Lebach in alten Ansichten Band 1

Lebach in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Klaus Altmeyer
Gemeente
:   Lebach
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2561-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lebach in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Neben den hochglänzenden Farbpostkarten von heute nehmen sich die vergilbten Ansichtskarten und Fotos vergangener Jahrzehnte eher bescheiden aus. Aber auch heute noch - wie einst - üben die mit Brauntönen versehenen Fotografien auf den Betrachter einen Reiz aus. Die Bilder zeigen längst vergangene Winkel und Bewohner von damals. Durch die alten Ansichten wird die Ortsgeschichte seit der Jahrhundertwende lebendig.

Wer kermt wohl in Lebach noch das Bahnhofsumfeld als bunt gewürfeltes Garten- und Wiesengelände durchschnitten durch den Schienenstrang? Es ist erstaunlich, was die alten Ansichten vermitteln. Erstaunlich ist aber auch die große Anzahl der Postkarten von Lebach, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg ihre Verbreitung gefunden haben.

Sie gaben schon damals zu erkennen, wie der Schwerpunkt Lebach sich vom mittelalterlichen Kern neben der katholischen Pfarrkirche allmählich in Richtung BahnhofVorgelände bewegte. Mit der Errichtung des neuen Verwaltungs- und Geschäftszentrums 'Am Markt' dürfte diese Entwicklung ihren Abschluß gefunden haben. Eine Entwicklung im übrigen, die durch die Verleihung der Stadtrechte an den Marktflecken Lebach einen Höhepunkt erreicht hat.

Wo ist ihr Anfang zu suchen? Sicherlich in der Vor- und Frühgeschichte. Funde aus der keltischen Zeit beweisen es. Zur römischen Zeit gab es in der Ortslage Lebach zwei beachtliche, durch Ausgrabungen belegte Ansiedlungen (Villa Weinheck und Siedlung 'Auf den Erdhäusern') mit den dazu gehörigen Beerdigungsstätten der römischen Kaiserepoche ('Lindendell' am Eidenborner Kreuz und 'Am Lindenköpfchen' bei La Motte). Für das Saarland ist diese Kornbination einmalig.

In der Zeit nach der germanisch-fränkischen Besiedlung zählt Lebach zu den ältesten Pfarrorten im mittleren Saarland. Die ersten schriftlichen Zeugnisse datieren um das Jahr 950. Der Pfarrort wird später Hochgerichtssitz und Mark tflecken der Vierherrschaft Lebach: 4 IL, an der Kurtrier, der Herzog von Lothringen, die Freiherrn von Hagen zur Motte mit je zwei Siebtel und die Abtei Fraulautern mit einem Siebtel beteiligt sind. Die stattliche Ansiedlung wird zur napoleonischen Zeit zum Kantonalsort des Saardepartements erhoben. Die weitere Entwicklung im vorigen und jetzigen Jahrhundert führt zum Mittelzentrum Lebach, das in den letzten vierzig Jahren seine Bevölkerung verdoppeln konnte.

Wer die Ausstattung des Mittelzentrums Lebach heute kennt, wird bei der Lektüre dieses Bildbandes mit Interesse feststellen, welche Einrichtungen und Ämter schon seit Jahrzehnten am Ort neben der Kirchen- und Kommunalverwaltung bestehen: zum Beispiel Amtsgericht, Katasteramt, Notariat, Verwaltungspostamt, Försterei, Bundesbahnmeisterei, Arbeitsamt und Heeresstandortverwaltung.

Die Bedeutung des Mittelzentrums wird aber noch stärker im kulturellen-schulischen Bereich unterstrichen. Begünstigt durch die geographische Lage und cine seit Ende des Zweiten Weltkrieges verstärkt spürbare Schul- und Ausbildungspolitik hat sich Lebach zu einem bemerkenswerten schulischen Schwerpunkt entwickelt, zum 'Schulzentrum im Herzen des Saarlandes' .

Neben mehreren Volksschulen und Sonderschulen, die auch von Kindern der benachtbarten Ortsteilen besucht werden, gibt es am Ort zwei Gymnasten, eine Kreisrealschule, ein Berufsbildungszentrum mit drei Abteilungen (Kaufmännische, Sozialpflegerische und Gewerbliche Abteilung),

eine Polizeischule, Spezialschulen für Blinde und Gehörlose, eine Flüchtlingsschule und eine Volkshochschule mit einem beachtlichen Programmangebot. Über fünftausend Schüler zählen zu den ständigen Besuchern dieser schulischen Einrichtungen.

Am meisten wurde die Entwicklung Lebachs zum zentralen Ort gefördert durch seine günstige geographische Lage am Rande des durch Kohle und Eisen geprägten saarländischen Industriebereichs und im Vorfeld der Hunsrückausläufer. Diese bevorzugte Lage ist bereits bei den Erdformationen zu erkennen. Der Lebacher Bereich des Rotliegenden, auch 'Lebacher Schichten' genannt, befindet sich in geologischer Hinsicht zwischen den Steinkohlelagerstätten des Saarbrücker Kohlensattels (Karbon) und der Tonschieferforrnation des Hunsrücks (Unterdevon). Das jüngere Rotliegende (Perm) schiebt sich dazwischen und birgt in seinen Toneisensteinlagern interessante Tier- und Pfianzenaufschlüße, die in der Fachwissenschaft mit 'Lebachia' gekennzeichnet werden, wie zum Beispiel das älteste bekannte Nadelgehölz 'Lebachia speziosa',

Als das heutige nördliche Saarland in der Frühzeit und im Mirtelalter verkehrsmäßig aufgeschlossen wurde, führten Wege und Straßen immer durch Lebach, so zum Beispiel die Römerstraße von Trier über Losheim nach Saarbrücken, eine Linienführung, die im Mittelalter als Handelsweg und um 1500 als Pilgerweg von Brügge nach Rom übernommen wurde. Der flandrische Pilgerweg führte von Aachen und Trier kommend über Lebach nach Saarbrücken, Straßburg und Schlettstadt. Die Staatsstraße im 19. Jahrhundert Straßburg-Trier behielt diese Linienführung bei.

Eine weitere wichtige Verkehrslinie erreichte im vorigen Jahr-

hundert Lebach. Es ist die Verbindung Metz-Mainz. Zunächst bestand sie als erste optische Telegraphenlinie auf deutschem Boden 1813 und 1814; in der Mitte des Jahrhunderts als Straße von Kreuznach nach der preußischen Garnisen Saarlouis und zeitweilig als Eilpostverbindung von Paris nach Frankfurt.

Auf dem Hintergrund dieses bedeutsamen Verkehrspunktes entwickelte sich der für Handel und Wandel wichtige Nahverkehr, eine wichtige Voraussetzung für die gedeihliche Entwicklung der Lebacher Märkte und des Geschäftslebens. Überhaupt ist das Geschick des Marktfleckens eng verknüpft mit den Ortschaften seiner näheren und weiteren Umgebung, So hat sich die Ziehung der Saargebietsgrenze 1919 als äußerst nachteilig für das Marktgeschehen ausgewirkt. Die kommunale Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland 1974 hat neun im unmittelbaren Einzugsbereich liegende Ortschaften mit Lebach zusammengefaßt zu einer leistungsfähigen Einheitsgcmeinde. Es ist wegen des redaktionellen Umfangs an dieser Stelle nicht möglich, Postkarten und alte Ansichten von den einzelnen Ortsteilen abzudrucken.

In dem nachfolgenden Bildband wird der Marktflecken Lebach vor siebzig beziehungsweise vor fünfzig Jahren vorgestellt. Dies war letztlich nur möglich durch verständnisvolles Entgegenkommen von Lebacher Bürgern, die Bilder und Postkarten zur Verfügung gestellt haben.

Die Autoren danken an dieser Stelle Werner Abels, Irmina Altmeyer, Peter Georg, A. Kallenborn, Ed. Liebelt, H. MeyerBaus, Lothar Reh, Michael Riehrn, Kilian Schäfer und Alfons Ziegier. Gleichzeitig wird um Verstandnis dafür gebeten, wenn verschiedentlich wegen Platzrnangels auf eine weitergehende Beschreibung verzichtet wurde.

1. Das älteste bekannte Foto von Lebach (1879) zeigt die Ansicht der ehemaligen katholischen Pfarrkirche. Der Turm dieser Kirche, dessen Glockenstube mit gekuppelten Schallöffnungen über einem Rundbogenfries aufsaß, stammte von einem romanischen Bau, wahrscheinlich aus dem 10. Jahrhundert. Der Chor in altgotischem Stil war ein Teil des Kirchenbaues aus dem 13. Jahrhundert. Das Kirchenschiff wurde 1780 auf Kosten des Klosters Fraulautern im sogenannten Scheuerstil mit reich ausgebildetem Pilasterportal erbaut. Leider mußte der schöne und erhaltenswerte Turm wegen der veranderten Stellung des neues Kirchenbaues 1880 abgetragen werden. Zum Haupteingang der Kirche führte eine breite Treppe aus Sandsteinen von der Marktstraße hinauf.

2. Am 30. Juli 1895 zog abends gegen 20 Uhr ein schrecklicher Orkan über die Lebacher Gegend, der ganze Fluren verwüstete, Wälder entwurzelte und die Pfarrkirche in entsetzlicher Weise getroffen hat. Der Sturm fegte den Turmhelm der erst zwölf Jahre alten Pfarrkirche um. Dieser riß einen Teil des Mauerwerks des Turmes mit und stürzte auf das Kirchendach. Ein Teil des Gewölbes über der Empore und die Orgel wurden gänzlich zerstört, so berichtet ein Augenzeuge. Im Vordergrund der Aufnahme steht das Pfarrhaus, das um 1770 erbaut wurde und heute noch unverändert ist. Das Gebäude steht unter Denkrnalschutz.

