Lauenburg in alten Ansichten Band 1

Lauenburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   W. Schröder
Gemeente
:   Lauenburg
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2485-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauenburg in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Bevor der Leser dieses Büchlein durchblättert, sollte er sich zum besseren Verständnis mancher nur gestreiften Zusammenhänge in aller Kürze den politischen Horizont verdeutlichen, vor dem die Entwicklung Lauenburgs abgelaufen ist.

Als vor rund 700 Jahren Herzog Heinrich der Löwe als Reichsrebell seine Lehnsgüter verlor, erhielt ein Teil dieses Lehens - das Land Lauenburg selbständigen Herzogtumscharakter , und der erste neue Herzog baute sich auf den Elbhöhen seine Residenz: die Lauenburg. Eine sicher schon vorhanden gewesene Siedlung zu Füßen der Burg erlebte nun ihren wirtschaftlichen Aufschwung; aus Fischern und Kleinbauern wurden Stadtherren und unternehmungsfreudige Kaufherren eines schon früh gegründeten 'Ehrsamen Schiffsamtes'. Und als die Stadt Liibeck 1398 die Trave mit der Elbe durch einen Kanal verband, auf dem das Lüneburger Salz für den Lübecker Heringshandel verfrachtet wurde, hatte Lauenburg seine große Zeit.

Erst nach dem Aussterben des Herzogsstamrnes sank Lauenburg zu einem Provinzstädtchen herab. Nach den napoleonischen Kriegen wurde das Herzogtum Dänemark zugesprochen, und nach weiteren 50 Jahren kam es durch die zielbewußte Politik Bismarcks nach der Auseinandersetzung mit Dänemark und Österreich an Preußen. Bei seiner Entlassung als Reichskanzler erhielt Bismarck den Titel eines Herzogs von Lauenburg.

Ob und wie man mit Hilfe der vorhandenen alten Postkarten und sonstiger Ansichten die lauen-

burgische Vergangenheit wieder lebendig machen könnte, war zunächst zweifelhaft, einmal, ob überhaupt genügend Material zur Verfügung stehen und ob es dann reproduktionsrnäßig kritischen Ansprüchen genügen würde, Aber die Bildkartei des Lauenburger Museums erwies sich als eine wahre Fundgrube und bei der einsetzenden intuitiven Vorstellung begleitender Textformulierungen erschien gerade die oft rührende Naivität mancher Bilddokumente eine geeignete Basis für das gestellte Thema zu sein. Und so entstand - fast von Bild zu Bild sich selbst ermutigend - eine kleine Heimatkunde eines geplanten Zeitraumes von etwa 1880 bis 1930.

Es ist erstaunlich zu beobachten, wie schnell sich in der Zeit eines halben Jahrhunderts Umbrüche baulicher, gesellschaftlicher und auch politischer Art vollzogen, eine Entwicklung, welche vieles bis fast zur Unkenntlichkeit verändert hat, während andererseits wieder manche Bezirke sich wie museal gepflegt in fast gravitätischer Selbstbéstätigung erhalten haben. So läßt sich im Vergleich des Gestrigen mit dem Heutigen der jeweils gültige Zeitgeist nachweisen, wobei das Neue nicht auf jeden Fall positiver zu werten ist. Und wenn die oft bespöttelte Nostalgiewelle unserer Zeit sich die Bewahrung wertvoller geistiger Vergangenheit angelegen sein läßt - aus welchem Grunde auch immer -, so erhält sie hier eine fast ehrwürdige Bedeutung und echte Aufgabe zugleich! Das Verständnis für den wandelbaren Zeitgeist bewußt zu machen, ist die stille Hoffnung dieses äußerlich bescheidenen Unterfangens.

1. Dieses Bild trägt auf der Rückseite die Widmung seines früheren Besitzers, des alten Bürgermeisters Volckmar (von 1897 bis 1919). Am Elbhang unterhalb des Hotels Bellevue hochgelegen und sicher vor Elbhochwasser muß hier dem reizvollen Hohnstorfer Elbufer gegenüber ein schönes Wohnen gewesen sein. Der in der Nachbarschaft berelts seit 1875 bestehende Betrieb der Haackschen Zündholzfabrik wurde später von der größeren GEG-Zündholzfabrik übernommen. Im Zuge der Erweiterungen dieses Unternehmens wurde das Haus abgebrochen.

.cauenburg a. elhe

2. Westende der Elbstrafse. Eine beschauliche Ruhe liegt über diesem alten Bilde, eine Ruhe, die auch eine neue Zeit nicht hat vertreiben können. Das Straßenbild ist wie eh und je: rechts rnündet aus der Oberstadt die Grünstraße ein, und nach hinten hat die Elbstraße nun wirklich ihr westliches Ende am 'Ort' erreicht. Bei diesem Worte beginnt der Heimatforscher zu rätseln: Ort = Platz, auch Ende, ja auch Spitze. Und nun stutzen wir beim Studium der jetzt leider verschwundenen Innungsschilder. Das eine gehört den Schuhmachern, Handwerkern, die am Abend ihr Arbeitsgerät, den spitzen 'Ort', weglegten um hier in 'Ohdes' altem Gasthaus am Ende der Elbstraße, ihrem 'Ort', zu tagen und zu feiern, Gewagte Spekulation? Seis drum! Rätselhafte Namen haben oft einen handfesten Sinn.

3. Die Grünstraße war früher die einzig brauchbarc Fahrverbindung zu den Höhen über dem Elbtal. Sie gehört zu den erhalten gebliebenen romantischen Ecken der Stadt, in denen die Jahrhunderte stehengeblieben zu sein scheinen. Wie das Familienleben von Haus zu Haus und der Nachbarkeitsverkehr über die Straße noch um die Jahrhundertwende dem Leben sein Gepräge gab, zeigt anschaulich diese Aufnahme. Gemütliche Plauderminuten im Gespräch bei der Straßenpumpe, die den ganzen Strafsenbereich mit Wasser versorgte, waren täglich eine selbstverständliche Gepflogenheit, unbehelligt von Lärrn und Hast unserer Zeit und mit souveräner Gestaltung des Arbeitsablaufes. Das Bild zeigt die Töpferfamilie Wallmann vor ihrem Hause. Der lange Bärtige in Hemdsärmeln war der letzte Töpfermeister. Er starb 1949.

4. Groß war er nicht, der alte Marktplatz, aber er genügte einer Gemeinde, die früher praktisch nur aus einer einzigen Straße, der Elbstrafse, bestand. Neben dem Rathaus rechts, dem jetzigen Museum, umstanden den Platz die alten Giebelhäuser, und wenn zwischen dem Kaufladen Fagel und dem Rathaus nur ein schmaler Engpaß den geringen Verkehr zum Graben und zum Hohlen Weg gestattete, so unterstreicht dies nur erneut, wie elbbezogen unsere kleine Stadt einst war. Dem wachsenden Verkehr mußte das Fagelsche Haus allerdings einmal weichen. Besonderes Interesse aber verdient der alte Kirchturm. Seine einst stilvolle Schlichtheit wurde 1900 im Zeichen einer anbrechenden Wohlstandsära ersetzt durch einen angeberischen neugotischen hohen Spitzturm. Er fiel (Gottseidank? ) dem letzten Kriege zum Opfer.

5. Jede Stadt benennt ihre Verkehrswege zunächst nach örtlichen Begebenheiten, seien es landschaftliche Lage, Wirtschaft oder geschichtliche Erinnerungen. Auch die Straßen Lauenburgs sprechen von dieser Gepflogenheit. So sind die Namen Elbstraße, Graben, Hohler Weg oder Sandberg naturgegeben. Auch die Namen Neustadt oder Alte Wache sagen etwas aus, und die Hamburger und Berliner Straße sprechen von moderner Verkehrsbezogenheit. Was aber hat es mit dem Namen Hunnenburg auf sich, die sich ein kurzes Stück hinter der Elbstraße fast versteekt am Berghang hinzieht? Sie ist zum Teil manchem Lauenburger Oberstädter nicht einmal der Lage nach bekannt, ganz zu schweigen von der Bedeutung des Namens dieser romantischen kleinen Gasse. Alle bisherigen phantasievollen Erklärungen fanden bis heute keine feste Bestätigung,

6. Der seinerzeit nur als Trampelpfad benutzte 'Graben' wurde allmählich bebaut und bot mit seinen schlichten Häusern unter schattigen Bäumen ein Bild idyllischen Friedens. Allerdings ist der einstige soziale Charakter dieses Stadtteils an der Bescheidenheit seiner Architektur unverkennbar als 'ArmeLeute-Viertel', dessen einziger und oft genug fragwürdiger Reichtum der Kindersegen war. Und noch lange grassierte von dem anheimelnden Hause rechts im Vordergrunde das fast boshaft spöttische Wort einer 'Kinderfabrik'. Heute ist es abgerissen, und an seiner Stelle stehen nüchtern praktische KfzGaragen.

7. Das alte Lauenburg war einst in erster Linie strombezogen und der Elbhang mehr oder weniger nur das Hinterhaus der Stadt. Es gab früher praktisch auch nur einen einzigen brauchbaren Zugangsweg zur Elbstraße durch die Grünstraße. Der Hohle Weg blieb aus Gründen der Schlofsverteidigung lange Zeit unbebaut, und der Graben war nichts anderes, als was sein Name sagt, eine vom Wasser ausgespülte Hangrinne, gerade gut genug, das von einigen Bürgern der Unterstadt gehaltene Weidevieh auf die Koppeln zu treiben, Auf einer alten Karte von 1736 ist noch eine Sperre verzeichnet, die bezeichnenderweise den Namen Kuhtor trägt, Die Treppe auf dem Bilde ist erst in neuerer Zeit entstanden.

8. Die Brücke ist eng verbunden mit Schloß und Landesgeschichte. In früher Zeit war sie sicher nur eine hölzerne Zugbrücke, die den Zugang zum Schloß zusammen mit einem Torturm sicherte. Vor der Brücke lag die kleine Freiheit, auf der die Herzöge von Lauenburg Gericht abhielten - die 'Alte Wache'. Als das Herzogtum erlosch, verloren Schloß, Tor und Brücke ihre alte Bedeutung. Nach 1814 wurde die verfallene Brücke von einem neuen Landesherrn, dem Dänenkönig Friedrich VI., als steinerne Brücke erneuert. Sie erhielt seinen Namen. Das Bild zeigt noch den ursprünglichen Aufgang vom Hohlen Weg, bevor er bei weiterer Erneuerung seine jetzige Gestalt erhielt.

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