Königsbrück in alten Ansichten Band 1

Königsbrück in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Irene Kubasch
Gemeente
:   Königsbrück
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5494-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Königsbrück in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Nicht weit von Dresden entfernt liegt an einer historischen Nahtstelle Königsbrück. Auf einer Terrasse der Pulsnitz errichtet, erhebt sich das Städtchen über das Tal und vermittelt dem Betrachter ein geschlossenes Bild.

Die Pulsnitz bildete einst die Grenze zwischen der Mark MeiBen und der Oberlausitz, die zur Krone Böhmens gehörte. Schon viel früher führte ein uralter Ost-West-Handelsweg durch unsere Landschaft und querte unweit der Stadt die Pulsnitz. Mirte des 13. Jahrhunderts wird sie 'Antiqua Strata' genannt. Ihr Verlauf läßt sich durch Funde bis in die vorgeschichtliche Zeit verfolgen und führte von Frankfurt am Main über Erfurt, Leipzig, Kamenz, Bautzen, Görlitz, Breslau und Krakau bis nach Kiew.

Im 13. Jahrhundert begarm hier die deutsche Besiedlung, die hauptsächlich von den Herren von Kamenz beeinflußt wurde. Zur Festlegung der Burgwardsgrenzen fand Anfang des 13. Jahrhunderts eine Grenzberainung statt. Am Übergang vom Flach- zum Hügelland ließ sich der böhmische König ein Stück des Landes sichern. Auf diesem entstanden an einer günstigen Stelle des nunmehr 'Via Regia' (KönigsstraBe) genannten Verkehrsweges, auf einem Talsporn der Pulsnitz, eine Grenzfeste und Zollstelle. Wie einträglich dieser Übergang war, zeigt die Tatsache, daß der böhmische König schon 1351 für jedes Pferd einen Prager Groschen Durchgangszoll bestimmt hatte. Die Bedeutung des Überganges wuchs, als im 13. Jahrhundert das sogenannte Frankfurter Gleis hier ebenfalls den Weg über die Pulsnitz nehmen mußte. Er führte über Nürnberg und Dresden nach Frankfurt/Oder und kreuzte sich hier mit der 'Hohen Straße'.

Zum Durchgangszoll kam nun noch der Geleitzoll von der Brücke in Altendresden durch die Dresdner- und LaußnitzerHeide.

In Anlehnung an die Grenzfeste entstand Königsbrück planmäßig als Dienstsiedlung. Der Ort wird in der Gründungsurkunde des Klosters Marienstem 1248 erstmalig erwähnt, 1331 als Stadt bezeichnet und 1549 Herrschaft genannt. Seiner Funktion als Grenzfeste, Zollstätte, Rastplatz und Umspannort von Pferdefuhrwerken entsprechend, wurde Königsbrück als nichtagrarische Siedlung mit geringer Flurgröße angelegt.

Die Stadtkommune besaß nur die Niedere Gerichtsbarkeit und freien Salzschank und -markt. Ihre Bewohner waren der Schloßherrschaft erbuntertänig. Als Sitz der umfangreichen Herrschaft, der zeitweise 21 Dörfer angehörten, war Königsbrück das Zentrum ihrer Verwaltung und Gerichtsbarkeit, zugleich aber auch Stätte des Handels und des Warenaustausches. Die Schloßherrschaft vergab die Privilegien und bestimmte damit auch über Handwerk und Gewerbe. Verliehene Märkte belebten das Geschäftsleben. Die ansässigen Stadtbürger betrieben alle nötigen Gewerke und hatten ein erträgliches Auskommen. Manche Berufe, wie Schuhmacher und Töpfer, brachten es zu überörtlichem Ansehen. Als Töpfer- und Schuhmacherstadt war Königsbrück weithin bekannt. Beide Gewerke belieferten die Märkte in weitem Umkreis. Das Töpfergut wurde bis nach Böhmen und Westdeutschland verkauft. Versuche der Standesherrschaft, hier Industrie anzusiedeln, scheiderten. Das änderte sich erst im 19. Jahrhundert, als ein Eisenund Emaillierwerk und aus einer Töpferei eine ChamotteOfenfabrik entstand. Später wurden noch die Keramischen Werke gegründet. In diesen Betrieben fanden die überzähligen Handwerksgesellen Arbeit und Brot. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Granitgestein industriemäßig verarbeitet. Steinmetzen aus Bayern sicdelten sich hier an. Die über Jahrhunderte fast gleichbleibende

Einwohnerzahl von 1 200 fing an zu wachsen. Schließlich brachte die Einrichtung der Eisenbahnlinie Dresden-Königsbrück wirtschaftliche Vorteile und verkehrsmäßigen Gewinn.

Die Stadt blieb von Kriegsgeschehen und großen Bränden nicht verschont. 1760 fielen sechzig Häuser der Innen- und Vorstadt den Flammen zum Opfer. Beim letzten großen Stadtbrand von 1847 wurden 34 Häuser mit dem Rathaus vernichtet. Deshalb verfügt das Städtchen nur über wenige historische Besonderheiten.

Mit der Einrichtung einer Garnison verbesserte sich die wirtschaftliche Lage wesentlich. Das Alte Lager entstand 1892. Die Kaserne wurde 1894 mit Lazarett, Proviantamt, Wasserwerk und Wasserturm erbaut. Als 1907 nördlich der Stadt das Neue Lager und der Truppenplatz eingerichtet wurden, wuchs die Bevölkerungszahl der Stadt weiter. Kriegsvorbereitungen führten 1938 zur Vergrößerung des Übungsgeländes, dem insgesamt zehn Dörfer weichen mußten. Königsbrück wurde nun in ganz Deutschland als Soldatenstadt bekannt. Die Bevölkerungszahl vergrößerte sich auf 5 000 als 1939 Stenz, Laußnitz-Anbau, der Schloßbezirk und Teile der Weißbacher Flur zur Stadt kamen. Zugleich wuchs die Stadtflur von 288 auf über 800 Hektar Fläche.

Der Grundriß des mittelalterlichen Stadtkerns mit dem übergroßem Markt, den angrenzenden Häusergevierten; das Stadtwappen am Rathausturm, die Baderbrüeke, das Sehloß und die Kirche beurkunden noch heute die Entstehungsgeschichte.

Kluger Ausnutzung der Naturraumgegebenheiten für die Bündelung, Gewährleistung und Sicherung der Verkehrsverbindungen und der Grenzsicherung an der wohl bedeutsamsten Nahtstelle der ehemaligen Markgrafentümer Mei-

ßen und Oberlausitz verdankt die Stadt ihre Existenz. Sie bescherte ihren Bürgern zu keiner Zeit übermäßigen Reichtum, wohl aber eine sichere Existenz.

Das bereits im 17. Jahrhundert von der Herrschaft errichtete Hospital gehört zu den ältesten Krankenhäusern Sachsens. Schon 1818 eröffnete die Standesherrschaft für die Einwohner eine Sparkasse und 1835 eine Kinderbewahranstalt.

Heute hat die Stadt noch die Möglichkeit ihren bisher bewahrten kleinstädtischen Charakter zu erhalten und aufzuwerten. Die bemerkenswerte Naturnähe ihrer Umgebung kann sie künftig zu einem liebenswerten und erlebnisreichen Anziehungspunkt werden lassen.

Ich widme diesen Band meinen Eltern und meinen väterlichen Vorfahren, die hier über mehrere Generationen als Handwerker wirkten. Zu danken habe ich meinem Mann für viele klärende Gespräche und Frau Krimhild Kühne für die unermüdliche Hilfe bei der Aufbereitung von Fakten. Anregungen verdanke ich auch Herrn Werner Lindner. Ohne die verständnisvolle, uneigennützige Überlassung alter Bilder durch viele Königsbrücker Einwohner hätte ich diese Auswahl nicht treffen können. Herr Ralf Leuter, Hagen, stellte mir einige wertvolle Originalpostkarten seiner Sammlung zur Verfügung. Ihnen allen sage ich Dank.

Ich hoffe daß es mir gelungen ist, durch diese Bilder ein Stück Geschichte meiner Heimatstadt erlebbar zu machen, denn das Verständnis für das Überkommene ist der Schlüssel für das Heute und Morgen.

1. Der Stadtgrundriß von 1880 zeigt die enge territoriale Begrenzung der Stadt. Ganz deutlich ist das planmäßige Schema der Stadtanlage sichtbar und auch die überdimensionale Größe des Marktplatzes. Kamenzer- und Weißbacher Straße gehörten schon zur Vorstadt, die sich nur nach Osten und Norden günstig ausbreiten konnte.

