Leisnig in alten Ansichten

Leisnig in alten Ansichten

Auteur
:   Dagmar Schäfer
Gemeente
:   Leisnig
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6648-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Leisnig in alten Ansichten'

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Einleitung

Ansichten von Leisnig aus den Iahren 188 0 bis 1930 lassen sich wohl kaum besser einleiten als mit Worten über diese Stadt aus ebendieser Zeit. In den 1907 vom Sächsischen Pestalozzi- Verein vor allem für jugendliche Leser herausgegebenen 'Bunten Bildern aus dem Sachsen-Lande' wird die 'burggeschirmte, bergkrönende Muldenstadt Leisnig' als eine der 'geschichtlich denkwürdigsten und landschaftlich anmutigsten, der freundlichsten und saubersten Städte des Leipziger Kreises' benannt. 'Wer im Dampfwagen unten im Tale vorbeisaust' , heißt es weiter, 'dem mag das Bild der Burg und des grünen Berghangs schier märchenhaft erscheinen; wer im Maien die Hügel im schneeigen Blütengewande schaute, der vergißt das lenzlich frohe Bild kaum jemals wieder, und wer länger in der schmucken Stadt weilte, von ihren Bergen ins Tal und in die Lande schaute, der kehrt immer wieder gern zurück' .

Sicher - diese Beschreibung ist etwas zu blumig, zu schön, um so ganz wahr zu sein. Doch findet auch der heutige Besucher Leisnigs vieles bestätigt. Anmutig, freundlich, sauber, burggeschirmt und bergkrönend diese Merkmale gelten für die kleine sächsische Stadt an der Freiberger Mulde nach wie vor. Und geschichtsträchtig sind die alten Mauern von Burg und Stadt allemal.

Heinrich IV belehnte den Grafen Wiprecht von Groitzsch mit der Burg. Dieser aber geriet mit Heinrichs Sohn und Nachfolger, Heinrich V, in Streit, so dass Leisnig an den Grafen Hoyer von Mansfeld kam, der seinen Vorbesitzer eine Zeitlang auf der Burg gefangenhielt. Wiprechts Sohn aber nahm Mildenstein, befreite den Vater, versöhnte sich mit dem Kaiser und erhielt die Stadt wieder als Lehen. Durch Kauf kam Leisnig dann an den Hohenstaufenkaiser Friedrich 1., der hier Burggrafen einsetzte. Als das Burggrafengeschlecht 1538 ausstarb, fiel die Burggrafenschaft an den Herzog Georg den Bärtigen von Sachsen. 1547, kurz vor der Mühlberger Schlacht, weilte Kaiser Karl V in Leisnig. Es heißt, er habe die Stadt beim Abzug anzünden lassen wollen, da sich einige Leisniger gegen plündernde Soldaten gewehrt hatten. Als er aber erfuhr, dass Leisnig die Heimat des berühmten Mathematikers Peter Bennewitz, genanntApianus, seines ehemaligen Lehrers, sei, verschonte er sie. Um so schlimmer erging es Leisnig im Dreißigjährigen Krieg, als es von den Schweden verheert wurde. Mehrmals auch suchten große Brände die Stadt heim, besonders 17 0 0 und 18 0 3. Leisnig ist über die Zeiten hinweg eine kleine Stadt geblieben. Am Ende des 17.Jahrhunderts zählte es etwa 2 000,1835 etwa 3500, 1900 etwa 8 000 und heute etwa 11 000 Einwohner.

Von alters her ist Leisnig als Tuchmacherstadt berühmt, hatten LeisnigerTuche doch einen ausgezeichneten Ruf und waren vielbegehrt. Bis zur Mitte des 19. Iahrhunderts gab es hier noch 100 Tuchmacher. An die Stelle der Tuchmachereien traten späterTuchfabriken, aber auch andere Industriezweige siedelten sich hier an, so die Kratzen-, Schuh- und Korsettfabrikation, die Eisengießerei und die Stuhlbauerei.

Leisnig zerfällt in zwei leicht zu unterscheidende Teile:

Oben auf dem Berg liegen Burg und Kirche, Markt, Straßen und Gassen; unten im Tal, in der Nähe des Flusses und des Bahnstranges, ließ sich die Industrie nieder. Ein Glücksfall für die Stadt, denn die Industrialisierung griff kaum in die Altstadt ein.

Zu den Glanzpunkten in Leisnigs schöner Umgebung zählt das über 800-jährige ehemalige Zisterzienserkloster Buch. Weit über ihre Grenzen hinaus aber ist die Stadt für ihre Blütenfeste bekannt, weshalb Leisnig auch den Namen 'Stadt der Baumblüte' trägt.

Vorliegendes Buch will daran erinnern, wie Leisnig zu einer Zeit aussah, an die sich nur noch die ganz Alten erinnern.Wer aber heute das inzwischen über 950-jährige Leisnig besucht, wird überrascht feststellen, dass viele der alten Ansichten sehr gegenwärtig wirken. Leisnig hat sich vieles bewahrt, was andernorts leichtfertig aufgegeben wurde. Umfangreiche denkmalpflegerische Maßnahmen in der historischen Altstadt sorgen sogar dafür, dass manches betagte Gemäuer heute jünger erscheint als vor Jahrzehnten. Leisnig, die reizvolle kleine Stadt auf dem Berge, ist sich über die Zeiten hinweg treu geblieben.

Die Autorin bedankt sich bei Frau Müller, Stadtarchiv Leisnig, für die Unterstützung bei der Bereitstellung historischer Ansichten van Leisnig.

1 Diese Ansichtskarte zeigt das unverwechselbare Panorama Leisnigs von Osten her. Als Wahrzeichen im typischen Erscheinungsbild der Stadt sind im Hintergrund links die Matthäikirche und rechts, hoch über dem Muldenufer, die Burg Mildenstein erkennbar. Trotz vieler Veränderungen in der Stadt, mehrerer Brände, natürlichem Verfall und auch so manchem baulichen Fehlgriff blieb diese Ansicht über die Zeiten erhalten. Lediglich die im Laufe des 19. Iahrhunderts entlang des Muldenufers entstandene Industrie verweist darauf, dass auch in Leisnig die Zeit nicht stehen geblieben ist.

2 Diese um 1910 entstandene Ansichtskarte lässt nachvollziehen, warum man Leisnig auch die 'Stadt auf dem Berge' nennt. Einzigartig ist ihre Lage am unteren Lauf der Freiberger Mulde auf einem keilförmigen Porphyrrücken in NordSüd - Richtung. Auf dem 60 Meter hohen Felsen erblickt der sich aus der Ferne Leisnig Nähernde die zur Mulde steil abfallenden Gemäuer der Burg Mildenstein. Dahinter, eigentlich noch über der Burg, erstreckt sich die historische Altstadt mit ihren Dominanten Stadtkirche St. Matthäi und Rathaus. Im Vordergrund drängen sich die Häuser am Schlossberg.

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3 Selten sind Burg und Stadt so eng benachbart wie in Leisnig. Mit der Zeit haben sich die Grenzen zwischen Burg- und Stadtbezirk mehr und mehr verwischt. Unterhalb der Burg mit dem hier erkennbaren mächtigen Bergfried erstreckt sich der schluchtartige Schlossberg, eine der einst denkbar schlechten Wegeverbindungen der Stadt vor dem Bau neuerer Straßen. Bis zu Anfang des 18. Iahrhunderts war der Schlossberg noch nicht gepflastert, so dass er nach starken Regengüssen oder im Winter für Pferd und Wagen zeitweilig unpassierbar war. Deshalb mussten dann Esel aufihrem Rücken den Bäckern der Stadt das Mehl aus den

Mühlen über den Schlossberg bringen. Diese geduldigen Getreideträger brachten der Stadt auch den Namen 'Esel-Leisnig' ein.

4 Diese Ansichtskarte zeigt die Burg Mildenstein aus ähnlicher Perspektive wie das vorstehende Foto, nur tiefer aus der Schlucht des Schlossberges aufgenommen. Deutlich ist die 'Rückfront' des Schlosses zu erkennen: links Pagenund Herrenhaus, in der Mitte der Bergfried, rechts das Vorderschloss mit den Rittersälen und dem Schlosstor. Der Bergfried stammt noch aus der Bauperiode der Burg um

1 086, und seine gewaltigen basaltischen Grundmauern trotzten auch den stärksten Geschossen jener Zeit.

Le/sn/g. attoss:

5 Blick auf das Burgviertel und Leisnigs reizvolle Umgebung aus der Vogelschau. Diese in den zwanziger Iahren entstandene Fotografie wurde offenbar vom Kirchturm aus aufgenommen. Die monumentale Architektur der Burg hier das Vorderschloss mit der Spitze des Bergfriedes - bietet einen malerischen Anblick. Im Vordergrund ist die Vorburg zu sehen, das heutige Burglehn mit den Resten eines Wehrturmes.

Rechts unterhalb der Burg fließt die Mulde, am anderen Ufer liegt Fischendorf.

6 Diese Ansichtskarte stellt einen Ausschnitt des vorigen Bildes dar und zeigt die gewaltigen Mauerreste des Burgwartsturms auf dem Burglehn aus nächster Nähe. Er ist das älteste Bauwerk Leisnigs, ein Überbleibsel der alten Burgwartei Liznic, und erinnert an den Bruderkrieg, der 1446 ausbrach, als Kurfürst Friedrich von Sachsen mit seinem Bruder, Herzag Wilhelm, in Streit geriet. Obwohl jedes Jahrhundert das Burglehn anders formte, blieb der alte Turm stehen. Zwar wollte man ihn 1791 schließlich abbrechen, doch nachdem etwa 10Meter vom Turm abgetragen waren, gab man dieses schwierige Unterfangen wieder auf.

7 Dem Betrachter bietet sich ein Ausblick vom Muldenufer auf die Burg Mildenstein - hier die Gebäude der Hinterburg, des Herren- und Pagenhauses. Rechts im Hintergrund erstreckt sich die Altstadt auf dem Berg. Links im Bild die Fischendorfer Brücke, im Vordergrund sind die Gebäude von Tragnitz zu sehen.

8 Blick in den Burghof mit dem Bergfried, der einen Durchmesser von

14 Metern und eine Mauerstärke von 4,50 (!) Metern besitzt. Im Mauerwerk des Turmes sind die einzelnen Bauphasen deutlich erkennbar: Noch aus der Bauperiode um 1086 stammt der untere, aus mächtigen Quadersteinen errichteteTeil. Um 1120 wurde der Turm dann in Backsteinbauweise aufgestockt. Seit 1875 kann der damals erneuerte und mit Treppen versehene reichlich 33 Meter hohe Bergfried als Aussichtsturm bestiegen werden. Er bietet einen lohnenden Umblick aufSchloss, Stadt und Umgegend.

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