Langenaubach in alten Ansichten

Langenaubach in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Georg Quarta
Gemeente
:   Langenaubach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3035-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Langenaubach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Langenaubach! Dieses Dorf trägt seinen Namen wahrlich mit Recht, erstreckt es sich doch über mehr als 1 800 Meter durch das Tal an dem Bach entlang, der beiden, Ort und Tal, den Namen gab. Von der höchsten Erhebung des Westerwaldes, von der 'Fuchskaute' herab, führt er seine insbesondere nach der Schneeschmelze - recht ansehnlichen Wasser der Dill zu.

Am 'Wildweiberhäuschen', einem mächtigen Kalksteinfelsen, erreicht er die ersten Häuser des Dorfes und verläßt es erst wieder, wenn sich das verhältnismäßig enge Aubachtal zum Haigerer Becken hin öffnet.

Wann die greifbare Geschichte der Menschen im Tal begonnen hat, läßt sich mit letzter Sicherheit nicht sagen, doch wir dürfen annehmen - und es gibt eine Reihe von Beweisen dafür -, daß bereits in prähistorischer Zeit Menschen hier gelebt haben. Es waren wohl Jäger und Sammler der Alt-Steinzeit, die als erste Unterschlupf in den Höhlen des 'Wildweiberhäuschens' gesucht und gefunden haben.

Gerade um diesen Felsen ranken sich viele Sagen und Geschichten, die bis in unsere Zeit hinein lebendig geblieben sind. Und daß es mit diesen Geschichten 'etwas auf sich hat', beweisen viele Stein- und Knochenfunde im und um den Felsen, nicht zuletzt aber beweist es uns der im Jahr 1953 hier entdeckte 'Silberschatz'. Die Fundstellen von 87 Münzen in einem Stollengang lassen kaum Zweifel daran, daß die Höhlen des 'Wildweiberhäuschens' für die Menschen im Tal ein in Notzeiten immer wieder aufgesuchtes Versteek, sicherlich manchmal gar der Ort letzter Zuflucht waren.

Bei den Silbermünzen handelt es sich um Zahlmittel, die etwa aus der Zeit zwischen 1150 und 1300 nach Christus stammen, und die ihrem geographischen Ursprung nach recht unterschiedlich

sind. Den größten Teil des 'Schatzes' bilden 80 sogenannte Händelheller, Geldstücke, die im 12. und 13. Jahrhundert über ganz Mittel- und Südeuropa verbreitet waren.

Wir befinden uns also im 13. Jahrhundert - und damit in einer für uns historisch greifbaren, historisch belegbaren Zeit. Denn aus eben diesem Jahrhundert stammt die erste schriftliche Nachricht, in der 'Aubach', genauer ein Aubacher Bürger, namentlich erwähnt wird. Diesem Dokument verdankt es unser Dorf, daß es im Jahr 1981 'sein siebenhundertjähriges Bestehen' feiern konnte. Die Urkunde besagt nämlich, daß ein Mann namens 'Hartmannus von Ubach' in einer Streitsache zwischen den Rittern von Haiger und dem Deutschen Orden im Jahr 1281 für kurze Zeit im Marburger Land gefangengehalten wurde.

Natürlich besagt dies nichts zugleich über den eigentlichen Ursprung unseres Dorfes, über die genaue Zeit seiner Besiedlung; denn ganz sicher hat das Dorf zu diesem Zeitpunkt schon über mehrere Jahrhunderte bestanden. Aufgrund des Namens ist eher zu vermuten, daß seine Entstehung bereits in der Zeit vor 500 nach Christus anzusetzen ist. Doch auch dies muß Vermutung bleiben.

Um 1300 jedenfalls haben wir es mit einem kleinen Ort zu tun, der 'Ubach' (= Aubach) heißt und dessen Kern etwa dort zu suchen ist, wo der Bach aus dem Engtal heraustritt und sich für eine kurze Strecke nach Norden wendet. Hier an dieser Stelle finden wir bis heute den nicht einwandfrei erklärbaren Namen 'Gräh' (= Gräte) für ein verhältnismäßig kleines Gemarkungsstück, auf dem jetzt das Haus 'Dellner-Dreisbach' und die Nachbargehöfte stehen. Wenn wir in dem Wort 'Gräh' mit einiger Berechtigung den Namen 'Treppe' vermuten, so könnte es sich hier um einen am Hang liegenden Hof gehandelt haben, der dem Kleinadelsgeschlecht 'derer von Ubach' ge-

hörte, die den Rittern von Haiger lehnspflichtig und untertan waren. Beweise für diese Annahme gibt es bis heute allerdings nicht.

Fundierter dagegen ist unser Wissen verständlicherweise um die Geschichte des Dorfes in den nächsten Jahrhunderten. Es scheint die Geschichte einer weitgehend glücklichen Entwicklung zu sein, einer Zeit, in der das Dorf wuchs und in der näheren Umgebung den Ruf eines recht reichen Ortes hatte. Fast lassen die Umstände eine derart günstige Betrachtung zu - wären da nicht die Dorfbrände der Jahre 1718 und 1813, die große Schatten auf das Leben in unserem Dorf warfen. Der Schrecken insbesondere des Brandes von 1813 ist bis heute unvergessen, wurden doch damals 57 Häuser, 56 Scheunen und 30 Ställe und Schuppen vollkommen zerstört, fast das gesamte Dorf. Der zählbare Schaden betrug 28 590 Gulden, ein unerhörter Betrag!

Danach wurde der aufgrund der Tallage ohnehin langgestrecke Ort als Straßendorf wiederaufgebaut, und dieses Aussehen behielt Langenaubach bis heute bei.

über die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes geben die nachfolgenden Seiten detailliert Auskunft. Und gerade die letzten Jahrzehnte dieser Zeit versucht dieses Büchlein dokumentarisch und fotografisch nachzuzeichnen.

Der Verfasser kann nur hoffen, daß ihm dies in Maßen gelungen ist. Sollten sachliche Fehler nachzuweisen sein, so bittet er hierfür um Nachsicht. Für die freundliche Mithilfe bei der Zusammenstellung dieser Bilddokumentation - durch Auskünfte und die Uberlassung von Fotomaterial - dankt er den betreffenden Langenaubacher Bürgern. Stellvertretend für die vielen sollen hier namentlich genannt sein: Elfriede und Martha Haupt, Otto Schmitt, Eberhard Göbel, Karl Schmitt, Gerd-Peter Pitz und Edmund Schneider.

1. Bei dieser gezeichneten Ansicht der Dorfmitte handelt es sich um eine zu Beginn unseres Jahrhunderts in Langenaubach recht verbreitete Postkarte. Ja wir können annehmen, daß diese Karte über einen verhältnismäßig langen Zeitraum, zwischen den Jahren von 1895 bis hin zum Ersten Weltkrieg, bevorzugtes Mittel zur Weitergabe wichtiger persönlicher und allgemeiner Nachrichten war. Deshalb soll gerade sie, obwohl es sich um keine exakte fotografische Aufnahme handelt (hier bietet sich ein Vergleich zu dem am Ende dieses Buches wiedergegebenen Postkartenfoto an) als Eingangsbild diesem Band vorangestellt werden.

Wenn auch dem Versuch einer Gesamtansicht der Dorfmitte, wie man schnell erkennt, die perspektivische Genauigkeit fehlt, sosind wir von der deutlich spürbaren Liebe zum Detail doch sehr angetan. Und wir erkennen sofort, wie sehr sich das Bild unseres Dorfes - und seiner Umgebung - inzwischen verändert hat! Dann aber berührt es uns wiederum freundlich, fast beruhigend, wenn wir die beiden Bildausschnitte genauer betrachten: Denn obwohl auch das alte kleine Schulhaus kurz danach einem eindrucksvolleren (leider inzwischen nun auch schon wieder veralteten) Gebäude den Platz räumen mußte, so scheinen uns doch das alte Rathaus und insbesondere die kleine Kapelle noch immer ein Sinnbild der Geschichte unseres Dorfes zu sein!

angenaubac? ·

2. Die dreigeteilte Ansichtskarte zeigt eine Reihe interessanter Details aus unserem Dorf am Beginn dieses Jahrhunderts.

Auf den beiden Ausschnitten auf der linken Seite schauen wir in die Dorfmitte hinein. Auf dem oberen Bild das Rathaus mit dem Brunnen, an der Einmündung der Straße, die von Breitscheid herabkommt; daneben sehen wir 'Schusterchens Haus'. Es scheint, als ob man zur Zeit der Aufnahme gerade dabei war, die Straßendecke der Durchgangsstraße zu befestigen. Links unten der gegenüberliegende Part der Dorfmitte: die Kapelle und das alte Schulhaus.

Über das kleine Gotteshaus gäbe es viel zu sagen, leider reicht der hier zur Verfügung stehende Platz dafür nicht aus. So soll nur soviel vermerkt sein: Die Kapelle stammt - etwa in ihrer heutigen Form - aus dem Jahr 1749, die Glocke in ihrem Türmchen ist allerdings viel älter. Sie zeigt die Jahreszahl 1400 und dürfte damit die älteste mit einer exakten Jahresangabe versehene Glocke im alten Dillkreis sein. Über den Bildausschnitt auf der rechten Seite wird nachfolgend mehr zu berichten sein.

Gruss aus Langenaubach (Dillkreis)

Kirche und Schule

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3. Auf diesem Bliek vom 'Ketzenberg' herunter auf das Dorf läßt sich schon - vergleichen wir mit dem Bild auf der Vorseite (rechts) - so manche Veränderung feststellen. Vieles erscheint zwar gleich: rechts die Mittelstraße, auf der linken Seite erkennen wir die Hauptstraße und die Bachgasse, - und doch bemerkt man bei näherer Betrachtung gewisse Unterschiede. Zwar drängt sich auch hier im Vordergrund 'Vahlensieks Haus', die Bergmannsvilla, in das Bild, doch ein wenig rechts darüber ist deutlich schon die neue Schule zu erkennen; und so manch anderer WohnhausNeubau ist dazugekommen oder noch im Entstehen begriffen.

Dieses Bildwurde also nach 1911, wahrscheinlich sogar erst im oder kurz nach dem Ersten Weltkrieg aufgenommen; alte Langenaubacher werden das Entstehungsdatum sicherlich genauer festlegen können.

Gruss aus Langenaubach

4. Die Beschäftigung mit diesem Bild sollte dem Betrachter weitgehend ungestört überlassen werden, daher nur wenige Angaben hierzu.

Wir schreiben etwa das Jahr 1920 und schauen von der Dorfmitte zur oberen Hauptstraße hinauf. Wenn auch noch nicht gepflastert, so ist die Straße doch schon weitgehend befestigt und hat an den Seiten ausgeformte Abflußrïnnen.

Lage und Besitz der Häuser haben sich bis heute nicht wesentlich verändert, eher schon ihr Äußeres, denn sie präsentieren sich nun nicht mehr in der Einheitlichkeit des hier noch sichtbaren eindrucksvollen, gradlinigen Fachwerks. Auffallend ist dabei die ihnen gemeinsame Anordnung; bis auf die beiden Gebäude links und rechts im Vordergrund - man wird sie sicher schnell wiedererkennen - zeigen alle Häuser mit der Längsseite zur Straße hin.

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