Lübeck in alten Ansichten Band 2

Lübeck in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl-Heinz Axen
Gemeente
:   Lübeck
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5425-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Lübeck in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Vor zehn Jahren, liebe Leserin, lieber Leser, schrieb ich mein erstes Buch aus der Serie 'Lübeck in alten Ansichten', ebenfalls ein Bildband, der 140 Abbildungen enthält und die Zeit um die Jahrhundertwende in Lübeck beschreibt. Mit diesem ersten Band begeben wir uns auf die Reise durch die ehrwürdige alte Hansestadt. Neben den großen Sehenswürdigkeiten kommen die Kultur, aber auch die Straßen, Plätze und Gassen nicht zu kurz. Trotz des umfangreichen Bildmaterials konnte bei weitem nicht alles erwähnt werden. Manche Begebenheit wurde nur am Rande gestreift. Darum gibt es noch viel über Lübecks Vergangenheit zu schreiben.

Schon bald nach dem Erscheinen meines ersten Buches wurde ich nach einem Folgeband befragt. Der Grund für die große Zeitspanne, die zwischen der Herausgabe der Bücher lag, war nicht unbedingt der Inhalt, den es zu bearbeiten galt, es lag vielmehr an der Beschaffung des Bildmaterials. 280 alte Ansichtskarten und Fotos die Lübeck auf verschiedene, möglichst noch unveröffentlichte Art darstellen sollen, sind selbst durch Sammler mit großen Bildarchiven nur schwer zu beschaffen. Zum anderen wollte ich trotz der Fülle der verfügbaren Abbildungen nicht Bedeutungsloses zu Papier bringen.

In diesem Band habe ich bewußt solche Informationen entfallen lassen, die bereits im ersten Band ausführlich beschrieben wurden. Im übrigen fiel es mir häufig schwer, die Gegebenheiten eines Themas in den wenigen zur Verfügung stehenden Zeilen verständlich unterzubringen. Bestimmt ist Ihnen die eine oder andere Abbildung durch andere Schriften vertraut. Es sollte Sie nicht weiter stören, denn gerade in solchen Fällen habe ich mich um Inhalte bemüht, die nicht unbedingt jedem bekannt sind.

Auf dem Lübecker Markt beginnt der Weg des zweiten Bandes, der uns wieder durch Lübecks Vergangenheit führen wird. Durch die Gegebenheit, daß der überwiegende Teil der abgebildeten Karten und Fotos heute nicht mehr dem Zustand der Straßen und Häuser von damals entspricht, könnte der Leser beim Studieren des Buches durchaus zur gedanklichen Rekonstruktion veranlaßt werden. Mit anderen Worten, das alte Stadtbild soll in Erinnerung gerufen werden. Die Reihenfolge der Abbildungen ist nach dem Schema des ersten Bandes festgelegt. Bewußt habe ich wieder einige Bilder Schwartaus einfließen lassen. Zählen wir diesen schönen Ort, schon wegen seiner Nähe zu Lübeck, einfach hinzu.

Wie bereits erwähnt, beginnt unsere Wanderung

durch den alten Lübecker Stadtstaat auf dem Marktplatz, von dem aus der Weg über den Kohlmarkt zum schönen Klingenberg führt, auf dem noch der alte Brunnen steht. Luftschiffe begleiten uns dann die Breite Straße hinab. Wir passieren das historische Gebäude der Schiffergesellschaft und verweilen am Geibelplatz, der noch nicht den Namen Koberg trägt. Lesen anschließend, wie es Thomas Mann nach seinem Roman 'Buddenbrooks' erging und gelangen dann in die Königstraße. Danach blieken wir auf den stattlichen Bau des Stadttheaters, mit seiner herrlichen Jugendstilfassade. Über die Straße Schüsselbuden gelangen wir in den Bezirk der Obertrave und von dort über die Parade in die Mühlenstraße . Wir wandern um den Dom herum, den Elbe-Trave-Kanal hinab, streifen die Vorstadt St. Jürgen und die Wakenitz mit einigen Abbildungen. Im Anschluß passieren wir die Vorstadt St. Gertrud und gelangen zu den Anlagen des Burgtores. Von dort führt uns der Weg in den Bereich der Altstadt, deren Straßen am Kanal und am Krähenteich enden. Uns begegnet der Bau des Johanneums mit der alten Hauptfeuerwache, das Johannis-Jungfrauenkloster und die Jüdische Synagoge mit ihrem historischen Kuppelbau. Vom Ortsteil St. Jürgen gelangen wir über die Lachswehrallee hinaus nach

