Kösching in alten Ansichten Band 2

Kösching in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rudolf Winterstein
Gemeente
:   Kösching
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3368-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kösching in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Der Band 'Kösching in alten Ansichten', der 1985 erschien, hat viel Freude ausgelöst. Bei Familienfeiern, Klassentreffen und an Stammtischen bietet das Büchlein ausgiebig Gesprächsstoff. Die älteren Bürgerinnen und Bürger des Marktes nehmen es in einsamen Stunden gerne zur Hand, um sich beim Betrachten der Bilder an die Jugendzeit zu erinnern, und viele zeigen plötzlich Interesse an der Vergangenheit ihres Heimatortes. Heimatvertriebenen und Zugezogenen wurde durch dieses Buch der Markt Kösching noch mehr zur Heimat. Es wurde zu einem beliebten Geschenkartikel für alle Köschinger und deren Freunde, die irgendwo in Deutschland oder weit entfernt von der Heimat wohnen. Über 'Kösching in alten Ansichten' freuen sich Auswanderer in USA, Kanada und Australien.

Vielfach wird gewünscht, 'Kösching in alten Ansichten'

fortzusetzen. Zahlreiche Familien haben ihre alten Bilderschätze unter die Lupe genommen und dabei neue interessante Entdeckungen gemacht. Der 2. Band will diese nun der Öffentlichkeit vorstellen. Allen, die die Herausgabe dieses Büchleins ermöglicht haben, sei herzlich gedankt.

Zur Geschichte des Marktes Kösching:

Auf dem Boden des heutigen Kösching bauten die Römer im Jahre 80 nach Christus das Kastell Germanicum. Zahlreiche Funde sind Zeuge dieser römischen Vergangenheit. Das Jahr 242 gilt als Ende dieses Kastells. Die Neugründung des Ortes geht auf das 6. Jahrhundert zurück. 942 entsteht hier eine Pfarrei. 1021 erfolgt die erste Nennung als Cheskingen. Ab 1293 gehört Kösching den Wittelsbachern, 1366 erhebt Herzog Stephan 11. den Ort zum Markt. 1420 wird Kösching unter Ludwig dem Bärtigen mit Wall und Graben umgeben. 1717 bauen die Köschinger ihre herrliche Barockkirche. Schwere Zeiten erlebt der Markt im Dreißigjährigen Krieg und in den Napoleonischen Kriegen.

1818 erfolgt noch einmal eine Aufwertung durch Einfüh-

rung einer Magistratsverfassung. Ein Magistrat wird gewählt, der aus Bürgermeister, Marktschreiber und sechs Magistratsräten, meist wohlhabenden Marktbewohnern, besteht. Dazu kommen die Gemeindebevollmächtigten, bei denen in der Regel das bäuerliche Element die Mehrheit besitzt. Chronist Ferdinand Ott nennt die Zeit von 1818 bis 1867 die 'gute alte Zeit des Marktes'. Der Wohlstand wächst, Handel und Handwerk blühen. Die Zahl der Jahrmärkte wächst von zwei auf fünf. Es gibt den Lichtmeß-, Fasten-, Peters-, Ernte- und Kathreinmarkt und 14 Rindvieh- und Schweinemärkte. Mit 1 320 Einwohnern ist Kösching 1840 die weitaus größte von 41 Gemeinden des Bezirksamts Ingolstadt. 1868 drängen die Arbeiter auf Mitbestimmung im Marktrat. Nach stürmischen Versammlungen wird die Marktverfassung abgeändert. Der Markt tritt in die Reihe der Landgemeinden zurück.

Eine zweite Blütezeit erfährt Kösching nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Einwohnerzahl steigt zwischen 1939 und 1946 von 2 500 auf 3 467 an, in der Folgezeit aber nur langsam. Daher fällt es verhältnismäßig leicht, die rund tausend Heimatvertriebenen und sonstigen Neubürger zu integrieren. Der Markt verfügt jetzt über alle Einrichtungen, die zu einem Kleinzentrum gehören. Zahlreiche Vereine bieten alle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Handel und Handwerk erleben einen großen Aufschwung, der Anteil der bäuerlichen Bevölkerung geht allerdings zurück.

Seit der Gebietsreform 1972 gehört die Gemeinde zum Landkreis Eichstätt. Durch die Eingemeindung von Kasing und Bettbrunn ist die Einwohnerzahl auf 5 800 angestiegen. Kösching ist damit die fünftgrößte von dreißig Gemeinden des Kreises. Immer öfter hört man wieder das Sprichwort aus der guten alten Zeit 'Wenn einer vom Himmel fällt, muß er (zum Ersatz dafür) auf Kösching fallen'. Und wie sagt Willi Stöhr in seinem Gedicht über Kösching?

Mir san koa Stod, san nur a Markt, mir san net groß und a ned kloa.

Es kennt a jeda jedn no in unsrer schöna altn Gmoa.

Do hods de Keltn scho guat gfoin und a de Römer warn gern bliem, und wer nach Kösching kemma wui, der is gem gseng ...

Noch ein persönliches Wort des Autors: leh wünsche allen, die dieses Büchlein zur Hand nehmen, daß sie sich darüber freuen. Möge ihnen dadurch unser schönes Kösching noch mehr zur Heimat werden.

Ihr Rudolf Winterstein Heimatpfleger und Ehrenbürger des Marktes Kösching

1. Köschinger Westeingang um 1900. Diese Karte schrieb am 27. Oktober 1906 die 'Lodenmaria' , eine Ingolstädter Wirtstochter und später als 'Winklertante' bekannt, an den Königlichen Gendarm Johann WinkIer in Berchtesgaden, den sie 1907 heiratete. 1920 wurde Win kIer 'Polizeichef' von Kösching, er blieb es bis zu seiner Pensionierung 1933. Die Familie wohnte im Polizeigebäude gegenüber dem Pfarrhof, jetzt Kast!. Noch Ende der fünfziger Jahre zeigte sich der westliche Ortseingang so wie hier im Bild. Das alte Feuerwehrgerätehaus und das alte 'Schimmerhaus' engten die Straße ein. Bis 1877 stand hier das 'Obere Tor'. Vor dem Bau der Knabenschule (großes Gebäude links) wurde das Tor abgebrochen.

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2. Koschlnger Marktplatz vor 1900. Das dominierende Haus am Marktplatz - seit 1957 wieder Rathaus wie vor 1813 - war damals im Besitz des Metzgermeisters und Gastwirts Rigler. Der Bliek auf die Kirche wurde verstellt durch die beiden hohen Gebäulichkeiten beim Eingang zum Kirchhof. Es handelt sich um die Schlachtbänke der Metzger. Als die Gemeinde um deren Besitzrechte einen Prozeß verloren hatte, sollen diese zum Trotz so hoch gebaut worden sein. 1906, nachdem das Riglersche Anwesen mit Martin Schlagenhaufer einen neuen Besitzer bekommen hatte, wurden die dazugehörigen Schlachthäuser von der Gemeinde gekauft und abgebrochen. Im Guislhaus, dem Gebäude mit dem geschwungenen Giebel, war bis 1910 die Königliche Post untergebracht.

3. Kosching um 1915. Der Postbote Daßberger schrieb diese Karte 1915 dem Landwehrmann Xaver Heindl an die Front. Die obere Ansicht zeigt gegenüber dem Bild auf der vorhergehenden Seite schon den neubarocken Schweifgiebel des heutigen Rathauses. Nach einem Brand im Jahre 1910 war die Fassade in dieser Form errichtet worden. Die Schlachthäuser am Eingang zum Kirchhof stehen nicht mehr. Auf den anderen Bildern ist die Untere Marktstraße aus beiden Richtungen zu sehen. Ein Vergleich mit dem heutigen Stand macht deutlich, welch große Veränderungen sich vor allem an dieser Straße vollzogen haben. Unverändert blieb der Rablbauernhof mit seinen beiden Ecktürmchen, einer der drei ehemaligen Edelsitze.

}{ösching.

4. Spuren aus der Römerzeit im 'Gemäuret', Nachdem Bauern beim Ackern am Grundstück ZieglmeierIHartl immer wieder auf Mauerreste stießen, wurden ab 1890 bei Grabungen unter Leitung von Gymnasialprofessor Fink in geringer Tiefe umfangreiche Gebäudereste entdeckt. Sie gehörten zu einem großen Komplex, der an die dreißig Räume erkennen ließ. Es dürfte sich um die Villa des römischen Kommandanten mit einer Badeanlage aus der Zeit des Kastells 'Germanieum' handeln. Einige Bodenplatten und Heizrohre von diesen Ausgrabungen (Bild) befinden sich im Köschinger Museum. 1975 stieß Michael Hart! beim Bau seines Hauses in 70 cm Tiefe auf einen ganzen Strang von Heizrohren, und bei Gartenarbeiten trifft er immer wieder auf Spuren der Römerzeit.

5. Iosef Maier sammelte Köschinger Vergangenheit. Die Köschinger Lehrer haben es leicht, die Kinder über die römische Vergangenheit des Ortes zu unterrichten. In der Schule befindet sich ein kleines Heimatmuseum mit Funden aus der Römerzeit: Vorratskrüge für Öl und Wein, Schüsseln, Reibschalen, Teller, ÖIlämpchen, Urnen, römische Dachziegel und Heizrohre, Gesammelt hat all das der Maurer Josef Maier. Sein ganzes Leben lang suchte er bei jeder Baustelle nach Spuren der Vergangenheit. Die gefundenen Scherben setzte er in mühsamer Arbeit zusammen. 1956 übergab der 'Gschwüller Sepp' seine 'Schützlinge' der Gemeinde. Josef Maier wurde der erste Ehrenbürger nach dem Zweiten Weltkrieg, Eine Straße in der Schwärz trägt seinen Namen.

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6. Chronist Ferdinand Ott. Von Jugend an hat Ott die geschichtlichen Merkwürdigkeiten seines Heimatortes mit Verständnis und Erfolg gesammelt. 1916 schrieb er in doppelter Ausfertigung die 'Geschichte von Kösching' , mit vielen Zeichnungen illustriert. Eine Ausfertigung übergab er dem Stadtarchiv, die zweite dem Pfarramt in Kösching. Es ist erstaunlich, mit welch sicherem Bliek dieser schlichte Mann das kulturgeschichtlich und soziologisch Wichtige aus der Fülle der Erscheinungen festgehalten hat. Zahlreiche historische Funde hat er vor der Verschleuderung bewahrt. Er wohnte in der 'Froschau' , die jetzt den Namen 'Ottstraße' trägt. Otts schmiedeeisernes Grabmal steht in der Friedhofskapelle .

7. Waldarbeit im Köschinger Forst vor dem Ersten Weltkrieg. Hacken und Sägen mit Dreieckszahnungen waren die einzigen Werkzeuge zum Holzfällen. Eine Kulturarbeiterin schaffte bei der damaligen Loch-Hügel-Pflanzung pro Tag höchstens einhundert Pflanzungen. Bei der jetzigen Winkelpflanzung wird die zehnfache Leistung erreicht. Von den Frauen wurden auch die Pflanzgärten betreut. Daraus erklärt sich die große Zahl der eingesetzten Kräfte. Die Aufsicht über die 12 Holzarbeiter und 23 Frauen führte der Förster August Strauß (rechts), später Ehemann der Ledererbauer Maria. Das Mädchen (5. von rechts) ist die Bergmeier Lina, Jahrgang 1892. 1985 arbeiteten im Köschinger Forstbezirk nur noch sechs Waldfacharbeiter mit modernen Maschinen und Geräten.

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8. 'Kinderbewahranstalt' 1904 im alten Kloster. Die Badermüllerin Theresia Liepold strahlte, als sie auf diesem Bild ihren späteren Ehemann Alois Liepold (hinten, S. von links) erkannte. Sie entdeckte auch Ludwig Schöner (links von ihm), Ludwig Sailer (11.), vorn rechts neben dem 'Hutschergai' die drei Beckerhansl- Töchter Walburga, Maria und Balbina, sowie Maria Hierdegen (2. links vom Pferderl). Die 66 Mädchen und Buben der Jahrgänge 1899 bis 1902 besuchten noch die 'Bewahranstalt' im alten Kloster. das 1906 abgebrochen und 1907/08 durch einen Neubau ersetzt wurde. Diese gemeindliche Einrichtung leiteten ab 18S0 die Armen Schulschwestern. Die letzte Kindergartenschwester , Ritina Huber, verließ Kösching im Jahre 1980.

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