Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Auteur
:   Ulrich Baum
Gemeente
:   Lauenstein am Ith
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0139-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauenstein am Ith in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Yß hyr denn nu nemand bekandt, Dey mick bringt in dat Sassen Land, Woll twiscken Dyster und Laine, Woll thou des Edlen Försten syn Huß, Dat Hueß thoum Lawensteine.

Henneke Knecht wird in der Fremde vom Jammer nach Haus gepackt. Von den wenigen in Niederdeutschland gewachsenen Liedern ist das 'ole Leisken van Henneke Knecht' vielleicht das beliebteste gewesen. Es entstand vor viereinhalb Jahrhunderten mit großer Wahrscheinlichkeit in unserer engeren Heimat, im Amt Lauenstein.

Sehnsucht nach der alten Heimat - viele hat es in die weite Welt verschlagen, und ihre Gedanken ziehen immer wieder nach dem 'kleinen Bergnest am Ith' zurück. Die Daheimgebliebenen, die Alten - in ihrer Erinnerung ist das alte Lauenstein, das Lauenstein ihrer Kinderjahre lebendig geblieben. Die Jungen, die Zugezogenen - sie kennen nur das Lauenstein von heute, sie wissen wenig vom Gestern. Für sie alle ist dieses Büchlein gedacht.

Vorangestellt sei ihm ein kurzer Absteeher in die Geschichte; denn erst im Bliek auf die Vergangenheit

enthüllt sich das Heute. Der Flecken Lauenstein kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Der Name ist von der 1247 erstmals urkundlich erwähnten Burg auf den Ort übergegangen, der sich in ihrem Schutz entwickelte. Die Herren von Homburg, später etliche adelige Familien und zuletzt von der Obrigkeit eingesetzte Amtmänner verwalteten von hier aus das Amt Lauenstein, zu dem vierzig Ortschaften im Gebiet zwischen Ith, Hils und Leine gehörten. Anläßlich einer Altarstiftung wird der Ort erstmals 1430 genannt. Wenig später besitzt er 1433 mit Bürgermeister und Räten örtliche Selbständigkeit. Mit einer Brandschatzung des Fleckens nimmt 1518 die blutige Hildesheimer Stiftsfehde ihren Anfang. In dieser Zeit gründen Neuansiedler vor den Toren des Ortes den selbständigen Flecken Damm. Lauenstein, von alters her mit vielen Privilegien begnadet, erlangt 1590 auch das Marktrecht. Nach den Wirren und Schrecknissen des Dreißigjährigen Krieges legt 1730 ein Brand den Flecken in Schutt und Asche. Dem Wiederaufbau folgen zahlreiche Einquartierungen, Plünderungen und Besetzungen. Erst nach der französischen Okkupation und der Annexion durch Preußen 1866 tritt verhältnismäßige Ruhe ein. Nachdem dann 1874 die Flecken

Lauenstein und Damm vereinigt wurden und das ehemalige Amtsgebiet 1885 an die neuen Kreise Hameln, Gronau und Alfeld aufgeteilt wurde - die stolze Burg war schon seit fast zwei Jahrhunderten zerfallen -, verliert unser Flecken an Bedeutung. Das Alltagsleben seiner Einwohner jedoch fließt in ruhigen Bahnen weiter dahin, mit aller Freud und allem Leid.

Aus dem halben Jahrhundert zwischen 1880 und 1930 soll in diesem Büchlein berichtet werden. Diese Zeit soll vornehmlich in Bildern zu uns sprechen, begleitet von kurzen Kommentaren. Die Fotografie hatte das 'Licht der Welt' erblickt. Nun war es möglich geworden, Bilder vom Ort, von seinen Bürgern, von den Alltagsereignissen festzuhalten. Hatten zunächst nur wenige Berufsfotografen sich dieser neuen Kunst bedient - so in Lauenstein der 'Maler & Photograph Aug. Fehrs' -, fingen nach und nach immer mehr Amateure an zu 'knipsen'. Vieles von dem, was in diesem ersten halben Jahrhundert der Fotografie hierorts im Bilde festgehalten wurde, schlummerte bereits vergessen in Kisten und Kasten, in Schränken und auf Böden. Wieder ans Licht gebracht, soll es uns jetzt erzählen von Häusern und Straßen, von Festen und Feiern, von Gruppen und Vereinen, von Einzel-

nen - von dem, was Lauenstein einmal war.

Viele haben dabei mitgeholfen, nach vergessenen und versteekten Bildern zu suchen. Die Ausbeute war überraschend groß, so daß die Auswahl schwerfiel, Die Reihenfolge der Bilder entspricht einem Rundgang durch den Flecken. So blieken wir denn auf den folgenden Seiten von den Waldrändern auf das bergumschlossene Lauenstein herab, sehen auf dem Witwenplatz die Pferdekutschen rollen, sind auf dem Felde bei Opa Meyer und seinen Pferden, suchen Eltern oder Großeltern auf Schulbildern wiederzuerkennen, werfen einen Bliek auf die große Meyersche Mühle, gehen am Tivoli und dem 'Keiler' vorbei, treffen feierliche und fröhliche Vereine, begegnen alten Originalen: dem 'alen Pingsten' , 'Rarnunks' und der 'Butter-Minna', sehen die 'Kapelle Krach' (leider können wir sie nicht mehr hören!) und ruhen uns nach all den vielen Erlebnissen auf der Eichenallee am Krähenberg aus.

Bleibt noch der beste Dank allen denen zu sagen, die dazu beitrugen, daß dieses Büchlein Wirklichkeit werden konnte. Möge es manche Erinnerung wachrufen und Alt und Jung viel Freude bereiten!

LAUENSTEIN

8lic:' von der Ziegenbuche

1. Meyers Großes Konversatiens-Lexikon, 1900: LAUENSTEIN. Flecken im preuß. Regbez. Hannover, Kreis Hameln, ca. 200 m ü.M, in einem Tal zwischen dem Ith und dem Thiister-Berg, hat eine evang. Kirche, Burgruine, Amtsgericht, mechanische Weberei, 2 Stuhlholzfabriken, 2 Handelsmühlen u. 1110 Einw.

Visitationsbescheid des königlichen Konsistoriums, 1897: ... verkennen wir nicht die besonderen Schwierigkeiten, welche unter den dortigen Verhältnissen einer erfreulicheren Entfaltung des kirchlichen Lebens entgegentreten. Sie liegen namentlich in den Arbeiterkreisen mit ihren socialdemokratischen Einwirkungen, in den vielen Vergnügungsreisenden resp. Sommergästen in den wirths- und anderen Häusern und in der erheblichen Entfernung eines Theiles der Gemeinde vom Kirchorte. Foto: 1906.

2. Die wohl älteste fotografische Ansicht von Lauenstein zeigt einen Blick von der Wallstraße über Domanialgarten und Amtsrichterwohnhaus gegen den Apkenberg. Im Vordergrund sind Reste der ehemaligen Fleckensmauer zu erkennen. Ganz rechts schaut das Dach der alten Zinsscheune aus den Obstbaumkronen hervor. Der Ausblick auf die drei ersten Häuser am Rennenberg (links) wurde damals noch nicht vom Amtsgerichtsgebäude verdeckt, das 1894(1895 von Maurermeister OUo Paul Ecke errichtet wurde. Auf dem ehemaligen Vorwerksgelände, seit 1854 Gartenland, wurde 1891 die damalige neue Schule mit einem relativ kleinen Schulhof gebaut. Erst 1926 wurde der 1 Morgen große restliche Apfelgarten in einen Turn- und Spielplatz umgewandelt. Foto: um 1890.

3. Ältester Zeuge der Lauensteiner Profanarchitektur war der alte Schafstall von 1566. In einem fast regelmäßigen Fünfeck war das Vorwerk - das heutige Schulgelände - zu Füßen der Burg angelegt. Die Gebäude waren von imposanter Größe: die Zehntscheune 60 Meter, das Stallgebäude 50 Meter, der Schafstall 30 Meter lang. Nachdem Zehntscheune und Stall bereits Mitte des vorigen Jahrhunderts abgebrochen und in anderer Form auf Hof Spiegelberg als Wirtschaftsgebäude wiedererrichtet wurden, konnte der Schafstall, auf den der Name Zinsscheune übertragen wurde, durch Professor Rudorff zunächst erhalten werden. Infolge mangelnder Pflege verfiel später dieses ehrwürdige Bauwerk immer mehr, so daß es schließlich 1973 abgerissen werden mußte.

4. Aus Dieckhoffs 'Führer durch das Oberwesergebiet', 1912; Lauenstein (190m), Flecken mit ca. 1100 Einw., Amtsgericht. Der sehr hübsch gelegene Ort ist auf drei Seiten von Wald umgeben, der bis dicht an ihn heranreicht, und eignet sich vorzüglich zur Sommerfrische. Gasthäuser: Lauensteiner Hof und Ratskeller (Timpe}, Goldener Lowe, Krug zum grûnen Kranze, Jägerhof; in allen ZmF (Zimmer mit Frûhstûck} 2 - 3 M, Pension 3 - 4 M Auskunft iiber Privatwohnungen usw. durch den Verschonerungsverein. (C. Reichwagen).- Bahnhof 20 Min. nordöstlich.- Spaziergdnge und Ausflüge bieten die urnliegenden Wälder und Hohen in reicher Fûlle. Den schonsten Bliek auf den reizend im Bergkessel gelegenen Ort hat man vom Knickbrink, 10 Min. Foto; 1921.

5. Ein Postkartenausschnitt aus dem Jahre 1901 zeigt uns das damalige Ortszentrum aus der leicht idealisierten Sicht eines Zeichners: elegante Zweispänner, Fahrräder - seinerzeit noch meist Veloziped genannt - und eine stattliche Anzahl von Spaziergängern im Sonntagsstaat - die Damen mit Sonnenschirm - beleben den 'Witwenplatz'. Dieser Platz vor der Kirche hatte seinen Namen nach dem Pfarrwitwenhaus bekommen, einem Vorläufer des Wilkeningschen Hauses, das aus diesem Bliekwinkel heraus nicht zu sehen ist. Der ehemalige Kunzesche Vollmeierhof wurde 1836 Wohnsitz des sogenannten 'zweiten Beamten' (später Amtsrichter) und kurz vor der Jahrhundertwende in das 'Hötel Lauensteiner Hof umgewandelt.

6. Der schöne Fachwerkbau des Ratskellers ist hier noch in seiner ursprünglichen Art zu sehen - ohne moderne Fenster und Schaufenster, ohne Verkaufsautomaten, ohne die zahlreichen Reklameschilder. Gemächlich fuhr man mit dem pferdegezogenen Kutschwagen, und gemütlich saß man im Sommer auf der kleinen Terrasse vor dem Haus. 'Raths-Keller' wurde noch mit th geschrieben. Auch der Name bestand noch zu Recht; denn im Saal über der Gaststube trat der Gemeinderat zu seinen Sitzungen zusammen. Als einziges Gebäude wurde der 'Keiler' mit einer längeren Inschrift versehen: ANNO 1730 DEN 20 OCTOBER IST DISES FLECKEN DURCH EINE UNGLUCLICHE FEUERS BRUNST IN DIE ASSCHE GELEGET WORDEN ANNO 1732 DEN 7 NOVEMBER DURCH GOTTES HULFE DIESES HAUS WIEDER AUF GERICHTET.

7. Dort, wo heute an der Hauptstraße das Postgebäude steht, gab es früher ein Tivoli, einen mit steinerner Brüstung umgebenen Kaffeegarten auf steinernem Unterbau. Es gehörte zum Ratskeller und lag diesem schräg gegenüber. Kellerwirt Timpe nutzte den Unterbau als Lagerraum für Kartoffeln und Rüben; dort standen auch Landauer und Postschlitten. Mitten auf dem Tivoli gab es eine kleine Grünanlage, um die sich die Tische gruppierten. und einen Platz für die Musik,

Die Umwandlung der friiheren Amtsrichterdienstwohnung in das Hotel 'Lauensteiner Hof' hat den Fremdenverkehr nicht unwesentlich gefordert, berichtete 1901 Bürgermeister Hausmann. Als in der Folgezeit der Betrieb sich nach dorthin verlagerte, war das Tivoli mit der Zeit dem Verfall preisgegeben,

8. Flankiert von den beiden 'Böllern', hat sich der Kriegerverein zur Aufnahme postiert. Wir erkennen unter anderen am rechten Böller 'Zeppel' Müller, hinter dem Bernhardiner Förster Bergeés, hinter dem Trommler 'Graf' Renziehausen, in der vorletzten Reihe als Dritten von links 'Onkel Bräsig' Gärtner Lüders und links neben der Fahne Schneider August Müller. Trommler Schrader und Trompeter 'Schellwitz' Arens zogen an Kaisers Geburtstag mit 'Freut euch des Lebens' durch den Ort, und die Burschen sangen: Freut euch des Lebens, Lauensteiner Mddchen haben Hosen an. Alles ist vergebens, keine kriegt 'nen Mann! Der 1911 verstorbene Schnäpel war Fahnenschwinger. Er schwenkte zu den 'Lustigen Hannoveranern' die Fahne, die jetzt im Hamelner Museum aufbewahrt wird.

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