Lengerich in alten Ansichten Band 2

Lengerich in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Gert Schumann
Gemeente
:   Lengerich
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1571-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lengerich in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Der Anfang dieses Buches soll einem Ereignis gewidmet sein, an das sich so manche alte Lengericher heute noch entsinnen können. In den Zeitraum, den dieses Buch berücksichtigt, paßt genau der Kaiserbesuch in Lengerich am 31. August 1907. Wie war die Vorgeschichte dazu? Die Tecklenburger Grafen hatten nach einem rund einhundertjährigen Proieß einen Großteil ihres Besitzes an die Grafen von SolmsBraunfels verloren. Diese veräußerten kurzerhand ihren Neuerwerb für 250 000 Taler an das Königreich Preußen, um allem zukünftigen Ärger zu entgehen. Die Daten 25. April und 17. Mai 1707 sind belegt. Aus diesem Anlaß konnte man also im Kreise Tecklenburg im Jahre 1907 die 200jährige Zugehörigkeit zu Preußen feiern.

Wie es damals am 31. August 1907 in Lengerich zuging, schilderte der Reporter der 'Lengericher Zeitung' am 3. September 1907. Der Bericht sei hier in Auszügen wiedergegeben:

DER KAISER IM TECKLENBURGER LANDE

Herrliche Festrage liegen hinter uns, Tage, welche unvergessen bleiben werden. Vom herrlichsten Wetter begunstigt, konnten wir die 200-Jahrfeier der Graf

schaft Tecklenburg in Anwesenheit des Kaisers und der kaiserlichen Prinzen in Tecklenburg begehen. Die Ausschrniickung unserer Stadt Lengerich ist eine kiinstlerische, was von allen Seiten anerkannt wird ... Der große Eh ren bogen am Marktplatze ist die Hauptzierde unserer Stadt. Von außen ist der Bau ganz mit Griin bekleidet. Das Innere bildet die Form eines Baldachins und ist mit [arbigem Stoff dekoriert. Die Sockel, auf denen Lorbeerbdume stehen, sind in Granit- und Basaltton gestrichen. Die Vorderseite ziert ein großes Wappenschild mit der Inschrift: 'Heil dem Kaiser'. An der Riickseite befinden sicit die Jahreszahlen 1707 und 1907. Das obere Viereek der Kuppel ziert eine goldene Krone. Auch die beiden anderen Bögen wirken sehr hiibsch, ebenso die Dekoration der Firma Windmöller u. Hálschër, welche einen Vorbau vor der ganzen Front des Fabrikgebiiudes herstellt. In der Mitte der ganzen Dekoration, die eine Huldigung der Industrie und der Arbeit darstellt, befindet sich über einer Gruppe von Maschinenteilen eine Inschrift [olgenden Inhalts:

'Die Industrie, sie griißt Dich, edler Kaiser, Bei Deinem Einzug in die treue Grafschaft.

Sie bittet Dien um Deinen mächt'gen Schutz, Damit sie blühen kann trotz aller Feindschaft. '

In den beiden Seitenfeldern befinden sich inmitten eines Heidekranzes je eine vergoldete Krone mit einem W. Die Arbeiter der Firma in ihren kleidsamen blauen Arbeitskleidern standen hier Spalier. Die Dekoration der Häuser war eine einheitliche und wirkte vorzilglich. Jedes der an der Feststraße belegenen Geschäftshàuser war in ihrer Schaufensterdekoration ein Schaustück.

Um 9 Uhr stehen alle Vereine an den ihnen angewiesenen Plätzen und immer noch ziehen vom Bahnhof her Schulen und Vereine von auswärts durch unsere Stadt, um an der Chaussee nach Tecklenburg Aufstellung zu nehmen. Um 10 Uhr werden die Straßen für jeglichen Verkehr gesperrt und erwartungsvoll steht eine vieltausendköpfige Menge in musterhafter Ordnung an den Straßen. Endlich, gegen 1/2 11 Uhr hört man dumpf die Böllerschüsse der an der Ladberger Chaussee aufgestellten Posten und gleich darauf erheben die Glocken unserer Kirche ihre ehernen Stimmen zum Willkomm des Kaisers in unserer Stadt. Brausende Hurrarufe pflanzen sich fort von Mund zu Mund. Der Kaiser, im ersten Automobil, grüßte nach rechts und links durch freundliches Kopfneigen und Winken der Hand, er trug kleine Generalsuniform und sah sehr wohl aus.

Besonders freundlich dankte und grüßte der Kaiser

und die Prinzen die an der Münsterstraße aufgestellten Kinder der Volksschulen, welche mit ihren Schärpen und Fähnchen ein gar liebliches Bild boten. Am Marktplatz [iel der vor der Wirtschaft Erpenbeck aufgestellte Schiffsmast den hohen Herrschaften auf. Jetzt passieren sie den Ehrenbogen. Ihr Bliek fällt auf die vom hiesigen Turnverein mit 40 Turnern aufgestellte Pyramide. Kräftige 'Gut Heil-Rufe erschallen aus frohlichen Turnerkehlen. Der Kaiser, sichtlich angenehm beriihrt, dankt durch lebhaftes Winken, er sieht sich noch vom Römer aus nach den Turnern um. Der Kronprinz klatscht, als er vor der Pyramide angelangt ist, in beide Hände und erwidert mit 'Gut Heil'. Jetzt kommen Prinz Eitel und Oskar heran. Auch diese geben ihrer Freude über das hübsche Bild Ausdruck. Prinz Eitel Friedricn erhebt sich im Automobil und schaut zurück. Hinter dem Römer steht der Kriegerverein und brausende Hurra ertönen aus ihren Reihen. Der Kaiser schaut angelegentlichst nach der Kirche empor. Im Fluge geht es weiter vorüber an Schulen und Vereinen. Gegen 11 Uhr langen die hohen Herrschaften in Tecklenburg an.

1. Dieses Fachwerkhaus wurde vor der Jahrhundertwende abgebrochen. Bis dahin war es nacheinander im Besitz der Witwe Anna Elsabein Banning, geborene Werlemann. Ihr Mann war in Lengerich Rektor. Anschließend kam es in den Besitz der Familien Feibes, Papke und Brünerneyer, genannt Grothaus. Die letzten betrieben ein Kolonialwaren- und Galanteriewarengeschäft, später nur noch ein Porzellangeschäft. Während des Zweiten Weltkrieges besaß es die Firma Bischof & Klein, bis es dann Fritz Saatkamp erwarb. Er unterhielt darin ein Spezialgeschäft für Gardinen, Teppiche und Dekorationen. Im Jahre 1962 erfolgte der großzügige Neubau. Der Springbrunnen präsentiert sich in seiner ältesten Forrn, die wir kennen. Im Jahre 1819 ist er angelegt worden.

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2. War das eine Freude für die Lengericher Jugend, wenn der Winter Frost brachte! Dann gefror das herabrieselnde Wasser des Springbrunnens. Wenn der Wind dabei tüchtig blies, trieb er die Kristalle über den Brunnenrand hinaus. Auf dem Pflaster bildete sich dann eine spiegelglatte Eisfläche. Da das Gelände sowieso etwas abschüssig war, stand somit der Jugend eine ideale Schlittenbahn zur Verfügung.

3. Die bislang älteste Aufnahme vom Rathausplatz, der damals noch den Namen 'Up'n Tigge' führte. Dieser Platz muß also in altsächsischer Zeit vor Beginn der Christianisierung eine Thingstätte gewesen sein. Die Aufnahme entstand vor 1897, vor Errichtung des Rathauses. An seiner jetzigen Stelle erkennen wir am linken Bildrand den Vorgängerbau. Es ist 'Albers' Kaserne', ein langgestreckter Fachwerkbau, der mehreren Familien Wohnung bot.

4. Ein Bild aus altvertrauten Tagen, Der Springbrunnen war der Mittelpunkt des Rathausplatzes. Das Eisengitter trug rundum Blumenkästen. Noch waren die alten Linden nicht so morsch. Sie spendeten im Sommer kühlen Schatten, wenn man sich auf der Rundbank zu einer Rast niederließ. An der Ecke zur Bergstraße hin ist das Porzellangeschäft von Grothaus zu sehen. Am linken Bildrand ist noch ein Stück einer Markise sichtbar. Die gehörte zum Frisörgeschäft Lunte.

5. Deutlich ist rechts auf dem Bilde 'Deterrnanns Büen', Bühne, zu sehen, die 1956 abgerissen wurde. Seitdem ist die gute Akustik sehr beeinträchtigt. Der dicke Pfeiler scheint die gesamte Last des Gewölbes zu tragen. Er wurde errichtet, als die Kirche in ihrer heutigen Gestalt im Jahre 1497 gebaut wurde.

6. Am 17. Dezember 1893 wurde die erste katholische Kirche geweiht. Es war ein Fachwerkbau in der Nähe der Wirtschaft Brunsmann an der Lienener Straße. Den Grundstein zur heutigen katholischen Kirche legte man am 25. April 1926. Sie wurde erbaut von dem Architekten H. Wartenberg aus Münster und am 12. April 1928 feierlich konsekriert. Die alte, oben abgebildete Kirche wurde an die Bauerschaft Brögbern bei Lingen verkauft und dort wieder aufgebaut.

7. An der linken Seite befindet sich das Haus Altstadt 17. In der Zeit um 1908 befand sich hier das Domizil von Ludwig Kruse. Er war der erste Fotograf in Lengerich. In diesem Hause betrieb er ein fotografisches Atelier, eine Buchbinderei und ein Einrahmungs-Geschäft. Interessant sind die Hosen der Jungen anzuschauen. Zum Teil bedeekten sie noch die Knie. 'Dreiviertelschwenker' nannte man sie.

80 Ein Bliek in die Lengericher Altstadt. Links in der Türöffnung steht Schneidermeister Wilhelm Schallenberg. Als viertes Haus von links ist der Fachwerkbau des Moritz Bielefeld zu sehen. Dieses Haus besaß einen Krüppelwalm. Hier hatte die Lateinschule lange Zeit ihre Bleibe gefunden. Rechts vor der Kirche, von einem Eisengitter umgeben, befand sich der Obelisk, der die Namen der Gefallenen der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 trug. Ganz im Hintergrund erkennt man noch das Haus von 'Kaffeebohnen-Banning', Hier gabelte sich die Lengericher Westausfahrt. Nach rechts führte die Straße nach Tecklenburg, nach links zweigte der Weg zur Widum ab.

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