3. Innenansicht der neuen katholischen Pfarrkirche, die während des Kulturkampfes in der Zeit von 1881 bis 1883 unter der Leitung des Baumeisters Müller aus Saarlouis mit einem Kostenaufwand von 70000 Mark im neugotischen Stil erbaut wurde. Die fünf gemalten Fenster im Chor stammen aus der Kunstanstalt Zettler in München. Für 3 600 Mark lieferte die Firma Binsfeld in Trier die Fenster der Nebenschiffe. Die Ausmalung gestaltete der Kirchenmaler Klein aus Gerolstein für ein Honorar von 12000 Mark. Den Hochaltar schnitzte der Kunstschreiner Joh. Port aus Münstermayfeld. Die Konsekration der Pfarrkirche erfolgte am 1. Oktober 1883 durch Weihbischof Jacob Kraft zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit und der Gottesmutter Maria.

4. Vor der Jahrhundertwende bot sich dem Betrachter vom heutigen Bahnhofvorplatz dieser Bliek auf die Theelbrücke und die Ortsmitte. Im Vordergrund befinden sich Garten- und Wiesengrundstücke. Über die fünfbogige Steinbrücke und die sich anschließende Marktstraße führten gleichzeitig die Staatsstraße Trier-Straßburg und die Bezirksstraße Saarlouis-Birkenfeld. Die dominierende Stellung der katholischen Pfarrkirche ist unverkennbar. Sie ragt aus den Häusern der zentralen Ortslage heraus.

5. Die Aufnahme von der Prozession am Kirchweihfest Heilige Dreifaltigkeit gewährt einen Bliek in die untere Marktstraße vor 1900, und zwar bevor das Hotel 'Zum Löwen' und das Kaufhaus Nikolaus Altmeyer (Tuchwaren und Möbel, vorne rechts) neu- beziehungsweise umgebaut wurden. Bis an die Straße reicht die Backstube des Hauses Riehm (links Bildmitte, heute Haus Farben Erich Britz), Hier war ein beliebter Treffpunkt für die Beobachter der Dorfszene. Vom 'Mcistüvchen' aus wurde jede Bewegung gesehen. Der Fahnenschmuck bestand aus weißgelben Kirchenfahnen oder der schwarzweiß-roten Reichsflagge. Die Kirmesstände links und rechts am Strafsenrand waren noch zugehangen; sie boten ihre farbenfrohen Schätze erst nach dem Gottesdienst feil, Der bewaldete Hoxberg schließt das Bild ab.

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Gastkaus Wwe. M. Williclt

6. Die untere Marktstraße zu Beginn des Jahrhunderts von der Theelbrücke aus gesehen. Fotografieren war damals noch ein Ereignis. So posieren die Bewohner und Nachbarn des Gasthauses Witwe M. Willich (später Naumann-Willich) sowie einer von fünf Lebacher Postboten. An Gebäulichkeiten sind zu sehen: Vorgänger des Schuhhauses Freichel, Gasthaus Willich, Kaufhaus S. Daniel, Haus Riehm mit 'Meistüvchen' und an der Kirchentreppe Konsumwaren P.B. Riehm (rechts) sowie links hinter dem Mast der Telegrafenlinie Saarbrücken-Trier die Häuser Schmitt und Engel und der Giebel von der Eisenwarenhandlung J.B. Moritz. Heute führt die Hochstraße hier vorbei beziehungsweise beginnt hier die Straße 'Am Markt'.

7. Wo die Staatsstraße Trier-Saarbrückcn-Straßburg (B 268) und die Bezirksstraße Saarlouis-Birkenfcld (B 269) sich an der oberen Marktstraße trennen, schauen neugierige Bewohner dem Fotografen zu, der hier den traditionellen Marktplatz im Bilde festhält. üben rechts war zu Zeiten des vierherrschaftlichen Hochgerichts der Pranger und etwas unterhalb der Gerichtsplatz unter der 'Linn' (Linde). Im gleichen Bereich fanden die Kram- und Viehmärkte statt, die zu den traditionsreichsten im Lande zählen. Im Bild links zu sehen: Bauernhaus Johäntgen, Bäckerei und Gasthaus Boullay, Hofgelände Weyrich und Rückfront P.B. Riehm. Auf der rechten Seite sind vornehmlich Hotels und Gasthäuser aufzuzählen:

Hotel Klein, Hotel Schaeidt, Kaufhaus Lange, Gasthaus 'Zum Ahorn' und in der Bildmitte Hotel 'Zum Löwen'.

LEBACH - Aller Markt

=

8. 'Reicher Flecken mit seinen seit langer Zeit bekannten Markten', so stellt ein französischer Wirtschaftgeograf den Marktort Lebach vor. Seit dem 16. Jahrhundert fanden an dieser Stelle des Ortes die Wochenmärkte und der Mariä-Geburtsmarkt als großer Jahrmarkt statt. Die vier Herren des Lebacher Hochgerichts hatten an diesern Tage das alleinige Ausschankrecht für Wein, das sie gegen Pachtzins weitergaben. Vor den Anwesen der Marktstraße waren Eisenstangen oder -ringe zu finden, an die das aufgetriebene Vieh: Pferde, Rinder, Schweine und Schafe gebunden werden konnte. Die Postkarte aus den zwanziger Jahren zeigt in der Bildmitte den Anfang der Tholeyerstraße und ganz links Automobilwerkstatt und Taxameterbetrieb Paul Söll,

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