Königslutter am Elm in alten Ansichten

Königslutter am Elm in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Röhr
Gemeente
:   Königslutter am Elm
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1862-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Königslutter am Elm in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Königslutter entstand aus drei Siedlungskernen, dem Stift, Oberlutter und der Stadt mit der Burg Kö nigslutter. Am Anfang des 11. Jahrhunderts gründeten die Grafen von Haldensleben in Königslutter ein Kanonissenstift. das der Kaiser Lothar van Süpplingenburg 1135 in ein Benediktinerkloster umwandelte. Die Klosterkirche dieses Benediktinerstifts, heute als Grabkirche Lothars lIl. allgemein Kaiserdom genannt, gehört zu den eindruckvollsten romanischen Kirchenbauten Niedersachsens. Künstlerisch besonders wertvoll sind die Bildhauerarbeiten des wahrscheinlich italienischen 'Meisters von Königslutter' im Kreuzgang, am Löwenportal und an der Außenapsis der Kirche, die in Deutschland einmalig sind.

Oberlutter entwickelte sich vermutlich aus einer Marktsiedlung des Klosters Königslutter, die aber nur kurze Zeit im 12. Jahrhundert bestanden haben kann. Später lebten dort viele Hörige des Klosters und der Burg Königslutter. Da zu der Landgemeinde Oberlutter aber fast gar kein Land gehörte, zählte diese in den nachfolgenden Jahrhunderten immer zu den ärmsten Dörfern des Herzogtums Braunschweig.

An der uralten Heerstraße, die vom Rhein über Braunschweig und Helmstedt zur Elbe führte, bildete sich um 1300 im Schutze der um 1200 errichteten herzoglichen Wasserburg der Markt Lutter, dem die braunschweigischen Herzöge um 1400 Stadtrechte verliehen. Die Burg war Mittelpunkt des Amtes Königs-

lutter, zu dem 1359 außer dem Flecken Königslutter zehn Dörfer gehörten. Seit dem Dreißigjährigen Krieg verfiel sie. Die Stadt erhielt ihren Namen nach der Lutter, einem kleinen, kalkhaltigen Bach, der den Ort durchströmt, und dem König und späteren Kaiser Lothar lIl. Ihre Entwicklung im Mittelalter wurde besonders durch den Handel mit Elmkalksteinen, die für Bauzwecke und Bildhauerarbeiten weithin verschickt wurden, begünstigt.

Die Blütezeit der Stadt lag im 17./ 18. Jahrhundert, als dort das berühmte Ducksteinbier, ein wohlschmeckendes Weizenbier, gebraut wurde. Zu seinen besonderen Liebhabern zählte der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm 1. von Preußen, der es in seinem Tabakskollegium in Potsdam zu trinken pflegte. Von den ursprünglich vorhandenen 73 alten Brauhäusern wurden viele durch verheerende Brände, vor allem durch die furchtbare Feuersbrunst des Jahres 1571, der alle bis auf sieben oder acht zum Opfer fielen, vernichtet, Aus dem 17./18. Jahrhundert sind aber noch zahlreiche reich geschmückte Fachwerkhäuser vorhanden. Die alten Brauhäuser, die vielfach gleichzeitig der Landwirtschaft dienten, sind an der großen Toreinfahrt, dem mächtigen, oft mehrteiligen Boden und den ausgedehnten Kellergewölben noch gut erkennbar. Wegen der wachsenden Konkurrenz der süddeutschen Lagerbiere gingen Produktion und Export des Ducksteinbiers im Laufe des 19. Jahrhunderts allmäh-

lich zurück. 1867 wurde nur noch in drei Brauhäusern Ducksteinbier gebraut, und im Jahre 1903 verschwand die letzte Braueinrichtung.

Für die Entwicklung des Wirtschaftslebens in der Stadt bis zum Ersten Weltkrieg waren die beiden in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gegründeten Zuckerfabriken von entscheidender Bedeutung. Außerdem spielten dabei die zahlreichen Mühlen, Kalköfen und Kornbrennereien, später auch Möbelund Konservenfabriken, eine wichtige Rolle. Neben dem Handwerk und dem Handel behauptete sich die Landwirtschaft, in der gegen Ende des Jahrhunderts noch ein Viertel der Berufstätigen Arbeit und Brot fand. Die Lebensqualität in der Stadt wurde durch den Bau der städtischen Gasanstalt im Jahre 1866 und der Wasserleitung 1910, das Verkehrswesen durch die Eröffnung der Eisenbahnlinie Braunschweig-Helmstedt über Königslutter im Jahre 1872 sehr gefördert. Die Wohnbautätigkeit blieb aber gering. Überhaupt war die Stadt in dieser Zeit - wie oft betont wird - nicht wohlhabend, sondern blieb eine bescheidene, aber liebenswerte Landstadt.

Die Einwohnerzahl der Stadt stieg zwar in der zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts um fast die Hälfte auf 3250 im Jahre 1900, sank dann aber auf 3 130 im Jahre 1910 und 2940 im Jahre 1919 ab. Erst durch die Eingemeindung der beiden Landgemeinden Oberlutter und Stift Königslutter am 1. Januar 1924 er-

höhte sie sich auf 5 800. Für das Wirtschaftsleben der Stadt in der Zeit der Weimarer Republik war die Ansiedlung der Roto-Werke A.G. irn Jahre 1921 bescnders wertvoll. Zur Belebung des Fremdenverkehrs erfolgte bereits 1897 die Gründung eines Elmvereins, und schon 1907 nannte sich die Stadt stolz 'Sornmerfrische Königslutter'. Allgemein blühte das Vereinswesen. 1926 gab es in der Stadt nicht weniger als 86 Vereine oder ähnliche Zusammenschlüsse auf politischer und wirtschaftlicher Ebene, darunter zwölf Sport- und sieben Gesangvereine.

Das Buch, in dessen Mittelpunkt alte Ansichten von Königslutter aus der Zeit von 1880 bis 1930 stehen, soll die Schönheit der alten Stadt, von der in letzter Zeit wie in so vielen anderen Städten Deutschlands manches verlorengegangen ist, wieder lebendig machen und auf Veränderungen hinweisen, die inzwischen erfolgt sind. Die Stadt Königslutter und das Landesmuseum in Braunschweig förderten das Vorhaben. Dieses hätte nicht verwirklicht werden können, wenn nicht zahlreiche Bürger der Stadt uneigennützig reichhaltiges Bildmaterial zur Verfügung gestellt hätten. Ihnen allen sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Mein besonderer Dank gilt Herrn Kurt Liestmann für seine bewährte Mitarbeit.

Heinz Röhr St ad tarchivar

1. Dieser Stich zeigt die Stiftskirche Königslutter im Jahre 1830 von Nordosten her. Vor dem Marienportal stand um diese Zeit noch die gotische Marienkapelle , die erst 1835 abgerissen wurde. Verschwunden sind jetzt auch der Teil der Klostermauer links und der Wirtschaftshof des Klosters rechts im Bild. An den letzteren erinnern noch erhaltene Kellerräume an der Lutter und eine Inschrift an der Klostermauer rnit dem Namen eines späteren Besitzers des Klosterhofes, des Amtmanns Gue.

2. Diese Aufnahme von der Stiftskirche aus südöstlicher Richtung entstand um die Jahrhundertwende. Der rein romanische Bau mit Lang- und Querschiff, dem 58 Meter hohen Vierungsturm, den Chorpartien und dem stattlichen, von zwei Türmen überragten Westwerk sind deutlich erkennbar. Der 'Stille Garten' zwischen den Kreuzgängen des alten Benediktinerklosters, der ursprünglich als Begräbnisplatz der Mönche, im 18. Jahrhundert als Rosengarten gedient hatte, war damals mit Obstbäumen bepflanzt.

KONIGSLUTTER.

LOWEN-?ORTAL DER STIFTS-KIRCHE.

3. Das Löwenportal an der Westseite der Stiftskirche, das hier in einer Aufnahme aus den zwanziger Jahren gezeigt wird, gehört zu den bekarmtesten Werken des 'Meisters von Königslutter'. Die Löwen, die an dieser Stelle die Macht des Bösen verkörpern sollen, halten einen Widder und einen bärtigen Mann, Symbole des sündigen und ungläubigen Menschen, in ihren Tatzen. Das schützende Eisengitter vor dem Löwenportal ist inzwischen entfernt.

4. Auf diesem Bild aus dem Jahre 1895 ist das Innere der Stiftskirche mit dem Grab Kaiser Lothars, seiner Gemahlin Richenza und ihres Schwiegersohnes in der Mitte abgebildet. Es wurde 1619 und 1978 geöffnet. Der gewaltige Bau von 75 Metern Länge und 19 Metern Höhe war früher besonders an Weihnachtstagen im Kerzenlicht von zwölf Weihnachtsbäumen von eindrucksvoller Wirkung, trotzdem ihn die sieben aufgestellten Öfen niemals vollständig warm bekamen.

5. Den Kreuzgang des Benediktinerstifts, den dieses Foto von 1895 zeigt, halten viele für den schönsten aus rornanischer Zeit in Deutschland. Besonders beachtenswert ist die Reihe der freistehenden Säulen mit ihren mannigfaltigen Verzierungen, die der 'Meister von Königslutter' im 12. Jahrhundert nach Vorbildern in Verona, Ferrara und Modena in Oberitalien geschaffen hat. Sehr stimmungsvoll sind immer die kleinen 'Kreuzgangsmusiken', die dort bisweilen veranstaltet werden.

6. Das Foto aus der Zeit um 1930 gibt den östlichen Teil der Stiftskirche mit dem Chor, der Hauptapsis und den beiden Nebenapsiden wieder. An der Hauptapsis befindet sich der in der gesamten romanischen Kunst einzigartige Jagdfries, der symbolisch den Sieg der gläubigen Menschen über den Teufel, der hier die Gestalt eines Jägers angenommen hat, verdeutlichen will. Als das Bild entstand, herrschte auf dem Platz vor dem Jagdfries noch wenig Verkehr, während er jetzt als Parkplatz genutzt wird.

7. Die Lithographie, die um 1860 entstanden sein muß, zeigt die alte Anlage des Benediktinerstifts Königslutter innerhalb der alles umgebenden Klostermauer. Ganz rechts sind Schäfertor, Schäfereigebäude und Schäfergarten zu sehen, Dahinter erscheinen Meierei, Scheunen und Pferdeställe, links davon Mühle und Brauhaus sowie die Abtei mit der Kaiser-Lothar-Linde, während im Hintergrund die Stiftskirche und die Häuser von Stift Königslutter zu erkennen sind.

8. Von 1841 bis 1856 bestand in den verfallenen Gebäuden des ehemaligen Benediktinerklosters Köriigslutter eine Wasserheilanstalt, die der Stadtphysikus Dr. Bauer dort eingerichtet hatte. Auf der Zeichnung aus dem Jahre 1847 erblickt man das Kurhaus, zu dem Dr. Bauer das frühere Abtshaus umgebaut hatte. Davor steht die uralte Kaiser-LotharLinde, die seit 1956 als Naturdenkmal besonders geschützt ist. Klares, frisches Wasser für die Kuren war überall reichlich vorhanden. Aber anscheinend klappte die Werbung nicht, und so verpaßte Königslutter die einmalige Gelegenheit, ein Kneipp-Kurort zu werden.

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