Lengede in alten Ansichten

Lengede in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Meier
Gemeente
:   Lengede
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0889-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lengede in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Um es gleich vorweg zu sagen: 'Lengede' im Titel ist der Name für eine Einheitsgemeinde, zu der sich am 1. Juli 1972 fünf einzelne Orte zusammengeschlossen haben. Barbecke und Broistedt, Klein Lafferde, Lengede und Woltwiesche gaben damals ihre Selbständigkeit auf und werden nunmehr als 'Ortschaften' bezeichnet. Während der Zentralort Lengede und auch Klein Lafferde dem Landkreis Peine im Regierungsbezirk Hildesheim angehörten, waren Barbecke, Broistedt und Woltwiesche selbständige Gemeinden im Landkreis Wolfenbüttel des Verwaltungsbezirks Braunschweig in Niedersachsen,

Gewiß wohnen - zumindest noch in dieser Generation - zwei Seelen in der Brust der nunmehr 'GroßLengeder'. Zum einen nämlich hängen sie traditionsverbunden an dem von alther Gewachsenen ihres kleineren Dorfes, fühlen sich hingezogen zu dessen Menschen, Sitten und Einrichtungen, Andererseits erkennen und begrüßen sie aber doch auch die Vorteile und Fortschritte, die die Gründung der Einheitsgerneinde auf verschiedenen Gebieren und in manchen Lebensbereichen mit sich gebracht hat. Viele Maßnahmen könnten heutzutage die kleinen Gemeinden allein nicht mehr schaffen.

Vor hundert Jahren etwa waren die Größenunter-

schiede zwischen den fünf Dörfern gar nicht so gravierend stark. Seitdem aber haben sie ihre besonderen Entwicklungen durchgemacht, die von den verschiedensten Faktoren beeinflußt waren.

Am wenigsten vergrößert hat sich Barbecke. Zwar existierte dort von 1936 bis 1962 eine Eisenerzförderung im Tage- und Tiefbau, es entstanden auch neue Siedlungen am Rande des Ortes, doch blieb der bäuerliche Charakter dieses Dorfes im großen und ganzen erhalten. Es zählt jetzt 600 Einwohner.

Broistedt dagegen hat seine Bewohnerzahl in den vergangenen 80 Jahren mehr als verdoppelt. Waren es im Jahre 1900 noch I 035 Menschen, so sind es heute immerhin 2 201. Die Ursachen für diesen Anstieg sind zu finden in der Entwicklung der Eisenerzförderung in Lengede, ferner im Zustrom der Ostvertriebenen 1946 und schließlich in einer starken Wohnbautätigkeit sowohl in den dreißiger Jahren als auch in den beiden letzten Jahrzehnten. Lange war Broistedt der Standort einer Molkerei und einer Zuckerfabrik. Hier siedelte sich gleich nach dem Zweiten Weltkriege die Landmaschinenfabrik Wilhelm Stoll an.

In Klein Lafferde ließen sich keine besondere Betriebe nieder, dennoch war hier die Bautätigkeit in den letzten Jahren enorm rege und der Zuzug entspre-

chend stark. Die Gründe dafür sind die niedrigen Preise für das angebotene Bauland ebenso wie die günstige Verkehrslage an Kreis- und Landesstraßen für die Auspendler. Die Einwohnerzahl stieg von 664 im Jahre 1939 auf zur Zeit 1 144 an.

Woltwiesche hat sich als Industrie-Randgemeinde im Laufe der Zeit ebenfalls ganz schön vergrößert, obwohl auch hier keine besonderen Betriebe und Unternehmen loekten. Die Zahl der Bewohner wuchs immerhin von 590 in der Zeit um 1905 auf jetzt 2 095. Wesentlichen Einfluß hatte dabei der starke Zuzug vieler Bergarbeiterfamilien in den dreißiger Jahren, sodaß damals nicht nur neue Wohnsiedlungen entstanden, sondern auch ein größeres Schulgebäude errichtet werden mußte. Ferner trug der Strom der Flüchtlinge und zuletzt die verstärkte Wohnbautätigkeit zur steigenden Tendenz bei. Jahrzehntelang existierten hier eine Molkerei und südlich des Dorfes ein Kalkwerk der Familie Hansen.

