Kunstdenkmäler des Siegtales in alten Ansichten

Kunstdenkmäler des Siegtales in alten Ansichten

Auteur
:   Thomas Leginger
Gemeente
:   Siegtales, Kunstdenkmäler des
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1913-9
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kunstdenkmäler des Siegtales in alten Ansichten'

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van

Thomas Leginger

Europäische Bibliothek - ZaltbommellNiederlande MCMLXXIX

Zum Titelbild:

Siegburg 1851/1852, nach einem Stich von Christian Hohe. Noch im zwölften Jahrhundert mündete die Sieg bei der tiefer gelegenen Villa 'Munnenthorp', dem heutigen Mondorfe, dessen Hafen noch den Namen 'die alte Sieg' führt, in den Rhein. Nach und nach ist die Mündung dort aber versandet. Wann die Sieg ihren Lauf geändert hat, ist jedoch urkundlich nicht nachzuweisen. Schon um die Jahrtausendwende war der Fluß bis über Siegburg hinaus schiffbar (unser Titelbild); jetzt trägt der Strom bis dorthin nur Kähne, welche höchstens zweihundert Zentner geladen und die Flottille der besagten Stadt besteht nur noch in einigen ärmlichen Marktnachen.

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rSBNlO: 90 28819134 rSBN13: 978 90 288 19139

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EINLEITUNG

Im Gefolge von Voyageuren und Forschungsreisenden haben sich oft Maler und Dichter befunden, denen die bedeutungsvolle Aufgabe übertragen war, das unterwegs Erlebte und Entdeckte chronologisch und detailliert in Wort und Bild festzuhalten. Aber nicht nur in fremden, fernen Landen sind solche Abenteurer anläßlich einer Exkursion zusammengekommen. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts haben einige sehr einfühlsame Künstler das wildromantische Siegtal bereist. Wir wollen sie auf ihren Wanderungen von der Mündung des Flusses bis zur Quelle begleiten, ihnen auf einsamen Pfaden zu den Burgen und Schlössern folgen, welche sich manchmal unmittelbar am Strome stolz erheben oder in den unergründlichen Hainen der entlegeneren Landstriche verborgen liegen. Jedoch auchjenen Herren müssen wir Beachtung schenken, welche den Reisenden in ihrem Vorhaben, eine im ursprünglichen Zustande dem Untergange geweihte, noch unberührte Landschaft in der Erinnerung zu bewahren, die mannigfaltigste Unterstützung bewiesen. Sie sollen bei den einzelnen Ortsbeschreibungen nicht ungenannt bleiben.

Dem freundlichen und nachsichtigen Leser und Betrachter seien nachfolgend die Künstler anempfohlen. Der Graveur Nikolaus Christian Hohe (1798 in Bayreuth geboren und seit 1827 in Bonn als Universitätszeichenlehrer wirkend) besuchte 1851/1852 das Stromgebiet, wenige Jahre vor den durch den Eisenbahnbau bedingten Veränderungen. Seine mit Akkuratesse ausgeführten Kompositionen zeichnen sich durch eine gediegene, wirklichkeitsnahe Darstellung aus.

Zur selben Zeit bereiste der uns nicht näher bekannte Voyageur August Horn, welcher gewohnt war 'seit einer Reihe von Jahren den Einzug des Frühlings an den trauten Ufern der Sieg zu feiern', diese Gegenden und schloß im Mai 1853 seinen hochpoetischen Reisebericht, der im darauffolgenden Jahr veröffentlicht wurde.

In der Zwischenzeit waren auch die ersten Pläne für den Bau einer Bahn von Köln zur mittleren Lahn erörtert und

1853 die später gewählte Streckenführung in einer Denkschrift der Köln-Mindener-Eisenbahngesellschaft vorgetragen und begründet worden. Das seit 1815 unter preußischer Verwaltung zu einem Staatengebilde zusammengefaßte Siegtal sollte erschlossen werden. Unzweifelhaft hat dieser Fluß den Verkehr nie begünstigt. Die alten Fernstraßen zogen nördlich und südlich daran vorbei und erst 1844 war die Siegstraße im Oberlauf, zwischen Siegen und Kirchen, vollendet worden. 1855 erhielt die genannte Bahngesellschaft die Baugenehmigung und schon 1862 war die Strecke in ihrem gesamten Verlauf fertiggestellt. Der Anschluß an das Bahnnetz hatte einen weitreichenden Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung des Gebietes und veränderte die bis dahin märchenhafte Welt jenes Zauberreiches.

In diesen Jahren des Wandels bereiste der späterhin selbständige Romantiker Jakob Scheiner (1820 im Hof Sohlbach bei Geisweid im Kreise Siegen geboren) im Auftrage der Bahngesellschaft das Siegtal, um die wichtigsten Kunstbauten der Bahnlinie aufzunehmen. Er hatte seine seit 1849 in Siegen betriebene lithographische Anstalt aufgeben mussen, weil ihm das Auskommen fehlte. Seine außerordentlich anmutigen Eindrücke vermitteln uns ein reizvolles, unersetzliches Bild dieser Landschaft. Wie dem Maler das Tal mit seinen Felspartien, Burgtrürnmern und Ufergründen die schönsten Möglichkeiten darstellerischer Betätigung bietet, so begeistert sich der Dichter Ernst Weyden 1865 im 'Führer durch das Siegtal und dessen Seitentälern, zugleich Handbuch für Reisende auf der Deutz-Siegener-Eisenbahn' zu manchen seiner edelsten Schöpfungen in Geschichte und Sagenwelt. Voll inniger Poesie zeugen seine Betrachtungen vom tiefen Verständnis des Künstlers.

Ihnen allen jedoch gemeinsam ist die mystische Erkenntnis, welche allein jenen zu erfahren vergönnt ist, die den wirklichen und wahren Sinn des Lebens erkannt haben: Ewig nur ist unsere Seele, und die Liebe, die sie behütet, schläft nie.

1. Wie die meisten Nebentäler des Rheines ihre Schönheiten erst fem von den Mündungen hoch oben in den Bergen entfalten, dort aber dann den unverdrossenen Freund der Natur belohnend überraschen, so entzieht sich auch die Sieg bescheiden der flüchtigen Neugier der Rheinfahrer, deren wohl nur wenige ihre stillen Wasser im Vorüberfahren bemerken mögen. Zwischen der Musenstadt Bonn und der vielbesungenen Mondorfer Bucht, etwa ein Viertelstündchen von beiden, mündet die Sieg unter weidenbekränzten Ufern in den Rhein. Nicht so unaufmerksam steuert indes etwa auch der kundige Schiffer an diesem Orte vorüber, denn er ist einer der gefährlichsten Punkte des ganzen Stromes und hat schon manchen Gut und Leben gekostet.

Wenn auch durch die Fürsorge der Königlich Preußischen Regierung von einer gut unterhaltenen, bequemen Landstraße durchzogen, und mit guten Kommunalwegen versehen, ist das Tal dem allgemeinen Verkehr um so mehr erschlossen durch die Anlage der Deutz-Gießener Bahn, welche dem Siegflusse folgend bis Siegen führt. Jetzt, da man in wenigen Stunden das schöne Tal bereisen, an einem heiteren Sommertage seine Sehenswürdigkeiten genießen kann, nimmt der Besuch desselben mit der warmen Jahreszeit immer mehr zu. Wo man ehedem nur Geschäftsreisenden begegnete, trifft man jetzt auch wißbegierige Ausflügler, die den Schönheiten des Tales nachspüren und neben den Naturreizen manches Wissenswerte aus der Geschichte der stolzen Geschlechter entdecken, welche einst auf den Burgen hausten, deren Ruinen noch heute seine Höhen krönen. Und gar manchem Wanderer, der offenen Herzens durch die Talgründe streift, wird bei allem Ernste der Geschichte durch die Sagen und Legenden, die dort noch fortleben, der ewig unvergängliche Reiz der Poesie zuteil. Auch die Zahl der Städter, welche die einladenden Orte des Tales zu ihren Vergnügungspartien wählen, wächst mit jedem Jahre.

2. In ihrem etwa sechzehn bis siebzehn Meilen (144 Kilometer) langen Laufe folgt die Sieg in launenhaften Windungen den Krümmungen ihres Tales, bald zwischen lieblichen Wiesengründen, gut bestellten Äckern und Weinbergen, bald zwischen mit dichtem Laubholz bestandenen, in sanften Linien sich hinziehenden Höhen, bis sie bei Siegburg in die Ebene tritt und sich in westlicher Richtung, gewöhnlich unbemerkt und schüchtern zwischen Weidenpflanzungen versteekt, bei Bergheim im Strome des Rheines verliert. Des Tales Enge wehrt die Bildung bedeutender Zuflüsse. Von einzelnen Felsen sickern die sogenannten Siefen, von den Höhen rinnen auf beiden Seiten mancherlei Bächlein, an denen die Anwohner ihre Heimstätten gegründet haben.

Verschiedene dieser Zuflüsse bahnen sich ihren Weg durch anmutig liebliche Talgründe, treiben Mühlen, werden aber allenthalben mit großem Geschick zur Bewässerung des schönen Wiesenflors benutzt, welcher die ganze obere und mittlere Sieg auf beiden Ufern bekränzt. Einzelne von den höchsten Höhen des Obertales entspringende Quellen bilden im Frühjahre an manchen Stellen romantische Sturzbäche und tragen nicht wenig dazu bei, den äußerst naturschönen, wenn auch mitunter sehr wilden Partien des oberen Tales über der Siegquelle, den malerischen Charakter der Vorberge der Schweiz zu verleihen, reich an den fesselndsten Symbolen und Studien für den Maler und Naturfreund. Schieferformationen bilden den westlichen Teil des Tales, während die Grauwacke im Osten vorherrscht, mannigfaltig von Basalten und Trachiten durchbrochen. Alle geognostischen Erscheinungen, die wir an den nördlichen Abdachungen des Westerwaldes beobachten, finden wir auch in diesem Teile des Tales, überreich an Eisen und verschiedenen anderen Metallen. Was die Natur sonach der Oberfläche des Landes versagt, hat sie dem tieferen Schoße der Erde nun aber überreichlich vergütet: hier bietet sie dem emsigen Bergmanne Silber, Blei, Kupfer- und Kobalterze, Eisen- und Stahlsteine.

3. Wie alle Bergflüsse kann die Sieg aber auch unbändig, ja so ungestüm werden, daß sie in ihrem unteren Tale oft aller Notwehr des Menschen spottet, rings die Feldfluren überschwemmt und an ihrer Mündung der Rheinschiffahrt äußerst gefährlich wird durch die ungeheuren Mengen von Sand und Geröll, welche sie dem Flußbette des Rheines zuführt, Wie viele Flöße und Schiffe sind in diesen wechselnden Sandbänken auf Grund gegangen und welche Summen hat die Regierung nicht schon aufgewandt, um diesen Gefahren zu begegnen und die Schiffahrt zu sichern! Ganz gebändigt wurde die Sieg aber nicht, so bescheiden und schüchtern sie auch in der längsten Zeit des Jahres dem Rheine zuschleicht. Wenn im Sommer plötzlich ein starkes Gewitter sie in ihrer trügerischen Ruhe aufwühlt, braust sie mit Ungestüm dahin wie im Frühjahre, wenn die Sonne den Schnee, der viele Monate ihre Wiege umlagert und die Bergsäume und Schluchten ihres Bettes bedeckt, in unzählige Bäche und Bergströme verwandelt hat, und ihr Tal die von allen Seiten zuströmenden Wassermassen kaum zu fassen vermag.

Noch wird sie alljährlich so reißend, daß sie ganze Morgen Landes teils vollständig mit sich fortnimmt, teils pygmäisch überschwemmt und den Ackerboden brach legt. Weit verderblicher noch als an der Mündung unmittelbar, wo ihre Versandung von solcher Bedeutung ist, daß die Regierung neuerlich nicht weniger als hunderttausend Thaler zur Reinigung des Flußbettes hat ansetzen müssen, wütet sie beinahe drei Stunden weiter hinauf, wo sie das Siebengebirge in weitem Bogen umströmt. Der Schaden, den ihre überschwemmungen seit einem halben Jahrhundert angerichtet, dürfte vorzüglich hier wohl kaum zu berechnen sein, wo bei noch mangelndem Bergbau und Hüttenbetriebe die arme Bevölkerung fast ausschließlich auf den Ackerbau als einzigem Erwerbszweig angewiesen ist. Nur ihr eigentliches Geburtslande bei Siegen verschont sie in dankbarer Pietät und führt die gezähmten Wasser zumeist ruhig an den üppigen Wiesenfluren vorüber.

Unser Bild zeigt eine Siegüberschwemmung bei Kirchen, irn Februar 1909.

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