Laubach in alten Ansichten

Laubach in alten Ansichten

Auteur
:   Werner A. Becher
Gemeente
:   Laubach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1666-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Laubach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Nachdem Laubach im Jahre 1806 zum Großherzogturn Hessen-Darmstadt kam und es somit als gräfliche Residenzstadt ausgedient hatte, lebte es als Kleinstadt und Luftkurort eine geruhsame Zeit als Ackerbürgerstädtchen. Ein Foto-Atelier konnte hier früher nicht existieren, zur Porträtfotografie wurde meist die nahegelegen Universitätsstadt Giessen in Anspruch genommen. Als im Jahre 1889 der Buchbindermeister Eduard Göbel sein Ladengeschäft mit Schreibwaren und Büchern gründete, gehörten zu seinem Sortiment auch die immer wieder verlangten Ansichtspostkarten. Hier griff er zur Selbsthilfe, indem er sich eine Fotoausrüstung zulegte und die Aufnahmen eben für diese Ansichtskarten selbst fotografierte. So fanden sich weitaus die meisten Aufnahmen zu dieser Veröffentlichung in seinem hinterlassenen Bildarchiv , unsortiert in einem großen Kasten.

Einige Bilder werden auch dabei sein, deren Urheber sich nicht ermitteln ließen. Freundlicherweise stellten uns noch zusätzlich verschiedene Bilder zur Verfügung: Frau Bremter, Frau Görnert, Frau Langwasser und Frau Prillwitz.

Dem Charakter des Buches entsprechend haben wir nie daran gedacht, eine historische Fotodokumenta-

tion aus der jahrhundertelangen Geschichte der Stadt Laubach zusammenstellen zu wollen. Auch Überlegungen kunstgeschichtlicher Art haben wir zurückgestellt beziehungsweise nur angedeutet. So sahen wir unsere Aufgabe darin, dem Betrachter einen optischen Eindruck Laubachs vor rund sechzig bis achtzig Jahren zu vermitteln. Ein Bild, daß die 'kleine Geschichte' der Stadt und das Leben ihrer Einwohner widerspiegelt.

Die Datierung der Bilder erwies sich oft sehr schwierig. Bei unklarer Datierung haben wir versucht, das ungefähre Datum der Aufnahme zu vermerken, soweit es sich in etwa rekonstruieren ließ.

Die Aufgabe des Begleittextes besteht allein in einer Unterstreichung der Bildaussage. Gerade der Leser, der das Dargestellte nicht mehr aus eigener Anschauung kermt, soll hieraus Gewinn ziehen. So wurde der Text geschrieben nach eigenen Errnittlungen und unter Benutzung der gängigen Literatur. Insbesondere fanden Verwendung:

Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Band Hessen, bearbeitet von M. Backes, München und Berlin, 1966.

Demmer/Becher: Laubach - Aus der Geschichte der

Stadt und Grafschaft Solms-Laubach, Laubach, 1967. H. Nachtigall: Die Fachwerkhäuser Alt-Laubachs, Laubach, 1975.

Für den Leser mit besonderem historischen Interesse sei noch ein kurzer Abriß der Geschichte Laubachs und seiner Grafen vor 1806 gegeben.

In der ersten Nennung Laubachs 786 ist es als Besitz der Abtei Hersfeld erwähnt. Im Jahre 1278 kam es als Lehen an die Hanauer Grafen, die es 1341 an die Herren von Falkenstein und Münzenberg verkauften. 1418 ging die Grafschaft durch Erbgang in den Besitz der Grafen zu Solms über. Um diese Zeit wird Laubach auch als Stadt erstmals genannt. Bald darauf wurden die Solmser Besitzungen in verschiedenen Linien aufgeteilt, spätestens nach 1548 wurde Laubach Residenzstadt der Linie Solrns-Laubach, einer Seitenlinie von Solms-Lich, Graf Friedrich Magnus 1. ct 1561) führte 1544 die Reformation ein und gründete elf Jahre später die Lateinschule und die Bibliothek. Durch die Säkularisation kam Laubach mit seiner Grafschaft 1806 an das Großherzogturn Hessen-Darmstad t.

1. Wer sich vor etwa 75 Jahren der Stadt Laubach von Südwesten über den 'Hellenberg' näherte, dem bot sich dieses Bild dar. Schloß und Kirchturm heben sich deutlich aus dem Häusergewirr im Stadtzentrum hervor. Im Hintergrund die bewaldeten Höhen des Ramsberges, im Vordergrund der Bahndamm der 1904 gebauten Bahnlinie nach Mücke, unterhalb des ehemaligen Judenfriedhofes.

2. Ein weiteres Bild von Südwesten mit veränderter Perspektive zeigt uns irn Vordergrund die alte städtische Bleiche mit dem Bleichhäuschen und der links nebenstehenden RobertBlum-Linde, Der Baum wurde vermutlich gepflanzt zur Erinnerung an einen Besuch von Robert Blum, ein Freiheitskämpfer des 'Vorrnärz' von 1848. Der Wiesengrund der Bleiche wird von der 'Wetter' durchflossen, die im gräflichen Wald beim Jagdhaus 'Sorgenlos' entspringt und in die Nidda in der südlichen Wetterau mündet. Das Flüßchen Wetter gab der Wetterau ihren Namen. 1952 erbaute man auf der Bleiche die neue Volksschule, der man später den Namen Theodor-Heuss-Schule gab,

3. Von der Friedhofskapelle bietet sich dieses Bild dar. Der Bliek über die alten Anlagen an der Wetter geht in die Bahnhofstraße, die zum Marktplatz und Schloß führt. Links neben der Bahnhofstraße, fast in Bildmitte, hebt sich der Bürgerturm (fast 20 Meter hoch) deutlich hervor. Der Turm gehörte zur alten Stadtbefestigung von 1475, in seinem viereckigen Untergeschoß befand sich ein Verlies. 1963 stürzte der Turm am Ausschußdienstag überraschend in sich zusammen.

4. Im Vordergrund sieht man wiederum die gärtnerischen Anlagen an der Wetter mit dem 1889 erbauten Denkmal zur Erinnerung an den Krieg 1870-1871 und die Gründung des Zweiten Deutschen Kaiserreiches. Der Bliek zeigt ferner die neue Provinzialstraße um den alten Stadtkern, die auch heute noch Hauptträger des Durchgangsverkehrs ist. In der linken Bildseite ist das Spritzenhaus (mit Türmchen) erkennbar, es wurde 1975 zwecks Neubau und Straßenerweiterung abgerissen. In der Straßenfront dominiert das Geschäftshaus des damalig sehr bekannten Kaufhauses Ritter (später Kreicker). Rechts die Metzgerei und Gastwirtschaft Feldmann.

5. Um 1250 erfolgte der Bau der Stadtkirche im frühgotischen Stil. Das Langhaus wurde vollkommen abgerissen und 1700 im Barockstil neu erbaut. Hierbei wurden die gotischen Fenster des Turmes den Fenstern des Langschiffes angepaßt, im Bild deutlich zu erkennen. Die Erneuerung der Fenster in Wabenform brachte eine Wiederherstellung der gotischen Fenster im Turm mit sich, wie sie uns heute noch erhalten sind. Der Vierungsturm mit vier verschieferten Giebeln und Rautendach, im oberhessischen Raum eines der wenigen erhaltenen Beispiele, zeigt rheinischen Einfluß.

6. Die Westseite des Kirchturmes zeigt noch das alte Fenster aus der Erbauungszeit des Langhauses. Die Wiederherstellung im gotischen Stil erfolgte um 1909. Ganz links im Bild steht das alte Pfarrhaus (abgerissen 1962). In Bildmitte ist die Parkseite des Schlosses erkennbar mit Westturm und im Hintergrund der Silberturm. Eine Verwendung der alten Kirchenfenster ergab sich bei der Schmiede Kopp und am Geschäftshaus Ritter (jetzt Schwa1bach) in der Kriegerstraße.

7. Schon im Jahre 1057 wurde die Kirche in einer Urkunde erwähnt. Diese alte Kirche steht aber nicht mehr, nur zwei kleine spätromanische Steinplastiken an der Ostseite des Chores unter dem Spitzbogenfries sind in Nischen eingemauert worden. Die plastische Darstellung zeigt klar erkermbar weltliche Figuren. Zwei weitere Steinplastiken, wovon eine sehr stark verwittert ist, befinden sich an den Schrägseiten des Chores. Eine der Plastiken stellt vermutlich den ersten Abt, Lullus 1., vom Kloster Hersfeld dar, da Laubach in jener Zeit zum Besitz des Klosters gehörte. Das Treppentürmchen rechts des Turmes wurde bedeutend später, im Jahre 1869 gebaut.

8. Um den Kirchenhügel gruppieren sich die ältesten Häuser der Stadt. Das noch erhaltene 'Strumpfweberhaus' geht auf ein Burgmannenhaus von 1450 zurück und ist eins der ältesten Häuser vom Alt-Kreis Giessen. Beachtenswert ist der Ständerbau und die viertelkreisförmig gekrümmten Streben. 1921 erfolgte eine gründliche Renovierung, das Bild zeigt uns noch den alten Zustand. Der Heirnatmaler Felix Klipstein hielt das Strumpfweberhaus in seinem alten Zustand in einer seiner bekarmtesten Radierungen fest. Die Treppe rechts irn Bild führt auf den Kirchplatz.

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