Königstein im Taunus in alten Ansichten

Königstein im Taunus in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Sturm-Godramstein
Gemeente
:   Königstein im Taunus
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2246-7
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Königstein im Taunus in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Zwei Faktoren sind es, die Erscheinungsbild und Selbstverständnis der Stadt Königstein bestimmen: das ausgeprägte Kurwesen und ein liebevolles Verhältnis zur Geschichte. Vergangenheit beschwört vor allem die mächtig aufragende Burgruine. Der Burg verdankt die Stadt auch ihr Entstehen. Von den Staufern besonders zum Schutz der Reichsstraße Frankfurt am Main-Köln errichtet, war Burg Königstein um 1239 Lehensbesitz der Reichsministerialen von Hagen-Münzenberg. Von 1255 bis 1418 standen Burg und Siedlung unter Falkensteiner,anschließend unter Eppsteiner Herrschaft. Den Ausbau der Burg zur Festung leiteten die Grafen von Stolberg ein (1535-1581). Die Mainzer Kurfürsten sollten ihn auf großartige Weise vollenden. 1796-1797 wurde die imposante Festungsanlage von französischen Revolutionstruppen gesprengt.

Schon 1313 waren der am Fuße des Burgbergs liegenden Ansiedlung die Frankfurter Stadtrechte verliehen worden. Die folgenden Jahrhunderte sollten nicht nur glückhafte Ereignisse bescheren. Krieg, Seuchen und andere Notzeiten blieben auch Königstein nicht erspart. Durch die Säkularisation wurde es 1803 dem Herzogtum Nassau zugeschlagen. 1866 fiel

das damals etwa 1 400 Einwohner zählende Städtchen - wie alle nassauischen Gebiete - an Preußen.

Von der nahen Messestadt Frankfurt am Main angeregt, hatte sich im Spätmittelalter die Wollweberei zum stärksten Gewerbezweig in Königstein entwiekelt; auch Gerberei war gut vertreten. Allgemeiner Wandel der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse warf den Ort jedoch 200 Jahre später auf die Stufe eines armen Gebirgsstädtchens zurück, wo Kleinbauern, Handwerker und Tagelöhner nur mühsam ihr Leben fristeten.

Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts sollte das Gerneinwesen wieder neuen Auftrieb erhalten: 1851 begründet Dr. Georg Pingler die Königsteiner Kur. Sanatorien entstehen, zu gemütlichen Gasthöfen kommen Fremdenpensionen, Erholungsheime, feudale Hotels. Die Vorzüge der Landschaft und des Klimas wiederum bieten wohlhabenden Frankfurter Bürgern Anreiz, ihren Sornmer- beziehungsweise Zweitwohnsitz in Königstein zu nehmen. Herzog Adolph von Nassau erwirbt das ehemals kurrnainzische Amtshaus, läßt es zur Sommerresidenz umgestalten. Die Sonderabgaben der in neuerbaute Villen zuziehenden 'Forensen' sowie die Kurtaxe füllen den

Stadtsäckel spürbarauf. Handel und Handwerk florieren. Königstein erlebt seine Blütezeit. Stolz nennt es sich 'Die Perle des Taunus'.