Eine ungewöhnlich starke Entwicklung aber ist für die Ortschaft Lengede festzustellen, wo sich heute der Verwaltungssitz der Gemeinde befindet. Aus dem kleinen Bauerndorfe von einst (im Jahre 1905 noch 765 Einwohner) ist durch den Eisenerzbergbau ein Industrieort geworden, der nach kommunaler Fort-

schreibung jetzt eine Bevölkerungszahl von 4 088 aufweist. In mehreren Epochen ist ein explosionsartiges Anwachsen festzustellen: der Zuzug vieler Bergleute gleich nach dem Ersten Weltkriege, ferner der Zuwachs durch die Flüchtlinge 1946, dazu die Anlage einer Großsiedlung mit mehr als 100 Werkswohnungen durch die 'lIseder Hütte' um 1957 und schließlich die allgemein festzustellende rege Bautätigkeit im letzten Jahrzehnt.

Aus allen fünf Ortschaften erzählen die gesammelten und zusammengestellten Bilder aus der Zeit von 1880 bis 1930. Wir erblicken noch einmal alte Dorfstraßen und inzwischen verschwundene Gebäude, wir erkennen technische Fortschritte und sehen vor allem die Menschen dieses Bereiches zu Kaisers Zeiten und in der Demokratie, wie sie lebten und sich kleideten, wie sie ihre tägliche Arbeit verrichteten und auch wie sie feierten.

Gedankt sei allen Familien, die alte Ansichten zur Verfügung gestellt haben und dadurch mithalfen, das vorliegende Büchlein als historisch wertvolle Bild- und Textdokumentation zu erstellen.

Lengede, im März 1980

Otto Meier

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1. Dieses um 1908 aufgenommene Bild von der Großen Straße in Klein Lafferde zeigt uns mancherlei interessante Details. Die Pfarrscheune vorn rechts erinnert an die landwirtschaftliche Tätigkeit auch der Pastoren. Sie wurde 1914 abgerissen, nachdem Pastor Carl Hölty in den Ruhestand getreten war. Die beiden folgenden Häuser rechts (Hermann Holland Nr. 60 und Richard Baars Nr. 59) sind inzwischen durch Neubauten ersetzt. Auf der linken Straßenseite sehen wir die hohe 'Dorflinde', die der Besitzer Carl Hüne 1818 auf seinem neugekauften Grundstück anpflanzte. Auf der Straße steht die damals übliche Postkutsche als 'Einspänner', auf dem Bürgersteig ein Dreirad-Motorfahrzeug für den Pakettransport.

2. Viel kahler und nüchterner sieht heute in Barbecke diese Ortseinfahrt 'Am Schulberg' von der Hauptstraße in das Dorf aus. Kein Baum und Strauch steht mehr hinter der Mauer rechts, die das frühere Schulgrundstück begrenzt. Auch der Kastanienbaum hinten auf dem Hagemann'schen Bauernhof ist schon vor Jahren gefällt worden und die Scheune dort (Bildmitte) abgerissen, Links auf dem Bilde, das 1928-1929 entstand, sieht man das Haus vom Grundstück OHo Meinecke. Früher hieß die als Gabelung ins Dorf führende Straße vorn 'Schulstraße'.

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3. Diese Ansichtskarte aus dem Jahre 1908 zeigt oben links den BahnhofWoltwiesche an der seit 1888 bestehenden Eisenbahnstrecke Braunschweig-Hildesheim. Heute werden dort keine Fahrkarten mehr verkauft, die Kontrolle erfolgt erst im Zuge während der Fahrt. Das Volksschulgebäude übergab man 1905 seiner Bestimmung, ab 1940 wurde es wegen eines größeren Neubaues nicht mehr benötigt. Auf dem Halbspännerhofe des Bauern OUo Burgdorf (unten links) entstand 1903/1904 ein solch schönes Wohngebäude, das es im Volksmunde den Namen 'Villa Burgdorf' erhielt. Das Gasthaus 'Zur feuchten Ecke' von Fritz Riechey am Westausgang nach Söhlde steht zwar heute noch, mußte sich aber zwischendurch allerhand Umbauten gefallen lassen.

