Königswinter in alten Ansichten Band 1

Königswinter in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Elmar Heinen
Gemeente
:   Königswinter
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1329-8
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Königswinter in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Unsere Zeit verändert das Bild unserer Städte, Dörfer und Landschaften so tiefgreifend wie keine je zuvor. Es ist daher gut, bisweilen zurückzuschauen und sich zu besinnen: 'Wie hat es einst hier ausgesehen, wie haben die Menschen früher hier gelebt? ' Daher ist es weder ein Zufall noch eine kurzlebige, belanglose Mode, wenn in unseren Tagen das Interesse an der Zeit unserer Väter und Großväter gewachsen ist. Vielmehr verbirgt sich hinter dieser Zeitströmung - die vielfach mit dem Schlagwort 'Nostalgie' abgetan wird - die oft unbewußte Erkenntnis, daß die Erinnerung eine wichtige Dimension menschlicher Persönlichkeit und menschlicher Bildung ist. Wie wichtig sie ist, zeigen die negativen Folgen ihres Versagens: Viele Fehlentwicklungen, die wir heute allenthalben beklagen, seien es unmenschliche Städte, gesichtslose Dörfer oder verunstaltete Landschaften, sind eine Folge dessen, daß das Geschichtsbewußtsein in den letzten Jahrzehnten stark verkümmert ist, so daß die Gegenwart - die doch ihrerseits morgen schon Vergangenheit sein wird - stark überschätzt wurde.

Ein freundlicher Zug der Erinnerung ist, daß sie zur Verklärung neigt. Wer sich an seine Schulzeit erinnert, weiß, daß sich heitere oder komische Begebenheiten viel tiefer dem Gedächtnis eingeprägt haben als die Monotonie des grauen Schulalltags. So finden wir auch in den Erinnerungsbildern dieses Buches mancherlei Komisches, Heiteres und Skurriles. Es wäre ein Mißverständnis, hieraus zu schließen, das alte Königswinter sei als eine einzige Idylle anzusehen. Das war es gewiß nicht. Doch dies können uns die Bilder zeigen: Wer die alten Ansichten der Straßen

und Häuser mit denen von heute kritisch vergleicht, wird sich sagen, daß nicht jede Veränderung, die sich als 'Fortschritt' oder 'Modernisierung' ausgab, auf Dauer gesehen eine wirkliche Verbesserung gebracht hat. Ein einfaches Beispiel: Ein Fachwerkhaus wird nicht schon dadurch besser, daß man das Fachwerk unter einer Putzschicht versteekt, und ein verschnörkelter Giebel nicht schon dadurch, daß man die Zierstücke herunterschlägt.

Unser Buch gilt dem Rheinstädtchen Königswinter der Zeit von etwa 1880 bis 1925. Es behandelt also weder den alten kurkölnischen Flecken im Schutz seiner beiden Burgen und seiner Stadtmauer - die ihn in späteren Jahrhunderten doch nicht mehr vor mancherlei Kriegsunbill schützen konnten - noch die tief in das Stadtbild eingreifende Entwicklung des letzten halben Jahrhunderts. Gezeigt werden die J ahrzehnte, in denen Königswinter die uralte, von den bodenständigen Berufen der Winzer und Steinhauer geprägte Struktur abstreift und sich fast ganz dem Fremdenverkehr zuwendet. Auf Grund seiner hervorragenden Lage am Rhein und an den 'rheinischen Alpen', dem Siebengebirge, begünstigt noch durch die Nähe der Universitätsstadt Bonn, war Königswinter wie geschaffen, den größten Teil des immer stärker anwachsenden Fremdenverkehrsstroms zu dieser gesegneten Landschaft aufzunehmen. Die Jahrzehnte vor dem Ersten Weltkrieg sind die 'klassische' Zeit des Fremdenverkehrs in Königswinter. In den erstklassigen Hotels der Rheinallee stiegen wohlhabende, vornehme, oft zu längerem Aufenthalt bleibende

Gäste ab; gleichzeitig wuchs die Zahl der insbesondere zum Drachenfels strömenden Tagesgäste immer stärker. Mit dem wirtschaftlichen Rückschlag nach dem Ersten Weltkrieg gewann der Massentourismus der Tagesgäste immer stärkeres Übergewicht. Zugleich gewann auch die Industrie an Bedeutung. Dabei wurde die bodenständige Steinindustrie insbesondere von der Metallindustrie abgelöst.

Wir wollen dieses alte Königswinter auf mehreren Wegen durchstreifen. Der erste führt, nach einigen Blieken auf das Rheinpanorama, von Süden nach Norden am Rhein vorbei. Dieser Straßenzug mit seiner großzügigen Allee und der stattlichen Front von Hotels und Villen war Aushängeschild und Stolz des Städtchens und gab ihm am stärksten das Gepräge eines Fremdenverkehrsortes.

Auch der zweite Weg beginnt im Süden, und zwar bei dem Winkel zwischen Rheinallee und Hauptstraße. Er führt über die alte Achse des Städtchens, den Straßenzug Hauptstraße-Niederdollendorfer Straße, und bezieht die alten Gassen zwischen Hauptstraße und Rheinallee ein. Auf der Hauptstraße lag am Rande der alten, kaum über den Bereich der einstigen Stadtmauer hinausgehenden Bebauung eine soziologische Grenze. Innerhalb wohnten eingesessene Kleinbürger:

Handwerker und bescheidene Gewerbetreibende. Südlich und nördlich lagen - insbesondere zum Rhein hin - die Viertel der reichen, fast ausschließlich von außen zugezogenen Bewohner. Die zum Rhein hin führenden Gassen hatten gegenüber der Hauptstraße einen einfacheren, ärmlicheren Charakter.

Der dritte Weg beginnt bei der wichtigen Straßenkreuzung an der katholischen Kirche und führt durch die östlich der Hauptstraße gelegenen Stadtteile. Insbesondere sind dies die Drachenfelsstraße bis zum Eselsstand und die Gegenden um das Krankenhaus und den Bahnhof. Größtenteils liegen diese Bereiche außerhalb der alten Bebauung und sind daher erst in der hier behandelten Zeit baulich gestaltet worden. Angeschlossen sind einige Bilder ohne Bezug zu einzelnen Örtlichkeiten innerhalb der Stadt.

Der letzte Weg führt, einen Bogen diesmal von Norden nach Süden schlagend, durch die Außenbezirke Königswinters, wobei nicht peinlich genau die ehernalige Gemeindegrenze eingehalten wird. Longenburg, Petersberg, Ölberg und Drachenfels sind einige markante Punkte dieses Weges.

Fast alle Bilder stammen aus dem Bildarchiv des Siebengebirgsmuseums zu Königswinter, das vom Heimatverein Siebengebirge betreut wird. Herrn Museumsleiter Menden danke ich für die Bereitwilligkeit, mit der er mir das Bildarchiv zur Verfügung gestellt hat; ihm, Herrn Biesing und Frau Henze vom Vorstand des Heimatvereins danke ich für manch wertvollen Hinweis. Zugleich gilt dieser Dank all denen, die im Lauf der letzten fünfzig Jahre ihre alten Bilder von Königswinter großzügig dem Heimatverein für sein Bildarchiv gegeben haben. Ohne diese vielen ungenannten und zum Teil auch unbekannten Spender hätte dieses Buch nicht erscheinen können.

1. Königswinters Rheinfront vor der reichgegliederten Kulisse der Siebengebirgshöhen war schon 1882 seine Schauseite. Das Ufer zeigt den Strukturwandel, in dem sich der damals etwa 3 000 Einwohner zählende Ort befindet: Links und ganz rechts erkennt man noch die Spuren der Steinhauertätigkeit. Dazwischen sind - streckenweise - schon Alleebäumchen gepflanzt. Einige Rheinhotels stehen bereits und geben sich international. Wir lesen: 'European Hotel'. Der die Stadt urngebende Rebenkranz ist noch völlig geschlossen. Die Wolkenburg zeigt frische Steinbruchwunden, und auf halber Höhe erkennen wir die große Baustelle der Drachenburg. Segellastkähne und die hölzerne Gierponte beleben den Strom.

2. Diese Aufnahme von 1899 zeigt den weiteren Ausbau der Rheinfront. Noch höher und stolzer erheben sich die Hotels. Der harmonische Bau der katholischen Kirche ist fast völlig durch das riesige Hotel 'Monopol' verdeckt, und auch der Berliner Hof prunkt mit seinem hohen, kuppelgekrönten Eckturm. Die Wolkenburg ist noch stärker von Steinbrüchen zerfressen. Erst in jenen Jahren gelingt den weitsichtigeren Naturschützern der entscheidende Vorstoß gegen die völlige Zerstörung des Gebirges durch Steinbrüche. Auf der Anhöhe unterhalb der Drachenburg sollte damals ein riesiges Denkmal für Kaiser Wilhelm 1. errichtet werden. Doch Königswinter blieb davon verschont. Statt dessen wurde das Denkmal an der Moselmündung errichtet.

3. Unsere mit der Jahreszahl 1897 versehene, jedoch einige Jahre ältere Aufnahme zeigt die Rheinallee gegen den Petersberg mit dem alten, 1887 erbauten Hotel. Am Hotel 'Monopol' links wird noch gebaut. Der Berliner Hof nennt sich 'Hotel de Berlin'. An der Mehlemer Anlegestelle liegt die Gierponte, damals gern als 'fliegende Brücke' bezeichnet. Seit 1844 wurden solche Ponten für die Überfahrt benutzt. Sie hatten keinen eigenen Antrieb, sondern waren an der im Bild sichtbaren, etwa 1 km langen Gierkette, auch 'Bucht' genannt, im Rhein verankert und wurden je nach Stellung der Steuerruder von der Strömung angetrieben.

4. Unser erster Weg durch das alte Königswinter führt von Süden nach Norden das Rheinufer entlang. Am Südende der Stadt, am Fuß des Drachenfelses, lag ein altes Fachwerkgehöft in der typischen fränkischen Viereckform. Es war der Wülsdorfer Hof, ein Weingut, das bis 1803 dem Kloster Meer bei Rees gehört hatte. Im 19. Jahrhundert befand sich hier ein gern besuchtes Gartenrestaurant. Seine Anziehungskraft ließ allerdings nach, als die 1870 gebaute Bahnstrecke es vom Rhein abschnitt. Die Gebäude verfielen allmählich und mußten etwa 1960 dem Bau der vierspurigen Umgehungsstraße weichen. Unser um 1910 entstandenes Bild zeigt rechts das Wohnhaus. Hinter der Bruchsteinmauer links führte ein Fußweg nach Rhöndorf.

5. Das gleichfalls um 1910 aufgenommene Foto zeigt das Innere des Wülsdorfer Hofes. Das Wohngebäude liegt am linken Bildrand, das Kelterhaus rechts, wo einige Weinfässer liegen. Die behauenen Pfosten aus Drachenfelstrachyt am Fuß der Treppe in der Bildmitte stehen heute, zusammen mit vielen anderen Erinnerungen an das Königswinter von einst, im Siebengebirgsmuseum in Königswinter, Klotzstraße 11.

Königswinter a. Rh.

Den kmal Wolfgang MOl er von Königswinter

6. Im Jahre 1816 wurde in unserem Städtchen der Dichter Wolfgang Müller von Königswinter geboren. Er gehörte mit Kinkel, Freiligrath und Simrock zu den Romantikern, die um 1840 die Schönheit des Rheins besangen. Bekannt ist sein Gedicht 'Der Mönch von Heisterbach'. Den 1873 verstorbenen Dichter ehrte man 1896 durch ein Denkmal am südlichen Rheinufer. Heute steht es, kaum sichtbar, in dem Winkel zwischen Hauptstraße und Rheinallee. Die Postkarte von 1922 zeigt das Denkmal an seinern alten Platz und mit seiner alten Einfriedigung, Die Bänke am rechten BiIdrand stehen am 'Spindlers Kopf", einer bastionsartigen Verbreiterung des Ufers zum Schutz der nahen Steinhauerplätze gegen Eisgang.

7. Eine der bekarmtesten Gaststätten in Königswinter war das alte Weinhaus Bellinghausen am 'Fahr', der alten Fähranlegestelle. Wir sehen es hier in nördlicher Blickrichtung beim Hochwasser der Jahreswende 1920/21. Ein großer Gartensaal hinter dem spitzgiebligen, verputzten Fachwerkhäuschen hat manche zünftige Kneipe Bonner Studentenverbindungen und manches rauschende Fest Königswinterer Vereine gesehen. 1966 wurde die Gaststätte niedergelegt. Das Fachwerkhäuschen wurde sodann, ohne den störenden Putz, in äußerlich gleicher Form einige hundert Meter rheinabwärts, irn Garten des Jesuiterhofes, wieder aufgebaut.

8. Nach dem Waffenstillstand vom November 1918 wurde beim Rückzug der deutschen Truppen ein Teil der Kronprinzen-Arrnee bei Königswinter über den Rhein geführt. Hierfür schlugen Pioniere zwei Brücken über den Rhein, die eine im Süden am 'Fahr' und die andere im Norden beim Wasserwerk. Unser Bild zeigt die auf ramponierten Lastkähnen errichtete südlichere Brücke. Das Hauptquartier der Armee befand sich im benachbarten Hotel 'Mattern', Kurze Zeit nach dem Rückzug wurde die linke Rheinseite von alliierten Truppen besetzt, während Königswinter in dem von Oberkassel bis Hönningen reichenden unbesetzten Gebiet zwischen den Brückenköpfen Köln und Koblenz lag.

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