als man 1168 die Burg auf den Schloßberg verlegte, konnte sich 1180 um den heutigen Salz-

markt herum der älteste Siedlungskern im Schutz von Berg und Burg bilden. Der Ort nahm bald einen wirtschaftlichen Aufschwung: so erreichte er 1333 die Markt- und 1358 die vollen Stadtrechte. Diese Privilegien kann man nicht hoch genug einschätzen; nicht zuletzt verdankt sie diese ihrer günstigen Lage am Schnittpunkt der Hauptverkehrslinien Fulda-Bamberg und Schweinfurt-Coburg. Damals herrschte ein reges geistiges und geistliches Leben: aus der Schule des Augustinerklosters, das weit über die Grenzen Frankens hinaus berühmt war, brachte die Stadt ihren größten Sohn Johannes Müller genannt Regiomontanus (1436-1476) hervor. Einen Namen machte er sich auf den Gebieten der Trigonometrie, der Astronomie, der Nautik und der wissenschaftlichen Buchdruckkunst.

In der Stadt wohnten damals vor allem Patrizier, Adelige und Handwerker. Die Stadt errang große wirtschaftliche Bedeutung und konnte neben den Wochenmärkten acht Jahrmärkte zählen. Um 1500 hat die Stadt 1 600 Einwohner. Besonderen Zuwachs an Bevölkerung und Bedeutung erlangte sie durch die lutherische Reformation, die schon 1523 (!) ihren Einzug in dieser sächsischen Stadt halten konnte. Diese konfessionelle und politische Lage stellte für viele aus der umliegenden katholischen Gegend eine Zufluchtsstätte dar.

Die Blütezeit Königsbergs sollte aber nur bis zum Dreißigjährigen Krieg dauern. Stadt und Land wurden durch Besetzung, Verwüstung (Stadtbrand 1632 und 1640) und vor allem durch dazukommende Seuchen (Pest) so stark ruiniert, daß man um 1640 gerade noch zwanzig Einwohner (!) finden konnte. Nur sehr langsam und zäh konnte die Stadt sich von diesem Schock 'erhohlen', Seit dieser Zeit spielte Königsberg keine bedeutende Rolle mehr. Erst um 1700 lebten wieder 500 Einwohner in der Stadt - die meisten unter ihnen Ackerbürger oder Handwerker. So etwas wie bürgerlichen Wohlstand oder gar Reichtum gab es nicht.

Diese arme Situation hielt bis zum Ende des 19. J ahrhunderts an und reichte bis in das unserige. Als Napoleon 1805/06 beachtliche Teile des sächsischen Amtes Königsberg zu dem neugeschaffenen Großherzogtum Würzburg geschlagen hatte, blieb nur noch ein kleines, nicht mehr lebensfähiges Gebiet übrig, das ein karges Dasein fristete, bis es schließlich 1920 per Volksentscheid an den bayerischen Freistaat angeschlossen wurde; erst dann boten sich neue Entwicklungsmöglichkeiten. Die ländliche Kleinstadt, die seit 1826 zum Herzogtum Sachsen-Coburg (-Gotha) gehörte, lag wie eine Insel als Enklave im bayerischen Raum. Aus dieser Isolation entstand eine schwierige Erwerbslage. Es waren vor allem Armut und Bescheidenheit, die

die Königsberger des 19. Jahrhunderts prägten. Trotz alledem bewahrten sie ihren Stolz und ihre Ehre. Ihr bürgerliches Bewußtsein wurde im Revolutionsjahr 1848 deutlich: die männliche Bürgerschaft schloß sich zu einer 'Bürgerwehr' zusammen. Wie es schon der Name Bürgerwehr zum Ausdruck bringt, wollten die Männer ihre Stadt gegen freischärlerische Umtriebe revolutionärer Kräfte schützen. Auf der anderen Seite wollten sie sich nicht mit einer herzoglichen Palastwache verwechselt sehen. Dieses bürgerliche Selbstbewußtsein gilt bis heute als Ethos der Stadt. Für das Königsberg des 19. Jahrhunderts gilt an sonsten, was man zu der Zeit allgemein von Deutschland sagen kann: das Erwachen des nationalen Bewußtseins, die Ernanzipation des Bürgertums, das Aufkommen von sozialen Einrichtungen und Vereinen und - für Königsberg verspätet - Fortschritt in der Technik, industrielle Entwicklung und wirtschaftliches Wachstum.