Moisling, das erst spät zu Lübeck kam. Am neuen Hauptbahnof begegnet uns erstmals Kaiser Wilhelm Il. Weiter geht es über die hübsche Puppenbrücke vorbei am Holstentor, dem Wahrzeichen Lübecks, entlang der Untertrave nach Israelsdorf. Wir passieren die Herrenbrücke, lassen das Fischerstädtchen Schlutup am rechten Traveufer liegen, um im Seebad Travemünde haltzumachen. Ein kleiner Fahrgastdampfer bringt uns dann nach Schwartau. Wir durchstreifen eine Weile die Straßen des Ortes und erfahren am Schluß des Buches, wie ernst es für die Lübecker Garnison im Ersten Weltkrieg wurde.

Ieh hoffe mit diesem zweiten Band der Serie 'Lübeek in alten Ansichten' Ihre Zustimmung gefunden zu haben. Vielleicht wird in späteren Jahren nochmals in Bildern um die Jahrhundertwende zu berichten sein, bis dahin jedoch bedarf es noch Zeit für weitere Reeherehen und viel Geduld beim Zusammentragen von neuem Bildmaterial.

Mein besonderer Dank gilt Herrn Otto Rhode , der seine Ansichtskarten zur Verfügung stellte , aber auch meinen Freunden, die mich tatkräftig unterstützten.

1. Der Adler war als Feldzeichen der römischen Legionen der Ursprung aller heutigen in Staatswappen abgebildeten Adler. Nachweislich wurde der einköpfige Adler 1318 als Lübecker Hoheitszeichen geführt. Mit zwei Köpfen fand er sich zunächst auf Münzen. Später kamen der sogenannte Reichsadler und die in Schildform gehaltenen weiß-roten Farben nebeneinander als Lübecker Hoheitszeichen zur Abbildung. Im 15. Jahrhundert wurde das Adlerwappen mit einern weiß-roten Brustschild versehen. wornit das lübeckische Staatswappen entstand. Weiß-rot, die Farben der Staufer Kaiser , wurden die Farben der Hanse und blieben bis heute die Farben der Hansestadt Lübeck.

2. Diese herrliche, im Prägedruck erstellte Ansichtskarte zeigt uns den Lübecker Markt um die Jahrhundertwende. Wir blieken auf das kaiserliche Postamt, auf den Marktbrunnen, und auf den sogenannten Kaak im Vordergrund des Bildausschnittes. Häufig veränderte sich das Gesicht des Marktplatzes. 1822 mußten die Häuser der Westseite dem Bau des Postamtes weichen. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts hielt der Straßenbahnverkehr Einzug auf dem Marktplatz. In spateren Jahren säumten streng geschnittene Bäurne den Platz. 1935 fiel der Markthrunnen dem Nationalsozialismus zum Opfer. Am Palmsonntag 1942 lag dann vieles in Trümmern, lediglich das Rathaus, das Postamt und der Finkenbauer, fälschlich Kaak genannt, blieben von den Brandbomben verschont.

Lübeck Marktplatz mit Post.

3. Auf dieser Ansichtskarte von 1908 kommt die neugotisch gehaltene Fassade des Post- und Telegrafenamtes besonders deutlich zum Ausdruck. Auf der Mitte des Marktplatzes steht der bereits erwähntc, 1873 errichtete 15 Meter hohe Brunnen. Das nicht nur in Lübeck bis dahin so vielgestaltige Postwesen wurde 1871 per Gesetz zentralisiert und durch die Reichspost fortgeführt. Um dem ständig ansteigenden Postverkehr gewachsen zu sein, wurde sehr bald ein größeres Postgebäude erforderlich. So kam es, daß 1880 die ersten Kaufverträge zwischen der Reichspostverwaltung und den Besitzern der Häuser an den Schüsselbuden abgeschlossen wurden. 1884 nahm die Reichspost das architektonisch umstrittene, nach dem Geschmack der Zeit erbaute Postamt in Betrieb.

LOBECK

Markt mil Rathaus und Ma"ankirche

4. Einen eher trostlosen Eindruck vermittelt uns dieses herbstliche, um 1904 entstandene Foto vom Lübecker Marktplatz, auf dem wir links den Kaak mit seiner charakteristischen Dachform über den Planwagen erkennen können. Den Hintergrund der Ansicht bildet die von Windlöchern unterbrochene Südwand des Rathauses, die sich über den von einem sechsteiligen Laubengang getragenen Renaissancevorbau emporhebt. Unter diesem Laubengang führt eine Treppe in den bekarmten Ratsweinkeller , den auch Kaiser Wilhelm Il. einige Male aufsuchte.

5. Durch laufend steigende Preise in der Inflationszeit - das Wort 'Inflation' bedeutet nach dem Lateinischen 'Aufblähung' - kam es zum kritischen Zustand des Geldwertverfalls. Die daraus resultierende Verknappung des Geldes hatte eine Vermehrung der umlaufenden Geldmenge zur Folge. Denn dieser Zustand veranlaßte letztlich Städte und Gemeinden dazu, eigenes Papiergeld zu drucken, da selbst die Reichsdruckerei den anfallenden Bedarf nicht mehr abdecken konnte. In der Vorinflation war es den Städten gestattet, Scheine zwischen 50 und 1 000 Mark herauszugeben. Aus den Gleisen geriet die Notendruckerei 1923 als etwa 80 000 verschiedene Scheine im Reich gedruckt wurden. Wie uns die Abbildung zeigt, war die Lübecker Stadtkasse am 11. August 1923 mit einem Schein über 1 Millionen Mark dabei.

Lübeck - ArkE.den

6. Von den Arkaden des Rathauses auf dem Marktplatz führte die Linie 9 durch die Moislinger Allee zum bekannten Ausflugslokal 'Moislinger Baum', wo sich die Endstation befand. Mit Pferdebahnen, die bereits 1881 auf wenigen Strecken verkehrten, begann einst der Personen transport in Lübeck. Lange Zeit hatte der aufwendige Transport per Pferdekraft keinen Bestand, denn bereits 1894 ersetzten elektrifizierte Straßenbahnen die Pferdebahnen. Der gewormene Fortschritt hatte seinen Preis, denn die Strornnachfrage Lübecks verdoppelte sich mit dieser Neuerung. Um 1920 entstand dieses Bild mit der Straßenbahn auf dem Marktplatz.

Kohlrnarkt

7. Von den Dächern der Holstenstraße schweift unser Bliek hinab zum Kohlmarkt, der bereits 1608 als 'Kaelrnarkt' erwähnt wurde. In älterer Zeil bestand der Kohlmarkt nur aus der heutigen südlichen Häuserreihe, denn die gegenüberliegenden damaligen Verkaufsbuden wurden noch dem Markt zugeordnet. Aus der bestehenden Häuserreihe heraus verkauften die in der Mühlen- und Holstenstraße ansässigen Kohlenhändler ihre Waren. Wir erfahren, daB im Haus 'Oe Kahlensack' von 1492 bis 1704 Holzkohlen verkauft wurden. Holz wurde für die Versorgung der Industrie und für die Öfen des Landes benötigt. Als Ende des 18. Jahrhunderts die Wälder Senleswig-Holsteins kein Brennholz mehr hergaben, mußte englische Steinkohle zur Versorgung der Lübecker Industrie herhalten.

8. Einen engen, schmalen Eindruck vermittelt uns dieser um 1900 entstandene Lichtdruck vom Kohlmarkt, der dem aufkommenden Straßenverkehr nicht viel Platz bot. Von der Sandstraße fuhr die Straßenbahn über den Kohlmarkt zur Holstenstraße hinab. Erst 1898 wurde diese Strecke eröffnet. Es war die Zeit, als noch farbige Signallaternen den Fahrgästen den richtigen Weg zeigten. 1911, als das Straßenbahnnetz umfangreicher wurde, wiesen erstmals Ziffern auf die einzelnen Linien hin. Wenn wir die heutige, hektische Geschäftigkeit mit dieser Abbildung vergleichen, stellen wir fest, wie gemächlich es einst im Zentrum der Hansestadt Lübeck zu ging.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek