Korb in alten Ansichten Band 2

Korb in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Gotthold Schwarz
Gemeente
:   Korb
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5936-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Korb in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Zu diesem weiteren Band sollen in Wort und Bild wieder allerlei Begebenheiten in Erinnerung gerufen werden. Beim Vergleich der Ansichten lassen sich viele Verwandlungen erkennen, die sich fast unmerklich eingeschlichen haben. Die Oberarntsbeschreibung von 1850 enthält einige Dinge, die heute noch unverändert gelten. So sind dort die herrliche Aussicht hervorgehoben, die der Kleinheppacher Kopf von Neuffen bis Hohenstaufen biete, und für den Korber Kopf - mit eingeschlossen ist der Hörnleskopf - wird die schöne Aussicht in die Cannstatter, Ludwigsburger und Marbacher Gegend lobend erwähnt.

Es ist verwunderlich, daß das früher schon in sich abgerundete Steinreinach nie selbständig war. Urn 1706 und 1707 war der Wille zur Selbständigkeit energisch bekundet worden. Man war in Steinreinach sehr unzufrieden und glaubte sich wegen der vielen Einquartierungen übergebührlich beansprucht. Der Nachtwachter lasse sich nur wenig sehen, obwohl man das Nachtwächtergeld zu zahlen habe. Auch wurden Vergleiche gegenüber anderen Gemeinden angestellt.

N ach einer Prüfung vorn 9. November 1706, die die herzogliche Kanzlei veranlaßt hatte, kommt der überrat zu dem Gesamturteil: 'Beide Gemeinden sind nicht mehr zu scheiden.' Vor allem fehlte eine eigene Markung.

Trotz allem Hin und Her erging am 18. Januar 1707 die Anweisung, daß für Steinreinach ein Schultheiß und drei bis vier Richter zu bestellen seien, und Joharm David Schiller wurde zum Schultheiß bestellt. Er war der Sohn des Großheppacher Amtsverwesers Hans Schiller und er hatte am 28. Februar 1688 die Steinreinachter Amtsverwesertochter Barbara Wagner geheiratet. Der für Korb und Steinreinach amtierende Schultheiß Johann Georg Lorenz verzichtete aber auf seine verbrieften

Rechte nicht. Die Mühen des Vogtes SpeideI waren vergeblich. Schiller kam vermutlich gar nicht dazu, sein Amt auszuüben. Am 6. September 1709 bemühte er sich um ein Attest zur Auswanderung nach Pennsylvania.

Korb und Steinreinach hatten lange Zeit nur je einen Amtsverweser. Erst ab 1740 war Georg Christoph Schwarz wieder Schultheiß für die gesamte Gemeinde.

Urn die hundert Jahre späterregte sich wieder der Wunschnach Selbständigkeit. Eine dazu eingeleitete Untersuchung ergab 1839, daß Steinreinach kirchlich stets von Korb abhängig gewesen sei und auch politisch immer mit Korb verbunden war. Eine Ablehnung dazu ist unmißverständlich ausgefallen. Es war ein langer Weg bis zur Vereinigung beider Schulen ab dem Jahre 1910.

Das Wahrzeichen Steinreinachs, der Kirchturm St. Wolfgang mit den gotischen Fenstern der Kapellenruine, ist erhalten geblieben.

Einst lebten Korber Familien in guter Hoffnung, eine Erbschaft zu machen. Der in Korb am 19. August 1700 geborene Heinrich Reinhardt soll am 8. Mai 1778 in Agra als General und Fürst von Sirdhana, Ostindien, unter Hinterlassung eines Riesenvermögens ohne Erben verstorben sein. Alle Bernühungen um eine Teilhaberschaft an dem Reichtum blieben ohne Erfolg. Der mit Kostbarkelten beladene Wagen habe eine gläserne Deichsel gehabt. Diese sci abgebrochen, daher konnte das Gefährt nicht nach Korb Iinden, berichteten die Spötter. Man wollte auf einern freien Platz alles lagern, und jeder Beteiligte hätte mit Hilfe eines Reehens sich seines Wunsches bedienen dürfen.

Alfred Beck hat in den 'Heimatglocken' vom Januar 1937 darüber berichtet und hat abschließend bemerkt: 'Soviel ist sicher,

der erträumte und ersehnte Goldstrem kam nie nach Korb.' Seit 1. Juli 1911 ist in Korb eine Quellwasserleitung mit Hausanschlüssen eingerichtet. 1850 wird berichtet, daß Korb reich an vielen, immer fließenden Quellen sei, die gutes Trinkwasser liefern. Aber immer mußte das Wasser ins Haus geschafft werden. So war man froh, daß mit Einführung der Elektrizität und mit Hilfe von Wasserpumpen eine zentrale Hauswasserversorgung möglich geworden war. Am Anfang gab es Prämien für einen Hausanschluß, trotzdem dauerte es geraume Zeit, bis das Wasser von selbst in alle Häuser lief. In Kleinheppach war schon im Jahre 1904 die Einrichtung der Hauswasserleitungen möglich geworden. Freifrau von Abel hatte mit einem Vermächtnis in Höhe von 5 000 Mark dazu angeregt. Die ganze Maßnahme belief sich auf 24 000 Mark.

Vom Immerich lief früher das Wasser in Holzröhren zum Platz vor der Kelter in Steinreinach ohne Pumpe. Wenn reichlich Wasser vorhanden war, fand das 'Übereich' seinen Weg bis in den Brunnentrog unterhalb vom 'Lamm'.

Das Thema Auswanderung steht immer wieder an. 'Warum sind unsere Vorfahren aus diesem schönen Land fortgegangen?' fragte ein Nachkomme aus Amerika bei seinem Besuch. In erster Linie war es die Armut. Das Land konnte seine Bewohner nicht mehr ernähren. Besonders in den Jahren der Mißernten, die durch Kälte und Frost, durch Hagel, durch Nässe und durch Schädlinge aller Art hervorgerufen wurden, war die Versorgung mit Nahrungsmitteln ein großes Problem. Es fehlten die Transportmöglichkeiten, und es gab kaum Gelegenheiten. sich rnit der Hände Arbeit etwas zu verdienen.

Einige Auswanderer zog es nach Osten, teils aus religiösen Gründen, die meisten gingen nach Amerika der Arbeitsrnöglichkeit wegen, und sicher haben sich auch etliche Abenteurer

und solche, die etwas auf dem 'Kerbholz' hatten, abgesetzt. Seit 1861 die Eisenbahn durchs Remstallief und ab 1876 auch die Murrtalbahn in Betrieb war, wurde nach einer Anschlußmöglichkeit für Korb gesucht. Zunächst mußte der Weg nach Waiblingen verbessert werden. Die angestellten Untcrsuchungen für einen Straßenbahnanschluß waren verlockend. Sie erschienen aber alle zu teuer und wurden wegen Unwirtschaftlichkeit nach 1905 nicht mehr weiter verfolgt.

Allmählich eroberte sich der Kraftwagen die Straße, und eine Interessengruppe versuchte, im Ringverkehr möglichst viele Ortschaften an ein Verkehrsnetz anzuschließen. Einer Abwanderung der Einwohner aus den entlegenen Ortschaften sollte so begegnet werden. Groß war die Reaktion nicht. Nur zwischen Korb und Waiblingen und von Oppelsbohm nach Winnenden wurde eine Omnibuslinie eingerichtet. Der Wagen der Gemeinde Korb lief von 1911 bis 1914. Es dauerte nach dem Krieg noch etliche Jahre, bis 1926 eine regelmäßige Personenbeförderung mit Kraftwagen wieder anlief. Die Wagen bewegten sich auf Vollgurnrnirädern und mit Kettenantrieb auf den einbahnig geschotterten Straßen durch Staub und Schlamm. Die Nachrichtenüberrnittlung reichte aus, und man war zufrieden, wie es lief. Das 1892 eingeführte Telefon steigerte sich bis 1933 auf 15 Anschlüsse in der Gemeinde.

Manche Zustände sind für uns heute beinahe nicht mehr nachzuvollziehen, Aber es tut immer wieder gut, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen und auseinanderzusetzen,

Die anschließende Bilderfolge soll Erinnerungen wachrufen und Vergaugenes vor der Vergessenheit bewahren helfen.

Kleinheppach mit Remstal~nsil>ht

1. Ansicht von Kleinheppach in der Zeit von 1928. Die Hauptstraße führt noch auf der Bergseite an der 'Wacht am Rhein' und an der Kelter vorbei. Es gab lange und strittige Verhandlungen, ehe die heute befahrene Trasse durch das Tal angelegt werden konnte. Die Steigung von Großheppach her in Richtung Kelter war für die Zugtiere und für die Handkarrenfahrer immer ein beschwerliches Wegstück, das alle Kraftreserven beanspruchte. Anfangs des Jahrhunderts wurden in Kleinheppach und Korb Entwässerungsgenossenschaften gegründet. Die sauren Wiesen und die angrenzenden Äcker gaben allmählich gutes Futter. 1910 zählte man in Kleinheppach noch drei Storchennester: auf der Kirche, auf dem Lamm und auf dem Schulzenhaus. Die Talentwässerungen und die neu erbauten Stromleitungen werden als Hauptverursacher für das Versehwiuden der Klapperstörche angenommen. Im Vordergrund ist das herrschaftliche Kelterhäusle zu sehen.

.....- GruB aus Korb

2. Bliek über den See zum Berghäusle. Das Bild ist nach dem Kirchenumbau 1902 entstanden. Der See ist schon fast um die Hälfte kleiner geworden, und auf der Nordseite wurden weitere Bäume angcpflanzt. Zu dieser Zeit hieß der befestigte Teil 'Schillerplatz' . Zur Schillerfeier am 9. Mai 1905, dem 100. Todestag Friedrich Schillers, erhielten die Schulkinder je eine Brezel als Gedächtnisstütze. Im hohen Alter erinnerten sich die cinstigen Schüler noch daran. Im See fühlten sich Enten und Schwäne sichtlich wohl, Diese Künstlerkarte schrieb Alfred Merz am 11. April 1924 von Korb nach Rußland an seine Eltern und Geschwister. Dank der Aufmerksamkeit der Verwandtschaft wurde das mit Nr. 20 bezeichnete Schreiben nach Ablauf von nahezu siebzig Jahren dem Sohn Gerhard Merz nach Korb zurückgebracht.

3. Das alte Pfarrhaus mit Kirche. Von der einstigen Pfarrscheune ist nichts mehr zu sehen. Sie war aber 1840 noch in 'gutem Zustand'. Das Waschhäusle mußte um 1971 dem Pfarrhausneubau weichen. Man erzählt, daß um 1870 der erste aus England in Holzfässern gelieferte Zement für den Außenputz am Pfarrhaus verwendet worden sei. Des 'Heiligen Behausung' war früher von Abgaben befreit. Im Rahmen der Ortskernsanierung erfuhr das 1740 erbaute Haus eine durchgreifende Instandsetzung. Ein Hausstein von 1566 zeugt davon, daß an dieser Stelle schon früher ein Gebäude vorhanden war. Der Kirchturm wurde in den Jahren 1596 und 1709 durch Blitzeinschläge beschädigt. Der heute bestehende obere Teil entstand im Jahre 1709. Der untere Teil stammt aus dem 14. Jahrhundert. Eine eigene 'Pfarre' hat Korb im Jahre 1482 erhalten. In der Zeit davor trug man die Toten nach Waiblingen.

4. Grußkarte aus Kleinheppach, erworben auf dem Flohmarkt. Gottlob Kimmich war Lammwirt bis 1920. Ehe das Gasthaus um 1923 in Riners Besitz überging, war eine Familie Laich für etwazwei Jahre im Geschäft. Es wird erzählt, daß die Frau eine fast zu hübsche Wirtin gewesen sei. Das Haus soll früher im Welzheimer Wald gestanden haben. Für die Umsetzung um 1800 nach Kleinheppach waren viele Pferdewagen unterwegs. Im Hintergebäude der Herberge war ein großer Roßstall eingebaut. Dort waren manchmal bis zu zehn Pferde gleichzeitig zur Rast eingestellt, Hieraus läßt sich ablesen, welche Bedeutung das Haus für die Fuhrmannszunft einst hatte. Auf einer ähnlichen Karte steht Fuhrmann Widmanns Marktwägcle aus Beinstcin vor dem Haus. Diesen Zweispännerwagen kaufte der Lammwirt nach Widmanns Geschäftsautgabe. Das 'Lamm' kam in die Liste der denkmalgeschützten Gebäude.

Gastha~s zur Schiller/inde.

5. Mit dieser Karte gingen im September 1911 'Viele Grüße' anonym aus Korb-Steinreinach an Fräulein Clara Burkhardtsmaier in Stuttgart. Der aus Steinreinach gebürtige Fotograf Albert Winkie hat diese Karte hergestellt. Ihm und seinern Bruder Hermann Winkle, Bürgermeister in Kleinheppach, verdanken wir viele Aufnahmen früherer Zeit. Einst war für die Anschrift und für postalische Vermerke eine ganze Seite der Postkarte reserviert und man konnte nur den freien Raum neben dem Bild beschreiben. Auf dieser Karte diente nur noch eine halbe Seite für die Adresse, und die andere Hälfte konnte für schriftliche Mitteilungen benutzt werden. Die 'Schillerlinde' ist geschmückt, sicher für eine Hochzeitsfeier. Das Haus Jonathan Heinrich, Poststraße 1, in dem lange Jahre die Post untergebracht war, wurde erst 1928 erbaut. Am 20. April 1928 erhielt die Poststraße ihren Namen.

6. Die Grußkarte mit einer aufgedruckten Jahreszahl1909 von Foto Winkle wurde von den Korbern gerne verwendet. Immer wieder wird eine Kombination mit Gesamtansicht vom Dorf und dem See zum eigentlichen Werbeprojekt dazugezeigt. Kaufmann Carl Schäfer kaufte 1866 das im Bild links unten ersichtliche, 1840 erbaute Haus Ecke Winnender Straße und Schulzengäßle. Im grünen Bildband von 1982 ist auf Seite 87 der Wassereinlauf des Baches vor dem Haus zu sehen. Johannes Reinhardt. Wagner, hatte das Haus 1840 erbaut, und Carl Ludwig Schäfer hat 1899 einen Neubau anstelle des früheren Gebäudes nach seinen Bedürfnissen errichtet. Eine Sitzbank am Haus durfte nicht fehlen. Der 1946 verstorbene CL. Schäfer war rund vierzig Jahre lang Gemeindepfleger (1892-1933). Am 7. Dezernber 1932 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde zuerkannt.

7. Gruß aus Steinreinach aus dem Verlag Albert Winkie. Die 1915 geschriebene Karte wurde wahrscheinlich durch einen Boten übermittelt. Anschrift und Briefmarke fehlen. Vor dem Haus Holzstraße 1 steht eine Menge Leute. Vermutlich entstand diese Aufnahme beim Ausverkauf des Schuhwarengeschäfts Killinger um 1913. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 übernahm die Familie Frech den Spezereiladen in diesem Haus. Der Immobilienmarkt nahm immer seinen Lauf. Familie Pfeiffer verkaufte an Killinger das Haus Buocher Straße 51, nachdem das Anwesen des Josef Weißhaar in Korb, J.-F.-Weishaar-Straße 16 feil geworden war und Pfeiffer dieses erwerben konnte. Zu dem allein lebenden Josef Weißhaar gibt es auch einige Geschichten. Kar! Schatz berichtete, daß er und seine Brüder schon als Schulbuben in den Weinbergen bei Josef Laubarbeiten ausgeführt hatten. Der Tageslohn betrug zehn Ptennige, und einen Most gab es auch zu trinken. Der gezeigte Glockenaufzug müßte 1899 gewesen sein.

8. Schultheiß Kügelin wohnte in diesem um 1560 erbauten Haus. Vor dem Haus stand früher ein Brunnen. Haus und Vorgarten wurden im Laufe der Jahre oft verändert und ausgebessert. Die letzte Instandsetzung erfolgte im Jahre 1986/87 im Einvernehmen mit dem Denkmalamt während einer fast zweijährigen Bauzeit. Mit einem hohen finanziellen Aufwand hat ein Privatmann aus dem verfallenen Gebäude Kirchstraße 3 ein Schmuckstück entstehen lassen und so zur Bereicherung des Ortsbildes beigetragen. Der mit Steinen verschiedener Art entlang der Straße gepfiasterte Straßenkandel hatte alle Abwässer von Küche oder Dach aufzunehmen. Während der heißen Jahreszeit waren die Wartezeiten auf eine reinigende Spülung durch ein Sommergewitter oft recht lange.

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