4. Robert Himstedt gehörte diese 'Gastwirtschaft und Materialwaren-Handlung' in Broistedt. Auf dem Bilde, das um 1912 entstand, sieht man den Besitzer selbst auf der Treppenstufe sitzend, rechts von ihm den Bierkutscher Papendorf mit der großen Lederschürze. Vorne steht Frau Himstedt mit einem Kind auf dem Arm. Bemerkenswert ist die alte Pumpe ('Schucke') links am Haus mit der Holzverkleidung. In der Verpachtungszeit nach 1948 erhielt die Gaststätte die Benennung 'Zum Hubertus'. Seit 1959 ist Kurt Winkier Besitzer dieses Grundstücks. Der Gastwirtschaftsbetrieb hörte auf, das Wirtschaftsgebäude rechts wurde abgerissen, sodaß eine Durchfahrtsmöglichkeit über den Hof entstand.

5. 'Gastwirtschaft u. Material-Waaren-Handlung von Heinrich Kracht' - damit verrat die Holztafel über der Haustür den damaligen Zweck dieses Gebäudes in der Lengeder Bäckerstraße. Links auf dem 1897 entstandenen Bilde ist Gastwirt Kracht (stehend) persönlich zu sehen. In der Haustüröffnung steht seine Frau, vor ihr ist die Tochter Meta und am Handwagen stehen die Söhne Ernst und OHo. Die Frau an der Pumpe ('Schucke') rechts ist das Dienstmadehen. Im Hause war damals links die Gaststube und rechts der Laden. Beim neuen Besitzer Albert Hardt (ab 1933) wurde alles zur Gaststube umgebaut und die Eingangstür an die rechte Ecke versetzt. Den Namen 'Zur Börse' bekam die Wirtschaft als Zweigstelle eines Bankiers in Vechelde.

6. Dieses Bild von etwa 1913 zeigt ein ganz altes Fachwerkgebäude des früheren Sattlers Otto Boos in Broistedt südlich der Schule. Zeitweiliger Mieter war die Familie Wilhelm Beddies. deren Tochter Irmgard hier 1921 geboren wurde (heute: verehelichte Sellmann). 1922 zog Familie Beddies aus, 1924 auch Familie Gentemann. Das Haus war unbewohnbar geworden. 1935 brach der Dachstuhl zusammen, mehrere Jahre später wurde es ganz abgerissen, Vor dem Staket steht die frühere Mieterin Konradine Holland mit ihren Söhnen Willi (links) und Albert. Man sieht, in jener Zeit trugen auch die Jungen bis etwa zum dritten Lebensjahre Kleider. Weintrauben an Wohnhäusern waren früher häufig zu finden.

7. Diese Hausform war in früheren Jahrzehnten in Klein Lafferde öfter vertreten. Um rund dreiviertel Meter sprang dabei der Wohnteil (hinten) gegenüber der Hausdiele und dem Wirtschaftsteil vor. (Bei einigen Häusern gehörte der Hausflur mit zum vorspringenden Wohnkomplex.) Der Balken über der Doppeltür, die zur Scheundiele führte, verriet das Erbauungsjahr, nämlich 1744. Dieses Fachwerkwohnhaus wurde vor mehreren Jahrzehnten abgerissen und an seiner Stelle ein neues Gebäude errichtet. Auf der Bank ist der damalige Besitzer, Bergmann Albert Schreiber, mit Frau und Kindern zu sehen.

8. So sahen Haus und Hof des Landwirts Heinrich Beddies an der Großen Straße in Woltwiesche um 1911 aus. Der Besitzer selbst steht mit seiner dreijährigen Tochter Anneliese in der Hofeinfahrt. Natürlich ist das 1773 errichtete Haus in Fachwerkbauweise ausgeführt und - wie damals üblich - der westliche Giebel als Wetterseite bis herunter auf das Erdgeschoß mit Dachziegeln behängt. Bemerkenswert sind die kleinen Fenster. Auch die Einfriedigung ist für damals bezeichnend: Drei Sandsteinpfosten an Hoftor und -pforte und rund um das Grundstück der hohe Zaun aus Holzlatten. Ganz links ist die Milchbank ('Britsche') zu erkennen, auf der am Straßenrand die abzuholenden Milchkannen bereitgestellt wurden.

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