Erst wenn man um die Geschichte weiß, kann man verstehen, warum sich die Stadt in dieser Lage befand und warum ihre Menschen so sind, wie sie sind. Nun kann in diesern Band die Zeit des deutschen Kaiserreichs, des Ersten Weltkriegs und der Weimarer Republik durch Bilder, Anekdoten und Nachrichten aus dem 'Boten vom Haßgau' anschaulich werden und als lebendige Heimatgeschichte vor unsere Augen treten.

Hassfurter- Thor.

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Königsberg i. Fr. .Á

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1. Der abgeschlossene Charakter der Stadt um die Jahrhundertwende kommt in dieser Postkarte treffend zum Ausdruck. Rechts neben dem Haßfurter Tor kann man ein Stück der alten Stadtmauer erkennen, das heute nicht mehr steht. Dafür sind auf dem Gartengrundstück davor eine kurze Zeit später zwei Häuser gebaut worden. Wie ein Ring legt sich die Stadtmauer mit ihren hervortretenden Türmen um die Stadt. Davor lagerten sich Gärten und die umgeleiteten Bäche, die zum Bleichdammund Oberenmühlsee gestaut wurden. In diesen Gewässern hielt man sich Karpfen und Enten.

2. Wenn man von Unfinden nach Königsberg kommt, geht man zuerst durch die 'Unfindener Vorstadt' oder auch 'Äußere Vorstadt' genannt. Diesen Namen bekamen der Steinweg, die Ottostraße und das Kaulheglein, weil sie außerhalb der Stadtmauer liegen. Als Königsberg über seine Stadtmauergrenzen hinauswuchs, griff man gerne auf diesen von Wind und Wetter geschützten Platz zurück, Über den Steinweg wölbt sich das 'Schützentor'. In ihm richtete man 1870 ein Belegkrankenhaus ein, das bis zur Mitte der fünfziger Jahre noch in Diensten stand.

3. Schon längst sind die Stadttore ohne Funktion. Haben sie früher als Schutz gegen Feinde und nächtliches Unwesen gedient, so sind sie nun einige Zeit nur noch schmückende Pracht dieser fränkischen Kleinstadt. Gut gekleidete Bürgersleute stehen am Haßfurter Tor. Dahinter zeigt sich das Gasthaus 'Zum Schwarzen Bären'. Im Saal des 'Bären' fanden viele Veranstaltungen von Vereinen statt. Das Ende des 19. Jahrhunderts war ja eine Blütezeit von Vereinen. So gab es hier einen Turn-, Krieger-, Schützen-, Marien- und Verschönerungsverein. Während man sich an einigen Abenden bei Tanz, Theater und Unterhaltung amüsierte, kehrten bei Tage viele Fuhrleute in den Gasthof am Rand der Stadt em.

Luïtkurort Kënigsberg i. Fr. Hassfurter Tor Bliek auf das Gasthaus zum Bären

4. Hinter dem neueren Pfarrhaus (heute 'Herrenhofschenke') steht die alte Post. Schon 1854 wurde eine Postexpedition mit Omnibusverbindung nach Haßfurt eingerichtet; seit 1876 bestand dorthin auch eine Telegraphenlinie. Die Postexpedition . und die Telegraphenlinie und die Busverbindung - der Bus wurde von Pferden gezogen - waren zwar wichtige Verbindungsmittel zur bayerischen Umgebung, aber ein wirtsohaftlicher Aufschwung konnte in Königsberg nicht registriert werden, wenigstens nicht für das ausgehende 19. Jahrhundert. In dieser Zeit gab es noch keine Kanalisation für Abwasser. So ließ man das Spül- und Badewasser die Straße hinunterlaufen.

Luftkurort Königsberg i.

Marienstrasse.

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