Lahntal und Taunus in alten Ansichten

Lahntal und Taunus in alten Ansichten

Auteur
:   Hermann Josef Roth
Gemeente
:   Lahntal und Taunus
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2247-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Lahntal und Taunus in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Im Festgeleit ihrer waldumrauschten Berge kommt sie einher, die liebliche Lahn. So haben sie die Dichter erkannt und besungen, seitdem Goethes elegischer Wertherschmerz an ihren Ufern geweint, Brentanos romantische Liebe auf ihren Inselchen erblüht war. Eine ganz besonders getönte Heimseligkeit ruht auf diesem 'stillen Fluß der Ruhe', und das deutsche Geschick ist auf ihr lebendigen Wesens gezogen von den keltischen Ziigen bis in die jûngste Vergangenheit. So versuchte - im Stile seiner Zeit - Albert Henche das Lahntal zu charakterisieren. Was uns heute formal nicht mehr so recht gefallen mag, das können wir inhaltlich umso mehr bestätigen.

Die Jubiläen, die man jüngst sowohl Goethe als auch der Elisabeth von Thüringen widmete, haben die Lahn und die alten Städte an ihren Ufern erneut in den Blickpunkt gerückt. Eine Reise auf oder am Fluß beschwört in der Begegnung mit historischen Stätten spannungsgeladene Szenen deutscher Geschichte: In Marburg rangen Luther und Zwingli um das rechte Verständnis des Abendmahls, in Gießen entwickelte

der Chemiker Justus Liebig Verfahren gegen die Hungersnöte in seiner Zeit, in Wetzlar tagte jahrhundertelang das Reichskarnmergericht, Weilburg war eine der Residenzen des weitverzweigten und zu internationaler Geltung gelangten Hauses Nassau, in Bad Ems probten die deutschsprachigen Kirchenfürsten den Aufstand gegen Rom (1786) und die Übergabe einer Depesche im dortigen Kurpark an den Kaiser löste den deutsch-französischen Krieg aus (1870).

Der Zweite Weltkrieg suchte Städte wie Gießen und Nassau in furchtbarer Weise heim. Andere, ja die meisten Dörfer und Städte behielten ihre historische Bausubstanz in einem so hohen Maße, daß die alten Ansichten dieses Buches manchmal fast als Abbild gegenwärtiger Verhältnisse angesehen werden könnten. Doch niemals uneingeschränkt: Mehr als die Bombenhagel der Fliegerangriffe forderte die hemmungslose Bauwut der Nachkriegsjahre hier überall ihre unbezahlbaren Opfer.

Der Taunus fand, anders als sein rauher Nachbar nördlich der Lahn, der Westerwald, erst spät seinen

Namen. Seitdem der Mensch an Lahn und Rhein siedelt, hat er sich Wege über die wie Barrieren zwischen den Siedlungsplätzen liegenden Mittelgebirge gebahnt. Manche der uralten Wege haben ihre Bedeutung bewahrt oder gesteigert. Von der Lahn aus wollen wir ihrer Einladung folgen und unsere - zugegeben - nostalgisch gestimmte Reise in den Taunus unternehmen. Wir folgen konsequent von Osten, also in der Fließrichtung der Lahn, mehreren dieser NordSüd-Verbindungen: Wetterau, Weiltal, Goldener Grund, Hühnerstraße, Aarstraße und Bäderstraße. Wir steigen unterwegs zum Hochtaunus und wandern über den Einrich, zuletzt dann trägt uns der große Strom an die Ufer des Rheingaues und nach Wiesbaden, von wo wir immer wieder die Taunushöhen erklimmen, Aussichten genießen und in den kleinen Orten abseits des geschäftigen Rheintales Einkehr halten.

Zu dem Zeitpunkt, mit dem die hier gebotene Bildauswahl beginnt, waren Teile des Taunus wie viele Mittelgebirge noch Notstandsgebiete, während die Badeorte dank ihrer Heilquellen zu internationaler

Geltung gelangten. Wiesbaden erhielt als Hauptstadt des Herzogtums Nassau (bis 1866), Sitz der preußischen Bezirksregierung und neuerdings als hessische Landeshauptstadt eine zentrale Bedeutung für den ganzen Taunus. Die klimatisch bevorzugten Orte im sonnigen Rheingau oder im waldreichen Hoch- und Vordertaunus konnten sich als Luftkurorte erfolgreich im Fremdenverkehr etablieren. Im Südosten haben neuerdings die Taunusorte die Rolle von Wohnstätten für die Großstadt Frankfurt übernommen. Das alles hat seit dem letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts nachhaltige Änderungen der ländlichen Urngebung bewirkt, auf die man bei Betrachtung der alten Ansichten fortwährend stößt.

Wie immer bei solchen Büchern ist auch in diesem die Bildauswahl subjektiv, der Bildumfang begrenzt. Der Verfasser bedauert selber, daß er nicht alle Motive bringen kann, die er kennt und liebt.

GORDON BENN'ETT RENNEN 1904.

~'-

1. Lahntal und Taunus hallten wieder, als im Jahre 1904 im atemberaubenden Tempo von etwa 40 Kilometer pro Stunde fauchende Automobile über die Schotterstraßen rumpelten, um die begehrten Preise im Gordon Bennett Rennen zu erringen. Angelsächsischer Sportgeist hatte auch unser Gebiet erreicht. Der Motorsport galt als besenders aufregend. Die wagemutigen Automobilisten hatten vom Start- und Zielpunkt an der SaaIburg insgesamt eine Strecke von 141,3 Kilometer zu bewältigen. Die in der Kunstdruckerei der Gebrüder Isenbeck zu Wiesbaden hergestellte Karte zeigt den Verlauf der Rennstrecke.

\et <le QueUe oen der Lst.«. ~et 'w'Qnder~mann. halte ari

lno. ~'ä"~e dich für Leib und Here ~nd wandre frisch in Freud'undS(herz.

2. Wo heute moderne Gastronomie ganze Busladungen von Ausflüglern zu verpflegen vermag, suchten einst nur einsame Wanderer, außer einem Schluck Wasser als Erfrischung einen Bliek in den Keller des Forsthauses Lahnhof werfen zu dürfen, wo allgemeiner Ansicht nach die Lahn ihre Quelle hat. Noch wenig von Sensationsberichten übersättigt, galt diese Stätte als besonders attraktives Wanderziel. Niemanden störte dabei, daß man den genauen Quellort der Lahn nicht exakt bestimmen kann, weil sie nämlich aus mehreren Rinnsalen zustandekommt.

3. In Biedenkopf ist die Lahn dank zahlreicher Zuflüsse schon zu einem recht ansehnlichen Fluß angewachsen. Der Schreiber dieser Karte bemerkt als Besonderheit des malerischen, aber schon 1900 durch Industrieansiedlung geprägten und von einer Bahnlinie erschlossenen Ortes, daß 'man wieder eine Menge Trachten sehen' könne. Sein Urteil allerdings: 'Doch gefallen können dieselben mir im allgemeinen nicht!' Heute haben die Trachten Seltenheitswert. Dafür würde unser Urteil jetzt ganz anders ausfallen.

Marburg a. d. Lahn.

- Schloß mi~ Umgebung.

4. Die Lahn hat sich längst südwärts gewendet, wenn sie an der alten Hauptstadt Hessens, an Marburg, vorbeifließt. Der Bliek auf die terrassenförmig am rechten Lahnufer hochklimmende Altstadt ist damals wie heute reizvoll. Die Hersteller von Ansichtskarten nahmen 1916 Burg und Elisabethkirche ebenso ins Visier, wie es ihre Kollegen heute tun. Nur zwischen den architektonischen Kontrapunkten im Stadtbild hat sich manche Veränderung seither vollzogen, die indes das Gesamtbild kaum merklich beeinträchtigen konnte.

5. Aus dem Stadtbild von Marburg und Gießen waren die Studenten mit ihrem Wichs nicht wegzudenken. Diese vier Kommilitonen der Gießener 'Alma Mater Ludoviciana' ließen sich vom Fotografen Emil Gießon, Gebr. Müller Nachf., in der Bahnhofstraße 34 ablichten. Sie gehören dem Cartellverband katholischer Studenten, dem CV, an, der im Gegensatz zum konkurrierenden KV farbentragend war. Vorne links befindet sich stud. phil, Johannes Ebert aus Bieber bei Offenbach, nachmals Gymnasialprofessor in Montabaur.

6. Die einst beschauliche Universitätsstadt Gießen wurde im Zweiten Weltkrieg durch Fliegerangriffe zu 70 Prozent zerstört. Nicht nur der Verlust an Bausubstanz und vor allem zahllose Menschenleben sind zu beklagen, sondern alte Strukturen wurden aufgelöst. Auch die von Landgraf Ludwig V. von Hessen gegründete Universität - auf der Karte das Gebäude der 1889 errichteten 'Neuen Universität' - wurde 1950 zur JusrusLiebig-Hochschule erklärt.

Gleiberg b. Oiessen. Bliek nach Ruine Vetzberg.

7. Sormtags wanderten Bürger und Studenten zu den Gießener 'Hausbergen', neben dem Schiffenberg zum Gleiberg. Burgenromantik war 'in', was wir heute wieder nachzufühlen beginnen. Gleiberg liegt bei Gießen. Von hier wandert der Bliek zum Vetzberg, der auf Wetzlar hin gelegen ist; man kann sich die Namen auf diese Weise leicht einprägen. Moderne Verwaltungsreformen haben zwischen Wetzlar und Gießen neuerdings wiederholt die Grenzen hin und hergeschoben, mehr als es die Fehden der alten Rittersleut' je fertigbrachten.

8. Lahnabwärts bald nach Wetzlar ruht der langgestreckte Gebäudekomplex von Kloster Altenberg an der Kante des Talhanges. Äußerlich bietet er weitgehend noch das alte Bild. Aber die Beschaulichkeit des Tales ist dahin, denn die von Bäumen gesäumte Talstraße von einst wurde zur kreuzungsfreien B 429 ausgebaut, über die der Autoverkehr von heute an den altersgrauen Mauern vorbeirast. Doch im Innern des mittelalterlichen Klosters, das 1802 aufgelöst worden war, regt sich wieder alte Tradition. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat das Diakonissenmutterhaus aus Königsberg in Preußen"Altenberg in Besitz genommen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek