Kreuzwertheim in alten Ansichten

Kreuzwertheim in alten Ansichten

Auteur
:   Manfred Schneider
Gemeente
:   Kreuzwertheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5315-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Kreuzwertheim in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  >  |  >>

VORWORT

Bei der Suche nach den Ursprüngen Kreuzwertheims stießen Geschichtsforscher auf zahlreiche Bodenfunde, die ein beredtes Zeugnis von der frühen Besiedlung unseres Raumes ablegen, doch fehlen aus jener frühen Epoche jegliche schriftliche Aufzeichnungen. Eine erste Erwähnung Wertheims taucht 779 in den Urkunden des Klosters Fulda auf, und mit hoher Wahrscheinlichkeit ist damit Kreuzwertheim gemeint. 'Werdheim' , so der erste Name unseres Ortes, entwickelte sich zur Urpfarrei des südöstlichen Spessartraumes und erhielt am 22. Oktober 1009 durch König Heinrich Il. das Markrecht. Ein markantes Kreuz auf dem Kirchplatz, um das sich allerlei Sagen ranken und das schließlich zum Wahrzeiehen wurde, erinnert an jene Zeit, in der kirchliche und weltliche Macht aufs engste verflochten waren.

Als Anfang des 13. Jahrhunderts die Grafen von Wertheim auf der anderen Mainseite ihre Burg errichten ließen und sich in ihrem Schutz eine neue Ansiedlung zu entwickeln begann, übernahm sie den Namen 'Wertheim', erhielt 1306 Stadtrechte. Damit geriet das Dorf gegenüber ins Hintertreffen. Die alten Marktprivilegien büßten mehr und mehr an Bedeutung ein.

Unter Kaiser Karl IV. wurde Kreuzwertheim 1362 mit Burg und Stadt böhmisches Lehen, Diese Maßnahme brachte 1368 das Recht, im Ort Münzen schlagen zu lassen. Graf Johannes I. schließlich ließ den Ort mit Mauern, Toren und vier Türrnen befestigen. Zwei davon blieben stehen, in der Pfarrgasse und am Beginn der Lengfurter Straße.

Was uns die Geschichte ansonsten hinterlassen hat, verdient sorgsamsten Schutz, um es nachfolgenden Generationen zu bewahren: die Wehrkirche, das Schloß, das 1594 erbaute prächtige Wohnhaus des Schultheißen Peter Herrschaft, Kreuzwertheim erlebte während seiner langen Geschichte keineswegs nur gute Jahre. Wiederholt wurde der Ort von der Pest heimgesucht. Es folgten Kriege, Brandschatzung, Hungersnöte. Mit Napoleons Teilung der alten Grafschaft büßte der einst wichtigste Handelsplatz zwischen Würzburg und Asehaffenburg viel von seiner einstigen Bedeutung ein.

Erst das Wirtschaftswunder nach dem Krieg bescherte neue Prosperität. Kreuzwertheim wuchs zu einem beachtenswerten Standort klein- und mittelständischer Betriebe heran, weitere sich mit den Siedlungsgebieten 'Gemeindedinger' und 'Laufer' beträchtlich aus. Eingemeindungen ließen die Einwohnerzahl auf fast 4 000 wachsen. Seit 1976 ist es Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft .

Das vcrliegende Büchlein führt in die 'gure alte Zeit' zurück , will aber nicht auf die Pfade der Nostalgie abgleiten. Start dessen möchte es einfach zeigen, was war. Seine Fotos stammen aus der Zeit zwischen 1880 und 1930. Vielfach wird der aufmerksame Betrachter darauf liebenswerte Details wiedererkennen, die erst in den letzten Jahrzehnten einem schier ungebrernsten Fortschrittsglauben als vermeintlich nicht mehr zeitgemäß zum Opfer fielen.

Dank gebührt allen, die mich bei meiner Arbeit unterstützten, vor allern aber jenen Fotografen, die im entscheidenden Augenblick zur Kamera gegriffen haben.

Manfred Schneider

1. Grußkarte aus Kreuzwertheim von 1907. Ein selten schönes Exemplar zeittypischer Grußkarten aus dem Atelier H. Brunnabend u. Co. in Frankfurt/M. Sie dürfte allerdings älter sein, als es das Absendedatum ausweist. Ein Bild mit stilisierter Zusammenschau von Technik und Natur: dampfbetriebene Schiffe auf dem Fluß, die Eisenbahn am 1868 eröffneten Wertheimer Bahnhof, modeme Zeiten.

Wir dürfen annehmen, daß sich Ansichten eines Bahnhofsviertels in unserer Zeit schlecht verkaufen würden. Doch gerade sie demonstrierten im letzten Jahrhundert den verbreiteten Stolz auf technische Errungenschaften, zeigten, daß man dem Fortschritt aufgeschlossen gegenüberstand. Bahnhöfe galten als Prestigeobjekte, manche stachen auch als architektonische Leistung hervor.

Am rechten Bildrand erscheint die 1880-1882 errichtete erste Brücke über den Main, nachdem die Kreuzwertheimer Gemeindevertreter nicht zugelassen hatten, daß der Schienenweg eine direktere Verbindung nach drüben nahm.

Dazu der Bliek in die weite Niederung nördlich des Rainbergs, durch welche einst der Main geflossen ist und wo jetzt die Zubringerstraße zur Autobahn führt. Darunter erscheinen in gesonderter Abbildung die Bierbrauerei und das Gasthaus 'Zum Löwen' von Philipp Lutz in der Junkersgasse sowie das ortsprägende Löwensteinische Schloß.

Allmählich begann das Zeitalter des Tourismus, der durch die modernen Verkehrsmittel eine beträchtliche Förderung erhielt. Damit wurden solche Grußkarten zu beliebten Werbeträgern. Auch in Kreuzwertheim gründete sich ein Verlag: der von Carl Patzig. Mittels der 1852 erfundenen Steindruckschnellpresse war es möglich geworden, Hunderte scharfer Abzüge von solchen Karten zu fertigen. Die Lithografie ermöglichte auch farbige Drucke, sogenannte Chromolithografien, freilich benötigte man dazu der Farbenzahl entsprechend viele Schieferplatten. Erst nach 1890 eroberte sich die Fotografie sehr rasch den Markt der weitverbreiteten Postkarten.

(Lithographie: Sammlung Friedrich Sauer.)

2. Alt-Kreuzwertheim um das Jahr 1880 aus Wertheimer Bliekwinkel. Schon früh entdeckten unsere Vorfahren jenen von Mutter Natur bevorzugten Fleck, auf dem der alte Ortskern Kreuzwertheims liegt. Die günstigste Stelle, sich niederzulassen, fanden die Menschen mit sicherem Gespür und in geschickter Abschätzung des Geländes heraus. Ein solcher Platz mußte vor allem Sicherheit gewähren, durfte andererseits aber nicht allzuweit vorn lebensnotwendigen Naß entfernt sein und sollte ausreichend Nahrung bieten. Zum Flußufer hin durfte man sich vor feindlichen Übergriffen sicher fühlen.

Alles das gewährte jene Terrasse im Innenbogen des Mains gegenüber der Taubermündung, wo Kreuzwertheims erste Häuser errichtet wurden. Auch deshalb lautete der Name unserer aufblühenden Gemeinde anfänglich 'Werdheim' . Er bedeutet soviel wie 'Heimstatt am sicheren Ufer', und das ist der Ort bis heute geblieben. Tatsächlich sind beide Ansiedlungen immer vom Main geprägt gewesen. Mit ihm hat alles begonnen. Frankens Mutterfluß: Er sorgte für Nahrung, gab vielen Generationen Arbeit und Lohn, bestimmte das Wirtschaften und lenkte den Verkehr.

Als Anfang des 13. Jahrhunderts die Grafen von Wertheim auf der anderen Mainseite ein mächtiges Bollwerk errichten ließen und sich in ihrem Schutz eine neue Ansiedlung zu entwickeln begann, übernahm sie die Bezeichnung 'Werdheim'. So finden sich von da ab zur besseren Unterscheidung des älteren Ortes viele Namen, die allesamt auf das Kreuz Bezug nehmen: 'Crucwertheim', 'Heiligen-Creuzeswertheim', 'Ze dem Creucz' , 'Zum Creuz' oder auch schlicht 'Creutz', wie es im Volksmund bis heute üblich ist.

Wo jetzt die Gebäude der Spessart-Brauerei das Ufer säumen und das Ortsbild über dem Main prägen, breiten sich kleinere Fachwerkhäuser, Scheunen, dazwischen Höfe mit Bäumen aus. Hohe Sandsteinplatten, wie sie damals anstelle hölzerner Zäune viele Grundstücke des Dorfes säumten, grenzen zum fürstlichen Gattengrund hin ab. Der südöstliche Schloßgiebel zeigt noch ein einfacheres Gesicht. Um 1896 wurde er mit dem übrigen Dach umgestaltet,

Dieses Foto gab die Vorlage zum vermutlich einzigen Holzstich mit einer Einzeldarstellung Kreuzwertheims. Die 'Deutsche Illustrierte Zeitung' brachte ihn im 66. Band unter dem Titel 'Über Land und Meer' zusammen mit Ansichten Homburgs, Stadtprozeltens und Mespelbrunns.

(Bild: Sammlung Geschichts- und Heimatverein Kreuzwertheim. )

3. Bliek von der Burg Wertheim auf Kreuzwertheim um 1885. Der Main, Quertreiber unter den deutschen Flüssen, scheint wie kein anderer Schwierigkeiten zu haben, seinen Wassern einen Weg ins Meer zu suchen. Am Südostrand des Spessarts zeichnet er wahre Schlangenlinien auf die Landkarte. Vor der Barriere des Odenwaldes beugt er das Knie.

Kreuzwertheim hat dies zu nutzen gewußt und sich im ehemaligen Flußbett eines früheren Mainbogens einen günstigen Platz ausgesucht. So wundert es nicht, wenn man häufig seinen Namen mit dem des Flusses verbindet: Kreuzwertheim am Main. Oder wie die Alteingesessenen sagen: 'Kreüz oam Moa.'

Als südlichster Vorposten des Landkreises Main-Spessart liegt der altehrwürdige Ort gegenüber der Taubermündung, dort, wo sich die Ausläufer von Spessart und Odenwald in den Wassern des Mains spiegeln, wo Bayern und Baden sich die Hand reichen.

Am linken Flußufer erstreckt sich als langgezogenes Straßendorf Bestenheid, das inzwischen bis auf wenige vereinzelte Häuser fast vollständig abgerissen worden ist. Heute hat der nach Kriegsende aus dem Boden gestampfte Wertheimer Stadtteil mit dem großen Industriegebiet seinen Namen übernommen. Unter den waldbestandenen Anhöhen in Haslocher Richtung blieken ausgedehnte Weinberge in die Niederung herab. Inzwischen sind sie allesamt aufgelassen, Hecken und Buschwerk haben die alten Wingerte zurückerobert. Das Bild ist vielleicht das älteste fotografische Zeugnis mit der Gesamtansicht Kreuzwertheims. Der Ort beschränkt sich noch fast auf die ursprüngliche Siedlungsfläche innerhalb der spätmittelalterlichen Urnmauerung und ihrer vier Ecktürme. Nur nach rechts, in nordöstlicher Richtung, hat man sich zur 'Neugasse' hin ausgedehnt.

Die Junkersgasse zum Main hinunter ist noch beidseitig von Häusern gesäumt. Beim Fährplatz steht eine Steinhauerhütte der Firma Umscheid und Brand. Einst war dieses Gewerbe in Kreuzwertheim und Umgebung weitverbreitet. Man verarbeitete den hierzulande anliegenden Rotsandstein und brachte ihn auf dem Wasserweg mainabwärts in die großen Städte. Aber mit dem alten Handwerk ist es vorbei. Am 7. Januar 1980 verstarb der einheimische Steinbildhauer Konrad Schwarz als letzter seiner Zunft.

(Foto: Archiv Hans Wehnert.)

4. Grußkarte von Kreuzwertheim um 1900. Eine Postkarte, wie sie zur Jahrhundertwende allerorten zu finden war. Man wollte möglichst viele 'dekorative' Ansichten eines Ortes unterbringen, also teilte man die Karte auf, verzierte die einzelnen Bildehen mit Blumen, Blattwerk und allerlei Ranken. Die Epoche des Jugendstils, etwa von 1895 bis 1905, liebte solche schwungvollen Ornamentformen.

Außer seiner schonen Lage und dern prächtigen Schloß hatte Kreuzwertheim, das verschlafene Dorf, damals nicht viel zu bieten. So kamen das Gasthaus 'Zum Löwen' und die Gartenwirtschaft beim Eis- und Lagerkeller der Brauerei Lutz am Kaffelstein zur Abbildung. Bemerkenswert vielleicht noch dies: Die Ansichtskarte erschien bei dem Kreuzwertheimer Verlag Patzig!

