Korbach in alten Ansichten Band 1

Korbach in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Wilhelm Hellwig
Gemeente
:   Korbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0929-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Korbach in alten Ansichten Band 1'

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DAS TAUSENDJÄHRIGE KORBACH

Korbach ist eine Stadt, die sich in tausend Jahren aus kleinsten Anfängen organisch entwickelte, eine Stadt mit zwei Gesichtern, von denen das eine in die geschichtliche Vergangenheit zurückblickt, während das andere hoffnungsfroh in die Zukunft schaut.

Dieses Buch wird mit seinen alten Ansichtskarten und Fotos vor allem die Geschichte und Entwicklung in der Zeit von 1890 bis 1930 sichtbar machen. Die Bilder und Texte werden aber auch zum Teil weit in die Vergangenheit zurückführen und auf die Gegenwart verweisen.

Als 772 Kar! der Große mit seinem Heer in das Sachsenland einfiel, zog er auf einer alten Handelsstraße nach Norden, die später bis nach Bremen führte. An dieser Straße lag ein sächsicher Edelhof, den er in einen Königshof umwandelte und zu einer Etappenstation ausbaute. Dieses Königsgut wird in einer Urkunde von 980 'Curbecke' genannt und dem Reichsstift Corvey zu Lehen gegeben. Später gehört es dem Bistum Paderborn und entwickelte sich bis 1126 zu einer mit Markt- und Zollrechten ausgestatteten Marktsiedlung. Als vollausgebaute Stadt erhält Korbach 1188 das Soester Stadtrecht. Die vorteilhafte Lage an der Kreuzung alter Handelsstraßen begünstigt die weitere Entwicklung, Noch im felgen-

den Jahrhundert entstehen zwei Neustädte, die sich 1377 mit der Altstad t vereinigen. Handel und Gewerbe bringen die Stadt zur höchsten Blüte. Zeugen dieser Zeit sind die beiden gotischen Hallenkirchen, die alten Lagerhäuser mit ihren Treppengiebeln und die Mauern und Türme der Stadtbefestigung.

Unter der Herrschaft der Grafen von Waldeck wurden die Freiheiten der Stadt eingeschränkt und die bürgerliche Wirtschaftsinitiative gedrosselt. Der Dreißigjährige Krieg mit seinen Zerstörungen vernichtete die blühende Stadt, ein großer Brand führte 1664 zum völligen Ruin.

In den folgenden zweihundertfünfzig Jahren wandelte sich Korbach zu einer Ackerbürgerstadt. Fast alle Bürger betrieben bis zu Anfang dieses Jahrhunderts die Landwirtschaft im Nebenberuf. Im Jahre 1892 wurde in 309 von 355 Häusern Vieh gehalten. Mit 204 Pferden, 620 Stück Rindvieh, 230 Ziegen und 756 Schweinen hatte die Stadt einen größeren Viehbestand als jeder andere Ort in Waldeck. Das änderte sich erst mit der Entwicklung zur Industriestadt.

Der Ausbau der Landstraßen und vor allem der Anschluß an das Eisenbahnnetz hat irn 19 .. J ahr-

hundert vielen Städten wieder eine Bedeutung als Verkehrsmittelpunkt verschafft und ihnen den Anschluß an die moderne Wirtschaftsentwicklung ermöglicht. Korbach erhielt 1893 einen Anschluß an die Hauptstrecke in Warburg. Der Ausbau zum Eisenbahnknotenpunkt war erst 1917 abgeschlossen. Der Bahnbau führte zur Ansiedlung von Industriebetrieben und damit zu einer neuen Entwicklungsphase.

Dieser Wandel zur Industriestadt wird durch die Postkarten und Fotos aus den Jahren 1890 bis 1930 illustriert und im Text beschrieben. Die Bilder haben deshalb jetzt schon dokumentarischen Wert. Sie zeigen uns die Idylle aus der Ackerbürgerzeit und die Anfänge der neuen Entwicklung. Die genauen Angaben über die einzelnen Häuser und ihre Besitzer stammen aus den von Hermann Thomas bearbeiteten 'Häuserbüchern' , die das Stadtarchiv herausgab, das auch die Postkarten und Fotos zur Verfügung stellte. Die Aufnahmen stammen fast alle von dem Fotografen Wilhelm Stremme (1855-1940), der 1888 in Korbach sein Atelier eröffnete. Auf diesen Karten wird Korbach mit 'C' geschrieben. Diese Schreibweise wurde erst 1934 amtlich geändert.

Die Stadtentwicklung bis 1975 zeigt ein schnelles Ansteigen der Bevölkerung. Hatte Korbach 1900 noch 2610 Einwohner, so stieg diese Zahl bis 1930 auf 6 449. Sie erhöhte sich bis 1950 auf 12047 und erreichte 1975 fast 20 000. In diesen Zahlen sind die Bewohner der 14 Ortschaften, die seit 1970 zu Korbach gehören, nicht enthalten. Es gab 1975 in Korbach 28 Industriebetriebe, 61 Großhandelsfirmen und 291 Gewerbebetriebe. Allein die ContinentalGummiwerke verfügen hier über 4 500 Arbeitsplätze. Bis 1943 war Korbach die Kreisstadt für den Kreis des Eisenbergs. Die Stadt wurde dann Verwaltungssitz für den ganzen Kreis Waldeck und 1974 auch für den Landkreis Waldeck-Frankenberg. Hierdurch ergab sich eine starke Konzentration von Verwaltungsfunktienen. Korbach wurde eine Behördenstadt. Mit dem Bau eines Bürgerhauses und einer Stadthalle mit Hallenbad ist auch auf kulturellem Gebiet viel erreicht worden. Alle diese Fakten zeigen, daß Korbach eine Bedeutung erlangt hat, die es im Mittelalter schon einmal besaß, und alle Voraussetzungen besitzt, ein eigenständiges Zentrum zwischen dem Einflußbereich Kassels und dem westfälischen Industriegebiet zu werden.

Corbach um 1750

1. Wilhelm Stremme versuchte 1910 hier ein Stadtbild zu zeichnen, das sowohl den alten Kupferstichen als auch den damaligen Gegebenheiten entsprach. Von links nach rechts erkennt man das Enser Tor, das Dalwigker Tor und das Tränketor. Auf diesem Bild ist zu sehen, daß es nur zwischen den beiden letztgenannten Toren keine doppelten Stadtmauern gab. Das große Gebäude am rechten Bildrand ist das 1770 an der Stelle der ehemaligen Klosterkirche entstandene Landesgymnasium, Ein Rathaustürmchen fehlt auf diesem Stadtbild, weil das alte Rathaus seit dem großen Brand von 1664 keinen Dachreiter mehr trug, und der jetzige Turm erst bei den Umbauarbeiten im Jahre 1930 errichtet wurde.

Cerbach

u. ialhaus in der ursp:üng ichen Bauad

2. Das Tränketor wurde 1831 auf Veranlassung von Bürgermeister Schleicher abgebrochen, weil immer wieder hochbeladene Fuhrwerke in dem Tor steckenblieben. Die Steine wurden zum Chausseebau verwendet. Vor dem Tor lagen die Teiche, an denen früher das Vieh getränkt wurde. Dort stand auch das Gerberhäuschen des Gerberrneisters Emmerich. Früher sollen hier hohe Pappeln gestanden haben. Als bei einem Gewitter der Blitz eine dieser Pappeln zerschlug, soll Frau Emmerich am anderen Morgen erstaunt gerufen haben: 'Ach herrie, nu hat se der Blitz auch im Balge!' Im Hintergrund überragt das Rathaus die übrigen Häuser. Es ist hier in seiner mittelalterlichen Form mit dem Türmchen dargestellt.

Corbach Dalwigkertor um 1840

3. Das Dalwigker Tor wurde 1843 abgebrochen. An ihm befand sich einst ein Relief mit der Kreuztragung Christi, Die von hier bis zum Tränketor führende Stadtmauer wurde im Siebenjährigen Kriege von den Franzosen abgebrochen, um eine Feldbäckerei zu errichten. Rechts im Bild sieht man die großen Lindenbäume der alten Allee, die bis zum Tränketor führte. Über den Graben der sogenannten 'Wirmeke' geht eine kleine Brücke. Dort stand bis etwa 1930 der hier dargestellte große Steintisch. Es handelt sich dabei um den Unterbau eines mittelalterlichen Prangers, der 1962 restauriert und rekonstruiert wurde. Seit dieser Zeit steht er wieder auf dem Marktplatz. Er wurde früher auch 'Kaak' genannt.

Corbach - Ensertor

nach einer Skizze aus dem Jahre 1848

4. Das ebenfalls von W. Stremme dargestellte Enser Tor wurde 1858 bis auf einen kleinen Rest abgebrochen. Der Kaufmann F.W. Müller erwarb den Rundturm mit dem anschließenden Gewölbe und rettete damit das einzige Überbleibsel eines der fünf Doppeltore. Er nutzte den Turm als Gartenhäuschen. Das dort angebrachte Stadtwappen von 1414 wurde durch eine Kopie ersetzt und befindet sich jetzt im Heimatmuseum. Die Zeichnung zeigt die typische Anlage eines Doppeltores mit den Zwingermauern. In dem links zwischen den Stadtmauern liegenden sogenannten 'Schießhagen' wurde bis 1939 alle drei Jahre das Freischießen gefeiert. Im Hintergrund sieht man die beiden Steinhäuser mit ihren gotischen Treppengiebeln.

Gruss aus Crbach

5. Diese Aufnahme zeigt die Stadt im Jahre 1907 vom Wa1decker Berg aus. Im Vordergrund steht die sogenannte 'Verlobungshütte', die heute mitten im Hochwald liegt. Über den Waldecker Berg führte einst der 'Eisensteinweg', auf dem das Eisenerz von der Grube Martenberg bei Adorf zur Berieher Hütte an die Eder gefahren wurde. Die Spuren der Wagenräder haben sich an manchen Stellen tief in die Felsen eingedrückt und sind heute noch im Waldecker Berge zu sehen. Dieser Wald ist erst durch Aufforstungen seit der lahrhundertwende als Erholungswald entstanden. Korbach liegt im Mittelpunkt einer Hochfläche, 360 bis 380 m über N.N. und fast fünf Kilometern von den urnliegenden Wäldern entfernt.

CORBfCH

TOTIIL

6. Vom Jakobspfad aus blickt man hier über die 'Kalkwiesen' und die Kalkmauer auf die Stadt. Am linken Bildrand steht noch Schätten Haus, das 1975 abgerissen wurde. Auf der anderen Straßenseite liegt der Tränketeich. Der hohe Schornstein gehörte zu dem an der Kalkmauer gelegenen Elektrizitätswerk, das mit einer Dampfmaschine betrieben wurde. Schon 1893 erhielt die Stadt eine elektrische Straßenbeleuchtung. Das private Elektrizitätswerk übernahmen 1917 die Stadtwerke. In den dreißiger Jahren legte man auf den 'Kalkwiesen' den Stadtpark an. Hinter der Hecke im Vordergrund verlief von 1903 bis 1911 die Bahnlinie. Seit 1936 führen über dieses Gelände die heutigen Bundesstraßen 251 und 252.

7. Mit viel Geschick erstellte W. Stremme 1912 diese Postkarte mit der Kilianskirche und dem 'Christkindchenwiegen' . Dieser alte Korbacher Brauch läßt sich schon im 16. Jahrhundert nachweisen und geht vermutlich auf eine Lichterprozession zurück. Burschen und Männer gehen heute noch am Heiligabend um 20 Uhr mit Laternen und Lampions auf den Turrnumgang, schwenken diese und singen dazu 'Dies ist der Tag, den Gott gemacht...' Am 1. Weihnachtstag wiederholt sich dieser Vcrgang um 7 Uhr mit dem Lied 'Wie schön leuchtet der Morgenstern'. Ähnliche Bräuche gibt es noch in Bad Wildungen, Alsfeld und Soest. Vor der Kirche steht das 1970 abgerissene und durch einen Neubau ersetzte Waldschmidtsche Haus.

8. Vor dem Südportal der Kilianskirche stand um die Jahrhundertwende in der Mitte einer gepflegten Anlage auf einem Steinsockel eine Bronzebüste des berühmten Gelehrten und Diplomaten Christian Carl Josias von Bunsen. Weil das kleine Denkmal aber in keiner Weise zu dem großartigen Figurenportal paßte, entfernte man es später und stellte die Büste im Treppenhaus des Landesgymnasiums auf. Im letzten Krieg wurde sie bei einer Altmetall-Samrnlung erfaßt. Nur dem mutigen Eingreifen einiger Heimatfreunde gelang es, diese Bronzebüste vor dem Einschmelzen zu bewahren. Heute befindet sich die Büste mit anderen Erinnerungsstücken an diesen großen Sohn Korbachs im Städtischen Heimatmuseum.

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