Zwei Weltkriege und ihre Folgen haben dann die Weiterentwicklung der Kur stark gehemmt. 1945 mußte die Stadt wieder bei Null anfangen. Hatte im Jahr 1939 die Einwohnerzahl erst 3 600 betragen, war sie nunmehr auf nahezu 6000 angewachsen, was zusätzliche Leistungen der Daseinsvorsorge bedingte. Durch die Eingemeindung von Schneidhain, Falkenstein und Mammolshain erhöhte sich der Einwohnerstand mittlerweile auf rund 16 000. Königstein hat in den letzten Jahren große Anstrengungen zum Ausbau seiner Position als heilklimatischer Kurort und als Ausflugszentrum unternommen. Alljährlich loekt das Burgfest Zehntausende von Besuchern an. Die Stadt verfügt über größere Kongreß- und Tagungsstätten und bietet ein attraktives Kurprogramm. 1977 wurde das moderne Kurbad seiner Bestimmung übergeben, es eröffnet vielgestaltige Therapie- und Erholungsmöglichkeiten. Von seiner Terrasse aus schweift der Bliek über die Dächer der Stadt hinüber zur romantischen Burgruine. So schließt sich sinnbildhaft der Kreis zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Dieses Bilderbuch spiegelt in etwa die Periode zwischen 1875 und 1930 wider, ohne allerdings der Hinweise auf frühere Zeitabschnitte ganz entbehren zu können. Die Bilder stammen aus dem Stadtarchiv sowie von privaten Leihgebern, denen der Verfasser eigens Dank schuldet. Wertvolle Hinweise gaben Heinrich Alter, Alfred Jung und Rudolf Krönke, letzterer auch für den Verein für Heimatkunde. In diesem Zusammenhang bleibt nicht zuletzt der Fotografen Friedrich Kehrer (t 1916) und Franz Schilling (t1933) zu gedenken, die das Stadtgeschehen jahrzehntelang mit Fleiß und oft erstaunlichem Können im Lichtbild festgehalten haben. Bedauerlich, daß die meisten Negative für immer verlorengegangen sind. Möge dieses Büchlein bei den Alteren so manche Erinnerung wachrufen, dazuhin der Jugend und den Neubürgern unterhaltsam vor Augen führen, wie sich 'ihre' Stadt gewandelt und entwiekelt hat. In diesem Sinne darf es vielleicht eine bescheidene Mittlerrolle spielen zwischen der Lebenswelt unserer Vorfahren und dem oft so vergeßlichen Heute.

1. Obwohl als "Total-Ansicht' bezeichnet, erfaßt diese Fotografie aus der Zeit um 1881 nur einen verhältnismäßig kleinen, zugleich aber wohl den ältesten Ortsbereich. Der Betrachter blickt vom Woogtal her auf das Weichbild der Stadt. Links am Bildrand ist das mächtige Walm- beziehungsweise Mansardendach des Amtsgerichts zu sehen. Weiter rechts im Vordergrund liegen die Gebäude der Gerberei von Joh. Christoph Drexel, sie war einer der bedeutendsten Betriebe ihrer Art im Taunus. Dahinter lugt das Rathaustürmchen hervor. In Bildmitte hinten ragen die Zinnen des herzoglichen Schlosses über die Baumkulisse. Noch fehlt die evangelische Kirche, ihre Silhouette sollte erst einige Jahren später auftauchen ...

2. Hier ist das Hainbad mit Bleiche um 1875 zu sehen. Es ist aus der schon im 14. Jahrhundert erwähnten Unter- oder Dammühle hervorgegangen, die eine bewegte Geschichte unter zahlreichen Eigentümern aufzuweisen hat. So war sie einmal im Besitz eines Franzosen, der eine Bäckerei darin eröffnete, welche von Karl Flugel fortgeführt wurde. 1874 erwarben Fritz und Gottfried Pfaff die durch mehrfachen Umbau veränderte Mühle und richteten eine Badeanstalt ein. Später bezogen die Ursulinen den nunmehr großzügig ausgebauten äudekomplex. Auf dem Hainbadteich vergnügte sich einst die Jugend beim Schlittschuhlauf. Doch meist wurde die Eisdecke aufgebrochen, um schollenweise in die Brauereikeller zu wandern. Aus dem Bleichweiher wurden im Jahre 1907 Tennisplätze.

3. Dem 'Wasserdoktor' Georg Pingier verdankt Königstein den zukunftsreichen Schritt auf den Kursektor. 1851 begründete der in Montabaur geborene Mediziner eine Badeanstalt im Billtal. DI. Pingier erweiterte und verfeinerte die Wasserheilmethode des Schlesiers Vinzenz Prießnitz und ergänzte sie durch Klimatherapie. Am erfolgreichsten schlug seine Kur an bei akuten Infektionskrankheiten, nervöser Erschöpfung, Blutarmut, Katharrhen der oberen Luftwege und bei gewissen Herzleiden, Seine therapeutischen Erfahrungen hat der volksverbundene Arzt, der auch Fürsten und andere Prominenz zu seinen Patienten zählte, in Fachbüchern niedergelegt. Dr. Pingler starb 1892 unverheiratet. Sein Neffe DI. Thewalt und andere trugen die Fackel seiner Idee ehrenvoll weiter.

4. Das Prießnitzbad im Billtal erlebte vor der Jahrhundertwende seine große Zeit. Hier hatte DL Georg Pingier ja die Königsteiner Wasserkur kreiert. In sogenannten Kabinetten erwarteten den Badegast Staub-, Wellen- und Regenbäder mit fallenden beziehungsweise aufsteigenden 'Douchen' verschiedener Drücke und Stärken. Auch Wohnräume für Patienten waren vorhanden. Anfang 1891 übernahm Dr. J osef Thewa1t das gut frequentierte Prießnitzbad. Er verband die ursprüngliche Kaltwasserbehandlung mit Massage, Elektrotherapie und Heilgymnastik. Die erweiterten Anwendungen machten die Königsteiner Kur attraktiver.

5. Anno 1910 rumpelten noch viele Fuhrwerke über das Königsteiner Kopfsteinpflaster und Peitschenknall zerschnitt die Luft. In dieser Altstadtszene hat Karl Luckhardt etwas von jener Atmosphäre eingefangen. Rathaus und das ebenso ehrwürdige Anwesen Alter bilden die Kulisse. Das Kuhgespann erinnert daran, daß es damals noch eine Reihe von Kleinlandwirten in der Kurstadt gab. Links 'parkt' ein Planwagen des Transportunternehmers Heinrich Weber. Bis zum Aufkommen von Eisenbahn und Lastauto hatten Pferdefuhrwerke ja die wichtigsten Transportaufgaben zu erfüllen. So mancher Königsteiner Roßbesitzer - von den reinen Fuhrunternehmen einmal abgesehen -- verdiente sich einen Teil seines Lebensunterhalts durch Vorspanndienste auf den steilen Gebirgsstraßen ...

6. Diese Aufnahme blendet in das Jahr 1889 zurück. Vom Woogtal her blieken wir zum Olmühlweg, wo sich gerade die Oberförsterei im Bau befindet. Links steht das Anwesen von Hauptmann Beeker, dazwischen liegt das Haus des früheren Reichstagsabgeordneten Ad. Sabor; bis 1894 war es allerdings noch im Besitz von Frau Michael Fischer Witwe. Aus der Baumgruppe rechts am Bildrand schaut der Pulverbrunnen hervor, dessen Name an die einstige Pulvermühle erinnert. Seinem Wasser wurde ehemals Heilkraft zugeschrieben. 1851 gestaltete man ihn als Kurbrunnen aus.

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7. Auf diesem Bild aus dem Jahre 1885 ist das ehemalige Hainbad bereits nach dem einschneidenden Umbau zum Ursulinenkloster festgehalten; auch die St.-Angela-Schule war damals schon eingerichtet. 1881 hatte der seinerzeitige Inhaber Sensal Goldschmidt das durch einen Brand stark beschädigte Objekt der Stadt mit dem Vorschlag angeboten, es zum Kurhaus auszubauen. Dies Ansinnen wurde jedoch abgelehnt. So ging das Hainbad an den Stadtpfarrer und Geistlichen Rat Münzenberger aus Frankfurt über, der es anfänglich zum Kinderheim ausersehen hatte. Die weitere Entwicklung brachte schließlich den Einzug der Ursulinen-Schwestern. Das angekreuzte Gebäude jenseits des Weihers ist das 'Alleehaus'.

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8. Die heutige hintere Hauptstraße trug in der Zeit der Petroleumlaternen, etwa um 1880, noch vorwiegend ländlichen Charakter. Links sehen wir das Gasthaus 'Zum Hirsch', dahinter liegt an der Ecke Vordere Schloßgasse das Anwesen, welches Druckereibesitzer und Zeitungsverleger Philipp Kleinböhl 1892 von Adam Kroth Erben kaufte, um dort sein Geschäftshaus zu errichten. Rechts erkennt man die Bäckerei Jac. Eigner, deren Inhaber 1897 dann die frühere Hippe'sche Papiermühle bei Neuweilnau erworben hat.

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