Der Ort wurde nach 1880 AnlaufsteIle mehrerer Wanderfotografen, so z.B. von C. Braendlein aus Schweinfurt oder dem Würzburger Carl Patzig. Er lud bereits im Juni 1883 zu 'Aufnahmen bei jeder Witterung' in den fürstlichen Schloßhof und zu Ostern 1884 in den 'Löwenwirts-Garten' beim heutigen PhilippGünzelmann- Weg ein.

Als die Fotografie ihren Anfang nahm, traf man immer wieder auf das Phänomen, daß es häufig gar keine gelernten Fotografen waren, die sich mit der Herstellung solcher Grußkarten ihr Geld verdienten. Oft kamen sie aus ganz anderen Berufszweigen, sahen als Autodidakten jedoch in den neuen technischen Möglichkeiten eine willkommene Gelegenheit, sich ein Zubrot zu verschaffen. So ist bekannt, daß der Tanzlehrer Ludwig Pahl mit dieser 'Neuen Kunst' ins Geschäft kam. Ähnlich der gelernte Steinmetz und Bildhauer Bernhard Wehnert (1894 bis 1929), dessen Nachfahren jetzt in vierter Generation ein Wertheimer Fotofachgeschäft betreiben. Von ihm stammen einige der in diesem Buch aufgenommenen Bilder.

(Foto: Sammlung Manfred Schneider.)

rus s aus Kreuz-Werlhelmr

fl /1.;11 /l

5. Gesamtansicht von Kreuzwertheim um 1906. Von Carl Zuckmayer stammen die Worte: Der Main hat seinen eigenen Zug, seinen eigenen Lebensweg, seine eigene Geschichte ... er trägt seine eigenen Schiffe und treibt seinen eigenen Wein. Aber anders als der Neekar oder die Lahn, die Ahr oder die Nahe, anders selbst als die länderverbindende Mosel, zieht er auch seine eigene Grenze - eine Schicksals- und Wesensgrenze im deutschen Land, die man 'die Mainlinie' nennt.

Quasi mit einem Federstrich hatte der vermeintliche Welteneroberer Napoleon im Jahr 1806 die frühere Grafschaft Wertheim getrennt. Den südlichen Teil schlug er Baden zu, den nördlichen machte er fürstprimatisch. Zwischen Bettingen und Preudenberg sollte die Grenze genau in der Flußmitte verlaufen. und dort liegt sie heute noch.

Anfangs trugen die seit dem 28. Juni 1814 bayerischen Grafschaftier spessartgrüne Röcke mit blitzenden Knöpfen. Das trug ihnen den Spottnamen 'Laubfrösche' ein, hinter denen die Gassenbuben herliefen und 'quack, quack' riefen. Die protestantischen Badener hingegen schlossen ihr Gewand mit bescheideneren Holzknöpfen. Die neue Herrschaft des zweigeteilten Wertheimer Kleinstaates vertrug sich nicht so recht und machte sich, wo immer sich die Möglichkeit bot, das Leben schwer. Gott bewahre, beschied der bayerische Regent, als sein badischer Amtskollege vorschlug, die kaputten Straßen zwischen beiden Ländern auszubessern, mit den Badenern wolle man lieber nichts zu tun haben, da sei der Himmel vor!

Schlimm genug, wenn schon die Schiffer Klage führten, daß in der Fahrrinne des Mains ein Felsen lag, der die Kähne leckschlagen ließ und deshalb beseitigt werden sollte. Doch von wem?

Als dem Gemündener Schiffsmann Brönner ausgerechnet ein mit Gyps beladenes Schiff zwischen Kreuzwertheim und Haßloch auf einen im Fahrwasser liegenden großen Stein gerieth und leek wurde, ergab sich zuvörderst das Problem, welche Regierung für dessen Beseitigung zahlen sollte. Schließlich erhielt die Kgl. Bauinspection Asehaffenburg ... den Auftrag an Ort und Stelle den Thatbestand zu constatiren, im Falle der fragI. Stein. auf bayr. Gebiete sich befindet, solle man denselben à canto des Wasserbau-Unterhaltungs-Etats sogleich herausnehmen lassen, im Gegenfalle aber Anzeige erstatten, um mil der großherzoglieh badischen Regierung desfalls communizieren zu konnen.

Dreißig Jahre nach Napoleons Grenzziehung war der Mißstand noch immer nicht beseitigt, so daß auch das Schiff eines Hafenlohrer Handelsmanns an fraglichem Stein leckschlug.

(Foto: Archiv Hans Wehnert.)

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek