Krefeld in alten Ansichten Band 1

Krefeld in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   E. Köppen
Gemeente
:   Krefeld
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3007-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Krefeld in alten Ansichten Band 1'

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Erstmals ...

stellt sich das alte Krefeld in Ansichtskarten vor. Den Anstoß gab der Verlag 'Europäische Bibliothek', der die Vergangenheit einiger hundert niederländischer, belgischer und französischer Städte in ähnlichen Bänden nachgezeichnet hat. Zuerst schien es fraglich, ob sich in Krefeld ein ansprechendes Sortiment von 156 Ansichtskarten würde auftreiben lassen. Doch bei der Suche ergab sich bald, daß es damit keine Not hatte. Mehr noch: daß in Alben und Schubladen mancher ungehobene Schatz auf Entdeckung wartet. Eine Reihe der hier veröffentlichten Bilder war auch im Stadtarchiv nicht bekannt, so die keulenschwingenden Herren in der Kuranstalt Waldfrieden (135), die Kaffeegesellschaft im Forstwald (136), und der Besuch der Torpedoboote im Rheinhafen (95). Ansichtskarten? Warum Ansichtskarten, da es doch nicht an Lichtbildern fehlt, auf denen das Krefeld der Jahrhundertwende sich gestoehen scharf zu erkennen gibt? Aber gestochene Schärfe ist nicht alles. Es sind andere Reize, die uns bei dem Betrachten von Ansichtskarten Vergnügen machen. Da sind die persönlichen Bewandtnisse, die ein längst dahingegangener Mensch in ein paar herzliche, flüchtige oder verlangende Zeilen hat einfließen lassen und die eine Karte in den Rang der Einmaligkeit erheben. Da weckt eine verwaschene Handschrift, da wecken die Haarstriche einer fremd gewordenen deutschen Schrift unsere Neugier. Ein Bliek auf den Poststempel hilft bei der Datierung, die bei alten Bildern so oft Kopfzerbrechen bereitet.

Zuweilen blickt zwischen den Alltagszeilen ein zeit-

geschichtlicher Hintergrund hervor. Dann wird eine simple Ansichtskarte zur Momentaufnahme vergangener Tage. Eine unserer Karten versetzt beispielsweise in die Zeit, als die Krefelder zum ersten Mal eine elektrische Bahn bestaunen und über die eigens dazu erbaute Rheinbrücke nach Düsseldorf fahren konnten. Welch' ein Ereignis! Aus dem Gruß vom 29. Juni 1899 (86) spricht die Euphorie jener Tage. 'Liebe Eltern! Da ich augenblicklich zufälligerweise zu Hause bin, will ich noch schnell die letzte Karte schreiben, denn gleich fahren wir Rad! Uns geht es allen sehr gut. Wie ich heute Morgen Tennis klöppen ging, sah ich Großpapa u. Großmama sehr fidel in der Elektrischen sitzen, sie wollten eine große Reise nach Düsseldorf unternehmen.'

Solche Bilder stimmen heiter. Unsere kluge Generation ist ja stets bereit, den Fortschrittsstolz der Großväter zu belächeln. Die kleinen lokalen Eitelkeiten, denen die Ansichtskarte eigentlich ihr Dasein verdankt, finden wir amüsant. Umso amüsanter, je übler die Zeit ihnen mitgespielt hat. Als die Karte mit der Dampfstraßenbahn (81) 1902 in den Postzug nach Hannover geworfen wurde, zählte die Lokometive längst zum alten Eisen. Der stolze KaiserFriedrich-Brunnen auf dem Uerdinger Markt (146) wich im Krieg sang- und klanglos einern Bunker. Das Luftschiff Ruthenberg (91) machte auf seiner ersten Fahrt unsanfte Bekanntschaft mit dem Benrader Feld und mußte abgewrackt werden.

Am entschiedensten hebt sich die Ansichtskarte vom Sachfoto ab, wenn sie sich dekorativ gibt. Das wird in

der Jugendstilära beinahe zur Regel. Pathos und Verspieltheit feiern Triumphe. Mit Kirschblüten und Stiefmütterchen, Adlern und Schwalben, Seidenminiaturen und SchriftroJlen sucht sie die Sympathie des Betrachters zu gewinnen. Die Beschäftigung mit dem Zeitkolorit hat kulturgeschichtlichen Reiz, wenn wir auch den um die Jahrhundertwende beliebten Denkmalcollagen (47) wenig Geschmack abgewinnen. Ein Lob dagegen dem Braven, der 1902 die offenbar damals schon im Schwange gewesene Sentenz 'in Crefeld ist nichts los' in köstlicher Selbstironie illustrierte (80)!

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Die folgenden Blätter laden zu einem Spaziergang durch das Krefeld von Anno dazumal ein. Treffpunkt sei die Germania auf dem Friedrichsplatz! Von dort bummeln wir über die Hochstraße, den Ostwall, durch die Weststadt, zur Rheinstraße und an den Rhein, zum Bismarckviertel und über Hüls, den Forstwald und Uerdingen rund um die Stadt. Hier und da belebt eine Kutsche, ein Botenfuhrwerk, eine Hundekarre das Straßenbild ; sonst ist die Stadt eine einzige Fußgängerzone. Automobile, soweit es solche gibt, dürfen nicht schneller als zwölf Stundenkilometer fahren. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Im Forstwald können Familien Kaffee kochen, bei den Fallschirmabstürzen der Miß Polly läßt sich das Thiergartenpublikum eine Gänsehaut über den Rücken laufen.

Die älteste Karte unserer Kollektion stammt aus der Zeit, als im Hülser Bruch eine Quelle aus der Erde sprudelte. Das war im Jahre 1891. Der Geburtstag der Ansichtskarte liegt freilich anderthalb Jahrzehnte weiter zurück. Postkarten - zunächst hießen sie Korrespondenzkarten - kommen in Deutschland 1870 in Gebrauch. Sie erregen in der ganzen Welt Aufrnerksamkeit. Während des deutsch-französischen Krieges versieht eine Druckerei in Oldenburg eine Postkarte mit dem Bild eines Kanoniers. Als 1875 eine Serie von fünfundzwanzig Bildpostkarten erscheint, hat die Stunde der Ansichtskartenindustrie geschlagen.

Es schien, als ob die Menschen auf das neue Medium gewartet hätten. In wenigen Jahren schwoll die Bildkartenkorrespondenz zu einer Lawine an. Über das Bedenken, persönliche Zeilen aller Welt anzuvertrauen, hatte man sich schnell weggesetzt. Man schickte Grüße, teilte sich Glück und Liebe mit oder schrieb auch nur her und hin, weil es Mode war, Ansichtskarten zu sammeln. Als die Belle Epoque zu Ende ging, geriet das Ansichtskartenalbum in Vergessenheit. Es dauerte lange, bis der Reiz alter Ansichtskarten wieder entdeckt wurde. Unsere Sammlung zeigt, welchen Platz sie in der Tradition einer Stadt verdienen. Schade, wenn solche Karten in Schubladen und Zigarrenkisten vergammeln und vergessen würden! Verlag und Verfasser würden sich über jede Karte freuen, die dazu beitrüge, diesen Band zu ergänzen.

Ernst Köppen

1. Die alte Germania! Sechsundsechzig Jahre blickte sie, 1875 als Kriegerdenkmal aus der Taufe gehoben, später als Symbol des Kaiserreichs verstanden, vom Friedrichsplatz stadtwärts. In geruhsamer Zeit führten alle vom Nordbezirk kommenden Wege an der Dame vorbei, und rundum war reichlich Platz für Schwatz und Kinderspiel. 1941 verschwand das von dem Berliner Bildhauer Heinrich Walger geschaffene Standbild im Schmelztiegel des Krieges.

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2. Das 177 5 erbaute Scheiblersche Haus Friedrichsplatz galt zur damaligen Zeit als der stattlichste Bau des Krefelder Seidenadels. Als das Haus kaum fertig war, ließ der Hausherr in Verdingen einen vierzehn Fuß langen Nachen zimmern, an einem kranartigen Balken hochwinden und durch eines der runden Giebelfenster auf den Speicher bringen. Als frommer Mennonit war er des Glaubens, wer seine Geschäfte klug und redlich betriebe, den segne der Herr. Mußte da nicht die Vorsorge für eine zweite Sintflut ein Gott wohlgefälliges Werk sein?

3. Tür des zweifenstrigen Weberhauses Klosterstraße 36, erbaut 1738, zerstört 1943. Ruhe und bescheidene Zurückhaltung waren die Merkmale dieser bei der dritten Stadterweiterung enstandenen Reihenhäuser. Ähnliche Vornehmheit findet man nur noch in den Niederlanden. Holländischen Ursprungs ist auch die sogenannte Plaudertür, deren oberer Teil nach innen geöffnet wurde. Naturalistische Blattformen, Rosetten und zierliche Sprosseneinteilung belebten die Oberlichter.

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4. Die Friedrichstraße im Jahre 1903. Links die funkelnagelneue Markthalle, wo die Hausfrauen seit dem 1. September 1900 einkauften: den Kaffee zu 75 Pferinig, ein Schwarzbrot 24 Pfennig, das Dutzend Heringe 50 Pfennig, Seit 1856 hatte hier das Kaiserliche Postamt gestanden. 1m dem Eckhause rechts führte Louis Beltz von 1885 bis 1913 ein angesehenes Hotel. An der Fassade kündete eine Tafel, daß Friedrich Il. dort 1763 bei der Familie Von der Leyen zu Gast war. 1913 wich das Haus einem Neubau des Viersener Kommerzienrats Kaiser.

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5. Die Friedrichstraße vor dem ersten Weltkrieg, mit Bliek zum Friedrichsp1atz. Rechts in dem Eckhaus hatte sich 1910 das Modegeschäft Spiro niedergelassen. Das stattliche Gebäude jenseits der St.-Anton-Straße entstand nach Plänen des Architekten Overlack. Hier eröffnete Leonhard Tietz 1905 ein Warenhaus, das später den Namen Kaufhof annahm.

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6. In dem Glaspalast rechts im Bild gründeten die Gebrüder Kaufmann 1903 an Stelle des niedergelegten Hauses 'In den Ketten' ein Konfektionshaus. In den Ketten hatten einst die Brüder Von der Leyen gewohnt, die den Weltruf der Krefelder Seidenindustrie begründeten, Zu den erlauchten Besuchern des Hauses zählten Napoleon und der nachmalige Kaiser Wilhelm I.

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7. So beschaulich sah der Schwanenmarkt 1910 aus. In dem Fünffensterhaus kam Wilhelm Deuß, Stifter des Stadtwalds, als Sohn eines Bäckers und Schankwirts zur Welt. An der Ecke der Hochstraße stellte J. Lion Jaquets, Blousen und Costüme aus. Bei Kriegsbeginn ließ Jakob Dhein die rechts im Bild sichtbaren Baulichkeiten abreißen, um dort ein ob seiner Stattlichkeit damals vielbestauntes Bekleidungshaus zu bauen. Der Brunnen kam 1905 auf den Platz.

8. Maler und Zeichner haben den Krefelder Markt oft als Idyll dargestellt. Mit Recht. Hier pulsierte einst das bürgerliche Leben, hier residierte die Obrigkeit, hier stand das älteste Gotteshaus. Auf den Weehen- und Jahrmärkten machten Neuigkeiten und Klatsch die Runde, und wenn ein Spielmann die Sackpfeife ertönen ließ, tanzte jung und alt den Reigen um eine alte Pumpe herum. Seinen Namen verdankt der Markt - der zeitweilig auch Buttermarkt hieß einem die Pumpe krönenden Schwan aus Eisenblech.

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