Limburg a.d. Lahn in alten Ansichten

Limburg a.d. Lahn in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Maibach
Gemeente
:   Limburg a.d. Lahn
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1463-9
Pagina's
:   88
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Limburg a.d. Lahn in alten Ansichten'

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von

Heinz Maibach

Sechste Auflage

Europäische Bibliothek - Zaltbommel/Niederlande MCMLXXXV

D ISBN 90 288 14639 I CIP

Im Verlag Buropätsche Bibliothek in ZaltbommeljNiederlande erscheint unter anderem die nachfolgende Relhe:

IN ALTEN ANSICHTEN, eine Buchreihe in der festgehalten wird, wie eine bestimmte Gemeinde zu 'Großvaters Zetten', das heißt in der Zeit zwischen 1880 und 1930, aussah. In dieser Reihe sind bisher in etwa 500 Einzelbänden Gemeinden und Städte in der Bundesrepublik dargestellt worden. Es ist geplant, dtese Reihe [ortzusetzen: Unter dem Titel In oude ansichten sind bisher etwa 1 250 Bände über Städte und Dörfer in den Niederianden erschienen: In Belgien lst die Buchreihe mit In oude prentkaarten beziehungswetse En cartes postales anciennes betitelt und umfaßt 400 Bände: In Österreich und in der Schweiz sind unter dem Titel In alten Ansichten bisher 60 beziehungsweise 15 Bände erschienen. Weitere 150 Bände beschreiben Gemeinden und Städte in Frankreich, und zwar in der Buchreihe En cartes postales anciennes. In Großbritannien sind bisher 125 Bände unter dem Titel In old picture postcards herausgebraeht.

KENNT IHR SIE NOCH ?.. eine Buchreihe in der festgelegt wird wie die Leute-von-damals in einer bestimmten Gemeinde oder Stadt zu 'Großvaters Zeiten' lebten, lemten, wohnten, arbeiteten, feierten, Musik machten und so weiter.

Nëheres über die erschienenen und geplanten Bände der verschiedenen Buchreihen erhalten Sie bei Ihrem Buchhändler oder direkt beim Verlag.

Dieses Buch wurde gedruckt und gebunden von dem Grafisohen Betrieb De Steigerpoort in ZaltbommeljNiederlande.

Limburger Stadtansichten à la carte

Alte Ansichtskarten und Fotografien besitzen heute längst den Wert kulturhistorischer Dokumente. Sie sind inzwischen zu begehrten Sammelobjekten geworden und geben bisweilen Veranlassung zu nostalgischen Reminiszenzen. Als - ermöglicht durch die Vervollkommnung der Fotografie und die Entwicklung industrieller Reproduktionsverfahren - im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts die Ansichtskarte als postalisches Kommunikationsmittel kreiert wurde, eroberte sie im Sturm alle Schichten der Bevölkerung. Die Möglichkeit, den sprachlichen Aufwand des Briefschreibens rationell durch die vorgefertigte Bildinformation einzusparen, wurde dankbar genutzt. Briefe hatte man schreiben mussen, Karten brauchte man bloß zu schicken. Ihr Bild ersetzte die Sprache. Dennoch verdankte die Ansichtskarte ihre Popularität nicht allein ihrer 'Sprachlosigkeit'. Sie kam auch der gewandelten Realitätserfahrung des späten 19. Jahrhunderts entgegen, das im Sinne der Naturwissenschaften derImagination mißtraute und nach optischer Vergegenwärtigung der empirisch faßbaren Wirklichkeit verlangte. Man wollte 'rnit eigenen Augen sehen', und zwar vorzugsweise seine eigene bürgerliche Umwelt. Die Ansichtskarte half mit, ihrer 'ansichtig' zu werden. Sie lieferte sie in Form von Stadt- und Ortsansichten frei Haus. Im Postkartenformat präsentierte sie ein Stück Urnwelt, handlich zugeschnitten, versandfertig, übertragbar, preiswert und 'zum Mitnehmen'. Man verschickte 'in effigie' das Hotel, in dem man übernachtete, die Straße, in der man wohnte, die Kathedrale, die man bewundert, das Panorama, das man genossen hat. Das individuelle Seherlebnis wurde per Karte mitgeteilt und sozial mit dem Empfänger geteilt. Für die Authentizität der abgebildeten Stadtansichten, die man schwarz auf weiß (und bald auch farbig) nach Hause tragen konnte, sorgte verläßlich das technische Medium der Fotografie, das den Sehgewohnheiten des bürgerlichen Realismus genau entsprach. Rückwirkend beeinflussen allerdings die Bildkarten auch wieder die Sehweise ihrer Konsumenten, die

oft eine Stadt nur noch aus dem Bliekwinkel der offiziellen Ansichtskarten wahrzunehmen vermögen: sightseeing à la carte.

Limburg wurde offenbar schon recht früh als dankbares Motiv für Ansichtskarten entdeckt, Einmal, weil die Domstadt bemerkenswerte kunsthistorische Sehenswürdigkeiten zu bieten hatte, zum anderen aber wohl auch, weil sie wegen des starken Besucher- und Durchgangsverkehrs einen günstigen Absatzmarkt für Ansichtskarten erwarten ließ, Immerhin fanden die Gründerjahre, die auch die Konjunktur der 'Bildkorrespondenzkarten' begründeten, Limburg als eine aufstrebende Stadt vor. Anknüpfend an seine mittelalterliche Glanzzeit hatte Limburg im Lahngebiet zwischen Taunus und Westerwald wieder eine wichtige Zentralfunktion erlangt. 1827 war es Bischofsresidenz geworden, 1886 Kreisstadt und 1878 Sitz eines Landgerichts. Besonders nach der Errichtung der Lahnbahn (1862) wurde die Stadt als Standort zahlreicher Behörden, Betriebe und Schulen, aber auch als Handelsplatz und Einkaufszentrum zum Anziehungspunkt für ein weites Umland.

Von der vie1zitierten Hektik der Gründerzeit ist allerdings auf den frühen Ansichtskarten von Limburg kaum etwas zu bemerken. Sie führen die klassischen Wahrzeichen der Stadt, Dom und Schloß, das Lahnensemble oder Altstadtwinkel vor und belassen der Stadt zunächst noch das Flair vorindustrieller Betulichkeit. Selbst die Verkehrsmittel der damaligen Zeit - Pferdefuhrwerke, Handkarren oder später die ersten Oldtimer - beunruhigten nicht den friedlichen Eindruck der Straßenszenen. Aber auch dort, wo die Attribute der Wirtschaft direkt ins Bild kamen - in Form von Marktständen, Schaufenstern, Firmenschildern oder Suppenreklamen ließen sie sich mühelos in das Gesamtbild integrieren oder trugen sogar noch reizvoll zu dessen Belebung bei. Kommerz und Idyll schlossen einander noch nicht aus. Selbst der Verwendung der Technik haftete zu dieser Zeit etwas Rührendes

an: Einige Karten zeigen, wie man sich sogar bei den gußeisernen Ladeneinbauten der Jahrhundertwende noch an antike Schönheitsideale hielt und klassische Arkaden anbrachte, die von zierlichen Säulchen mit korinthischen Kapitellen getragen wurden - Zeugnisse einer Zeit, in der sich die Technik des Ornaments noch nicht schämte,

Als Ornamente fungierten aber auch die Menschen selbst, die auf den frühen Ansichtskarten als Passanten oder Staffage in Erscheinung traten. Sie stellten sich freundlich in Positur (mit Stand- und Spielbein) und wirkten - da die damals notwendigen langen Belichtungszeiten keine Bewegung zuließen - in ihrer Haltung wie Statuen. Man 'hielt sich gerade' und war sich noch bewußt, daß man sich in diesem wichtigen Moment der Nachwelt überlieferte, Später, als es die fotografischen Möglichkeiten erlaubten, bevorzugte man gegenüber diesen durchkomponierten, 'statischen' Arrangements, die mit Stativaufgenommen wurden, 'dynamischere' Abbildungen: Der sogenannte 'Schnappschuß' zeigte Menschen und Fahrzeuge in Bewegung und lieferte zufällige, aktionsreiche Momenteindrücke vom Stadtleben. Erst in jüngerer Zeit benimmt dann die allzu große Verkehrsdichte dem Fotografen oft die Sicht auf wesentliche Baugruppen, so daß er den Termin für seine Aufnahme auf den Sonntagmorgen verlegen muß, wo er die Stadt unter Ausschluß der Öffentlichkeit als 'architecture pure' fotografieren kann.

Viele der hier gezeigten Ansichtskarten besitzen heute bereits Seltenheitswert und sind oft die einzigen Belege für Baubestände, die im Krieg durch Bomben zerstört wurden. Andere der abgebildeten Gebäude mußten inzwischender neuen Stadt- und Verkehrsplanung weichen oder wurden im Zuge der Modernisierung in ihrem äußeren Erscheinungsbild stark verandert. Hier ermöglichen die historischen Fotografien anschauliche Vergleiche zwischen alter und neuer Stadtgestalt. Dabei interessieren nicht nur die malerischästhetischen Aspekte des ehemaligen Stadtbildes, sondern

auch dessen kommunikative Funktionen: Die human proportionierten Plätze, die Treffpunkte bei den städtischen Pumpen, Häuser als Individualitäten, kinderfreundliche Straßen, zum Spaziergang einladende Alleen oder die berührnten Kramläden oder Kneipen 'an der Ecke' gewährleisteten das, was man heute als die 'Erlebnisqualität' einer Stadtarchitektur bezeichnet und wieder zu erreichen sucht. In dieser Beziehung können manche der alten Ansichten auch neue Einsichten in die Humanfunktion der Stadtstruktur und ihrer Freiräume vermitteln.

Limburg, das schon 1851 von dem Volkskundler W.R. Riehl (in 'Land und Leute' lIl, 1 Seite 95) als Musterbeispiel für eine 'natürliche Stadt' angeführt wurde, hat sich glücklicherweise seine organisch gewachsene, historische Stadtanlage bewahren können, und es werden Anstrengungen unternommen, den mittelalterlichen Stadtkern auch in der Folgezeit durch wirtschaftliche und bauliche Maßnahmen zu 'sanieren' und zu sichem.

Das wachsende Interesse der Bewohner und der Behörden an der historischen Architektur Limburgs läßt hoffen, daß auch in der Gegenwart die große Vergangenheit der Stadt noch eine Zukunft hat.

Die hier vorgelegte Sammlung von Ansichtskarten erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie hat bewußt auf die allzu bekannten Motive verzichtet und lieber solche Objekte gewählt, die besonders originell oder für bestimmte Phasen der Stadtentwicklung charakteristisch sind. Siewill einige alte Erinnerungen wieder sichtbar machen und bei der Betrachtung der modernen Stadt Limburg auch deren historischen Aspekt mit ins Bild bringen.

Das verwendete Material stammt meist aus den Beständen des Stadtarchivs Limburg oder wurde von Foto-Heinz (Limburg) und privaten Sammlern in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.

1. Eine der ältesten Fotografien von Limburg zeigt den Dom noch ohne die beiden südlichen Querschifftürme, die erst 1864/65 nach dem Muster der beiden Nordtürmchen ergänzt wurden. Die malerische Baugruppe des Schlosses setzt sich aus Gebäuden unterschiedlicher Stilprovenienz zusammen: Der Renaissance-Flügel an der Nordseite (außen rechts) stammt aus dem 16. Jahrhundert, während der Wohnturm als der älteste Teil des Schlosses bereits im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Auch der daran anschließende Kapellenbau läßt sich auf das späte 13. Jahrhundert datieren. Der langgestrecke Südflügel ist vermutlich nach dem Schloßbrand von 1379 in der vorliegenden Form als Saalbau errichtet worden. Unterhalb des Schlosses erkennt man den hellverputzten Altbau des 1850 gestifteten St. Vincenz-Hospitals und links daneben die alte Roßmarktschule. Beide Gebäude existieren nicht mehr.

2. Der Limburger Dom hat in den mehr als siebenhundert Jahren seines Bestehens (1235 geweiht) sein äußeres Erscheinungsbild stilrein bewahren können. Gelegentliche Veränderungen wie der Anbau des Remters, die Erhöhung des Vierungsturmes (774) und die Ergänzung der Südtürrne (1865) blieben im Rahmen der ursprünglichen Konzeption. Die obige Domansicht muß zwischen 1865 und 1870 aufgenommen worden sein, denn die hier noch vorhandene hölzerne Feuerbrücke zwischen den beiden Westtürmen und die Glöcknerwohnung im vierten Geschoß des rechten Portalturms wurden bei der großen Domrestaurierung in den Jahren 1871-1877 entfernt.

3. Vom Schloßhof aus gesehen präsentiert sich der Dom in einer wenig fotografierten, aber reizvollen Perspektive, die einen Bliek auf sämtliche sieben Türme erlaubt. Aus dieser Sicht wird zugleich deutlich, wie glücklich sich hier die kompakte Geschlossenheit einer romanischen Anlage mit der starken Vertikalgliederung gotischer Bauformen verbunden hat. Die 'Domvikarie' (im Vordergrund) mit Mansarddach und ovalen Blenden stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und dient heute als Sakristei.

4. Die beliebten klassischen Domansichten von der Lahnbrücke (nordwest) oder der Schloßseite (ost) behandeln den Dom exklusiv, als Einzelmotiv und trennen ihn von der Stadt. Da sich Südwest-Ansichten, die Dom und Stadt gemeinsam ins Bild bringen, nur von schwer zugänglichen Standorten aus fotografieren lassen, sind sie relativ selten. Zu diesen 'Raritäten' zählt die vorliegende Ansicht aus dem Jahre 1910. Sie zeigt die Kathedrale nicht in der üblichen 'splendid isolation', sondern inmitten der Stadt und erinnert so auch optisch daran, daß der Dom von Anfang an nicht nur Stiftskirche der vornehmen Chorherren, sondern zugleich auch immer die offizielle Pfarrkirche der Limburger Bürger war.

5. Die Karte aus den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bietet vom Stephanshügel aus einen Überblick über das Eisenbahngelände vor seiner Vergrößerung. Seltenheitswert erhält die Aufnahme jedoch deshalb, weil sie wahrscheinlich die einzige fotografische Wiedergabe von 'Busche Kapel!' darstellt. Die kleine Maria-Hilf-Kapelle im Vordergrund wurde 1856 von Dr. Anton Busch gestiftet und mußte bereits 1893 wegen der Erweiterung der Bahnanlage und wegen des Basaltabbaus am Stephanshiigel niedergelegt werden.

6. Obwohl schon 1862 bei der Eröffnung der Lahntalbahn erbaut, stellt sich der Limburger Bahnhof auf dieser Ansicht von 1935 noch als ein repräsentatives Gebäude dar, das dem auch damals schon gestiegenen Verkehrsaufkommen durchaus gerecht wurde. Bei den Luftangriffen im Frühjahr 1945 trug der Bahnhof schwere Schäden davon. Er konnte zwar in der Nachkriegszeit zunächst noch behelfsmäßig benutzt werden, wurde aber 1961 abgerissen und durch den heutigen Bahnhofsneubau ersetzt.

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