2. Die Luftaufnahme entstand um 1930 und erfaßt den Raum der ältesten Stadt. Die gesamte Schloßanlage ist deutlich zu erkennen. Ihr dicht beigeordnet, auf dem gleichen Talsporn, steht die Kirche. Die Verbreiterung der Poststraße am Abzweig zur Mitteistraße, in der linken Bildmitte, läßt die Stelle des Kamenzer Tores vermuten. Der Abfall nach Käbnitz und Aue hinter den äußeren Häuserzeilen charakterisiert die Lage der Stadt auf einer Terrasse der Pulsnitz.

3. Von der Stadt aus war der Zugang zum Schloß nur durch das Torhaus im parallel zum Hauptbau errichteten Wirtschaftsgebäude möglich. Das Dach des langgestreekten Gebäudes schmückten Ochsenaugen. Der über der Durchfahrt angebrachte achteckige Dachreiter prägte die Schloßanlage. Leider wurde er 1948 abgerissen. Das Kriegerdenkmal vor der Pfarre im rechten Bildteil wurde 1901 für die Gefallenen der Feldzüge von 1866 und 1870/71 des Amtsgerichtsbezirkes Königsbrück errichtet. Das Haus am linken Bildrand war früher das Forst-, Zoll- und Rentamt des Schlosses.

4. Von vielen Bäumen umgeben liegt die Vorderseite des 'Neuen Schlosses' in der Achse des Torhauses. Es wurde vermutlich von J.Chr. von Naumann, dem Architekten des Schlosses Hubertusburg, um 1700 erbaut. An ihm ist wenig von der wechselvollen Geschichte der Standesherrschaft ablesbar. Die gutgegliederte Vorderfront besitzt über dem Portal einen Balkon. Schlichte Wände gliedern .aufgemalte Pilaster. Zum Glück blieb das Schloß nach 1945 erhalten. Es diente zunächst als Krankenhaus für Lungenkranke und ist nunmehr eine Zweigstelle der Nervenklinik Arnsdorf.

5. In der Stadt lag auf 76 Häusern das Braurecht. Es wurde von der Braukommune wahrgenommen. Sie durfte ihr Bier nur innerhalb der Stadt verkaufen. Das geschah durch den Reihenschank. Da der Bedarf nicht gedeckt werden konnte, lohnte sich eine herrschaftliche Brennerei und Brauerei. Bier war öfter auch Anlaß zu Streitigkeiten zwischen Herrschaft und Braukommune. In der Torstube des Schlosses war ein Bier- und Branntweinschank eröffnet worden. Das Bier der SchloBbrauerei schmeckte besser und beeinträchtigte die Geschäfte der Braukommune. Deshalb führte sie einen Prozeß, der fünfzig Jahre dauerte. Schließlich endete alle Streiterei 1900 mit dem Brand der Schloßbrauerei. Noch heute sind von der Großenhainer Straße aus Ruinenreste sichtbar.

6. Zwischen vielen Bäumen erhebt sich die Schloßanlage über dem Tal der Pulsnitz. Überall wird sie durch Terrassenmauern gegliedert, gehalten und gestützt. Großzügige Treppenanlagen und Stützpfeiler vermitteln einen zwar. schlichten, aber harmonischen Eindruck. Dem Wirtschaftstrakt beigeordnet und mit der Gärtnerei verbunden ist die geviertförmige Schloßkapelle mit hohem Mansardenzeltdach.

7. Das hochgelegene Schloß und die Stadt waren durch die Pulsnitz von der Mark Meißen getrennt. An einer breiten und seichten Stelle des Baches befand sich eine Furt als Zugang. 1558 ließ der Burggraf von Dohna die jetzige Granitsteinbrücke mit drei Rundbogen und jeweils zwei Vorköpfen erbauen. Sie wurde bereits 1865 verbreitert, mit Fußwegen versehen und die sandsteineren Brüstungen durch Eisengitter ersetzt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges sprengten Soldaten bei Kampfhandlungen die Brücke. Bei ihrem Wiederaufbau wurde sie an der Schloßseite nochmals verbreitert. Die zerbrochene Inschriftenplatte hat Bildhauermeister R. Kreische nach Abbildungen ersetzt.

Xönigsbrück.

J)r~.sdr.er Sirasse,

8. An der Brücke, dem Schloß gegenüber gelegen, ließ Christoph von Schellendorf ein Bad erbauen. Schon 1640 ist der Name 'Baderbrücke' nachweisbar. An Stelle der Baderei entstand das zweigeschossige Gebäude mit der Fleischerei Partzsch. Unter der Straße und den mächtigen Stützpfeilern der Schloßmauer hindurch fließt der schon im 16. Jahrhundert erwähnte Mühlgraben zur Schloßrnühle.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek