Lüdinghausen in alten Ansichten

Lüdinghausen in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Schöneberg
Gemeente
:   Lüdinghausen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1518-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lüdinghausen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

In seiner Festschrift zum Stadt-Jubiläum Lüdinghausen 1308-1958 hat der langjährige Kreisheimatpfleger und Ehrenvorsitzende der Kreisheimatbewegung, der verstorbene Herr Pfarrer i.R. Stefan Schnieder eine treffende Bezeichung gefunden mit: 'Lüdinghausen, Aus dem Leben einer kleinen Stadt'. Vor 650 Jahren wurden dem Ort durch die Herren von Lüdinghausen die Stadtrechte verliehen. Herr Pfarrer Schnieder hat es verstanden, in seinem Festbuch in anschaulicher Weise aus seinem reichen Wissen über die Geschichte der alten Steverstadt und von dem Geschehen der vergangenen Jahrhunderte zu berichten.

Gute und schwere Jahre sind irn Laufe der Jahrhunderte in der Geschichte der Steverstadt dahin gegangen. Die Herrschaft kam 1424 in den Besitz des Klosters Werden, als Ludolf von Lüdinghausen ohne Leiberben blieb. Der Lehnsherr war der Abt des Klosters Werden. In einem Vertrag wurde festgelegt, in Zukunft niemand anders als den Bischof von Münster mit Lüdinghausen zu belehnen. Die Herrschaft Lüdinghausen blieb von 1509 bis 1802 im Besitz der Bischöfe von Münster. Danach verfiel das Amtshaus, wie alle domkapitularischen Güter der Säkularisation und kamen in staatlichen Besitz. Große Grundstücksflächen in und um Lüdinghausen wurden vom Staat an Bürger verkauft.

Zeugen aus der Zeit vor dem neunzehnten Jahrhundert sind die noch vorhandenen Burgen und

Burganlagen. Im Stadtkern sind keine alten Häuser aus früherer Zeit erhalten. Von sechs großen Bränden meldet die Geschichte, bei denen jedesmal ein großer Teil oder gar die ganze Stadt in Trümmer gelegt wurde. Beim letzten großen Brand wurde auch das letzte Rathaus ein Opfer der Flammen. Über geschichtliche Einzelheiten aus der Vergangenheit berichten ausführlich die vorliegenden heimatkundlichen Schriften und Bücher; besonders das vorstehend angeführte Heimatbuch von Stefan Schnieder 'Aus dem Leben einer kleinen Stadt'.

Die Zusammenstellung der alten Ansichtskarten und Photos aus dem Zeitraum 1880 bis 1930 soll keine Ergänzung der heimatkundlichen Schriften sein. Die kleine Anzahl der Bilder, die nachfolgend mit entsprechender Erläuterung zusammengestellt wurden, sind Erinnerungen aus den vergangenen 50 Jahren. Die junge Generation, besonders aber der Heirnatfreund und alte Lüdinghauser werden bei der Durchsicht eine helle Freude empfinden. Erinnerungen werden wach, vergangene Jahre kommen zurück. Erlebtes wird wieder lebendig. Aber auch für alle anderen soll die Bildzusammenstellung einen Einblick in vergangene Jahre aus dem Leben der kleinen Stadt sein.

Die Straßen mit den Häuserfronten, die freien Plätze mit den Anlagen, die öffentlichen Gebäude, die Schulen und insbesondere die Pfarrkirche sind für alle Betrachter Erinnerungszeichen vergangener Zeit.

Dazu sind Aufnahmen van Personen beigefügt, die nicht unbekannt sein dürften.

Die Hektik der heutigen Zeit, der immer stärker werdende Straßenverkehr und die sonstigen Belastungen dieser Art waren irn Berichtszeitraum unbekannt. Der Handwerker und der Geschäftsmann aus der Innenstadt erlebte seinen Alttag in fleißiger Regsarnkeit ; er hatte neben den Geschäftsräumen und der Werkstatt fast in allen Fällen zusammen mit seiner Frau und den Kindern den großen Garten, teilweise die kleine Landwirtschaft, ein bis zwei Kühe und bestimmt ein bis zwei Schweine zu versorgen. Auch die Pensionshaushalte für die Schüler der Landwirtschaftsschule hatten ihr Auskommen.

Im Außenbereich, also außerhalb der früheren Stadttore entstanden die ersten Ansiedlungen. Die Arbeiter fanden durch ihre Tätigkeit bei einern IO bis 12 Stundentag bei den Sägewerken, bei der Weberei, bei der Ziegelei und sonstigen kleineren Betrieben ihr Auskommen. Sie waren zufrieden, hatten sich ihr kleines Häuschen gebaut und dazu einen großen Garten.

Zu den Sägewerken an der Seppenrader Straße und den Ziegeleien entstand 1910 das Fabrikgebäude vor dem Bahnhof, ein Eisen- und Stahlwerk. Heute ist hier die Kornbranntweinverwertungsstelle (DKV). Um die gleiche Zeit wurden auch die Fabrikanlagen gebaut, in der heute die Bischofwerke ihren Eisenund Stahlbau betreiben. Von einem großen Eisen-

und Stahlwerk am Rohrkamp ist heute nichts mehr zu sehen. Auch beim Bau des Dortrnund-Ems-Kanals in den Jahren 1892-1898 wurden Arbeiter aus Lüdinghausen beschäftigt. Die Eisenbahnstrecke Dortmund-Gronau wurde immer mehr durch Berufstätige ausgenutzt. Zunächst fuhren eine Anzahl Bergleute aus Lüdinghausen zur Zeche Hermann nach Selm, Dann begann etwa nach 1918 die Zeit der Auspendler. Die großen Eisen- und Stahlwerke im Ruhrgebiet insbesondere in Dortmund beschäftigen viele junge Leute aus Lüdinghausen. Zu Ende der zwanziger Jahre wurden Nachteile hierzu bemerkbar. Die immer größer werdende Erwerbslosigkeit wirkte sich besonders bei den Auspendlern aus. Es kam die Zeit der Notstandsarbeiten, die noch bei vielen bekannt ist. Beim Ausbau der Oststever, bei der Regulierung der Stever und beim Bau von Straßen und Wegen wurden die Arbeiter eingesetzt. Kolonnen der Notstandsarbeiter, die zur Baustelle geführt wurden, waren im Straßenbild zu sehen. Dieser Zeitraum mit Ruhe und Zufriedenheit aber auch eine Zeit mit Not und Sorgen liegt hinter uns. Über die späteren Jahre nach 1930 soll hier nicht geschrieben werden.

Dem Betrachter der Bildzusammenstellung sei diese Einleitung zunächst eine Hinweis zur Geschichte aber auch eine Erläuterung der Bilder und Photos.

1. Die vorstehende Bildmontage gibt dem Betrachter und Heimatfreund keine Rätsel auf. Die zusammengestellten Ansichten mit Motiven aus unserer Heimat um etwa 1920 sind bekannt und zum Teil noch heute vorhanden. Alle Ansichten im Ansichtskartenformat sind nachfolgend rnit entsprechender Beschriftung zu finden.

2. Die Bezeichnung 'Fliegeraufnahme' besagt, daß die Aufnahme des Stadtteils um die Pfarrkirche aus der Luft aufgenornrnen wurde. Der Betrachter, der seine Heimat kermt, wird bei der Studie des Bildes auf die Jahreszahl um 1930 kommen. So sind noch das Haus Mainzer-Friede am Kirchplatz, die schmale Wolfsbergerstraße, das Lagerhaus Cremer an der Wolfsbergerstraße und weiter zur Stadt der erweiterte Marktplatz zu sehen.

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3. Die Ansicht auf Lüdinghausen wurde etwa um 1915 von der Pferdeweide aus über die Steverstraße auf den Stadtkern gemacht. Der Glockenkolk im Vordergrund hat heute nicht mehr diese Form. Aus einem Vergleich mit den Baumgruppen in der Pferdeweide, wie sie heute zu sehen sind, ist zu schließen, daß die Aufnahme vor 50 Jahren gemacht wurde.

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Marktplatz

4. Der Marktplatz in Lüdinghausen um 1900. Auf der Ansicht von der Münsterstraße aus sind die Einmündungen Burgstraße und Langenbrückenstraße zu sehen. Über Hotel und Bäckerei Hellmann hinweg ist der Kamin der Brauerei Einhaus zu erkennen. Das kleine Haus des Friseurs Inkmann wurde später abgebrochen und durch HelImann bebaut. Anschließend liegt das Haus Kleymann und daneben die Gastwirtschaft und Brauerei Einhaus. Die Pumpe war Mittelpunkt des Marktplatzes.

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5. Der Marktplatz in Lüdinghausen um 1908. Mittelpunkt ist die Wasserpumpe. Links stehen die heute abgebrochenen Häuser Beckmann und Krückendorf, Nach der Einmündung Münsterstraße steht das Kaufhaus Herdink-Böcker mit der Markise über ein Schaufenster, daneben das kleine Gebäude Rademann. Rechts das Geschäft Peter Banniza; er bietet Kappsschaben für Sauerkraut an. Daneben steht das Haus Böttcher Brüggemann, der vor seiner Tür den Bollerwagen und das Pierkelfaß für die Schweineschlachtung anbietet.

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6. Am Dienstag und Freitag ist Wochenmarkt in Lüdinghausen, Die Ansicht zeigt etwa um 1910 einen Wochenmarktbetrieb, Frauen mit Hut und langem Kleid und Männer mit dem Einkaufskorb kauften Butter und Eier. Die Bauern, die hinter den Marktbänken standen, boten ihre Eigenerzeugnisse an. Die Marktbesucher wurden durch den Verkehr nicht gestört; man konnte sich in Ruhe bewegen.

7. Der Marktplatz in Lüdinghausen um 1900. Zwischen den Häusern Hellmann und Haus Timte, Schuhmacher Inkmann und Stellmacher Hülsmann führt die Burgstraße zum Borgplatz. Die Firma Evers aus Münster hatte außerhalb der Kirmeszeit eine Kuchenbude vor den Häusern Krückendorf und Beckmann aufgestellt. Die Plasterungen auf dem Marktplatz sind auf dem Bild gut zu erkennen. Die Kinder konnten ungestört Lakritz und das Kuchenherz bei Evers kaufen.

8. Der Marktplatz in Lüdinghausen am Abend im Mondschein. In herrlicher Ruhe sind um das Jahr 1920 beim Mondlicht die Giebelhäuser um den Marktplatz zu sehen. Mitten auf dem Platz ein kleines Auto und zwar der längst vergessene Hanomag. Vor dem Haus Hellmann steht die Bahnhofskutsche. Links ist das Haus Köning-Fuistmg. Die farbige Hausfront mit bunten Fensterläden belebt das Bild des Marktes. Über die Hausgiebel ragt der Turm der Pfarrkirche St. Felizitas in den Himmel.

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