Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten

Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten

Auteur
:   Anneliese Rebmann
Gemeente
:   Lauf an der Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1829-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauf an der Pegnitz in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der niederländische Verlag 'Europäische Bibliothek' bringt seit Jahren eine Zusammenstellung von alten Ansichten westeuropäischer Städte heraus. Die Aufnahmen sollen dem Zeitraum von 1880-1930 entstammen, einer Zeit also, in der es erst durch die Erfindung der Fotografie möglich wurde, Lichtbilder in 'unnachahrnlicher Treue' herzustellen. Es war nun für jedermann möglich - was früher nur privilegierten Kreisen vorbehalten war - Porträts von sich und seiner Familie, Erinnerungsfotos von Vereinen und Gesellschaften und auch Ansichten von Ortschaften anfertigen zu lassen. Diese Erfindung erst ermöglicht es uns nun, anhand dieser Lichtbilder Vergleiche zwischen damals und heute anzustellen, und um dies auch in städtebaulicher Hinsicht tun zu können, ist es vielleicht doch notwendig, auf die Entstehungsgeschichte von Lauf kurz einzugehen.

Der Ort erhielt seinen Namen von dem hier überaus starken Gefälle (Lauffen) der Pegnitz. Diese Wasserkraft nutzend, siedelten sich bereits im 13. Jahrhundert Mahlmühlen am Flußufer an, denen dann später Säge- und Drahtmühlen, Eisen- und Messinghämmer folgten, An der nördlichen Seite der Pegnitz entstand am Abhang eine aufgelockerte Siedlung der Acker-

und Viehzucht treibenden Bevölkerung, die als das 'alte Dorf' bezeichnet werden kann. Sie war an der alten Reichsstraße Forchheim-Regensburg entstanden, die hier den Fluß überquerte.

Unabhängig davon wurde auf der Anhöhe - an der bedeutenden Handelsstraße Prag-Nürnberg - planmäßig ein Markt errichtet. Die Anlage der Häuser ist durchgehend gleich; sie besteht aus einem Wohnhaus mit einer dem Marktplatz zugekehrten Giebelseite, einem Hof, meist offenen Galerien und einem rückwärtigen Wirtschaftsgebäude, einem Stall und einer Scheune. Bewohnt wurde der Markt vorrangig von Gewerbetreibenden. Neben diesen voneinander so verschiedenen Ansiedlungen war auf einer Insel in der Pegnitz noch eine Burg vorhanden, die 1243 erstmals urkundlich erwähnt wird. Sie wurde 1301 zerstört und erst unter Karl IV., als Lauf 1353-1373 zur Krone Böhmens kam, wieder aufgebaut. Unter Karl IV. erhielt Lauf Stadtrecht und damit die Berechtigung, zum Schutze der Bevölkerung Dorf und Markt mit einer Mauer zu umgeben. Die Ortseingänge waren durch Tore gesichert. Im Süden durch die Pegnitz geschützt, war es notwendig, die anderen Seiten noch mit tiefen Gräben zu umgeben. Wenn auch die

Stadtmauer in ihrer damaligen Stärke nur noch geringfügig vorhanden ist, so hat die Stadt - was Anlage und Bauordnung betrifft - nahezu unverändert die Jahrhunderte überdauert.

Große Veränderungen sind dagegen um 1900 in den Gebieten außerhalb der Stadtmauer zu verzeichnen. Durch den Bau der beiden Bahnlinien NürnbergAmberg und Nürnberg-Bayreuth begann die Ausweitung der Stadt nach Norden und Süden. In dieser Zeit erfolgte die Durchführung der Kanalisation, Verlegung der Wasserleitungen, Neupflasterung und Anbringung von Gehsteigen und - was besonders einschneidend für das Leben aller Bevölkerungsschichten war - die Errichtung eines Elektrizitätswerkes und die damit verbundene Stromlieferung an die Hanshaltungen und Betriebe. Dies machte es möglich, daß sich Fabriken - unabhängig vom Flußufer - im Süden der Stadt ansiedelten und die metallverarbeitenden Betriebe an der Pegnitz mehr und mehr verschwinden ließen.

Ebenfalls um diese Zeit entstanden - den Bedürfnissen entsprechend - viele neue Gebäude, wie das Krankenhaus, der Schlachthof, das Bezirksamt, um

nur einige zu nennen. In dieser Zeit entfaltete sich auch ein äußerst reges Vereinsleben ; es sind in keiner Zeit so viele Vereinsgründungen zu vermelden wie um 1900.

So soll nun dieser Band nicht nur fotografische Aufnahmen von Straßen und Plätzen der Stadt zeigen, sondern auch von den Menschen, die hier lebten und arbeiteten. Die Fotografien sind ausnahmslos aus den Beständen des Stadtarchivs Lauf. Bemerkenswert daraus ist eine Sammlung von Aufnahmen, in der Baron Guido von Volckamer auf Kirchensittenbach 1894 in 38 'Moment-Photographien' Szenen vom Laufer Kunigundenfest festhielt und der Stadt zum Geschenk machte. Dann ist eine große Anzahl Fotos den Laufer Fotografen Hans und Joh. Georg Schwemmer sowie Conrad Schwemmer zu verdanken, die jahrzehntelang maßgeblich an allen Aufnahmen beteiligt waren, sei es von der Stadt, sei es von ihren Einwohnern.

Das Bild auf dem Einbanddeckel zeigt eine Ansicht der Johanniskirche - vom Marktplatz aus gesehen mit einem der schönsten Fachwerkhäuser, der Wittmann'schen Wirtschaft. Dieses Bild ist nur noch Erinnerung; das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört.

1. Wenn man - von Nürnberg kommend - sich der Stadt nähert, so gelangt man entweder geradeaus durch das Untere Tor auf den Marktplatz, oder man wendet sich nach links und umgeht die Stadt am alten Graben entlang. Genau an der Straßenbiegung steht ein hübsches Haus, an dessen Längsseite sich ein kleiner Garten befindet. In diesem Gebäude eröffnete um die Jahrhundertwende der Kaufmann Ernst Geißler einen Gemischtwarenladen mit einem reichhaltigen Angebot an Kolonialwaren, Weinen, Spirituosen, Farbwaren, Zigarren, Zigaretten, Tabak und Munition. Auf der anderen Seite der Straße, direkt am Graben, steht das Haus des Juweliers und Goldschmieds Carl Rempel; daneben die Wirtschaft Fritz Wagner. (Aufnahme um 1919.)

2. Über den Stadtgraben, der hier unter der darüber führenden Straße aufgeschüttet ist, gelangt man durch das Nürnberger Tor in die Innenstadt. Der Torturm wurde um 1526 erneuert und zum Zeichen ihrer Macht ließ die Reichsstadt Nürnberg - zu der seit 1504 auch Lauf gehörte - über dem Durchgang ihre zwei Wappen anbringen und darunter in einem Kreis das Laufer Stadtwappen. Jetzt ist das Tor, das Wohnzwecken dient, nur noch ein verbliebener Rest der einstigen Stadtbefestigung. Die Mauer selbst wurde 1819 auf Abbruch verkauft. Als der Durchgangsverkehr in den dreißiger Jahren ständig zunahm, wurden zu beiden Seiten des Tores Fußgängerpforten geschaffen.

3. An der Innenseite des Nürnberger Tores war bis zum Bau eines Fußgängerdurchgangs 1937 ein Gebäude an der Stadtmauer angebaut, das jahrhundertelang als Wirtschaft bekannt war. Man müßte viele Namen aufzählen, wollte man die Besitzer und Pächter dieses Hauses nennen. Auf der gleichen Straßenseite steht noch das Haus des Schweinernetzgers Andreas Mörtel und auf der gegenüberliegenden Seite das des Mastochsen- und Schweinernetzgers Hans Keltsch. Der Besitzer des danebenstehenden Hauses ist auf einem herausragenden Schild abzulesen. Es ist Hans Pfarrer mit seinem 'ZahnAtelier'; jetzt würde man Zahnarzt-Praxis sagen. Am Nürnberger Tor sind noch einige Schilder angebracht, die darauf hinweisen, daß langsam gefahren werden soll und daß für Lastwagen gesperrt ist. (Aufnahme Rödel um 1930.)

4. Wendet man sich von der Mitte des Marktplatzes nochmals zurück zum Nürnberger Tor, so fällt einem vor allem das vor der Johanniskirche stehende schöne Fachwerkgebäude auf. Es war die - 1944 durch Bomben zerstörte - Gastwirtschaft Wittmann. Hier, am unteren Teil des Marktplatzes. der im 13. Jahrhundert planmäßig errichtet wurde, beginnt die fortlaufende Numerierung der Häuser, und zwar beim Nürnberger Tor mit der Nr. 2 und endet wieder hier bei dem an der Stadtmauer angebauten Haus mit der Nr. 57; die Nr. 1 hat das Rathaus. Die fortlaufende Numerierung ging dann auf der linken Straßenseite in der Johannisstraße weiter. Erst um 1910 wurde für jede Straße gesondert eine neue Hausnumerierung eingeführt. (Ansichtskarte H. Reuter, Laufum 1925.)

5. Am 12. und 13. Juli 1913 fand in Lauf der Mittelfränkische Kreisfeuerwehrtag statt, verbunden mit dem fünfzigjährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Lauf. Diese war aus dem 1861 gegründeten Turnverein hervorgegangen. Zu den Programmapunkten gehörte auch eine für Sonntag vormittags 11 Uhr vorgesehene große Übung der hiesigen Feuerwehr auf dem Marktplatz, die zu dieser Zeit 345 aktive und diensttuende Mitglieder zählte. Die Feuermeldung erfolgte vom Turm durch Anschlagen an die Feuerglocke und bei einem Brand in Lauf durch Lauten der Kirchenglocken. Als Aufbewahrungsort der Geräte diente eine der Stadt Lauf gehörende Halle am Bahnhofsplatz rechts der Pegnitz. (Aufnahme Richard Weigmann.)

6. Einer der wenigen noch erhaltenen malerischen Innenhöfe aus dem 17. Jahrhundert befindet sich im Anwesen Marktplatz Nr. 13 - Eisen- und Haushaltswaren August Heinlein. Die Galerie mit ihren gedrehten Stützsäulen, die im 1. und 2. Stock entlangführt, ist Arbeit Laufer Drechsler. Im Vorderhaus wurde 1846 die Postexpedition untergebracht. Der damalige Postexpeditor und gleichzeitige Essigfabrikant war Andreas Heiniein; später übernahm dann dessen Sohn Johann dieses Amt. Erst nach dessen Tod 1888 wurde die Post ins Rathaus verlegt. Leider wurde auch dieser Hof im Zweiten Weltkrieg zum Teil zerstört. (Aufnahme um 1910.)

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7. Im östlichen Teil des Rathauses - 'im Parterre' - wurde am 11. August 1888 die königliche Post untergebracht. Im Vordergrund des Bildes sind drei Briefträger gerade dabei, vor ihrer so wichtigen Tätigkeit eine kleine Prise Schnupftabak zu nehmen. Vier Postboten versorgten den Stadtbezirk, zwei die Landbezirke. Davon hatte der eine 20 Kilometer, der andere 14 Kilometer zurückzulegen; die Pakete mußten mit Handkarren ausgeliefert werden. 1896 wurde auf dem Marktplatz der schöne Kunstbrunnen aufgestellt. Er kostete 'fix und fertig' 524 Reichsmark und 22 Pfennig. 1899 bekam das Rathaus dieses reichverzierte Türmchen aufgesetzt. (Aufnahme um 1900.)

8. Beachtenswert auf diesem Foto vom unteren Markt ist die ganz links im Bild stehende Straßenlaterne. Sie war eine der ersten elektrischen Lampen, die im Dezember 1895 probeweise aufgestellt wurden. Diese beiden Lampen, eine am Oberen und eine am Unteren Tor, waren so außergewöhnlich, daß im Laufer Wochenblatt dieses Ereignis so beschrieben wurde: Die Beleuchtung nahm sich sehr gut aus, insbesondere war der Marktplatz [ast taghell beleuchtet. Ebenfalls ganz links ist die zur Saarstraße führende Fa1knerstraße zu erkennen. Sie entstand erst nach einem Brand, der im Juli 1869 fünf Wohnhäuser samt Hintergebäuden einäscherte. Die Stadt erwarb damals das Ruinengrundstück Haus Nr. 11 und ließ dort einen Verbindungsweg vom Marktplatz zur damaligen Grabenstraße anlegen. (Aufnahme um 1895.)

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