Kreuzau in alten Ansichten

Kreuzau in alten Ansichten

Auteur
:   Stefanie Enge-Schwer und Toni Lenertz
Gemeente
:   Kreuzau
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1717-3
Pagina's
:   104
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kreuzau in alten Ansichten'

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van

Stefanie Enge-Schwer und

Toni Lenertz

Europäische Bibliothek - Zaltbommel/Niederlande MCMLXXIX

Dieses Buch ist in Zusammenarbeit von Stefanie Enge-Schwer und Toni Lenertz entstanden. Die Fotos entstammen der Sammlung von Toni Lenertz.

QUELLENANGABE:

Festschrift '25 Jahre Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Kreuzau'. G. Küpper, 'Arntsbezirk Kreuzau'.

Festschrift '50 Jahre Sängerbund Winden'.

Festschrift' 50 Jahre Marianische Schützengesellschaft Langenbroich/Bergheim'. Geschichtsverein Düren, 'Geschichtsblätter' Nummer 25.

Festschrift '50 Jahre Verein für Volks- und Jugendspiele Winden'.

Bildatlas der Kreissparkasse Düren 'Das Dürener Land'.

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ISBNlO: 90 288 1717 4 ISBN13:97890288l7173

© 1979 Europäische Bibliothek - Zaltbommel/Niederlande © 2009 Neuauflage

Europäische Bibliothek Postfach 49

NL - 5300 AA Zaltbommel/Niederlande Telefon: 0031418 513144

Telefax: 0031418515515

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VORWORT

Die nördlichen Ausläufer der rauhen und urtümlichen Eifellandschaft als Hintergrund, die Rur als Lebensader, ihre Nebentäler als Sammelplätze des Wohnens und Werkens der Menschen aller Epochen, die zentrale Lage im oberen Rurtal und nicht zuletzt sein stetig aufstrebendes und fleißiges Gewerbeleben haben Kreuzau zu einem Schwerpunkt des Dürener Landes werden lassen. Archäologische Funde haben bewiesen, daß nicht nur zur Jungsteinzeit (3000-1800 vor Christus) Menschen hier gelebt und gearbeitet haben, ein besonders schönes Exemplar eines Faustkeilblattes deutet sogar auf die Existenz menschlicher Lebewesen vor fast 60000 Jahren in dieser Gegend hin. Unter kelto-romanischer Besiedlung entwickelte sich ein lebhafter Bleibergbau um Kreuzau herum, den die Römer fortsetzten und nun ihrerseits eine einträgliche Suche_nach Blei, Kupferund Eisen betrieben.

trieben.

Links von der Rur, wahrscheinlich in unmittelbarer Nähe der später errichteten Burg, befand sich eine alte Römerstraße, deren Reste südlich von Kreuzau

freigelegt wurden, ebenso eine Wasserleitung, die von den östlichen Höhen ins Rurtal führte. Die den Römern nachfolgenden Franken übernahmen das Wissen um die Hebung der mineralischen Bodenschätze in Kreuzau, das zu jener Zeit mit seiner Burg als 'hoff van Auwe' erwähnt wird und zum Bannforst der karolingischen Pfalz Düren gehörte. Der uralte Name 'Auwe' bezeichnete wohl das 'Land am Wasser' und soll, so wird erzählt, in Kreuzau umbenannt worden sein, als das Dorf eine Kreuzreliquie bekam. 1250 wird die Pfarrei zum ersten Mal im 'Liber valoris' als dem Heiligen Kreuz geweiht genannt.

Nach der fränkischen Herrschaft fiel ein großer Teil des Dürener Landes nach und nach an die Grafen von Jülich, Seit dem Mittelalter - und mit Unterbrechungen bis in das vergangene Jahrhundert hinein - wurde das wachsende Kreuzau ein Hauptplatz des Bergbauund Hüttenwesens. Lange Zeit kam das Edelmetall für die Münzen des Landesherren aus der besonderen Ruf genießenden Silberscheide von Kreuzau, und das Metall der Bleihütte, die im heutigen Friedenau stand,

wurde sogar per Rheinschiff bis Straßburg und Basel zur anderen Seite nach Holland gebracht.

Neben dem lebhaften Abbau von Blei, Kupfer und Eisen, der aus der Vorzeit bis in dieses Jahrhundert hinein weitgehend die Wirtschaftskraft des Gebietes bestimmte, zählte auch ein gut florierender Weinbau an den Hängen des Rurtales, der ebenfalls bis in unser Jahrhundert reichte, zu den wirtschaftlich bestimmenden Faktoren, zumindest früherer Zeiten. Doch der Aufschwung der Papierindustrie, die das klare, kalkarme Wasser der Rur nicht nur als Energiequelle nutzte, sondern vor allem als Produktionsmittel einsetzte und zu einer vielfach spezialisierten Feinpapierherstellung führte, überlagerte allmählich die Bedeutung des Weinanbaus. Mit der Entstehung der ersten Papiermühleim 17. Jahrhundert wurde der Grundstein für ein Papiermacherdorf gelegt, das sich in der Neuzeit zu einer Papierfabrikation mit Weltbedeutung entwickeln sollte. Zusammen mit den übrigen Betrieben des Dürener Landes gehören die Kreuzauer Papierfabriken zum europäischen Zentrum der Feinpapierherstellung.

Als erster Kreuzauer 'papermecher' wird am 30. März 1666 ein Hans Klein genannt, und mit der Erwähnung des Papiermüllers Michael Strepp 1734 ist die Familie Strepp als die älteste Kreuzauer Papiermacherfamilie anzusehen. Andere Papierfabriken entwiekelten sich später aus den ehemaligen Mehl- und Ölmühlen der Gegend.

Heute bildet Kreuzau nicht nur im Hinblick auf die Verwaltung den Mittelpunkt für weitere neun Dörfer. Wenn auch traditionsbewußt, spiegelt der Ort mit seinem regen gewerblichen Leben, seiner Anziehungskraft für immer mehrMenschen, seiner über den Ort hinauswirkenden Kultur- und Vereinstätigkeit, seinen Schul-, Sport- und Verwaltungskonzentrationen eine eher städtisch orientierte Lebensart. Es ist durchaus anzunehmen, daß die heute 14 244 Einwohner zählende Gemeinde sich ihrer Bedeutung im Dürener Raum bewußt ist.

Stefanie Enge-Schwer

EINLEITUNG

Es milssen die Alten, was alt und gut erhalten, auf daß wer jung, wenn alt, was gut und alt erhalt.

Dieser Spruch, den ich irgendwann, irgendwo an einem alten Haus las, veranlaßte mich schon vor Jahren, alte Fotos und Ansichtskarten meiner Heimat zu sammeln. Darum freue ich mich über den Auftrag der Europäischen Bibliothek zur Herausgabe dieses Buches. Gibt es mir doch Gelegenheit, wenigstens einen Teil meines Archivs einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Aber auch eine Möglichkeit, Erinnerungen wachzurufen an die sogenannte 'gute alte Zeit', von der man im Karnevalsschlager singt: 'Och, wat war dat fröher schön!'

Gewiß hatte diese Zeit vor und nach der Jahrhundertwende ihre guten Seiten, doch sollte man nicht ver-

gessen, daß sie für viele Menschen auch eine Zeit der Entbehrungen, der Arbeitslosigkeit bei einem uns heute unverständlichen, überreichen Kindersegen war. Wie oft wußte die Mutter nicht, wornit sie die vielen hungrigen Mäuler stopfen sollte. Ich selbst erinnere mich noch, daß man statt Butter gekochte Kartoffeln aufs Brot strich. Wieviele Frauen klopften an Weiberfastnacht unter der schützenden Maske, den 'Rornmelpott' in der Hand, an die Türen der Reicheren und sangen: 'He wonnt en jot Möhn, die jet en de Kamme, on mat os jet zesamme. E Stöckelche Wuesch, e Stöckelche Fleesch, on wat de leve jott noch weeß.' Daß dieser Zeit aber, trotz der vielen schlechten Seiten, auch heute noch nachgetrauert wird, spricht für sie. Gewiß war man damals zufriedener, vermutlich auch glücklicher und vor allem nicht so gehetzt wie zu unserer Zeit. Mögen deshalb die Bilder dieses Buches die Gegenwart etwas in den Hintergrund

drängen, ohne dadurch nostalgische Emotionen auszulösen.

Bedauerlich ist, daß einzelne Ort steile der Gemeinde Kreuzau unterrepräsentiert, ja teilweise unerwähnt bleiben. Dies ist keinesfalls beabsichtigt, sondern es fehlen mir hiervon, trotz intensiven Bemühens, die entsprechenden Bilder. Auch hätte ich gerne die alten Berufszweige und Tätigkeiten mehr ins Bild gebracht. Mir fehlen Fotos vom Stellmacher oder vom Hufschmied, der gerade ein Pferd beschlägt, Bilder von Dorfbacköfen, zu denen man 'Tate on BTUde zorn avbacke drog' und von Hausschlachtungen hätte ich ebenso gerne gezeigt wie zum Beispiel von den vielen bäuerlichen Tätigkeiten. Auch müßte man auf das Holzsammeln im Walde hinweisen, wo man dicke Eichenknüppel 'met de Hipp avhaue dät, on dann als schweia Büede om Kopp na Hus drog'. Dann möchte ich auch auf die vielen damaligen Kinderspiele wie

'Dobbel- on Reefeschmecke on Welsche scheeße' und viele andere hinweisen.

Ja, es gibt noch manches, an das es sich zu erinnern lohnt. Aber der Zweite Weltkrieg hat besonders in unserer Heimat so vieles inwiederbringlich vernichtet. Umsomehr bin ich überrascht, was man noch alles aus Schränken, alten Alben und sogar Schuhkartons hervorkramt.

Zum Schluß möchte ich mich bei allen herzlich bedanken, die mir Bilder und Informationen zur Verfügung stellten, aber auch um Verzeihung bitten, wenn vieles aus Platzmangel nicht veröffentlicht werden kann.

Möge dieses Buch aber trotzdem zu weiterer Erhaltung von Fotos aus der guten alten Zeit anregen.

Toni Lenertz

1. Gesamtaufnahme von Kreuzau vom Richelnberg aus gesehen. Die Teilansichten zeigen das Kriegerdenkmal und die Badeanstalt.

Mein Rurland.

Wo en dem Waldessaume die Rur ins Tal trilf eus, Liegt wie im stillen Traurne mein liebes Vaterhaus! Hier lemt zuerst ich hellen, was treu und recht und wehr: o mög' dich Golf erhelten, mein Rurland immerder.

Ihr Burgen. Berge, Felder. ich grü[)' euch teusendrnel, Ich grüBe euch, ihr Wälder, ihr Bächlein in dem Tal, Mein ganzes Sein und Walten nur dir, 0 Heimat war: o mög' dim Goil erhelten, mein Rurland immerdar.

Die 'jahre sind vergangen, mein Haar werd sdberweiß, :ch kehr rnit bleichen Wangen zurûck, ein rnüder Greis. Doet- aus des Hereens Falten erkllngt's noch wunderbar: o rnög' dich GoH erhelten, mein Rurland immerder.

[os, Schregel,

'"

2. Mein Rurland. Der 1865 in Jülich geborene rheinischc Mundartdichter Josef Schregel, Ehrenbürger der Kreisstadt Düren, beschrieb mit diesen schönen Zeilen die Landschaft an der Rur. Die Rur als beherrschender Fluß der Nordeifel entspringt im Hohen Venn bei Sourbrodt, Kreis Malmedy (Belgien) und mündet bei Roermond (Holland) in die Maas. Dort, wo 'am Waldessaum die Rur ins Tal tritt aus,' liegt Kreuzau, und einige seiner Ortsteile ziehen sich rechts und links entlang des Flusses. Rechts der Rur liegen die Dörfer Kreuzau, Udingen, Schlagstein, Leversbach, Boich, Drove und Stockheim; an der linken Seite die Ortsteile Schneidhausen, Winden, Bergheim, Langenbroich, Bilstein, Bogheim, Untermaubach und Obermaubach.

3. Die Rur vom Richelnberg aus. Die Rur bildet einerseits eine Art Lebensader für die Menschen und Gemeinden an ihren Ufern, andererseits wirkten sich ihre Überschwemmungen vor dem Bau des Stausees oft als verheerende Zerstörung aus, Bis zum Ende des Jahrhunderts befand sich außen am Turm der Pfarrkirche von Kreuzau eine Markierung, die später in das Innere des Turmhauses übertragen wurde und den Hochwasserstand zweier wichtiger Jahre angibt: 'aqua rurales 1724 - 1,78m I 1817 - 1,65m.' Obwohl die Kirche ungefähr vier Meter über dem Wasserstand der Rur erbaut wurde, stand sie in diesen Jahren bis zu 1,78 Metern unter Wasser! Auf dem Foto sind die ehemalige Badeanstalt und die Turnhalle, sowie die alte Brücke zwischen Kreuzau und Winden zu sehen.

4. Bliek auf Kreuzau vom Richelnberg aus. Das weiche Wasser der Rur führte schon frühzeitig zur Gründung einer Reihe von Papierfabriken mit einer Fabrikationsbreite vom Verpackungspapier bis zu hochwertigen und wertvollsten Feinpapieren, deren Export in viele Länder der Erde erfolgt. Einige dieser Fabriken entstanden aus den ehemaligen Mehl- und Ölmühlen, andere aus den alten Kupferscheideanstalten des benachbarten Bergbaus in Leversbach, Langenbroich und Winden. Diese früheste Metallindustrie hatte sich auf der Grundlage von Wasser, Holz und Erzgestein seit der Römerzeit zu bodenständigen Schrnelz- und Verhüttungsanlagen entwickelt. Noch heute legt der Straßennamen 'Im Kupferscheid' Zeugnis davon ab.

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